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Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Beats, Bambus & Behaglichkeit
  2. 2 Denon AH-D9200: Klangtest & Vergleiche

Das hundertjährige Firmenjubiläum schon vor Jahren rüstig absolviert und mit einer Sonderedition klassischer Stereokomponenten inklusive Plattenspieler gewürdigt. Klassisch designte High-End-CD-Player und -Vollverstärker im Programm, die auch schon mal derart kompromisslos klangoptimiert daherkamen, dass völlig schmerzfrei auf die Fernbedienbarkeit verzichtet wurde. Und über 50 Jahre Erfahrung im Kopfhörerbau, der bei den Topmodellen inhouse in Handarbeit stattfindet.

Ich vermute mal, dass die wenigsten spontan „Denon“ sagen, wenn sie solche Sätze lesen, und mit dem japanischen Traditionshersteller eher hochwertige AV-Receiver, moderne Multiroom-Lösungen (HEOS) oder allenfalls bezahlbare Vollverstärker/CD-Player-Duos assoziieren. Der besagte fernbedienungslose, ganz famos klingende Vollverstärker ging in Deutschland übrigens in den Nullerjahren für immerhin 8.000 Euro an den Start – sich vom Sofa zu erheben, um an der Lautstärke zu drehen, war aber dann wohl selbst den meisten eingefleischten High-Endern zu viel der Leibesübung. Schade eigentlich.

Und während folglich in hiesigen Landen der „nur“ 2.500 Euro kostende Denon PMA-2500NE das Ende der Stereoverstärker-Fahnenstange markiert und in Japan noch highendigere Amps erhältlich sind, sieht die Sache mit Blick auf klassische Kopfhörer schon ganz anders aus. So wird die edle, mit Holzschalen bewehrte „AH-D“-Reihe komplett zum deutschen Markt durchgereicht – inklusive des hier nun zum Test anstehenden Topmodells Denon AH-D9200 (1.599 Euro | https://www.denon.de). Die Preise werden, Wechselkurschwankungen mal außen vor, übrigens ebenso eins zu eins durchgereicht. Keine Selbstverständlichkeit und daher durchaus eine lobende Erwähnung wert.

Denon AH-D9200 Kopfhörer Bügelraster

Die Hörkapseln des Denon AH-D9200 bestehen aus einem Bambusmaterial

Zwei andere Kopfhörer der „Wood-Serie“ hatten wir bereits im Test: Den Denon AH-D5200 (mit Kapseln aus Zebraholz) und Denon AH-D7200 (Walnuss). Beides ebenfalls geschlossene Over-Ears mit mobiltauglichen Spezifikationen (24 und 25 Ohm, 103 und 105 dB/mW). Auf die Mobiltauglichkeit des Denon AH-D9200 kommen wir unten noch kurz gesondert zu sprechen. Mit seinen 24 Ohm Impedanz und 105 dB/mW Empfindlichkeit reiht er sich nämlich exakt in die Familie ein. Und mit seinen 375 Gramm Gewicht ist der „große“ Denon sogar noch einen kleinen Tick leichter als seine „kleinen“ Geschwister.

Zur neuen Leichtigkeit trägt vermutlich auch das verwendete Bambus-Material bei, das exklusiv beim Denon AH-D9200 Anwendung findet, und – so Chefentwickler Yoshinari Fukushima – die notwendige mechanische Festigkeit mit weniger Masse realisieren ließe als dies mit anderen Holzsorten möglich sei. Das ausgezeichnete Dämpfungsverhalten der Bambusschalen führe beim AH-D9200 schlussendlich auch zu weiter reduzierten Verzerrungswerten.

Denon AH-D9200 Kopfhörer Bambus

Made in Japan: Der Denon AH-D9200 wird inklusive seiner Bambuskapseln im Denon-Werk „Shirakawa Audio Works“ produziert – zum großen Teil in Handarbeit

