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Cambridge Audio CXA81 Mk2 im Test: Vollverstärker
HiFi-Test

Test: Cambridge Audio CXA81 Mk II | Vollverstärker

Abheben!

Im Test: Cambridge Audio CXA81 Mk II | Vollverstärker

UVP zum Testzeitpunkt: 1.199 Euro

Web: https://mnotion.de/

Die Marke Cambridge Audio (https://mnotion.de/) begleitet mich schon seit vielen Jahren: Einerseits „streng beruflich“ als HiFi-Redakteur, andererseits aber auch „ganz privat“, denn ich habe vor einigen Jahren nach dem Test des Streamers CXN (V2) gleich zugegriffen und die Anschaffung bis heute nicht bereut. Besonders sympathisch bei den Briten finde ich die Bodenständigkeit: Selbst die ambitioniertesten Komponenten des Unternehmens (Edge-Serie) bleiben preislich maximal vierstellig – doch auch die günstiger offerierten Verstärker und Quellgeräte haben mich bisher ob ihrer klanglichen Qualitäten erstaunt: Beim audiophilen Preis-Leistungs-Spagat zeigt Cambridge Audio so manch einem Mitbewerber gern die lange Nase.

Das Gesagte gilt insbesondere für die CX-Serie, deren erster Vollverstärker CXA80 bereits 2015 vom Band lief. 2019 legten die Briten mit dem überarbeiteten CXA81 nach – inzwischen gibt es wiederum eine neue Inkarnation, die auf den Namen CXA81 Mk II hört. Die wollen wir uns anhören! Und weil man bei Cambridge Audio offenbar die Spendierhosen anhatte, wurden ins große Testpaket gleich zwei weitere Komponenten als Beigaben gepackt: der Streamer CXN100 SE und der CD-Transport CXC. Dazu später noch etwas mehr, jetzt schauen wir uns erst einmal den Cambridge CXA81 Mk II an.

Erstinspektion

Beim Auspacken und Aufbauen musste ich grinsen: Einen vom Design (nicht von der Verarbeitung) her „schmuckloseren“ Amp habe ich lange nicht gesehen, dagegen wirken ja selbst die ebenfalls dezenten Kisten von NAD oder Hegel wie kleine Frechdachse.

Der Cambridge CXA81 Mk II von vorne
Minimalismus: Auf der Front des Vollverstärkers Cambridge CXA81 Mk II ist das Wesentliche zu finden – Inputwahl, Volumeregler, Kopfhörerbuchse -, aber sonst auch nichts

Ja, der CXA81 Mk II verweigert sich geradezu trotzig jedweder Prahlerei und stellt damit den Gegenentwurf zu den üppigen Gerätschaften dar, die man so aus dem Hause Dan d’Agostino, HiFiRose oder auch den zahlreichen Röhrenschmieden à la Unison kennt. Wer den Nachbarn oder die Chefin beim gepflegten Dinner daheim mit der fulminant-barocken Optik seines HiFi-Equipments beeindrucken will, der ist mit dem Cambridge Audio CXA81 Mk II an der falschen Stelle. Das Gerät kommt geradezu archetypisch im ordentlich verarbeiteten Vollmetallgehäuse mit HiFi-Gardemaß, einziger „Zierrat“ sind die abgerundeten Gehäusekanten, es gibt weder ein hochauflösendes Display noch VU-Meter oder Lichteffekte – nada!

Umso erfreulicher aber, dass an der Frontseite des Cambridge CXA81 Mk II (seit April dieses Jahres in Matt-Schwarz, aber natürlich auch in der Hausfarbe „Lunar Grey“ erhältlich) alles das ist, was man wirklich braucht: einen „echten“ Lautstärkesteller, acht Tastschalter zur Direktanwahl des Eingangs, einen Kopfhöreranschluss (okay, hier hätte man nun schon eine 6,3-mm- statt einer 3,5-mm-Buchse spendieren können) und einen Taster für die Umschaltung der Lautsprecher. An dieser Stelle mal ein Lob für die Direktwahlmöglichkeit der Quellen: Man begegnet als Tester immer wieder Geräten, bei denen man mühsam „links und rechts“ durch die Quellen steppen muss, das mag ich überhaupt nicht. Ich will „actio = reactio“ am Gerät! Schon mal ein Punkt auf der Habenseite für Cambridge Audio.

