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Test Hifi CD-Player und Voll-Verstärker Esoteric SA-10 / Esoteric AI-10 – Fazit Esoteric – Test-Bericht Stereo CD-Player, Verstärker, High End-Hifi-Magazin fairaudio

Inhaltsverzeichnis

  1. 7 Test Hifi CD-Player und Voll-Verstärker Esoteric SA-10 / Esoteric AI-10 - Fazit Esoteric - Test-Bericht Stereo CD-Player, Verstärker, High End-Hifi-Magazin fairaudio

Esoteric AI-10

Der Hochton des Esoteric ist deutlicher, es liegt nicht einfach nur daran, dass er im Grundton weniger Gewicht in die Waagschale wirft und deshalb heller klingt. Die Anschläge an einer Hi-Hat sind schlicht vernehmbarer und auch das Ausklingen des Blechs wird präziser nachgezeichnet, als beim Accuphase-Amp. Ganz am Schluss des Stückes „ING“ des Tord Gustavsen Trios beispielsweise, da macht die Hi-Hat: SCHschSCHschSCH. Soll heißen, beim Ausklang geht es mäanderförmig leicht hoch und runter mit dem Pegel. Nun, beim Accuphase ist es eher: sch_sch_sch. Also gleichzeitig insgesamt leiser und unterbrochen von völliger Stille. Der Esoteric ist auch im Hochton der detailiertere.

Wahrscheinlich liegt es – unter anderem – an der beschriebenen tonalen Differenz der beiden Verstärker, dass auch die Art und Weise der Raumdarstellung bzw. der Lokalisation der Klänge eine recht andere ist. Der Accuphase präsentiert die breitere Bühne, aber es ist nicht nur das, die Musik wird insgesamt raumgreifend und involvierend zur Schau gestellt, fast gleicht es einer Einladung, mitzumachen. Das gefällt mir ungemein und daher bin ich fast ein klein wenig enttäuscht, wenn ich zum Esoteric wechsele. Spontan wirkt die Musik etwas zurückgezogener, denn statt „ausladend und ergreifend“ zieht der AI-10 das Spiel von der Grundlinie vor. Aber mit welcher sauberen Technik! Wenn er auch nicht die Breite der Bühne derart auffächert – die Tiefenstaffelung gerät ihm umso besser und die Lokalisationsschärfe ist ebenfalls präziser. Ein Guckkasten, in dem große Ordnung herrscht, baut sich auf. Kein Grauschleier trübt die Sicht.

Ist der Esoteric AI-10 also eher der Amp, welcher sich für den „analytischen Hörer“ eignet? Besser bei Jazz-Trios und Klassik-Aufnahmen zuhause? Fast hätte ich „ja“ gesagt, aber so einfach ist die Welt nicht. Auf dem Ween-Doppelalbum „Chocolate and Cheese“ gibt es ein sehr schönes E-Gitarren Solo: A Tear For Eddie. (By the way: Eines der Stücke, die mich in der Vermutung bestärken, das E-Gitarren grundsätzlich analog wiedergegeben werden sollten. Der CD-Player, der dies tonal ebenso überzeugend vermitteln kann,Ween / Chocolate and Cheese war noch nicht bei mir zu Gast …) Die Gitarre klingt gerade im zweiten Teil schön dreckig verzerrt. So, nun meine These: Der Esoteric Amp gibt das Dreckige sauberer wieder und diese Klarheit bei der Verzerrung, die kickt schon, die macht richtig Laune und klingt gleichzeitig präziser. Und da auch die Drums und Beats über den Esoteric AI-10 härter kommen, ist dieser mein Favorit für die Ween-Scheibe.

Fazit:

Die beiden Esoteric-Komponenten – der (SA)CD-Player SA-10 und der Vollverstärker AI-10 – stellen das „Einsteigersegment“ bei Esoteric dar. Auch dieser Einstieg kostet noch viel Geld, aber mit 3.300 resp. 3.500 Euro eben relativ wenig für ein Produkt des japanischen Teac-Edelzweiges. Erfreulich ist es deshalb in jedem Fall, dass Esoteric-Technik nun für etwas breitere Käuferschichten erreichbar scheint.

Esoteric SA-10

Der Esoteric SA-10 setzt meiner Ansicht nach in allen Bereichen sehr hohe Maßstäbe bei der CD-Wiedergabe. Dabei zeigt er sich stets dem neutralen Pfad verpflichtet und ausgesprochen wahrheitsliebend. Er zeichnet sich aus, durch …

