Leser von fairaudio kennen die High-End-Produkte der Marke Cayin (https://cayin.com/) wahrscheinlich. Die Röhrenspezialisten aus Guangdong in China haben zuletzt eine Fülle neuer Produkte auf den Markt gebracht. Dazu gehört auch der mobile Hi-Res-Player Cayin N6iii (1.698 Euro). Durch die vom Vorgängermodell N6ii bekannten, austauschbaren DAC/Verstärker-Module soll er sich jedem noch so leistungshungrigen Kopfhörer ohne Kompromisse annehmen können. Doch der Cayin N6iii hat noch einiges mehr zu bieten.
Lieferumfang, Optik und Haptik
Der Cayin N6iii kommt mit einem USB-C-Daten- und Ladekabel, einer Kurzinformation sowie einem edlen Slip-In-Gehäuse aus Leder und gebürstetem Aluminium. Auf weiteres Zubehör, wie beispielsweise ein Ladegerät, verzichtet der Hersteller – der Player lässt sich nämlich mit jedem handelsüblichen USB-Ladegerät aufladen und verfügt glücklicherweise auch über eine Schnellladefunktion.

Ein besonderer Player: Der Cayin N6iii lässt sich mit unterschiedlichen DAC-Modulen bestücken. Dank des Quick-Release-Mechanismus geht das schnell und ohne Werkzeug. Für ein solches Konzept ist er zudem ziemlich kompakt
Der neue mobile Player von Cayin ist größtenteils aus CNC-gefrästem, schwarz eloxiertem Aluminium gefertigt. In die Rückseite des DAPs (Digital Audio Player) ist ein Glasinlay eingelassen. Auch bei der Einpassung der Audio-Module sucht man Abweichungen bei den Spaltmaßen vergeblich – die Verarbeitungsqualität ist durch die Bank auf einem exzellenten Niveau.
Cayin hat sich gegen den Trend zu übergroßen Playern entschieden und versucht, mit dem N6iii bei einem möglichst handlichen Format zu bleiben. Die 350 Gramm und 23 Millimeter Stärke spüre ich im Vergleich zu meinem Sony Xperia 10 VI Smartphone (164 Gramm und 8,3 Millimeter) allerdings doch deutlich. Auch gegenüber anderen DAPs im oberen Preisbereich wie dem Astell & Kern SE200 (1.929 Euro) wirkt er zumindest etwas klobiger. Die Proportionen sind beim N6iii aber überwiegend dem Akku und der modularen Bauweise zuzuschreiben, nicht allein dem Display.

Der Cayin N6iii besitzt neben seinem Touchscreen auch noch einige physische Tasten für die wichtigsten Funktionen
Apropos: Der Cayin N6iii besitzt neben dem Touchscreen noch einige physische Tasten für die wichtigsten Audiofunktionen. Neben dem Ein- und Ausschalter auf der linken Seite befinden sich rechts der Volumeregler sowie Knöpfe für Play/Pause und zum Vor- und Zurückspringen der Tracks. Der Lautstärkesteller erinnert vom Design her an den Handaufzug einer Uhr und auch ein wenig an das Einstellrad einiger DAPs anderer Hersteller.
Vielfältiges Kraftpaket
Technisch übertrifft der Cayin N6iii in allen Belangen seinen direkten Vorgänger. Das fünf Zoll große LCD-Display ist mit einer Full-HD-Auflösung mehr als genügend scharf um auch kleinere Schriftarten und Albumtitel detailliert abzubilden. Videos werden ebenfalls knackig und farbenfroh dargestellt. Mit dem Snapdragon-665-Prozessor und 6 GB RAM besitzt der Cayin N6iii zudem potentere Hardware als Cayins erster modularer Player. Und ja, die Benutzeroberfläche ließ sich im Testzeitraum ohne Ruckler bedienen. Der interne Speicher des neuen High-End-DAPs umfasst 128 GB. Wem das zu wenig ist, der kann die Kapazität mittels microSD-Karten um bis zu 2 TB erweitern.
Für die drahtlose Konnektivität wurde im N6iii ein WLAN-Modul nach dem IEEE-802.11-a/b/g/n-Standard integriert. Aufgrund der Android-Plattform ist Streaming über verschiedene Apps aus dem Google Play Store, wie Amazon Music, Qobuz oder Tidal, möglich. Ebenfalls mit an Bord ist Bluetooth 5.0, der Cayin erlaubt hier eine Verbindung in Empfangs- wie Senderichtung. Neben den üblichen Standards wie SBC und AAC werden auch Codecs mit höherer Bitrate wie LDAC und UAT unterstützt. Beim N6iii sicher ein Nice-To-Have-Feature, durch den Fokus auf die hochwertigen analogen Audioschaltungen der Module spielt die rein digitale Wiedergabe in diesem Bericht aber keine große Rolle.