Eine Systemfernbedienung legt Cambridge Audio übrigens auch bei, mit ihr können sowohl die Verstärker als auch die Quellgeräte der CX-Serie bedient werden. Sehr löblich ist, dass alle drei Gerätekategorien einen eigenen, optisch klaren Bereich auf der Fernbedienung haben. Man muss also nicht erst vom Modus „Amp“ in den Modus „CD“ switchen, wie es bei Systemfernbedienungen von anderen Herstellern öfter der Fall ist.

Anschlussmöglichkeiten

Das rückseitige Anschlussfeld des Cambridge Audio CXA81 Mk II
Üppig ausgestattet: Das rückseitige Anschlussfeld des Cambridge Audio CXA81 Mk II beherbergt neben zwei Lautsprecherterminals zahlreiche Eingänge – analoge wie digitale. Zu letzteren zählt auch ein Bluetooth-Anschluss

Auf der Heckpartie des Cambridge-Amps ist – anders als vorne – ordentlich was los: Zuerst springen die doppelt ausgeführten Lautsprecherklemmen ins Auge. Wer mag, kann also zwei Paare anschließen und sie wahlweise alternierend oder gemeinsam betreiben. Ebenfalls erfreulich ist, dass einer der vier Analogeingänge doppelt ausgeführt ist, er kann symmetrisch (XLR) oder unsymmetrisch (Cinch) verkabelt werden. Außerdem gibt’s vier Digitaleingänge (2 x Toslink, S/PDIF koaxial, USB-B) und einen Bluetooth-Empfänger. Damit sind wir aber immer noch nicht fertig, denn für erweiterte Setups bietet der Cambridge CXA81 Mk II noch einen Pre-Out und einen Sub-Out. Kann man nicht meckern – außer, man ist Vinylfreund, denn ein Phonoeingang fehlt.

Blicken wir unter die Haube des Cambridge Audio CXA81 Mk II. Mittig prangt ein Ringkerntrafo, umschlossen von einem mächtigen Kühlrippengebirge. Drumherum gruppiert sich die Verstärker- und DAC-Sektion.

Die Vorstufensektion sei symmetrisch per Differenzverstärker aufgebaut, erfahre ich, die Endstufe „immerhin“ in Doppelmono, wenn auch nicht symmetrisch. Das wird ja gerne einmal verwechselt, was man aber nicht tun sollte. Beim echten symmetrischen Konzept geht es bekanntlich um die Art der Signalverarbeitung innerhalb eines einzelnen Kanals: Das Audiosignal wird spiegelbildlich über zwei separate Verstärkerzüge geführt, wobei ein Zweig phasengedreht verarbeitet wird. Am Ziel werden die Signale wieder zusammengeführt, wodurch sich eingestreute Störungen auslöschen sollen. Bei Doppelmono hingegen geht es um die möglichst klare elektrische Trennung zwischen dem linken und dem rechten Stereokanal, wo jede Stereoseite ihren eigenen, von der anderen Seite isolierten Verstärkerkreis hat – im Vollausbau mit separaten Stromversorgungen. Das soll auf eine möglichst optimale Kanaltrennung ohne Übersprechen einzahlen. Verstärkt wird hier übrigens in Class-AB – so kennt man das von den Briten. Bis auf die Schaltverstärker-Endstufe MXW70 setzt Cambridge Audio üblicherweise auf das Class-AB-Prinzip.

Blick durchs Lüftungsgitter des Gehäusedeckels des Cambridge Audio CXA81 Mk II
Durchs Lüftungsgitter des Cambridge CXA81 Mk II „schimmert“ der üppige Ringkerntrafo

Die Wandlersektion des CXA81 Mk II vertraut auf den zeitgemäßen ES9018K2M von ESS-Sabre – ein Fortschritt gegenüber dem CXA81, wo noch der „kleinere“ ES9016K2M verbaut war. In Bezug auf Auflösung und Wortbreite gibt es zwar keine Unterschiede, aber der ES9018K2M soll zumindest bei entsprechend leistungsfähiger Peripherie einen besseren Signal-Rausch-Abstand sowie einen größeren Dynamikumfang mitbringen. Und nun hören wir rein!