  • … eine schnell und definierte Basswiedergabe, die bis in die aller untersten Lagen trocken durchgehalten wird.
  • … ein Mittel- und Hochtonband, welches sich völlig linear, deutlich und transparent darstellt – High-Fidelity im ursprünglichen Wortsinn.
  • … hohe dynamische Fähigkeiten, sowohl bei Pegel-Schattierungen als auch makrodynamisch betrachtet. Zudem zeigt sich der Esoteric SA-10 sehr spielfreudig: Rhythmisch und mit einer schnellen Impulswiedergabe gesegnet, gibt er das jeweilige Programm wieder – was die über ihn gehörte Musik sehr lebendig geraten lässt.
  • … eine Raumdarstellung, die seinesgleichen sucht. Sei es die frappierend durchsichtige Tiefenstaffelung oder – mehr noch – die sehr, sehr präzise Lokalisationsschärfe: Viel mehr geht nicht und wenn doch, dann wär’s (mir) schon zu viel.
  • … eine kleine Schwäche, die darin liegt, dass der Ausklang mancher Instrumente etwas „länger verfolgt“ werden könnte. Dies ist freilich abhängig von der gewählten Musik und gilt zudem nur für die Digitalfilterstellung „Narrow“. Per Knopfdruck lässt sich das Filter auf „Wide“ stellen und verwandelt so diese vermeintliche Schwäche in einen Vorteil, denn …
  • …mit dem flacher abfallenden Filter präsentiert sich der Klang insgesamt ein bisschen wärmer und der Ausklang wird länger. Als vorteilhaft erweist sich diese Einstellung meines Ermessens nach vor allem bei Klaviermusik. Die Tendenz ist dann eine in Richtung Klavierlauf statt Klaviernote. „Erkauft“ wird der Vorteil mit einer kleinen Einbuße in Sachen Lokalisationsschärfe und Transparenz der Bühnenabbildung. Je nach Musik die Abstimmungsnuancen in die gewünschte Richtung zu lenken, ist ein echter Pluspunkt.

Esoteric AI-10

Der Vollverstärker Esoteric AI-10 kann die Familienzugehörigkeit kaum verleugnen – warum auch? Er gibt sich als den Idealen „Transparenz“ und „Akkuratesse“ verpflichteter Amp zu erkennen:

  • Er präsentiert den Grundtonbereich eher sportlich-schlank, aber dafür hochbeweglich. Hierdurch gewinnt er eine unheimliche Klarheit in den oberen Mitten, nichts versperrt die Sicht auf feinste Klangnuancen, zumal er den Hochton ebenfalls transparent, deutlich und mit behutsam geführter Hand zeichnet.
  • Bassläufe kann er trocken und in sich differenziert wiedergeben – und auch mit der nötigen Verve. Ohne freilich je die Contenance zu verlieren und „im Überschwang mitzurocken“.
  • Der AI-10 baut in Ruhe eine Bühne auf und zwar von der Grundlinie aus. Dies ermöglicht eine Draufsicht auf den imaginären Schauplatz. Die Bühnenbreite ist gut, deren Tiefe allerdings das, was wirklich gefällt. Eine klasse Fernsicht könnte das auch genannt nennen. Desweiteren ist die Präzision bei der Abbildung der Klänge sehr hoch.
  • Der Esoteric AI-10 besitzt ein gutes Timing und ein hohes Tempo, etwas, das aufeinander folgenden Klängen eine große Durchsichtigkeit (klare Unterscheidbarkeit) beschert. Wenn es sein muss, können Attacken richtig hart und plötzlich ausgeführt werden. Wer meint, hier ein Klassik-Kistchen vor sich zu haben, sollte einmal rhythmische Rockmusik über ihn hören. Sollte mich sehr wundern, wenn da nicht ein wenig mehr als nur der Fuß mitwackelt …

Test: Esoteric SA-10 und AI-10 | CD-Player

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Über den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: SME Model 15 Tonarm: SME 309 Tonabnehmer: MC: Denon DL-103R, Dynavector DV-20X2 H, Transrotor Figaro; MM: Shelter 201 Sonstiges: Flux-HiFi (Nadelreiniger), VPI HW-16.5 (Plattenwaschmaschine)

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Luxman DA-06 CD-Player: NAD C546BEE SE Musikserver: Audiodata MusikServer MSII, Readynas Duo NAS-Server Streamer: Auralic Aries Computer/Mediaplayer: HP Notebook mit JRiver Sonstiges: iFi iPurifier II (USB-Filter)

Vollverstärker: Denon PMA-2010AE

Vorstufen: Hochpegel: Octave HP300 MK II Phonoverstärker: BMC Audio MCCI, Octave HP300-Phonoboard

Endstufen: Musical Fidelity M8 700m (Monos)

Lautsprecher: Blumenhofer Acoustics Genuin FS 1 Mk2

Kopfhörer: Beyerdynamic DT-990, Sony MDR-1000X

All-In-One: Ruark Audio R4

Kabel: Lautsprecherkabel: fis Audio Studioline, Ascendo Tri-Wire-Kabelsatz, Dynamikks Speakerlink, Ecosse ES 2.3, Zu Audio Libtec NF-Kabel: fis Audio Premiumline Lifetime, Ecosse, Vovox und andere Digitalkabel: Audioquest Cinnamon (Toslink), Boaacoustic Silver Digital Xeno (USB), Wireworld Series 7 Starlight Gold (Koax-S/PDIF) Netzkabel: fis Audio Studioline Netzleiste: fis Audio Black Magic

Rack: Creaktiv Trend 3

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 30 m² Höhe: 3,4 m

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McIntosh MA7200 AC