Über die USB-C-Buchse (rechts) lässt sich der Cayin N6iii mit Musik bestücken und der Akku aufladen. Der SD-Kartenslot (links) empfängt microSD-Karten mit bis zu 2 TB Speicherkapazität
Eingangsseitig verlässt sich der High-Res-Player auf eine einzelne USB-C-Buchse, die digitale Signale vom Computer oder einem anderen Quellgerät annehmen kann. Zusätzlich kann über die USB-C-Datenleitung Musik digital an andere Geräte mit entsprechendem Eingang (USB-OTG, USB Digital Audio) geschickt werden – und sie dient auch zum Aufladen des Akkus.
Auswechselbare Module
Art und Anzahl der analogen Ausgänge sind abhängig vom jeweils verwendeten Motherboard. Die modulare Bauweise für die DAC- und Verstärker-Schaltung hat der Cayin N6iii von seinem Vorgänger übernommen. Dass Cayin hier keine Pionierarbeit leistet, sondern neben dem N6ii aus gleichem Hause bereits von anderen Herstellern wie FiiO oder iBasso lernen konnte, ist kein Geheimnis.
Anders als beim N6ii und bei der Konkurrenz, können die Module nun aber mittels Quick-Release-Mechanismus ohne Werkzeug ausgetauscht werden. Das funktioniert sogar im laufenden Betrieb. Zum Zeitpunkt des Tests standen zwei Audio-Motherboards zur Verfügung, wobei beim Kauf des Players mindestens eines der beiden gewählt werden muss: Das C201-Modul mit DACs von Cirrus Logic und/oder das E203 mit einem 8-Kanal-DAC aus dem Hause ESS Technologies. Beide Module sind einzeln für jeweils 398 Euro erhältlich. Mit dem R202-Modul (589 Euro) ist jüngst noch eine dritte Option hinzugekommen, die gleich zwei D/A-Wandler an Bord hat: einen R2R-DAC und einen 1-Bit-DAC. Dieses Modul ist nicht Gegenstand des Tests.
Das DAC/Verstärker-Modul C201
Im C201-Modul wurden gleich acht CS43198-DACs verbaut. Jeweils vier davon sind parallel zu einem Stereokanal zusammengeschaltet und mit einer separaten Spannungsversorgung versehen. Für die Lautstärkeregelung am C201-Motherboard hat Cayin hochpräzise passive ICs der Firma Nisshinbo integriert, mit denen sich die Lautstärke in 0,5-dB-Schritten anpassen lässt. Um die Verstärkung kümmern sich insgesamt vier Operationsverstärker des Typs OPA1622 von Texas Instruments, von denen jeweils zwei für einen Kanal zusammenarbeiten.
Drei analoge Ausgänge bietet das Modul: Einen geregelten 3,5-Millimeter-Kopfhörerausgang, einen ungeregelten 3,5-Millimeter-Line-Ausgang und eine symmetrische 4,4-Millimeter-Pentaconn-Buchse, bei der sich zwischen geregelt und ungeregelt wählen lässt. Der N6iii kann mit der C201-Audiokarte also auch als reiner Digital-Analog-Wandler herhalten und vom PC die Signale via Line-Out an einen externen Verstärker weiterleiten. Die Leistung am symmetrischen Ausgang von bis zu 700 Milliwatt sollte für nahezu alle großen Kopfhörer ausreichend sein.
Das DAC/Verstärker-Modul E203
Das zweite Audio-Motherboard für den Cayin N6iii hört auf den Namen E203. Auf ihm sitzt mit dem ES9039SPRO der aktuelle High-End-Chip des ebenfalls amerikanischen Wandler-Spezialisten ESS Technologies.
Ab dem DAC-Chip geht es im gesamten Modul bis zu den Ausgängen – zumindest gilt das für den Pentaconn-Ausgang – mit komplett symmetrischen Signalwegen weiter. Beginnend mit der achtkanaligen Strom-zu-Spannungswandlung über die Filterung und Bündelung der Kanäle mittels Tiefpass-Filter und eines Buffer-Treibers bis hin zur hybriden Verstärkung – man setzt hier auf eine Kombination von Operationsverstärkern und Einzeltransistoren. Laut Cayin soll die Stromverstärkung über die separaten, handselektierten Transistoren ein gezieltes Feintuning des Klanges ermöglicht haben.