Cambridge CXA81 Mk II: Hörtest und Vergleiche

Gestatten Sie mir, dass ich den üblichen Duktus hier einmal verlasse und zuerst über die Dynamik dieses Verstärkers rede. Die ist nämlich phänomenal, vor allem in der Preisklasse, und zwar im ganzen PRaT-Dreieck (Pace, Rhythm, Timing). Wer wirklich erleben will, wie sich ein Klangereignis auf- und auch wieder abbaut, der ist hier an der richtigen Stelle.

Billie Eilish Hit Me Hard and SoftDazu muss man nur mal mein liebstes Album zum „Anlage-Quälen“ auflegen, nämlich Billie Eilishs „Hit me hard and soft“. Wie sich gleich zu Beginn die Hüllkurven der schweren Synthie-Akkorde in „Bittersuite“ geradezu sichtbar manifestieren, das ist schon ein ziemlich starkes Stück. Da weht nicht nur ein feines Lüftchen, das sind fast schon tektonische Verschiebungen.

Archive AxiomEbenso im Song „Baptism“ (Album: Axiom) von Archive, wo rückwärts abgespielte Klavierakkorde bei ihrem Ausschwingen (das ja ursprünglich ein hartes Einschwingen war) so abrupt abstoppen, dass es einem richtig im Trommelfell kitzelt. Ja, das nötigt mir echte Bewunderung ab. Die sich übrigens noch steigert, als ich – mehr als Zufallsbefund – herausfinde, dass das alles sogar bei sehr geringer Abhörlautstärke nichts von seiner zwingenden Kraft verliert.

The Notwist Neon GoldenGrobdynamische Lastwechsel werden geradezu wie an der Abschleppstange durchgereicht, so auch beim wuchtigen Schlagzeug in The Notwists „This Room“ (Album: Neon Golden). Das kachelt, das schallert, da vibriert die Luft. Und trotzdem ist der Cambridge-Audio-Amp nicht einfach nur ein Kraftmeier, in der Feindynamik zeigt er ähnliches Können. So hören wir im Schlussteil von „This Room“ eine eher zarte synthetische Hi-Hat, die ein merkwürdig-quecksilbriges Flirren in sich trägt – auch diese feinen Intermodulationen kann der CXA81 Mk II in allen ihren Details abbilden, auch wenn nebenher noch hektische und deutlich präsenter im Mix platzierte Synthie-Spuren laufen.

Detail des Displays des Cambridge CXA81 Mk II
Direktwahl: Die Eingänge des CXA81 Mk II lassen sich auf der Front des Verstärkers direkt anwählen, man muss die Inputs also nicht durchskippen, bis man den richtigen gefunden hat

Gut, es geht natürlich immer noch „a bissle“ mehr. Mein jüngst erworbener Vollverstärker Soulnote A-0 ver.2 beispielsweise (2.690 Euro) ist gerade bei der Transientenwiedergabe oder dem Nachzeichnen feinster Mikroimpulse noch etwas schneller und genauer – und vermählt das alles mit einem besonderen musikalischen Fluss, dem trotz der Präzision nichts Erbsenzählerisches anhaftet. Aber hey, der Japaner kostet mehr als doppelt so viel wie der Brite, der im Dynamikbereich (vor allem bei der Grobdynamik) zudem nicht merklich schlechter abschneidet als meine deutlich teureren Endstufen von Valvet (A4 MK2, 5.200 Euro) oder die Quad-33-303-Kombi im Vollausbau mit zwei Monos (4.500 Euro). Hut ab!