Bambus ist ein ziemlich schnell nachwachsender und im Grunde recht kosteneffizienter Rohstoff. Was einen natürlich zu der Frage führt, warum dieses audiophile Gehölz (bei Racks von Quadraspire oder Atacama findet man es beispielsweise ebenfalls) denn ausschließlich dem Topmodell vorbehalten bleibt, wenn es denn nicht nur akustisch, sondern vermeintlich auch kostenmäßig das Material der Wahl darstellt. Die Antwort liegt laut Fukushima im Produktionsprozess. Für die Zebraholz- und Walnuss-Modelle würden die Hörkapseln per NC-Maschine mehr oder weniger einfach aus einem Holzblock geschnitten. Der Fertigungsprozess für die Bambushörkapseln sei ungleich aufwändiger: Das Rohmaterial werde zunächst gleichmäßig geschnitten und dann zur Förderung der Stabilität dampfbehandelt. Das Zusammenfügen zu einzelnen Blöcken und das anschließende maschinengesteuerte Schneiden zur eigentlichen Kapselform markierten die nächsten Arbeitsschritte. Am Ende der Fertigungskette stünden Veredlungsprozesse wie manuelles Schleifen, Lackieren und das Setzen des Logos. Die Fertigung der Kapseln sowie die komplette Produktion des Denon AH-D9200 vollziehe sich im Denon-Werk „Shirakawa Audio Works“ – zum großen Teil in Handarbeit.

Aber auch die inneren Werte des Denon AH-D9200 sind gegenüber den beiden anderen Modellen weiter Richtung High-End-Spitze getrieben worden. So setzt man bei den auf vibrationsdämpfenden Lagern aus Harz montierten 50-Milimeter-Treibern des Flaggschiffs zwar ebenfalls auf die patentierte FreeEdge-Technologie, hat sich membranseitig gleichwohl für einen veränderten Nanofaseranteil und eine noch avanciertere Formgebung entschieden. All das soll ebenfalls der weiteren Minimierung von Verzerrungen dienen – ja, die letzten Millimeter Fortschritt sind häufig die frickeligsten –, führt aber ebenso zu einer im Vergleich zu den beiden kleineren Brüdern etwas veränderten Hochtonabstimmung, wie wir noch sehen oder besser: hören werden.

Denon AH-D9200 Kopfhörer Hörmuschel und Bügel

Das dem Denon AH-D9200 beiliegende drei Meter lange, versilberte OFC-Kabel mit massivem 6,3-Millimeter-Klinkenstecker sei laut Fukushima zudem besonders aufwändigen Produktions- und Testprozederen unterzogen worden und soll ebenfalls zur nochmals verbesserten Klangqualität des D9200 beitragen. Der hörerseitige Anschluss vollzieht sich mit üblichen 3,5-Millimeter-Klinken, was experimentierfreudigen Kunden etwaige Versuche mit anderen Kabeln erleichtert. Allerdings legt das Denon-Kabel die Hürden zumindest dem optisch-haptischen Eindruck nach recht hoch: Denn selbst gegenüber der etwas dünneren und kürzeren Mobil-Strippe (1,3 Meter), die dem AH-D9200 darüber hinaus beiliegt, muten beispielsweise die etatmäßigen Kabel meines AKG K812 oder Shure SRH1840 ziemlich ordinär an (die AKG-Strippe klingt aber glücklicherweise besser als sie aussieht). Einzig die Mikrofonieanfälligkeit der beiden Denon-Kabel – insbesondere oberhalb des Splitters – ließe sich bekritteln. Aber da sind viele andere auch nicht besser.

Denon AH-D9200 Kopfhörer Zubehör: Kabel

Ein drei Meter langes, versilbertes OFC-Kabel mit massivem 6,3-Millimeter-Klinkenstecker sowie eine dünnere und kürzere Mobil-Strippe (1,3 Meter, 3,5/6,3-mm-Klinkenadapter) liegen dem Denon AH-D9200 standardmäßg bei

Was den allgemeinen Tragekomfort angeht, ist der Denon AH-D9200 auf jeden Fall besser als die allermeisten Closed-Back-Hörer: Mit 375 Gramm zwar nicht unbedingt der Bantamgewichtler der Bügelklasse, empfinde ich das supersofte, hautfreundliche Kunstleder (Denon hat sich hier bewusst gegen Echtleder entscheiden) der Ohrpolster, die Anschmiegsamkeit des Memoryfoams sowie den Anpressdruck generell als extrem angenehm. Die Earpads meines eigentlich ebenfalls sehr komfortablen AKG 812 fühlen sich beim Tragen tatsächlich vergleichsweise rau an, wobei dessen größeren Ohraussparungen je nach Ohrbeschaffenheit wiederum vorteilhaft sind; beim AH-D9200 geht es hier schon recht beengt zu.

