Billboard
Genelec 8351

Test-Fazit: Dynaudio Excite X38

Inhaltsverzeichnis

  1. 2 Technisches ...

    Was hat sich also gegenüber Generation Nummer eins wirklich geändert? Die beiden 18-cm-Tieftöner des Spitzenmodells X38 sind grundsätzlich noch die gleichen Modelle wie in der alten Excite-Reihe. Zum ersten Mal eingesetzt wurde diese für Dynaudio eher ungewöhnliche Größe (man vertraute jahrzehntelang auf 15er-, 17er- und 20er-Tieftöner) übrigens in der preislich deutlich höher angesiedelten Focus-Serie (siehe beispielsweise Test Focus 340). Dort genießen sie allerdings noch zwei Luxuszutaten, die ihnen in der Excite-Reihe vorenthalten werden, nämlich die besonders starken Magnete aus Ferrit+ (stärker magnetisierbar) und die Black-Kapton-Schwingspulenträger (nichtmagnetisches, leichtes und temperaturstabiles Material). Nun, irgendwoher muss der günstigere Preis der X38 ja auch kommen.

    Wie gesagt hat die Excite-Serie grundsätzlich das Ziel, mit preislich, leistungsmäßig und klanglich „normalen“ Verstärkern gut zurechtzukommen. Deshalb sind die kleineren Excite-Modelle Dynaudios erste 8-Ohm-Lautsprecher, denn so ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie auch mit weniger stromlieferfähigen Verstärkern klarkommen. Den großen X38 erlauben die Ingenieure allerdings, die gute alte Dynaudio-Tradition der 4-Ohmer fortzusetzen. Das ist nachvollziehbar, denn bei einem Lautsprecher dieses Kalibers werden wohl weder Händler noch Kunden auf die Idee kommen, einen 300-Euro-Vollverstärker mit Magersucht anzuschließen. Andererseits – und das habe ich gewissenhaft überprüft – reichen auch den beiden großen Jungs der Excite-Serie durchaus die 40 Watt der Röhrenmonos Jadis JA15. Qualität geht hier, wie fast immer, vor Quantität. Dass die beiden kleinen Röhren eine erwachsene Performance aufs Parkett legen, liegt möglicherweise auch daran, dass die bei Dynaudio traditionell rigorose Linearisierung zur Vermeidung unschöner Senken im Impedanzverlauf in der Excite-Serie etwas weniger streng ausgelegt wurde – dies komme dem Wirkungsgrad zugute.

    Mitteltöner der Dynaudio Excite X38
    Mitteltöner der Dynaudio Excite X38

    Bei allen Abweichungen vom üblichen Dynaudio „Red Book des Weichendesigns“ bleiben den Excite-Lautsprechern doch die meisten anderen bewährten Zutaten erhalten: Die Schwingspulen bestehen nach wie vor aus Aluminiumdraht, der sich thermisch besser verhalten als solcher aus Kupfer; nebenbei muss der Antrieb auch weniger bewegte Masse im Takt der Membranbewegungen beschleunigen. Die Membranen bestehen aus dem Dynaudio-eigenen Material MSP (Magnesium Silikat Polymer) und sind einteilig, ohne eingeklebte Staubschutzdeckel, ausgeformt. Laut Dynaudio passen Rundstrahlverhalten und Frequenzverlauf so ideal zum nächsthöheren Chassis.

    Die beiden Tieftöner warten mit einer Spezialität auf: Ein symmetrisches Doppelmagnetsystem, bei dem sich die Polplatte zwischen zwei Magneten befindet, soll die Schwingspule noch genauer führen, nämlich symmetrischer als bei anderen Treibern. Üblicherweise sitzt an dieser Stelle nur ein einzelner Magnet, was zwar in der Theorie ausreicht, um die Spule zu dirigieren, aber Dynaudio möchte hier offensichtlich ein noch strengeres Regiment führen. Die Chassiskörbe der Tief- und Mitteltontreiber sind aus Aluminiumguss gefertigt und haben strömungsoptimierte Stege zu bieten. Im Hochtonzweig dürfen sich die zarten Signale auf die Begegnung mit einer 25-mm-Gewebekalotte mit fast schon überdimensioniertem Magneten freuen. Tief- und Hochtönern wurden die Polkerne durchbohrt, um die rückseitige Entlüftung und damit optimale Temperaturbedingungen zu garantieren.