Rein und klar – die Tonalität

Tonal zeigt sich der Cambridge-Audio-Verstärker als neutraler Vertreter ohne Sperenzchen. Bei ihm sitzt alles an der richtigen Stelle, ich höre weder einen Oberbasshöcker noch ein Absoften nach unten heraus. So lebt Billie Eilishs Track „Skinny“ ja nicht nur von der einsamen Gitarrenspur und dem elfengleichen Gesang, sondern im späteren Verlauf auch von einer ordentlichen Tieftongrundierung. Die wird gefühlt bis ganz nach unten durchgezogen, wobei der Bass sich trocken-knackig und angenehm sportlich zeigt – und weniger „saftig“, wie ich es von meinem Streaming-Verstärker Marantz PM-7000N (1.199 Euro) kenne, der zwar nur ein Gran mehr Substanz mitbringt, aber nicht so flink untenrum aufspielt. Die Mitten wiederum – also in diesem Stück Gesang und Gitarre – wirken unverschleiert und -verfärbt, es ist ein regelrechter Genuss, Billie Eilish zuzuhören, und je nach aktueller Gemütskostümierung darf hier durchaus mal ein Tränchen ins Knopfloch rollen. Was – trotz der gegebenenfalls heftigen Dynamikfähigkeiten – eben auch zeigt, dass der Brite das „sanfte Fach“ beherrscht.

Die linke Seite des Cambridge CXA81 Mk II mit Power-Knopf und Kopfhörerbuchse
Die linke Seite des Cambridge CXA81 Mk II mit Power-Knopf und Kopfhörerbuchse

Nach oben heraus das gleiche Bild: Wie der Gitarrist von The Walkmen in „On the water“ langsam den Klangregler seiner Gitarre hochschraubt und das zu Beginn geradezu dumpf sumpfende Saiteninstrument immer klarer, strahlender und zum Schluss geradezu beißend aufspielt – diese Entwicklung lässt sich bestens verfolgen. Was mir zeigt, dass der Amp kein Schönfärber oder Glattbügler ist. Es kann also auch mal wehtun – allerdings nur dann, wenn es in der Aufnahme so erwünscht ist. Qualitativ erinnert mich das ein wenig an meine Valvet-Monos im Verbund mit meiner Röhrenvorstufe (Vincent SA 32 AE, 1.999 Euro). Anders war und ist es beispielsweise beim Streamingvollverstärker Moon 371 (6.800 Euro), der insgesamt einfach etwas wärmer und euphonischer unterwegs ist als der neutrale Cambridge-Audio-Amp.

Ich schrieb oben „rein und klar“ – wie hält es der Brite denn mit der (Fein-)Auflösung? Nun, die ist der Preisklasse absolut angemessen, so reicht er klangliche Schattierungen, zum Beispiel zwischen Bratsche und Violine oder zwischen Fender Rhode und Wurlitzer, sauber durch. Natürlich lässt sich – wie immer, wenn man mehr Geld in die Waagschale wirft – noch etwas mehr aus diesem „Fachgebiet“ herausholen: Der oben erwähnte Soulnote-Amp findet hier und da ein paar feine Details mehr im Klangbild – dafür „säuselt“ er aber auch nur knapp zehn Watt pro Kanal an die Boxen, was ihn nicht gerade zum Universalwerkzeug macht, um es einmal vorsichtig auszudrücken.

Auf der Bühne

Was die Bühnendarstellung angeht, zeigt der Cambridge CXA81 Mk II zwei Gesichter. Wer’s gerne immersiv, also vor allem schön breit und tief mag, und gerne in weiten Klangräumen badet, der dürfte sich mit dem Briten sehr wohl fühlen. Das oben erwähnte „Axiom“-Album von Archive hat hier jede Menge zu bieten. Da gibt es ultratiefe und lange Hallräume, oder auch im zweiten Track geradezu gespenstisch kreuz und quer durch den Raum schallernde Kirchenglocken. Hier möchte man fast den Kopf einziehen, um nicht von so einem Trumm zermalmt zu werden; die Hallräume dehnen sich weit in die Breite und Tiefe, das ist schon beeindruckend.