Das DAC/Verstärker-Modul E203 kommt mit unsymmetrischem 3,5-Millimeter-Ausgang und symmetrischer 4,4-Millimeter-Buchse
Ein weiteres Novum dieses Audioboards stellen die umschaltbaren Verstärkungsmodi dar. Es kann zwischen Class-A-Verstärkung, Class-AB-Verstärkung und einem sogenannten Hyper-Modus gewählt werden. Im diesem operiert der Verstärkungsteil des E203-Moduls grundsätzlich im Class-A-Modus, einige Parameter der Schaltung wurden dabei aber auf maximale Audio-Performance optimiert, ohne Rücksicht auf Laufzeiteinbußen oder Wärmeentwicklung. Übrigens: Sowohl im Hyper- als auch im Class-A-Betrieb wird der Cayin N6iii durch die höhere Verlustleistung recht warm. Die mitgelieferte Hülle mit der geriffelten Alu-Rückseite dient hier also nicht nur als Schutz vor mechanischen Einflüssen, sondern kann im stromhungrigen Hyper-Modus auch als Kühlkörper herhalten. In diesem und in Class-A macht sich die im Vergleich zum AB-Modus oder dem C201-Modul (bis zu 16 Stunden) deutlich kürzere Akkulaufzeit bemerkbar. Die 6,5 Stunden durchgehende Musikwiedergabe, die der Hersteller im leistungshungrigsten Modus verspricht, werden knapp eingehalten.

Die im Lieferumfang enthaltende Hülle mit Alu-Rückseite dient nicht allein zum Schutz – sondern bei den stromhungrigen Modi des E203-Moduls auch als eine Art Kühlkörper
Das Audio-Motherboard E203 setzt auf zwei regelbare Kopfhörerausgänge – eine unsymmetrische 3,5-Millimeter-Ausführung und eine symmetrische 4,4-Millimeter-Buchse. Auf ungeregelte Line-Outs, wie sie das C201-Modul besitzt, wurde bewusst verzichtet. Am symmetrischen Ausgang kitzelt das E203-Modul mit 900 Milliwatt nochmals 200 Milliwatt mehr heraus als das C201-Board und ist somit auch für brachiale Pegel zu haben.
Software
Der Cayin N6iii setzt softwareseitig auf ein modifiziertes Android-12-System. Hier wurde eine Kooperation mit dem chinesischen Audio-Spezialisten Hiby eingegangen, um die Audio-Performance des Systems zu optimieren. Neben speziellen Einstellungen für den N6iii, die je nach Modul etwas variieren, besitzt der neue Cayin alle Vorteile der Android-Plattform, und dank der Integration des Google Play Store kann nahezu jede bekannte App auf den Player installiert werden. So kann der Cayin auch mit den meisten bekannten Musik-Apps umgehen. Ein weiteres Highlight des Players stellt der parametrische 10-Band-Equalizer dar, der über die Audio-Settings des DAPs erreichbar ist.
Cayin-Music-App
Die hauseigene Music-App ist stark an die von Hiby angelehnt. Die Cayin-App kann eine große Musikbibliothek nach verschiedenen Kriterien (Titel, Ordnername, Album, Künstler, Genre, und Album Artist) ordnen. Die Option für den direkten Zugriff auf diverse Cloud-Dienste wie OneDrive, Baiducloud, Jellyfin, WebDAV etc. sowie die Einbindung ans Heimnetzwerk mittels DLNA-Standard wurde bei der Cayin Music App im Gegensatz zur Hiby-App weggelassen. Da beide Apps vorinstalliert sind, kann der N6iii aber nichtsdestotrotz als drahtloser, mobiler Netzwerkstreamer herhalten.
Cayin N6iii: Hörtest und Vergleiche
Bevor wir uns weiter in den unzähligen Features des Cayin N6iii verlieren, möchte ich lieber zur Klangqualität des kleinen Rackers kommen. Die ist nämlich sowohl mit dem C201- als auch mit dem E203-Modul auf einem Spitzenniveau. Doch es lassen sich je nach Modul interessante Klangunterschiede ausmachen.
