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Test-Fazit: Bryston BP17³ und 4B³

Inhaltsverzeichnis

  1. 2 Klangeindrücke & Vergleiche: Bryston BP17³ und Bryston 4B³
  2. 3 Primus inter pares: Die Endstufe Bryston 4B³
  3. 4 Test-Fazit: Bryston BP17³ und 4B³

Bryston BP17³ Front

Die neue Bryston BP17³ ist eine Vorstufe für Pragmatiker. Sie klingt straight und klar, dabei tendenziell eher unprätentiös-nüchtern denn ätherisch-feinstofflich. Dabei bevorzugt sie keinen Frequenzbereich – weder tonal, noch indem sie bestimmten Bereichen mehr Auflösung, Feindynamik oder was auch immer zugestehen würde. Die BP17³ legt im Bass, in den Mitten und Höhen jeweils die gleiche hohe Präzision an den Tag. Die räumliche Abbildung geht eher in die Breite, ist sehr konkret, die Tiefenstaffelung ist etwas weniger ausgeprägt. Das ist in sich schlüssig und passt gut zum klaren, unmittelbaren, ja: direkten Charakter der BP17³.

Die Endstufe Bryston 4B³ ist für mich das absolute Test-Highlight. Da sie ja nun mal meine „Arbeitsendstufe“ ist, habe ich mit ihr sowohl Erfahrungen an verschiedenen Lautsprechern als auch mit unterschiedlicher vorgeschalteter Elektronik sammeln können. Neben höchster tonaler Neutralität kann ich der Bryston 4B³ eine besonders hohe „Durchlässigkeit“ bescheinigen. Sie macht jede Veränderung an der vorgeschalteten Elektronik präzise hörbar, kitzelt auf der anderen Seite auch zuverlässig alles aus den angehängten Lautsprechern heraus. Die 4B³ ist leistungsstark, laststabil und bestimmt so gut wie allem, was man in den heimischen vier Wänden an grobdynamischen Exzessen veranstalten möchte, gewachsen.

Bryston 4B³ Front-LEDs

Auf der anderen Seite agiert die Bryston 4B³ extrem feinauflösend, feindynamisch und unglaublich „schnell“. Im Bass bietet sie hohe Kontrolle und treibt souverän auch schwere Tieftöner-Membranen an. Doch genauso gut kommt sie mit leichten Breitbändern zurecht, die die 4B³ nicht „überkontrolliert“. In den Mitten gibt sich die Kanadierin sauber und transparent, antrittsstark und hochauflösend. Auch im Hochton scheint es kaum Limits zu geben. Wer diesen Amp besitzt, kann viele Parameter und Komponenten seiner Anlage verändern oder austauschen – bei der Endstufe wird wohl als letztes der Wunsch nach einer wie auch immer gearteten Verbesserung auftreten. Ich bin tatsächlich der Meinung, dass die Bryston 4B³ in der Summe eine der aktuell besten Endstufen auf dem Markt ist – zumindest, wenn es darum geht, dass sich ein Amp im Idealfall wie der „verstärkende Draht“ verhalten sollte, sprich so neutral und durchlässig wie möglich zu sein hat. Grandios.

Die Bryston Vorstufe BP17³ zeichnet sich aus durch …

  • eine tonal neutrale Abstimmung, die als mustergültig gelten darf, da sie nicht mal eine kleine Tendenz in Richtung warm oder kühl zeigt.
  • eine breitbandige Wiedergabe und eine klare Darstellung des Klanggeschehens bis an die Enden des Frequenzspektrums.
  • einen kontrolliert, knackigen, präzisen Bass, der sich jeglicher Opulenz enthält und nichts ausufern lässt. Das geht zuweilen etwas auf die Kosten von letzter Substanz und Autorität des Bassbereichs.
  • straighte, klare Mitten, die sie, wie das gesamte Frequenzspektrum, präzise reproduziert.
  • einen klaren Hochton, der strahlt, ohne etwas zu überstrahlen. Präzision und Aufgeräumtheit sind hier wichtiger sind als irgendwelches ätherisches „Air“. Die Bryston-Vorstufe vermittelt auch im Hochton irgendwie etwas Bodenständiges.
  • eine breite, auf den Hörer zugehende Bühne, auf der sie Instrumente und Musiker klar, stabil und eher in der Breite als in der Tiefe anordnet. Die Tiefendimension ist nicht ganz so ausgeprägt; Freunden einer holographischen Abbildung kommt sie dabei weniger entgegen. Sie bleibt bei den Fakten: Das ist ein Stereo-Setting, das Rauminformationen nun mal auf zwei Kanälen überträgt. Und die sind rechts und links.