Die Eingänge/Schnittstellen auf der Rückseite des Cambridge CXA81 Mk II
Je ein Sub- und Pre-Out gehören beim Cambridge CXA81 Mk II zur Ausstattung. Interessant: Der Line-Eingang Nr.1 kann wahlweise symmetrisch oder unsymmetrisch beschickt werden

Dafür gelingt die Sortierung der Bühne beziehungsweise die Ortbarkeit der einzelnen Schallquellen nicht ganz auf dem gleichen Niveau. Insbesondere im Mittelkreis, wo meist die Stimme zu finden ist – aber auch bei Instrumenten, die um die Stimme herum platziert werden –, wirkt die Darbietung etwas lässiger, weniger streng-präzise. Das können meine vorgenannten (wie gesagt: deutlich teureren) Geräte doch noch spürbar besser. Auf der Habenseite des Cambridge steht wiederum, dass die immersive Tiefe und Breite des Raums kaum in sich zusammenfallen, wenn man mal leise hört – das ist ein Talent, was bei weitem nicht alle Verstärker besitzen.

Exkurs 1: Drum prüfe, was sich ewig bindet

Eine interessante Entdeckung möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. Ich habe den Amp mit drei Lautsprechern gehört, nämlich den Fyne Audio Classic VIII SM, den Audes Maestro 116 und der kleinen Harbeth P3ESR-XD2.

Detailaufnahme von der Front des Cambridge CXA81 Mk II
Detailaufnahme von der Front des Cambridge CXA81 Mk II – die limitierte schwarze Ausführung des Verstärkers ist seit April 2026 erhältlich

Sowohl mit der Fyne Audio als auch der Audes ergaben sich ganz wunderbare Paarungen, auf denen auch die Schilderungen dieses Testberichts beruhen. Die Harbeth hingegen brachte der Cambridge-Audio-Verstärker nicht ganz so „zum Singen“, was allerdings vor allem daran liegen dürfte, dass die Marke generell etwas anspruchsvoller bei der Wahl der passenden Verstärkung ist. Ich habe schon einige Harbeth-Boxen besessen – und je nach Zuspielung ist das Ergebnis „ooo-kay“ oder „zum Niederknieen“. An der kleinen P3 haben sich bei mir schon so manche Amps die Zähne ausgebissen, während andere (Valvet, Audio Note, Hegel, Sugden) die vielgerühmte „Magie“ abliefern. Insofern würde ich das nicht überbewerten – ein bisschen „Augen auf“ beim Matching zwischen Amp und Box schadet bekanntlich eh nie.

Exkurs 2: Die Mitspieler

Natürlich habe ich auch noch einmal den Cambridge CXN100 SE und den CXC-CD-Transport angekabelt.

Von oben nach unten: Der Streamer Cambridge CXN100 SE, CD-Transport CXC und unser Testkandidat Cambridge CXA81 Mk II
Die CX-Range, von oben nach unten: Der Streamer Cambridge CXN100 SE, CD-Transport CXC und unser Testkandidat Cambridge CXA81 Mk II

Beim Streamer gab es klanglich keine Überraschung, denn er unterscheidet sich von dem getesteten CXN 100 klanglich überhaupt nicht, der einzige Unterschied zwischen beiden Geräten ist, dass es jetzt auch einen HDMI-Eingang gibt. Trotzdem darf ich feststellen, dass beide Geräte perfekt miteinander harmonieren – und dass mir der Klang sogar noch etwas besser gefällt, wenn ich den Streamer analog (XLR) mit dem Amp verbinde. Vielleicht liegt es daran, dass im Cambridge CXN100 SE ein nochmal besserer DAC (ESS ES9028Q2M) werkelt, der gegenüber dem im Verstärker verbauten das eine oder andere Detail klarer präsentiert. Beim Redbook-Standard hört man das nicht unbedingt, wer jedoch gerne High-Res-Streaming nutzt, zum Beispiel mit Tidal oder Qobuz, der hat hier die Nase vorn.

Der Cambridge-CXC-CD-Transport von vorne
Der CD-Transport Cambridge CXC von vorne

Beim Cambridge-CXC-Transport wiederum gefällt mir die (mechanisch, versteht sich) geräuschlose Wiedergabe, die Ruhe, die das Klangbild ausstrahlt, aber auch die sehr schöne Haptik und Optik; und ja, es scheint, als ob es hier noch einen Zacken ausgeruhter, relaxter, fließender klingt als mit dem Streamer per Digitalverbindung.