Feinste Hochtongefilde
Im Hochtonbereich blüht der Cayin N6iii mit dem C201-Motherboard insbesondere bei klassischen Jazz-Formationen und anderen akustischen Interpretationen regelrecht auf. Sowohl die Hi-Hats als auch die Obertöne des Klaviers und des Kontrabasses werden mit exzellenter Detailfülle dargestellt. Dabei ist der Cayin N6iii mit den Cirrus-Logic-DACs auch in puncto Langzeittauglichkeit gut aufgestellt. Die oberste Oktave erfährt mit dem C201 beim Pegel zwar einen leichten Abfall im Vergleich zum Sabre-Modul – und minimal auch zur „gefühlten Neutrallinie“ –, die Details leiden darunter aber keineswegs. Die elektronische Triangel bei „Helicopter“ von Oh Land wird fein aufgelöst präsentiert, ohne in den Ohren zu schmerzen, und Obertöne von Saiteninstrumenten, wie beispielsweise die Akustikgitarre in Andy Mckees „Rylynn“ vom Album Art of Motion, werden vom C201-Modul etwas besser in die Gesamtpräsentation integriert als vom E203-Board.
Auflösung und Feindynamik
Das Cirrus-Logic-Modul kann auch bei leisen Passagen mit einer guten Durchhörbarkeit punkten, das Modul mit dem Sabre-DAC (E203) schafft dies allerdings noch etwas besser – nicht zuletzt durch den leichten Pegelvorteil im Superhochton, es zeichnet die Höhen minimal kräftiger als ich es gewohnt bin. Schlagzeugpassagen wie bei der Live-Interpretation von „Sounds in my Garden“ des Trio Elf werden mit dem E203 ein wenig schärfer umrissen.
Unterschiede zwischen den beiden Modulen gibt es auch bei der Transientendarstellung. Durch die schnellere Impulsantwort des Sabre-Boards wird die Musik knackiger und etwas dynamischer ans Ohr transportiert als es das leicht sanfter zu Werke gehende C201 vermag. Das soll aber nicht bedeuten, dass der N6iii mit dem Cirrus-Logic-Modul gegenüber anderen Komponenten (oder Herstellern) ins Hintertreffen gerät. Ein Vergleich mit meiner Desktop-Kombination aus SMSL DO200 DAC (450 Euro) und Burson Soloist SL MK2 (700 Euro) zeigt, dass der Cayin-Player die Nase hier immer noch vorne hat. Übrigens klappt das Leisehören auch sehr gut mit hochempfindlichen In-Ears wie einem Audiofly AF160 (300 Euro), es sind keine Kanalungleichheiten festzustellen.
Gegenüber einem Astell&Kern SE200 zeigt der mit dem E203-Modul bestückte Cayin ebenfalls eine etwas direktere und detailliertere Spielweise. Auch das Ausklingverhalten des N6iii kann als vorbildlich angesehen werden. Mit keinem der Module werden auf der Aufnahme vorhandene Signale unterschlagen, Klaviersaiten und Hi-Hat-Anschläge können bis zum vollständigen Abklingen wahrgenommen werden. Der Übergang vom Brillanz- zum Präsenzbereich gelingt dem Cayin N6iii mit dem Cirrus-Logic-Modul allerdings etwas geschmeidiger.
Centrum Naturel?
Überhaupt ist Cayin mit dem C201-Modul eine sehr gute Abstimmung im Mittenbereich gelungen: Stimmen und Instrumente werden natürlich und gleichzeitig mit hoher Detailauflösung gezeichnet. Ganz besonders gefällt mir das Timbre bei Akustikgitarren, wie es zum Beispiel bei „No Alibis” (Album: Radio Hill) des österreichischen Fingerstyle-Gitarreros Thomas Leeb gehört werden kann. Der wohldosierte, etwas kräftigere Grundton tut den Saiten der Westerngitarre ebenso gut wie der klar heraushörbare Präsenzbereich. In Verbindung mit dem Sennheiser HD800S schafft der Cayin N6iii in C201-Konfiguration das, was die größere Desktop-Kette aus SMSL und Burson leider nicht immer vermag: mir ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, während ich mich zurückgelehnt vollständig der Musik des Künstlers hingebe.
Mit dem E203-Modul fokussiert der Cayin beim Saitenanschlag dagegen etwas mehr auf Mikrodetails und weniger aufs „große Ganze“ des musikalischen Geschehen. Das kann sehr gut zu etwas wärmer und weniger hochtonlastig aufspielenden Kopfhörern wie einem Philips Fidelio X1 (300 Euro) oder dem Audeze LCD 2 (1.000 Euro) passen – die rundere Performance bei Akustikstücken liefert aber das C201-Board. Hier spielt dessen Grundtoncharakter hinein, der im Vergleich zum E203-Modul etwas kräftiger ausfällt und den Instrumenten einen natürlichen, größeren Körper verleiht.
