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Test-Fazit: Canton Vento 21

Die Canton Vento 21 von vorne und hinten
Die Canton Vento 21 und ein offenbar zufriedener Hörer

Klar könnte Canton schmeicheln, dazu jagt man heute einfach ein neues Software-Profil durch die Materialliste der Weiche. Tut Canton nicht – das hört man allein daran, dass die Vento 21 bei Puccinis Fortissimo-Rausch in der Turandot nicht weichspült, sondern die volle Attacke des Orchesters durchreicht, unbequem laut, aber ehrlich. Grobdynamisch liefert sie ohne Limiter-Gefühl, feindynamisch bleibt sie differenzierter als in der Vorgängerversion. Das könnte unerbittlich werden, war es bei der alten Vento-Serie mitunter auch – dort kippte der Hochton bei Lautstärke schon mal ins Grelle. Die Vento 21 sendet eine erweiterte Botschaft: Canton legt noch einen Scheit auf bei der Geschlossenheit zwischen den Chassis; Tiefmitteltöner und Tweeter scheinen fast zu verschmelzen.

Okay, die Gesamtabstimmung tendiert leicht zum Frischen, Luziden – wer das nicht mag, hört es sofort an den S-Lauten in Singstimmen, die zwar nie scharf werden, aber eben auch nie besonders euphonisch. Wer sich lieber warm eingehüllt fühlen möchte, sucht sich einen anderen Lautsprecher oder einen schönfärberischen Vollverstärker.

Für mich persönlich aber ist die Vento 21 ein gelungener Mix aus Analytik, Geschwindigkeit und Langzeittauglichkeit. Mit Blick auf die Formsprache könnte man Canton vorwerfen, plötzlich modisch geworden zu sein. Aber vor allem wohl geht es um eine Serie, die in fünf Jahren noch gut, stabil und zeitlos aussehen will. In diesem Sinne hat Canton die richtigen Entscheidungen getroffen: Die alten Hasen bleiben weiterhin Fans, die jungen Hasen werden mit weiteren Möhren eingefangen. Knackfrische freilich – passend zum Sound Canton Vento 21.

Der Steckbrief der Canton Vento 21:

  • Der Bass bleibt schlank und sportlich, mit solidem Tiefgang für diese Klasse. Ein Subwoofer? Würde ich lassen, drängt sich für das Einsatzgebiet nicht auf. Es gibt noch andere Vento-Familienmitglieder. Entscheidender für mich ist die Bassqualität: So schnell, trocken und konturiert, wie sich’s viele Hörer wohl geradezu wünschen.
  • Die Mitten spielen unterschwellig warm, keinesfalls üppig – Gesang bekommt Substanz, bleibt aber klar konturiert. Selbst bei mehreren gleichzeitig aktiven Stimmen bleibt die Durchhörbarkeit erhalten, dazu eine gewisse, nie aufdringliche Prägnanz und Direktheit. Ein Fortschritt gegenüber der Vorgängerserie, die hier etwas kantiger klang.
  • Der Hochton hat den bekannten Canton-Drive, tonal eher neutral-ausgewogen, nicht hell eingefärbt – die Energie entstammt eher dem schnellen Antritt, nicht der Grundfarbe. Offen und luftig, dabei sauber ohne Körnigkeit, und daher je nach vorgeschalteter Verstärkung auch für lange Hörabende tauglich.
  • In der Gesamttonalität suggeriert die Vento 21 eher etwas Frisches, mit einem leicht analytischen Grundzug – definierter Bass, druckvoller statt geschönter Hochton, dazwischen Mitten, die etwas Wärme beisteuern, ohne das Bild zu kippen. Kein Kuschellautsprecher also, aber beileibe auch keiner, der kalt oder klinisch wirkt.
  • Das Klangbild löst sich sauber von den Boxen, die Bühne drängt dabei spürbar nach vorne – bei einer von den Toningenieuren sauber gestaffelten Opernaufnahme erstaunlich informativ und nah. Ortungsschärfe und Plastizität sind überdurchschnittlich. Die Tiefenstaffelung nach hinten fällt dagegen moderater aus – mehr Fülle nach vorne Richtung Hörer als Tiefe in die Ferne.
  • Grob- und Feindynamik laufen nicht wirklich als getrennte Hör-Denk-Schubladen – wie immer ist das Canton-Timing schnell, auf Attacke aus. Für diese Preisklasse ungewöhnlich homogen.
  • Auch die Auflösung zählt zu den Highlights. Einen Studiomonitor würde ich dennoch woanders suchen, für den Regieraum ist das eine Spur zu anspringend – zu viel Temperament für coole Abhörarbeit.
  • Gibt es eine Steigerung von „pegelfest“? Pegelfester – ohne dass sich der Charakter verändert. Für Mietwohnungs-Verhältnisse reicht das locker, um sich mit den Nachbarn zu überwerfen, auch kleinere Zimmerpartys übersteht die Vento 21 souverän. Aber für Größeres fehlt schlicht die Membranfläche. Für alles über 30 Quadratmeter dingen sich eher die größeren Vento-Geschwister an.

Fakten:

  • Modell: Canton Vento 21
  • Konzept: 2-Wege-Lautsprecher mit Bassreflexsystem
  • Paarpreis: 1.600 Euro (passgenaue Ständer für 538 Euro)
  • Maße (BxHxT) und Gewicht je Lautsprecher: 19 × 36 × 30 cm, 8 kg
  • Impedanz: zwischen 4 und 8 Ohm
  • Wirkungsgrad: 84,3 dB bei 2,83V/1m
  • Farben: Hochglanz-Schwarz, Seidenmatt-Weiß
  • Garantie: 5 Jahre
  • Weitere technische Informationen auf der Website des Herstellers

Kontakt

Canton Elektronik GmbH + Co. KG
Neugasse 21-23
61276 Weilrod

Telefon: +49 (0) 6083 287 0
E-Mail: info@canton.de
Web: https://www.canton.de/


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    Über die Autorin / den Autor

    Profilbild von Andreas Guenther Andreas Guenther

    Equipment

    • Analoge Quellen:
      • Festplatte: Linn LP12, Thorens TD 160
      • Tonabnehmer: MC: Benz Micro Glider; MM: Ortofon 2M Black LVB 250 (Beethoven)
      • Sonstiges: Clearaudio Smart Matrix (Plattenwaschmaschine), Stockfisch-Phonokabel
    • Digitale Quellen:
      • CD-Player: Marantz SA7001KI (SACD-Player mit Röhrenausgangsstufe)
      • Streamer: Cambridge Audio AXN10
    • Vollverstärker:
      • Camtech „Verstärker“
    • Vorstufen:
      • Hochpegel: Copland CSA, VTL Manley TL-2.5i
      • Phonoverstärker: Audiolab 8000PPA
    • Endstufen:
      • Copland CTA, VTL Manley Stereo 50
    • Lautsprecher:
      • ELAC FS 409
    • Kopfhörer:
      • Sennheiser HD800 (Kabel: Furutech), Sony MDR SA 5000, Beyerdynamic DT990 Pro (Kabel: Mogami)
    • Kopfhörerverstärker:
      • Transrotor, Musical Fidelity M1 HPAP, RME ADI-2 DAC
    • Kabel:
      • Lautsprecherkabel: AudioQuest William Tell, Goldkabel Executive LS 440
      • NF-Kabel: Fast Audio
    • Rack:
      • Copulare
    • Zubehör:
      • NuPrime AC-4 Power Conditioner
    • Größe des Hörraumes:
      • Grundfläche: 27 qm
      • Höhe: 3 m