    Hochtöner der Mitteltöner der Dynaudio Excite X38
    Gewebe-Hochtonkalotte der Dynaudio Excite X38

    Die Gehäuse der X38 sind makellos verarbeitet und wirken klassisch-elegant. Ohne direkten Vergleich könnten sie auch der Focus-Serie zugehören – nur Insider werden bemerken, dass sie nicht deren sich nach hinten leicht verjüngenden Grundriss zu bieten haben. Das 18 mm starke MDF-Gehäuse ist in Walnuss- oder Rosenholz-Furnieren oder in Schwarz beziehungsweise Weiß seidenmatt erhältlich. Die erstklassige Verarbeitungsqualität der X38 ist wohl auch darauf zurückzuführen, dass sie wie alle Dynaudio-Modelle in Dänemark gefertigt werden – sogar die Excite-Einstiegsmodelle für knappe 1.000 Euro pro Paar machen da keine Ausnahme.

    Durch eine speziell, über die Frequenzweiche eingestellte Frequenz/Phasenbeziehung der Chassis zueinander soll die neue Excite-Serie – im Gegensatz zur alten – leicht nach oben, zum Ohr des Zuhörers hin abstrahlen, um so Reflexionen vom Boden zu minimieren. Dies soll der Abbildungsgenauigkeit, der Offenheit und der Dreidimensionalität vor allem der Standlautsprecher zugutekommen. Das klangliche Resultat ist nachvollziehbar – später mehr dazu.

    Auspacken, aufstellen und anschließen ...

  2. 5 Test-Fazit: Dynaudio Excite X38

Dynaudio Excite X38Mit der Excite-Serie hat Dynaudio genau das erreicht, was die Zielsetzung war, nämlich die hauseigene Klangphilosophie mit mehr Lebendigkeit und Dynamik anzureichern, ohne klangliche Kompromisse einzugehen. Das Ganze wird zu einem Preis angeboten, der mehr als fair ist. Die Dynaudio X38 ist nichts weniger als mein neues Highlight in der Preisklasse um 3.000 Euro – und ich muss mich schwer anstrengen, gedanklich einen Konkurrenten unter 5.000 Euro zu finden, der den Dynaudios in der Summe ihrer Eigenschaften das Wasser reichen könnte.

Ein bisschen ist die Excite-Serie also wie ein VW Golf. Sie gewinnt, indem sie nichts falsch macht – aber im Gegensatz zum Golf macht sie vieles auch noch viel besser als alle anderen und kostet dabei (wieder im Gegensatz zum Golf) weniger als ihre wahren Konkurrenten. Sie punktet mit in dieser Preisklasse selten zu findender Transparenz und Natürlichkeit sowie mit klanglicher Lockerheit und musikalischer Unaffektiertheit – und das schon an „normalen“ Verstärkern. Und immer wieder fällt mir ein Wort ein, wenn es um das vielleicht herausstechendste Merkmal der Dynaudio X38 geht: Integrationsfähigkeit.

Die Dynaudio Excite X38 …

  • spielen transparent, neutral und hoch auflösend. Sie geben sich homogen, natürlich und bevorzugen keinen Frequenzbereich: Der Bass reicht tief herunter und ist für die Preisklasse gut konturiert, die Mitten geraten ausnehmend verfärbungsfrei und transparent und der Hochtonbereich ist frei von Härten und kann mit einer hervorragenden Feindynamik aufwarten.
  • ist grobdynamisch kein Hans Dampf, sondern auf preiskassentypischem Niveau unterwegs. Es gibt in dieser Hinsicht effektvollere Lautsprecher – denen bisweilen dann aber die Ausgewogenheit der X38 fehlt.
  • spielen räumlich viel größer als erwartet. Gute Abbildungspräzision.
  • lassen sich auch mit kleineren Verstärkern und sogar guten Röhren (klangvoll) betreiben.
  • folgen Qualitätssteigerungen der Quellen und Verstärker bis weit über ihren Preisbereich hinaus.
  • bieten sehr gute Praxislösungen wie die von oben verstellbaren, versenkbaren Spikes.
  • fügen sich mit klassisch-eleganter, schlanker Form und sehr guter Verarbeitungsqualität gut in den Wohnraum ein.