Denon AH-D9200 Kopfhörer-Bügel: Einstellung

Easy im Handling und mutmaßlich maximal „ausleierresistent“: Die Rastereinstellung des Kopfbügels des Denon AH-D9200

Wenn man sich schließlich einen filigran konzipierten Leichtgewichtler wie den MrSpeakers Ether 2 (wie der AKG ein „Offener“) im direkten Vergleich überstreift, merkt man, dass bummelige 85 Gramm Gewichtsdifferenz durchaus einen fühlbaren Unterschied machen. In Sachen Anpressdruck beziehungsweise dessen homogener Verteilung dagegen finde ich den Denon AH-D9200 einen Hauch angenehmer. Auch der Rastereinstellung des mit einem Kopfband aus Kunst- und Echtleder versehenen Aluminiumdruckguss-Bügels gebührt Lob: easy im Handling und mutmaßlich so ziemlich maximal „ausleierresistent“. Übrigens: Kollege Michael Bruss bemängelte bei seinem Test des AH-D5200er ja gewisse Komforteinbußen für Brillenträger – beim 9200er ist davon keine Spur.

Denon AH-D9200: Klangtest & Vergleiche

Denon AH-D9200 Kopfhörer beide Polster

Die Ohrpolster des Denon AH-D9200 sind mit sehr feinem und hautfreundlichem Kunstleder versehen

Starten wir diesen Hörbericht doch mal betont rührselig: Ja, sich den Denon AH-D9200 aufzusetzen und mit ihm die ersten Tracks zu hören, fühlte sich tatsächlich ein bisserl wie „nach Hause kommen“ an. Oder anders: Der AH-D9200 vermag Musik irgendwie besonders vertraut wirken zu lassen. Da lässt mich mein geschätzter AKG K812 im direkten Vergleich ja schon fast kalt.

Alles wunderschön also? Legt der Denon AH-D9200 im Hörparcours einen perfekten Durchmarsch ohne Wenn und Aber hin? Nein, so einfach ist’s natürlich nicht. Ganz im Gegenteil: Der Japaner ist sogar eher ein so ziemlicher Charakterkopf. Dessen markante Stellen es absolut lohnen, näher beleuchtet zu werden.

Bass & Beats

Denon AH-D9200 Kopfhörer liegend mit Kabel

Der Denon AH-D9200 zeichnet tonal keinesfalls linear wie ein Studiomonitor durch, sondern vermittelt ein recht behaglich-warmes Hörgefühl – nach unseren Testerfahrungen mit besagten AH-D5200 und AH-D7200 nimmt das aber auch kaum Wunder. Nichtsdestotrotz gibt es beim AH-D9200 ein kleines „Aber“, dazu später mehr. Ursächlich für diese Behaglichkeit ist mehr oder weniger der gesamte Bereich unterhalb des Grundtons, der tonal ins Voluminöse, aber keinesfalls ins zu aufdringlich Üppige driftet.

Um kurz ein wenig auszuholen: Beim Hören über Lautsprecher bevorzuge ich tatsächlich ein bassseitig neutrales bis leicht schlankes Klangbild. Über Kopfhörer kippt diese Vorliebe ins Gegenteil: Hier mag ich es untenrum neutral bis leicht üppig. Der Denon AH-D9200 lotet letztgenannte Grenze zwar schon ganz gut aus, überschreitet sie aber nicht. Auch wenn er merklich fülliger tönt als etwa der unmissverständlich neutrale AKG K812 oder zumindest bassneutrale MrSpeakers Ether 2, empfinde ich seine Bassquantität bei vielen Stücken genussdienlich; aufdringlich empfinde ich sie nie.

Burial - UntruePositives lässt sich auch über den Tiefgang des Denon AH-D9200 sagen: Die ultratiefen Bassfiguren in „Etched Headplate“ der Londoner Dubstep-Musikers Burial (Album: Untrue; auf Amazon anhören) langen zwar nicht ganz so weit nach unten wie beispielsweise über meine Sehring-906-Standlautsprecher oder einen Hifiman HE1000, aber merklich tiefer als über meinen Shure SRH1840 und etwas tiefer als über meinen AKG K812, der nach unten hin im Pegel etwas steiler abfällt. Erst der MrSpeakers Ether 2 erreicht ähnliche Abgründe wie der AH-D9200 beziehungsweise spielt im Zweifelsfall sogar noch einen Zacken abgründiger.

