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CD-Spieler Atoll CD 80 – Testbericht – fairaudio

Inhaltsverzeichnis

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Unnötiger Hüftspeck?

Dass es die Brüder Stéphane & Emmanuel Dubreuil – die Gründer des Mitte der 90er Jahre ins Leben gerufenen Unternehmens – mit dem Versions-Fortschritt offensichtlich ein wenig ernster angehen lassen, lässt sich leicht fühlen: Im Vergleich zu der von uns bereits getesteten MK1-Version muss man bei der aktuellen, fünfeinhalb Kilogramm wiegenden Ausführung zwar alles andere als einen Wirbelsäulenschaden befürchten – ein bisschen „mehr Pfund“ auf der Hand merkt man aber sofort.

Na ja – innen atoll cd 80ein Säckchen Kieselsteine war im Inneren des Atoll CD 80 MK3 freilich nicht auszumachen – dafür aber ein weiterer Trafo. Die Mark3-Version verfügt nämlich über zwei getrennte Stromversorgungen: Eine ist dem Laufwerk zugeordnet, die andere dient der Ausgangsstufe. Dadurch werden klangschädliche Interdependenzen minimiert – das Laufwerk kann bedarfsweise auch mal stärker am Strom nuckeln, ohne dass die Ausgangstufe Einschränkung erfährt, wenn sie für ihren Teil im gleichen Moment ebenfalls größere Arbeit zu bewerkstelligen hat.

Weniger fürs Gewicht, denn ausschließlich klanglichen Aspekten verantwortlich, ist das komplett neue Laufwerk. Atoll verbaut nunmehr ein Philips VAM 1202-Laufwerk – wohlgemerkt ein reines CD-Laufwerk. Die Franzosen vertrauen in diesem Fall dem Spezialistentum in punkto Jitterarmut besonders und verzichten deswegen bewusst auf den Einbau eines sonst eher üblichen DVD-Laufwerkes.

atoll cd 80 mk3 innenansicht

Zudem will man Resonanz– und Mikrofonieeffekten verstärkt zuleibe rücken: Hierbei soll eine Einplatinenkonstruktion deutliche Vorteile gegenüber der ehemals auf mehrere Platinen verteilten Elektronik bringen.

Während auch wandlerseitig eine Wachablösung stattgefunden hat (die MK3-Version verfügt über neue Burr-Brown-Wandler), ist die Class-A-Ausgangsstufe nach wie vor diskret aufgebaut – allerdings mit verfeinerten Bauteilen, wie Herr Urban vom deutschen Vertrieb uns wissen ließ

Äußerlich setzt Atoll dagegen eindeutig auf Nachhaltigkeit. Während rückseitig lediglich die Anordnung von Digitalbuchse und analogen Cinchanschlüssen verändert wurde, fallen vorderseitig alleine die geänderten Symbole im Bedienfeld sowie ein besser lesbares Display auf.

atoll cd80 mk3 display

Mit den geänderten Symbolen geht allerdings auch ein anderer Bedienkomfort einher. „Spulen“ kann man mit dem am Gerät befindlichen Knöpfen nun nicht mehr – nur noch „Skippen“. Per Fernbedienung ist Ersteres zwar weiterhin möglich, gerät in praxi aber ein wenig – sagen wir mal – eigenwillig: Per Knopfdruck spult`s erst ein wenig lahm um dann – nach Zünden des Turbos – im Sauseschritt ganze Zeit-Blöcke willkürlicher Größenordnung sprungartig und stakkatohaft zu nehmen.

atoll cd80 mk3

Freilich wäre dieser Umstand natürlich nebensächlich, wenn es dem Philips Laufwerk dafür gelingen würde, klanglich umso mehr Akkuratesse in die Waagschale zu werfen …

Soundcheck

Um Missverständnissen vorzubeugen: Der Atoll CD 80 MK1 ist beileibe kein durch und durch bemitleidenswerter Zeitgenosse, was die klangliche Performance angeht. Kollege Ralph attestierte in seinem Hörbericht aber eine bisweilen aufflammende leicht unsortiert-hektische und helle Darstellung, die die ansonsten schnelle und offene Spielweise des Franzosen ein wenig trübt. Ich hatte übrigens den Atoll CD 80 MK1 damals ebenfalls intensiver angehört – und konnte Ralphs Meinung uneingeschränkt teilen.

Neugierig wurden wir, als uns zugetragen wurde, dass sich im Zuge der Entwicklung zur MK3-Version klanglich signifikant mehr als nur`n bisserl verändert haben soll ..

Test: Atoll CD 80 MK3 | CD-Player

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