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Klangliches zum Colorfly C3

Inhaltsverzeichnis

  1. 2 Klangliches zum Colorfly C3

Und der große Vorteil ist der Klang! Hier werden nahezu keine Kompromisse gemacht. Der Colorfly ist schlicht und einfach einer der besten Player, den ich je gehört habe – und das auch schon bei Dateien in CD-Qualität.

Colorfly C3 - Größenvergleich

Er glänzt sowohl im Zusammenspiel mit großen Kopfhörern als auch mit InEars. Der Ausgang ist bereits äußerst stromstabil ausgelegt, so dass ein zusätzlicher mobiler Kopfhörerverstärker nahezu keine klanglichen Vorteile bringt. Denn auch ohne dem ist der Bassbereich – auch bei System mit großen Treibern, sonst häufig ein Manko bei mobilen Playern – konturiert und druckvoll. Einzig ein sehr sehr geringes Grundrauschen des C3 ist mit außerordentlich sensitiven Hörern in leiser Umgebung zu vernehmen. Dies konnte ich dann im Zusammenspiel mit dem KH-Verstärker Emmeline Hornet komplett unterdrücken. Der Lautstärkebereich des C3 ist sinnvoll gewählt und bot mir bei jedem angeschlossenen Kopfhörer ausreichend Spielraum in lauten oder leisen Umgebungen.

Sara K. / HoboZum Test habe ich zunächst eine mir wohlvertraute Aufnahme von Sara K. zu Gemüte geführt. Der Song „Sizzlin’“ vom Album Hobo. Miss K. ist immer einen Griff wert, wenn es um hochwertige, natürliche Aufnahmen geht. „Sizzlin’“ glänzt neben Saras unglaublicher Stimme mit sehr natürlichen, mit Hall aufgenommenen Percussions sowie einem energetischen Saxophonspiel. Der C3 beeindruckte mich hier besonders bei den Percussions. Um solch eine Aufnahme überzeugend wiederzugeben, braucht ein Kopfhörersetup nach meiner Erfahrung einerseits auf der Quellseite eine sehr hohe Detailauflösung; nur damit kann garantiert werden, dass der aufgenommene Hall wirklich natürlich klingt. Der zweite Aspekt ist meist in einem guten Kopfhörerverstärker zu finden. Hier muss ein möglichst ruhiger, „schwarzer“ Hintergrund und eine hohe Stromstabilität gewährleistet werden, um die einzelnen Schläge plastisch und damit realistisch darstellen zu können. Der Colorfly C3 kann beides, sowohl beim DAC als auch beim Endverstärker wurden offenbar hochwertige Optionen gewählt, die man hört.

Björk / DebutÄhnliche Qualitäten sind auch bei elektronischr Musik zu erleben. „Violently Happy“ vom Debutalbum der Isländerin Björk lebt vom Wechselspiel des Discorhythmus mit langsam gesungen, verzerrten Passagen der Künstlerin. Der Colorfly schafft es, die zackige Art der Musik perfekt herüberzubringen, indem die Attacken der Stimme sowie die der einzelnen Instrumente (wie beispielsweise das elektronische Schlagzeug zur Hälfte des Songs) sehr plastisch und direkt wiedergegeben werden. Die Musik wirkt hierdurch äußerst lebendig und anregend, während sie auf einem weniger dynamischen und detailreichen System schnell anstrengend und langweilig wird. Mit dem Colorfly C3 hingegen entdeckt man die vielen Nuancen des Songs sehr leicht. Gerade die Musik von Björk ist für mich eigentlich nicht geeignet, um unterwegs einzutauchen, da sie doch etwas mehr Aufmerksamkeit fordert. Das Zusammenspiel aus stark lärmdämmenden InEar-Monitors und den klanglichen Vorzügen des C3 bietet jedoch das perfekte Paket, um auch während einer Reise oder sogar auf dem Weg zur Arbeit in die Musik zu versinken. Ich war überrascht, wie viel einfacher ich mich in die Musik fallen lassen konnte.

Colorfly C3

Doch wie bereits zuvor bemerkt, hat der Colorfly nicht nur mobil viel zu bieten. So habe ich mit ihm zudem ein minimalistisches HiFi-System aufgebaut, bestehend aus den aktiven Monitoren KRK VXT6, welche direkt an den C3 angeschlossen wurden. Als Vorverstärker wurde also der regelbare Kopfhörerausgang des Colorfly genutzt. Das Ergebnis hat mich doch überrascht – und zwar positiv. Die Wiedergabe in dieser Minimalkonfiguration hat bereits eine so hohe Qualität, dass weitere Komponenten für einen ersten ernsthaft audiophilen Musikgenuss einfach nicht nötig scheinen. Im Vergleich mit anderen Playern wird in diesem Setup auch klar, was der kleine Colorfly besser macht: Die Dynamik, die der C3 darstellen kann, ist deutlich höher.