Fakten:

  • Modell: Dynaudio Excite X38
  • Konzept: passiver Dreiwege-Standlautsprecher, Bassreflex
  • Preis: 2.990 Euro
  • Abmessungen & Gewicht: 205 x 1049 x 310 mm (BxHxT), 23 kg/Stück
  • Wirkungsgrad: 88 dB/W/m
  • Nennimpedanz: 4 Ohm
  • Garantie: 5 Jahre

Hersteller & Vertrieb:
Dynaudio International GmbH
Ohepark 2 | 21224 Rosengarten
Web: www.dynaudio.de
Telefon: 04108 – 4180-0
eMail: info@dynaudio.de

Kommentar/Leserbrief zu diesem Bericht schreiben

Test: Dynaudio Excite X38 | Standlautsprecher

  1. 2 Technisches ...

    Was hat sich also gegenüber Generation Nummer eins wirklich geändert? Die beiden 18-cm-Tieftöner des Spitzenmodells X38 sind grundsätzlich noch die gleichen Modelle wie in der alten Excite-Reihe. Zum ersten Mal eingesetzt wurde diese für Dynaudio eher ungewöhnliche Größe (man vertraute jahrzehntelang auf 15er-, 17er- und 20er-Tieftöner) übrigens in der preislich deutlich höher angesiedelten Focus-Serie (siehe beispielsweise Test Focus 340). Dort genießen sie allerdings noch zwei Luxuszutaten, die ihnen in der Excite-Reihe vorenthalten werden, nämlich die besonders starken Magnete aus Ferrit+ (stärker magnetisierbar) und die Black-Kapton-Schwingspulenträger (nichtmagnetisches, leichtes und temperaturstabiles Material). Nun, irgendwoher muss der günstigere Preis der X38 ja auch kommen.

    Wie gesagt hat die Excite-Serie grundsätzlich das Ziel, mit preislich, leistungsmäßig und klanglich „normalen“ Verstärkern gut zurechtzukommen. Deshalb sind die kleineren Excite-Modelle Dynaudios erste 8-Ohm-Lautsprecher, denn so ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie auch mit weniger stromlieferfähigen Verstärkern klarkommen. Den großen X38 erlauben die Ingenieure allerdings, die gute alte Dynaudio-Tradition der 4-Ohmer fortzusetzen. Das ist nachvollziehbar, denn bei einem Lautsprecher dieses Kalibers werden wohl weder Händler noch Kunden auf die Idee kommen, einen 300-Euro-Vollverstärker mit Magersucht anzuschließen. Andererseits – und das habe ich gewissenhaft überprüft – reichen auch den beiden großen Jungs der Excite-Serie durchaus die 40 Watt der Röhrenmonos Jadis JA15. Qualität geht hier, wie fast immer, vor Quantität. Dass die beiden kleinen Röhren eine erwachsene Performance aufs Parkett legen, liegt möglicherweise auch daran, dass die bei Dynaudio traditionell rigorose Linearisierung zur Vermeidung unschöner Senken im Impedanzverlauf in der Excite-Serie etwas weniger streng ausgelegt wurde – dies komme dem Wirkungsgrad zugute.

    Mitteltöner der Dynaudio Excite X38
    Mitteltöner der Dynaudio Excite X38

    Bei allen Abweichungen vom üblichen Dynaudio „Red Book des Weichendesigns“ bleiben den Excite-Lautsprechern doch die meisten anderen bewährten Zutaten erhalten: Die Schwingspulen bestehen nach wie vor aus Aluminiumdraht, der sich thermisch besser verhalten als solcher aus Kupfer; nebenbei muss der Antrieb auch weniger bewegte Masse im Takt der Membranbewegungen beschleunigen. Die Membranen bestehen aus dem Dynaudio-eigenen Material MSP (Magnesium Silikat Polymer) und sind einteilig, ohne eingeklebte Staubschutzdeckel, ausgeformt. Laut Dynaudio passen Rundstrahlverhalten und Frequenzverlauf so ideal zum nächsthöheren Chassis.