Free The Robots - CtrlAltDelInteressant bei alledem: Angesichts des gehörigen Päckchens an „Bassmasse“ – als Summe aus Tiefgang und Volumen – schlägt sich der Denon AH-D9200 in Sachen saubere Grobdynamik und Tieftonpräzison recht ordentlich: Die elektronischen Beats in Free The Robots „Turbulence“ (Album: CtrlAltDel; auf Amazon anhören) bekommt man über einige andere Hörer zwar schon noch knackiger und konturierter gereicht, gleichwohl ist der AH-D9200 noch so hinreichend auf Zack, dass man keinesfalls von einem unbotmäßig verrundeten Tiefton sprechen kann. Zumal der Japaner auch das kurz, aber satt nachtönende Sustain der tiefen Trommelschläge in Doomsquads „Who owns Noon in Sandusky“ (Album: Total Time; auf Amazon anhören) sauber vom jeweiligen Anschlag differenziert. Für diese Pflichtübung gibt’s zwar kein Extralob, aber eben auch keine Kritik.

Mitten & Höhen

Aber verlassen wir die südlichen Frequenzgefilde, gibt es mit dem Denon AH-D9200 doch noch eine ganze Menge mehr zu entdecken: Den Mittelton und die Höhen etwa – sowie die Räumlichkeit. Mit alledem verbunden: die besondere, hoch angenehme Reinheit und Eingängigkeit, die vom AH-D9200 ausgeht und schlussendlich zu der eingangs erwähnten „Spontanvertrautheit“ mit dem Gehörten führt.

Denon AH-D9200 Kopfhörer komplett stehend

Inspizieren wir zunächst den Bereich von den unteren Mitten/Grundton bis zum Hochton aus tonaler Sicht: Trotz der wie beschrieben eher voluminösen Basswiedergabe gibt sich der Grundton zivilisiert, was zu gut unterfütterten, warmen, aber nicht überlagerten Mitten führt. Auch sonore Männerstimmen klingen nicht unnatürlich „brummbärig“. Das obere Ende des genannten Bereichs markiert ein überdurchschnittlicher luftiger, lichter, durchaus prägnanter Hochton. Und inmitten der Wärme von unten sowie der Luft von oben finden wir in Relation dazu leicht zurückgenommene obere Mitten/untere Höhen, die beispielsweise die typischen Texturen einer Snare etwas weniger markant aufs Tapet bringen als das bei meinem erzlinearen AKG K812 der Fall ist.

Ja, auch in diesem Bereich ist der Denon pegelseitig – man könnte das als quantitative Betrachtungsweise fassen – nicht gerade wie ein Studiomonitor abgestimmt. Qualitativ ist dieser Bereich dann aber, pardon: der absolute Burner! Dafür sorgen nicht zuletzt die supertransparenten, feindynamisch hochagilen Höhen, die so überzeugend seidig-locker und gleichsam crisp-präzise tönen, dass ich diesen Spagat schon als außergewöhnlich bezeichnen möchte. Deren Reinheit, ja, ganz offensichtliche besondere Verzerrungsarmut scheinen sich wie per Trickle-down-Effekt auf den gesamten Mitten-/Hochtonbereich niederzuschlagen: Mein formidabler AKG K812, den ich nicht zuletzt einem Sennheiser HD800s vorzog, klingt hier tatsächlich „grauschleieriger“, klangfarblich grissliger und – trotz weniger prägnanter Höhen – unterm Strich etwas technischer.

Denon AH-D9200 Kopfhörer komplett liegend

Eine ähnliche Eingängigkeit und „Vertrautheit“ schafft letztlich nur der extrem organisch tönende MrSpeakers Ether 2, der pegelseitig linearer spielt als der Denon und durch seine stärker hervorgehobenen oberen Mitten/unteren Höhen etwa Stimmen noch „griffiger“ vermittelt. Dafür bietet der Amerikaner in den allerobersten Frequenzbereichen merklich weniger Auflösung und Glanz als der Denon AH-D9200.

Kurzum: Aufgrund seines höheren Informationsgehalts und der angenehmen Reinheit in den oberen Lagen vermag der Denon sich nicht zuletzt bei vielen dicht arrangierten Stücken, bei denen es obenrum viel aufzudröseln gibt, besonders in Szene zu setzen.