Die Bryston Endstufe 4B³ zeichnet sich aus durch …

  • eine tonal völlig neutrale Abstimmung. Sollte Ihnen etwas an der 4B³ warm oder kühl vorkommen, liegt das mit hoher Wahrscheinlichkeit an anderen Komponenten Ihrer Wiedergabekette.
  • höchste Durchlässigkeit im kompletten Frequenzspektrum. Die 4B³ schwächelt in keinem Frequenzbereich. Die Bandbreite, die Bryston von 1 Hz bis 100 kHz angibt, meint man förmlich hören zu können.
  • hohe Basskontrolle. Wobei sich die Bryston-Endstufe in Bezug auf die angeschlossenen Lautsprecher sehr variabel zeigt. Schwere Tieftöner-Membranen nimmt sie in die Zange und kontrolliert sie hervorragend, leichten Breitbändern lässt sie dagegen den nötigen „Spielraum“, sodass eine substanzielle Bassperformance gewährleistet bleibt.
  • auf einem extrem hohen Niveau liegende Feinzeichnung und Feindynamik.
  • grobdynamische Reserven: Die Bryston 4B³ klingt eigentlich nicht nach „dicker Endstufe“ – wenn angefordert, liefert sie allerdings souverän und völlig unbeeindruckt die Leistung, die benötigt wird.
  • eine Qualität bei der Räumlichkeit, die mit dem Rest der Elektronik oder den Lautsprechern scheinbar unlimitiert skaliert. Hier konnte ich jedenfalls keine Effekte heraushören, die in irgendeiner Weise der Endstufe zuzuordnen wären.
  • hohe Betriebssicherheit: Schutzschaltungen gegen Kurzschlüsse, Überlast oder Überhitzung schützen die Endstufe zuverlässig.

Fakten:

Modell: Bryston BP17³

  • Kategorie: Transistor-Vorstufe
  • Preis: 4.487 Euro, optional: multifunktionale Fernbedienung BR2 (485 Euro), MM-Phono-Modul (847 Euro), DAC Modul (847 Euro)
  • Maße & Gewicht: 432 mm x 116 mm x 330 mm (BxHxT), 5 kg
  • Farbe: Front in Silber oder Schwarz, Korpus in Schwarz
  • Eingänge: 5 Hochpegeleingänge RCA, 2 x XLR
  • Ausgänge: Vorverstärker 1 x RCA, 2 x XLR, Rec-Out (fixed level), 1 x RCA
  • Leistungsaufnahme: ca. 32 Watt im Leerlauf, Standby: 2 Watt
  • Garantie: 20 Jahre

Modell: Bryston 4B³

  • Kategorie: Stereo-Endverstärker (Transistor)
  • Preis: 6.547 Euro
  • Maße & Gewicht: 432 mm x 160 mm x 413 mm (BxHxT), 26,2 kg
  • Farbe: Front in Silber oder Schwarz, Korpus in Schwarz
  • Eingänge: XLR, 6,35-mm-3-Pol-Klinke oder RCA
  • Ausgänge: Single-Wire-Lautsprecheranschluss
  • Ausgangsleistung: 300 Watt (8 ?) / 500 Watt (4 ?) oder 900 Watt (8 ?) im Brückenbetreib (mono)
  • Leistungsaufnahme: ca. 80 Watt im Leerlauf, Standby: < 0,5 Watt
  • Sonstiges: Verstärkung 23 dB oder 29 dB wählbar
  • Garantie: 20 Jahre

Vertrieb:
AViTECH
Czerningasse 16 | A-1020 Wien
Telefon: +43 (0)1 214 78-70
E-Mail: office@avitech.at
Web: www.avitech.at

Test: Bryston BP17³ und Bryston 4B³ | Vor-End-Kombi

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Über den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: stst Motus 2 Tonarm: stst Vertex Tonabnehmer: Zyx Yatra

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Antelope Zodiac+, North Star Design Supremo CD-Player: North Star Design CD-Transport (Laufwerk)

Vorstufen: Hochpegel: EAR Yoshino 868 mit NOS-Röhren Phonoverstärker: Musical Fidelity MX-VYNL

Endstufen: Bryston 4B³

Lautsprecher: Valeur Audio Micropoint 4 SE, Genelec 8020

Kopfhörer: AKG K702, AudioQuest Nighthawk, Beyerdynamic T 51p, fabulous earphones Basic Dual Driver, Sennheiser HD8 DJ

Kopfhörerverstärker: Opera Consonance Cyber 20 mk2, SPL Phonitor mini

Kabel: Lautsprecherkabel: Cardas Clear Light NF-Kabel: Cardas Clear Light Digitalkabel: AudioQuest Coffee

Rack: Lovan Sovereign, Tiglon TMB-10E (Gerätebasis)

Zubehör: Stromfilter: Audioplan FineFilter S, Mehrfachsteckdose PowerStar S, Gerätefilter PowerPlant S, Netzleitungen PowerCord

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 17 m² Höhe: 2,6 m

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