Das rückseitige Anschlussfeld des Cambridge CXC
Der Cambridge CXC gibt das Digitalsignal via Toslink und S/PDIF koaxial aus

Das mag für Verfechter der Theorie „Einsen sind Einsen und Nullen sind Nullen“ zwar albern klingen, entscheidend ist für mich aber „auf’m Platz“ und ich kann nur alle dazu einladen, das selbst einmal auszuprobieren. Mir hat die analoge Anbindung des Cambridge-Audio-Streamers klanglich am besten gefallen, dicht gefolgt von der digitalen Zuspielung per CD-Transport und dem Streamer.

Testfazit: Cambridge Audio CXA81 Mk II

Der Cambridge Audio CXA81 Mk II ist ein bodenständig bepreister Verstärker, der äußerlich fast demonstrativ auf Show verzichtet, klanglich in manchen Disziplinen aber geradezu sensationell weit ausholt. Seine Ausstattung ist praxisgerecht, die Bedienung erfreulich direkt, der technische Aufbau für die Preisklasse seriös – nur Vinylfreunde müssen wegen des fehlenden Phonoeingangs extern nachrüsten. Auch die 3,5-mm-Kopfhörerbuchse wirkt etwas sparsam gedacht.

Die rechte Seite mit Volumeregler des Cambridge Audio CXA81 Mk II
Bodenständig bepreist, minimalistisch designt – und klanglich ein Volltreffer. Insbesondere in Sachen Dynamik ist der Cambridge Audio CXA81 Mk II ein herausragender Vollverstärker

Klanglich setzt der Brite vor allem dynamisch ein Ausrufezeichen. Timing, Attacke, Lastwechsel und Hüllkurvenzeichnung gelingen ihm in einer Qualität, die über seine Preisklasse hinausweist – und das sogar bei leisen Pegeln. Tonal bleibt er mustergültig neutral: kein künstlicher Oberbass, kein Schönfärben im Hochton, keine verschleierten Mitten. Der Cambridge CXA81 Mk II spielt klar, breitbandig und unmittelbar. Er kann zupacken, ohne grob zu werden, und auflösen, ohne nervös zu wirken. Okay – wer in den Bereichen Feindynamik und Feinauflösung die „letzte Meile gehen will“, der kann woanders noch mehr bekommen, zumeist aber zum höheren Kurs. Und bei der Ortungsschärfe im Zentrum der Bühne ließe sich schon etwas mehr erreichen. Angesichts des Preises ist das aber leicht zu verschmerzen.

Unterm Strich ist der Cambridge Audio CXA81 Mk II ein hervorragend gemachter, musikalisch überzeugender Vollverstärker: schnörkellos, ehrlich, dynamisch herausragend – und ein starkes Argument dafür, dass preisliche Bodenständigkeit keineswegs bescheiden klingen muss. Ganz im Gegenteil.

Steckbrief Cambridge Audio CXA81 Mk II:

  • Die Tonalität ist neutral und breitbandig. Keine hörbaren Verfärbungen, keine künstliche Wärme oder Hochtonmilde. Ehrlich, klar und transparent.
  • Bass: tiefreichend, kontrolliert und druckvoll. Sehr gute Hüllkurvenzeichnung und keinerlei Oberbassaufdickung.
  • Die Mitten zeigen sich offen, unverstellt und emotional glaubwürdig. Stimmen und Instrumente wirken klar durchgezeichnet und angenehm „frei“ aufspielend. Das Auflösungsvermögen ist der Preisklasse absolut angemessen.
  • Durchlässig, schnell und detailreich in den Höhen. Aber auch keine Schönfärberei – aggressive Produktionen dürfen bei ihm auch aggressiv klingen.
  • Dynamik & PRaT: Eine der großen Paradedisziplinen. Herausragendes Timing, schnelle Lastwechsel und exzellente Darstellung von Einschwing- und Ausschwingvorgängen. Sehr lebendig und anspringend. Feindynamisch ebenfalls stark: Kleine rhythmische und klangliche Nuancen bleiben selbst bei komplexem Material klar nachvollziehbar.
  • Räumlichkeit: Große Stärke in Breite und Tiefe der Bühne. Immersive, weitläufige Raumdarstellung mit guter Stabilität auch bei niedrigen Pegeln. Die Bühne beginnt ziemlich genau auf der Boxengrundlinie. Die Lokalisationsschärfe ist solide, aber da ginge noch mehr.
  • Erwähnenswert ist, dass der Amp auch bei sehr geringen Pegeln kaum etwas von seinen Qualitäten einbüßt.
  • Die Verarbeitung ist völlig in Ordnung, geht aber nicht als Luxus-Materialschlacht durch.