Der Raum

Robert Wyatt - Comicopera

Bliebt noch das Thema „Räumlichkeit“, für das unter anderem Robert Wyatts „On the Town Square“ (Album: Comic Opera; auf Amazon anhören) mit seinem Instrumentenvielerlei aus Saxophon, Gitarre, Kornett, Steeldrum und weiterer Perkussion ein guter Prüfstein ist. Wie oben schon angedeutet, profitiert auch die Räumlichkeit von der hohen Reinheit und Klangfarbentreue des Denon AH-D9200, denn ein „schwarzer Hintergrund“ und klare Kontraste fördern natürlich stets eine gute räumliche Differenzierung, die dem Japaner dann auch ziemlich gut gelingt. Überraschenderweise sogar etwas besser als dem dezidiert für sein Bühnentalent bekannten AKG K812 und deutlich besser als dem vergleichsweise dann doch recht diffusen Shure SRH1840. Insbesondere der AKG K812 spielt allerdings merklich weiträumiger als der ziemlich dicht am Ohr und großformatig abbildende AH-D9200. Eine Charakterzug des Japaners, den man durchaus als involvierend (so ging es etwa auch Michael Bruss beim Test des AH-D5200) oder als störende Ursache für Im-Kopf-Verortungen empfinden kann. Geschmackssache. Ich persönlich finde die unmittelbare, anmachende, aber gleichwohl differenzierte Abbildung des AH-D9200 mit Blick auf seine Gesamtabstimmung absolut konsistent und passend – und überdies förderlich für die Eingängigkeit, das „Sofort-ins-Blut-Gehen“ der Musik.

Und wie geht’s der Familie?

Denon AH-D9200 Kopfhörer Anschluss am Hörer

Der hörerseitige Anschluss der abnehmbaren Kabel vollzieht sich beim Denon AH-D9200 mit üblichen 3,5-Millimeter-Klinken

Wir hatten die beiden kleinere Modelle der Serie – Denon AH-D5200 und AH-D7200 – zwar bereits im Test, aber leider hatte ich seinerzeit die Gelegenheiten verpasst, mir diese ebenfalls mal über die Ohren zu ziehen. Deshalb zogen sich die Kollegen Michael Bruss und Benjamin Baum nun umgekehrt den AH-D9200 über, deren wichtigste Eindrücke ich an dieser Stelle ganz kurz wiedergeben will: Der 9200er lässt sich, wie bereits erwähnt, zunächst merklich bequemer tragen als der 5200 und ist nun auch für Brillenträger uneingeschränkt empfehlenswert, was ich selbst nur bestätigen kann. Klanglich hebt sich der AH-D9200 von den kleineren Geschwistern insbesondere durch eine bass- und grundtonseitig noch neutralere Wiedergabe sowie signifikant vermehrte Luftigkeit und Transparenz in den Höhen ab. Nun, insbesondere Letzteres sollte nach den obigen Klangbeschreibungen auch kaum für Überraschung sorgen – sei aber laut Benjamin Baum letztlich Geschmackssache, der „seinen“ etwas milderen AH-D7200 dann auch für einen ausgewiesenen Preis-Leistungs-Star hält, und das keinesfalls nur innerhalb der Serie.

Die Amps …

Getestet hatte ich übrigens überwiegend mit dem dedizierten Kopfhörerverstärkerteil meines Funk MTX Monitor, der in seiner aktuellen Version (V3b-4.3.1) noch weitergehende Optimierung gerade für niederimpedante Kopfhörer erfuhr, sowie dem ebenfalls mit einem sehr wertigen Kopfhörerverstärker ausgestatteten Norma HS-DA1 PRE. Gleichwohl sei erwähnt, dass sich der Denon AH-D9200 aufgrund seiner niederimpedanten Auslegung und guten Empfindlichkeit natürlich auch tadellos mit mobilen Geräten verträgt, selbst mein nicht gerade übermäßig kräftiger Onkyo DP-X1 vermag es, wenn auch im oberen Regelbereich des Lautstärkestellers, den Denon AH-D9200 standesgemäß in Fahrt zu bringen. Bei alledem würde ich grundsätzlich hochwertige (für Mobiltelefone bieten sich eindeutig andere Kopfhörer als der 9200er an) Verstärker empfehlen, die die allerobersten Frequenzetagen eher leicht abgedimmt bis neutral sowie härtefrei-akkurat wiedergeben – der Japaner ist gerade obenrum wie gesagt ungemein durchlässig.

Denon AH-D9200 Kopfhörer Mobilkabel

Das 1,3 Meter lange Kabel des Denon AH-D9200 für Mobilanwendungen

Test: Denon AH-D9200 | Kopfhörer

  1. 1 Beats, Bambus & Behaglichkeit
  2. 2 Denon AH-D9200: Klangtest & Vergleiche
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