The Rolling Stones / Beggars BanquetWährend der Zeit, in der mir der Colorfly C3 zur Verfügung stand, habe ich unter anderem diverse Dateiformate getestet. Das Musikmaterial war immer dasselbe: Das Album Beggars Banquet von den Rolling Stones. Einmal das ABKCO DSD-Mastering – der CD-Layer dieser SACD wurde mittels EAC als Redbook-Variante gerippte. Und dann die HighRes-FLAC-Version aus dem Download – von mir in 24 Bit/48-kHz-WAV sowie in den Redbook-Standard konvertiert. Die Konvertierungen wurden mit dem X Lossless Decoder (XLD) durchgeführt. Sowohl die FLAC-Dateien als auch das DSD-Master sollen bei ABKCO binnen einer Session aus den analogen Originaltapes entstanden sein. Innerhalb welchen Zeitraums genau beziehungsweise ob möglicherweise eine Version aus einer anderen konvertiert wurde, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Die DSD-Version habe ich relativ schnell wieder aus dem Vergleich genommen. Die Unterschiede durch das benutze Equipment haben einfach einen vergleichsweise viel zu großen Einfluss auf den Klang, als das ein fairer Vergleich mit dem C3 (der natürlich kein DSD abspielen kann) möglich wäre.

Zunächst also zu den beiden WAV-Versionen: Diese sind sich tatsächlich äußerst nah, was mich zur Meinung kommen lässt, dass die hochwertigen Versionen bei ABKCO tatsächlich innerhalb einer Session entstanden sein müssen. Die DSD-to-Redbook-Variante ist etwas heller abgestimmt, das heißt anscheinend wurden für die SACD die Höhen ganz gering angehoben. Das Wichtige sind jedoch die klanglichen Details sowie der Dynamikumfang. Und hier kann ich keinen signifikanten Unterschied feststellen. In der FLAC-to-Redbook-Variante ist das Schlagzeug etwas intensiver, was aber auch auf die vergleichsweise stärkeren Tiefen (aufgrund der relativ zurückgenommenne Höhen) nur so wirken kann. In der Auflösung der Details (beispielsweise die Schellen in „Street Fighting Man“) konnte ich keine Unterschiede feststellen.

Colorfly C3

Anders hingegen ist es bei der 24-Bit-Version. Hier wirken die Schellen tatsächlich etwas klarer und deutlicher voneinander getrennt. Der etwas größerer Raum – wie beispielsweise bei den Hintergrundgeräuschen bei „Factory Girl“ zu hören – fällt ebenfalls positiv auf. Ich möchte aber betonen, dass ich keinen Blindvergleich durchgeführt habe und dass die Unterschiede, so ich meinen Ohren wirklich trauen Rolling Stones/40 licksdarf, äußerst gering ausfallen und nur mit großer Konzentration über Kopfhörer zu hören waren. Nicht gering hingegen ist der Unterschied zum Originalmaster der alten CD-Version oder auch der nachträglich bearbeiteten Version auf Forty Licks. Hier ist wesentlich weniger Dynamik vorhanden. Womit ich wieder zu meiner Bemerkung von zuvor zurückkommen muss: Das Wichtige ist die Mühe, die sich beim Mastering gegeben wurde – und wenn man dann eine dynamische Variante in den Redbook-Standard packt, dann ist der größte Schritt zur hochwertigen Wiedergabe getan.

Was das alles mit dem Colorfly C3 zu tun hat, fragen Sie sich? Nun, dass man minimale Unterschiede in der Dynamik überhaupt wahrnehmen und die in den neuen ABKCO-Masterings vorhandene Energie der Aufnahmen so deutlich genießen kann, hängt mit seiner Fähigkeit zusammen, die dynamischen Parts der Musik so differenziert darstellen zu können. Während andere Player leicht etwas schwachbrüstig wirken und deshalb auch hochwertige Aufnahmen von leider immer noch vorhandenen totkomprimierten nicht ausreichend differenzieren, der Musik also Energie nehmen, agiert der Colorfly ganz anders. Er lebt, wie jedes gute HiFi-Equipment, erst mit hochwertigen Aufnahmen so richtig auf und zeigt, was eigentlich alles in ihm steckt – und das ist konkurrenzwürdig zu kleinen Stand-Alone-Playern: Will man demnach die Qualität von hochwertigen Dateiformaten zu Hause testen, ohne sich gleich einen kompletten Musikserver inklusive Streaming-Client aufzubauen, bietet der Colorfly eine interessante Alternative.

Test: Colorfly C3 | Mobiler Player

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