Diese Performance in den unteren Mitten kommt auch rockig aufspielender Musik zugute. Die verzerrten E-Gitarren-Riffs bei Boxcar Racers „Tiny Voices“ wirken präsent und packend, ohne das Schlagzeug oder die Stimmen zu überdecken. Im Vergleich zu einem Lotoo Paw Gold Touch (3.350 Euro) mit AKM-Chip fehlt ihm zwar das letzte Quäntchen an Direktheit und Dynamik, trotzdem muss der Cayin einen Vergleich mit dem nahezu doppelt so teuren Edel-DAP keineswegs scheuen.
Mit dem E203-Modul inklusive zugeschaltetem Hyper-Modus gewinnt der neueste DAP aus dem Hause Cayin deutlich an Schmackes. Das merkt man, sobald man die Lautstärke am N6iii ein bisschen weiter aufdreht. Der Player glänzt mit der Abwesenheit von Verzerrungen und bietet so reichlich Headroom zum Lauthören. Selbst mit leistungshungrigen Kopfhörer wie dem AKG K701 (300 Euro) oder dem Beyerdynamic DT880 600 Ohm (200 Euro) ist der Maximalpegel im Hyper-Modus nicht zu erreichen, ohne sich das Trommelfell aus den Ohren zu katapultieren.
Bühnendarstellung
Das räumliche Darstellungsvermögen ist ein weiterer Punkt, bei dem sich die beiden DAC/Verstärker-Module des Cayin N6iii unterscheiden. Beim ersten Akt von Tchaikovskys Schwanensee wird deutlich, dass das Sabre-Modell gegenüber dem Cirrus-Logic-Board in Sachen Bühnengröße und bei der Instrumentenseparation die Nase vorne hat. Vor allem die Ortbarkeit der Instrumente wird mit dem E203 durch den deutlicheren Hochton und die insgesamt analytischere Spielweise erleichtert.
Mit dem C201-Modul liegt Fokus mehr auf den musikalischen Fluss, die Bühne wirkt ein wenig kompakter, die Tiefenstaffelung etwas weniger exakt, insgesamt tönt das Orchester aber dennoch in einer realistischen Größe. „Räumlichkeitsfaulies“ wie der SennheiserxMassdrop HD6xx (300 Euro) paart man aber doch lieber mit dem E203-Board. Im Vergleich zu anderen Playern wie dem Astell&Kern SE200 spielt der N6iii allerdings auch mit dem C201-Modul auf Augenhöhe.
Bass: Die Qual der Wahl
Kommt man zum Bassbereich, wird einmal mehr klar, dass der N6iii mit den Modulen unterschiedliche Klangcharakteristiken anstrebt. Dem Cayin N6iii kann mit dem E203 ein voluminöserer Bassbereich mit mehr Impact und tieferreichendem Frequenzgang attestiert werden, das C201-Board verhält sich dagegen etwas dezenter.
Der Übergang von den unteren Mitten zum Bassbereich gerät mit dem C201-Modul allerdings etwas fließender, mit dem E203 kontraststärker. Der minimal kräftigere Grundton des Cirrus-Logic-Moduls lässt den Bass dabei genauso unberührt wie der des Sabre-DAC. Im Oberbass bieten beide Module eine ähnliche Performance und halten sich pegelseitig die Waage.
Ab dem Kickbass hört man dann, dass das E203-Modul quantitativ wie qualitativ mehr bietet als das C201-Pendant. Der Cayin kickt mit dem E203 vor allem bei Electronica, Elektropop oder Drum’n’Bass einfach mehr als mit dem C201-Modul. Das erhöht natürlich den Spaßfaktor! Zumal der Bass nicht nur etwas kräftiger, sondern auch „schneller“ daherkommt. Die Performance erinnert mich schon fast an die Top-DAPs A&K SE200 und Lotoo Paw Gold Touch. Zusammen mit dem vorbildlichen Ausklingverhalten stellt das die grobdynamischen Eigenschaften des Cayin N6iii auf eine Ebene mit den konkurrierenden DAPs von Astell&Kern und Lotoo.
Tiefbass können beide Module, keine Frage. Das E203 hält den Pegel hier aber länger auf einem Niveau mit dem restlichen Bassbereich als das etwas früher leiser werdende Cirrus-Logic-Modul.
Test: Cayin N6iii | Mobiler Player (DAP)