Fakten:

  • Modell: Cambridge Audio CXA81 Mk II
  • Konzept: Vollverstärker mit DAC
  • Preis: 1.199 Euro
  • Maße & Gewicht: 430 x 115 x 341 mm (BxHxT), 8,7 kg
  • Ausführungen: Matt-Schwarz, Lunar Grey
  • Ausgangsleistung: 80 Watt RMS (8 Ohm) bzw. 120 Watt RMS (4 Ohm)
  • Analogeingänge: 1 x XLR, 4 x Cinch
  • Digitaleingänge: USB-B sowie 2 x Toslink und 1 x S/PDIF , Bluetooth aptX HD
  • Ausgänge: 2 x Lautsprecher, Pre-Out, Sub-Out
  • Sonstiges: Roon-tested
  • Garantie: 2 Jahre
  • Weitere Informationen auf der Webseite des Herstellers

Kontakt

MNotion
Wiesenweg 14
23684 Scharbeutz OT Klingberg

Telefon: +49 (0) 4524 20095 20
E-Mail: info@mnotion.de
Web: https://mnotion.de/


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    Über die Autorin / den Autor

    Profilbild von Jochen Reinecke Jochen Reinecke

    Equipment

    • Analoge Quellen:
      • Plattenspieler: Rega Planar 3 RS-Edition mit NEO PSU Mk2
      • Tonarm: RB330-Tonarm
      • Tonabnehmer: Rega Nd5 (MM), Rega Ania (MC)
    • Digitale Quellen:
      • D/A-Wandler: Denafrips ENYO 15TH, HenryAudio DAC256
      • CD-Player: Rotel CD11 Tribute, QUAD 3 CDT
      • Streamer: Cambridge Audio CXN (V2)
      • Sonstiges: Farad Power Supplies Super3 (PSU)
    • Vollverstärker:
      • Audio Note Cobra, Marantz PM7000N, Soulnote A-0 ver.2
    • Vorstufen:
      • Hochpegel: Khozmo Passive ZFoil-Ladder-Vorstufe, Tsakiridis Alexander (Röhre), Vincent SA-32 AE (Hybrid)
      • Phonoverstärker: Tsakiridis Alexander (Röhre)
    • Endstufen:
      • Valvet A4 MKII Monos, Abacus Electronics Ampollo Dolifet
    • Lautsprecher:
      • Audes Maestro 116, Fyne Audio Classic VIII SM, Harbeth P3ESR XD
    • Kopfhörer:
      • Sennheiser HD 800S, Cambridge Audio Melomania A100
    • Kabel:
      • Lautsprecherkabel: Analog Tools CU-Line, StudioConnections Reference
      • NF-Kabel: Boaacoustic Evolution Black.xlr und Black.rca2
      • Digitalkabel: Oehlbach XXL Series 7 MKII (Coax), Oehlbach XXL Serie 80 (Toslink)
    • Zubehör:
      • Stromfilter: Adam Hall AHPCS10 Power Conditioner/Netzfilter
      • Sonstiges: bFly Pure Absorber, bFly Talis, Auralex Subdude Lautsprecherbasen, Creaktiv SC 440 Gerätebasen
    • Größe des Hörraumes:
      • Grundfläche: 18 m²
      • Höhe: 2,70