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Test-Fazit: astin trew at3500 – Testbericht fairaudio

Inhaltsverzeichnis

  1. 3 Test-Fazit: astin trew at3500 - Testbericht fairaudio

Praxis: Hören …

astin trew at3500

Auch wenn sich der praktische Umgang mit dem Astin Trew At3500 generell leichter erweist, als die theoretischen Betrachtungen: Auspacken und gleich „in die Vollen gehen“ ist nicht – Astin Trew empfiehlt jedenfalls 100 Stunden Einspielzeit.

Unser Testmodell hatte solch Vorgeplänkel allerdings bereits weitgehend hinter sich gebracht, so dass ich ohne groß Aufhebens zur Einstimmung gleich mal mit dem Upsamplingknopf des At3500 spielte.

Wie ein völlig ausgewechselter Player klingt`s nun wirklich nicht, wenn man drauf drückt – der Knopf ist eher was für Freunde von subtilen Unterschieden. Mit 96kHz / 24 Bit gehört, empfand ich bei einigen Aufnahmen Stimmen, Geigen und Becken bisweilen ein wenig konturierter sowie punktgenauer – und vielleicht mit weniger silbrigem Belag versehen. Letztendlich geht`s um Nuancen – dass der At3500 dadurch über verschiedenste Aufnahmen hinweg signifikant besser oder schlechter spielt, vermag ich nicht zu behaupten.

astin trew at3500

Zu deutlich klareren Schlüssen kommt man, wenn es um das Grundnaturell des Astin Trew At3500 geht. Wer jetzt Klischees bedienen möchte und weichgespülten sowie in den höheren Frequenzgefilden abgerundeten Röhrensound vermutet – der liegt daneben:

Tuxedomoons aktuelles Album Vapour Trails zieht mich leider nicht mehr ganz so in den Bann, wie das ältere Alben dieser Formation vermögen. Nun gut, die vier ursprünglich aus San Francisco stammenden Herren favorisieren mittlerweile einfach ein bisschen gesetztere Songs – die sich aber immer noch gut hören lassen.

Der Song Big Olive beinhaltet eine sehr prägnant eingespielte Hi-Hat, deren Spiel Unstimmigkeiten in den höheren Lagen schnell entlarven kann. Ja, der Hochton des At3500 – und das fällt nicht nur bei diesem Stück auf – gerät grundsätzlich straight und ehrlich: Trocken, punktgenau, deutlich und offen ist die Hi-Hat auf Big Olive wahrnehmbar – und dass ohne harsch, anstrengend oder gar artifiziell-silbrig zu klingen.

Deutlich gerät zudem auch der Mittenbereich. Die eher im Hintergrund des Stückes gehaltenen und dabei von Peter Principle etwastuxedomoon nervös gespielten Gitarrenriffs klingen griffig und prägnant – ja, so mag ich`s. Aber auch die markante Stimme Blaine L. Reinigers, der sich in dem Stück ein wenig an der griechischen Sprache versucht, klingt nicht nur im involvierenden Maße prägnat, sondern zudem angenehm sonor und farbig. Das Gleiche gilt für die von Luc van Lieshout gespielte und sich fast schwebend in das Stück einbringende Trompete. Sämtliches Geschehen ruht dabei auf einem kräftigen Tieftonfundament.

Ja, durchzugstark, anspringend und lebendig präsentiert sich der At3500. Dafür sorgt auch die sich nach vorne öffnende Bühnendarstellung. Schüchterne Zurückhaltung und Weichspülerei sind die Sache des Engländers jedenfalls wahrlich nicht.

Solche Eigenschaften wären auch beim nächsten Song nicht unbedingt von Nutzen. Dennoch beginnt das für mich mit dem Begriff „Space-Blues“ noch am ehesten zu kategorisierende Stück The Killing Ground von Recoil erst mal sehr ruhig und atmosphärisch:

Obwohl eingangs gar nur von spärlichem Gesang, sparsam eingestreuter Gitarre und einem recoil subhumandezenten Synthesizer getragen, erreicht der daraus resultierende – eigentlich „leere“ – Raum eine beindruckende Dichte und Weite. Nun, beim At3500 weicht diese leere Weitläufigkeit im Song ein wenig der Präsenz der einzelnen Klangereignisse. Ja, die Stimme und Gitarre klingen beinahe etwas größer – so, als hätte man sie etwas näher zum Hörer gerückt. Ein Grund dafür ist sicherlich, dass diese räumlich nicht ganz so exakt definiert und abgegrenzt dargeboten werden, wie ich das sonst so kenne. O.k., wahrlich feine Nuancen – aber dennoch …

Rhythmisch dicht und zupackend wird`s dann im weiteren Verlauf des Songs – das Lied bekommt förmlich einen Bruch. Und standesgemäß zupackend-rhythmisch gibt sich der Engländer. Zudem löst er gut auf: Verschluckt wird beim At3500 im dichten Soundgewitter jedenfalls nichts – dies betrifft auch den Bass.