    Die beiden Tieftöner warten mit einer Spezialität auf: Ein symmetrisches Doppelmagnetsystem, bei dem sich die Polplatte zwischen zwei Magneten befindet, soll die Schwingspule noch genauer führen, nämlich symmetrischer als bei anderen Treibern. Üblicherweise sitzt an dieser Stelle nur ein einzelner Magnet, was zwar in der Theorie ausreicht, um die Spule zu dirigieren, aber Dynaudio möchte hier offensichtlich ein noch strengeres Regiment führen. Die Chassiskörbe der Tief- und Mitteltontreiber sind aus Aluminiumguss gefertigt und haben strömungsoptimierte Stege zu bieten. Im Hochtonzweig dürfen sich die zarten Signale auf die Begegnung mit einer 25-mm-Gewebekalotte mit fast schon überdimensioniertem Magneten freuen. Tief- und Hochtönern wurden die Polkerne durchbohrt, um die rückseitige Entlüftung und damit optimale Temperaturbedingungen zu garantieren.

    Hochtöner der Mitteltöner der Dynaudio Excite X38
    Gewebe-Hochtonkalotte der Dynaudio Excite X38

    Die Gehäuse der X38 sind makellos verarbeitet und wirken klassisch-elegant. Ohne direkten Vergleich könnten sie auch der Focus-Serie zugehören – nur Insider werden bemerken, dass sie nicht deren sich nach hinten leicht verjüngenden Grundriss zu bieten haben. Das 18 mm starke MDF-Gehäuse ist in Walnuss- oder Rosenholz-Furnieren oder in Schwarz beziehungsweise Weiß seidenmatt erhältlich. Die erstklassige Verarbeitungsqualität der X38 ist wohl auch darauf zurückzuführen, dass sie wie alle Dynaudio-Modelle in Dänemark gefertigt werden – sogar die Excite-Einstiegsmodelle für knappe 1.000 Euro pro Paar machen da keine Ausnahme.

    Durch eine speziell, über die Frequenzweiche eingestellte Frequenz/Phasenbeziehung der Chassis zueinander soll die neue Excite-Serie – im Gegensatz zur alten – leicht nach oben, zum Ohr des Zuhörers hin abstrahlen, um so Reflexionen vom Boden zu minimieren. Dies soll der Abbildungsgenauigkeit, der Offenheit und der Dreidimensionalität vor allem der Standlautsprecher zugutekommen. Das klangliche Resultat ist nachvollziehbar – später mehr dazu.

    Auspacken, aufstellen und anschließen ...

  2. 5 Test-Fazit: Dynaudio Excite X38

Über den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: J. Sikora Initial Tonarm: Kuzma Stogi Reference S12 VAT Tonabnehmer: ZYX R100 Fuji

Digitale Quellen: Streamer: Auralic Aries

Vollverstärker: Linn Majik DSM

Vorstufen: Hochpegel: Norma Audio SC-2 DAC Phonoverstärker: Neukomm MCA112S

Endstufen: Norma Audio PA 160 MR

Lautsprecher: hORNS Mummy, Lansche Audio No.3.1

Kopfhörer: AudioQuest Nighthawk, Philips Fidelio M2BT

Kopfhörerverstärker: ifi iDSD nano, Meier Audio Corda Classic

Kabel: Lautsprecherkabel: Audioquest Rocket 88, Graditech Lumi 3 NF-Kabel: Audioquest Yukon, fastaudio Black Science (Phono), Graditech Kide 3 und Kide 1 Digitalkabel: AudioQuest Cinnamon und Carbon, Graditech Kide Digital Netzkabel: Graditech Voima 1 und 2, AudioQuest NRG-2 Netzleiste: Audioplan Powerstar

Zubehör: Stromfilter: Fisch Audiotechnik AFL Filterleiste, Tsakiridis Super Athina Sonstiges: fastaudio Absorber, Acoustic System Resonatoren

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 24,5 m² Höhe: 2,7 m

Billboard
Nubert