Ja, so emotional, spielfreudig und kernig vermögen wenige Player diesen Teil des Stückes wiederzugeben – feine Sache, das. Zu einem Musterknaben an Lokalisationsschärfe mutiert der Engländer aber auch hier nicht – ein Deut mehr Freiraum um einzelne Geschehnisse bzw. ein bisschen mehr Abstand zwischen den Musikakteuren dürfte nach meinem Dafürhalten ebenfalls nicht schaden.

Präzision beweist der At3500 beim Track Get it one von Terranova (Album: Peace is tough). Das Stück besteht im Grunde genommen aus nichts anderem, als aus puren Beats:

Vorbildlich satt sowie rhythmisch punktgenau – keinesfalls terranovaaufgedickt – „kickt“ die Bassdrum einem in die Magengrube. Der Engländer scheint vom Grundnaturell her über eine hinreichend gute „Schnelligkeit“ (Attack) zu verfügen. Zackig aufkeimende Klangereignisse bringen ihn jedenfalls kaum in die Bredouille – auch in den Höhen und Mitten nicht. Dass er dennoch nicht zur Härte neigt, sondern grundsätzlich sogar reich an Farbe und Wärme ist, verdankt er der Fähigkeit, Tönen in gebührlicher Weise Sustain zu verleihen:

Einzelne Drumschläge beispielsweise werden vom At3500 nach ihrer Entstehung nicht gleichsam postwendend wie körperlos zum Absturz gebracht, sondern über ein richtiges Maß an Zeit am Leben gehalten.

Fazit

Da gerade das Stichwort „Leben“ fiel: Lebendigkeit, Spielfreude und zupackendes Temperament sind als Eigenschaften ohne Zweifel zu nennen, will man die klanglichen Grundwerte, auf denen das Konzept des Astin Trew At3500 fußt, kurz und knapp zusammenfassen. Dabei ist der Engländer zusätzlich auch noch ein guter „Auflöser“. Es gibt sicherlich viele Hörer, die diese Kombination spannend finden. Wenn beim Probehören, je nach persönlichem Gusto, auch noch die etwas „eigen“ geratene Bühnendarstellung ihren Segen findet – dann wird man mit dem Astin Trew At3500 sicherlich auch zu Hause seine nachhaltige Freude haben …


Der Astin Trew At3500 zeichnet sich aus durch …

  • ein eher anspringendes, denn zurückhaltendes Klangbild.
  • ein involvierendes Rhythmusverhalten.
  • eine farbige und griffige Darstellung der Mitten.
  • ein gutes Auflösungsvermögen – und dies, ohne in irgendeiner Art nüchtern oder gar unterkühlt zu wirken.
  • einen präzisen Hochton und ein sauberes und kräftiges Bassfundament.
  • eine sich nach vorne öffnende Bühne, der es in sich allerdings ein wenig an klar definierter Sortierung und Breite fehlt.
  • durch ein dichtes Klangbild, was auch aus dem etwas geringen Maß an „Luft“ um einzelne Instrumente bzw. deren Abstand zueinander herrührt.

Test: Astintrew At3500 | CD-Player

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Über den Autor

Equipment

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Linnenberg Telemann, Electrocompaniet ECD 2 CD-Player: Fonel Simplicité Streamer: SOtM sMS-200 ultra & SOtM sPS-500, Auralic Aries Computer/Mediaplayer: Laptop mit JRiver MC

Vollverstärker: Abacus Ampino

Vorstufen: Hochpegel: MTX-MONITOR.V3b-4.2.1 (Upgrade von V3b), Funk LAP-2.V3 (Upgrade von Lap-2.V2)

Endstufen: Bryston 7B³

Lautsprecher: Sehring 903, Quadral Megan VIII

Kopfhörer: Audeze LCD-2, AKG K812, AKG K712 Pro, RHA T20, Soundmagic E80, Shure SRH 1840, AAW Q

Kopfhörerverstärker: NuPrime DAC-10H, Reußenzehn Harmonie III

Mobiles HiFi: Onkyo DP-X1, iBasso DX-80

Kabel: Lautsprecherkabel: HMS Armonia, WSS Platin Line LS4, Real Cable BW OFC 400, HMS Fortissimo NF-Kabel: Straight Wire Virtuoso Digitalkabel: USB-Kabel: BMC Pure USB1, AudioQuest Carbon, Boaacoustic Silver Digital Xeno Netzkabel: Furutech FP-S022N: konfektioniert mit FI-E 50 NCF & FI 50 NCF, Tellurium Q Black, Quantum-Powerchords, Swisscables Reference Netzleiste: HMS Energia MkII

Rack: Lovan Classic II

Zubehör: Stromfilter: HMS Energia MkII Sonstiges: AudioQuest Jitterbug

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 29 m² Höhe: 3,3 m

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