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Testfazit: Brinkmann Nyquist ONE

Natürlich gibt es auch im Bereich kostspieliger Edel-DACs für jeden Topf den richtigen Deckel – Komponenten mit unterschiedlichem Klangcharakter für entsprechend unterschiedliche Hörgewohnheiten und -geschmäcker. Erstaunlich oft sind mir dabei allerdings D/A-Wandler mit leicht sonorem Einschlag untergekommen – und natürlich gibt es solche, die vor allem dynamisch punkten wollen, während andere den Hörer eher mit einer ausnehmend immersiven, weitläufigen Bühne zu verführen trachten.

Der Brinkmann Nyquist ONE in drei Ausführungen: komplett in Silber, silberne Front mit schwarzem Body sowie komplett in Schwarz
Der Brinkmann Nyquist ONE ist in drei Ausführungen zu haben: komplett in Silber, mit silberner Front und schwarzem Body sowie komplett in Schwarz

Der Streaming-DAC Brinkmann Nyquist ONE scheint mir hingegen ganz klassisch auf die reine HiFi-Lehre ausgelegt zu sein. Das gilt tonal, das gilt in räumlicher Hinsicht, wo er vorlagentreu die Aufnahmesituation nachmodelliert, statt eine vorgeblich charmante Show zu inszenieren – und es gilt auch dynamisch: Er lässt Impulse mit ungefilterter Härte durch, verzuckert nichts, schärft aber auch nicht nach. Zu diesem Auftritt passt sein sehr hohes Auflösungsvermögen und der tiefschwarze Hintergrund, vor dem er die Musik spielen lässt.

Charmant finde ich diesen Ansatz nicht zuletzt deshalb, weil wir es hier ja mit einem „Röhren-DAC“ zu tun haben, und vom Röhren-Klischee wenig zu hören ist. Vor allem aber, weil es mal wieder beweist, dass die konsequente Vermeidung von Sounding dem Klang – und so letztlich dem emotionalen Zugang zur Musik – wahnsinnig gut tun kann. Je länger ich dem Nyquist ONE zuhöre, desto mehr wächst mir dieser klangliche Purismus ans Herz.

Steckbrief Brinkmann Nyquist ONE:

  • Tonal neutral und perfekt breitbandig.
  • Sehr tiefreichender und strukturierter Bassbereich – durchsetzungsstark, wo nötig, aber ohne Betonungen. Erstklassige Durchzeichnung, wovon akustische Instrumente wie Electronica gleichermaßen profitieren.
  • Auch im Mitten- und Hochtonband sehr hoch aufgelöst, wie es sich für ein Gerät dieser Liga gehört. Schwebungen, Resonanzen, kleine Details, Hallfahne, Klangtexturen und -farben werden hochgenau reproduziert.
  • Dynamisch „filterlos“: Ungezuckert, mit Mut zur echten Härte, wo gefordert – aber nie künstlich forciert. Posiert nicht mit einem Extrapfund untenrum, um grobdynamisch zu beeindrucken – sondern tut dies mit Tempo und Timing, egal in welchem Frequenzbereich, ob nun bei Bläsersätzen oder Bass-Drum-Attacken.
  • Auffällig gute Tiefenstaffelung, normale Bühnenbreite. Sehr variabel, soll heißen: Wo die virtuelle Bühne startet und wie weitläufig oder kompakt sie gezeichnet wird, liegt in erster Linie an der Aufnahme. Weder hat der Brinkmann ein per se „vereinnahmendes Wesen“, noch zeichnet er kompakt, sondern: je nachdem. Reine Lehre, wie gesagt.
  • Sehr ruhiger, „schwarzer“ Hintergrund, vor dem sich noch leiseste Signalanteile abheben und der die Basis für die randscharfe und plastische Zeichnung einzelner Klänge ist. Hoher 3-D-Eindruck.
  • Perfekte Verarbeitung, wie man es in dieser Klasse erwarten darf. Streaming über Roon klingt hervorragend. Das Digitalmodul-Konzept sorgt für mehr Investitionssicherheit, da Update-Fähigkeit gewährleistet ist.

Fakten:

  • Produkt: Brinkmann Nyquist ONE
  • Kategorie: Streaming-D/A-Wandler
  • Preis: 19.990 Euro
  • Maße & Gewicht: 420 x 95 x 310 mm (BxHxT, mit Granitbasis); 12 kg (DAC) + 12 kg (Granitbasis) +3,2 kg (Netzteil)
  • Farben: Front Schwarz oder Silber, Body Schwarz oder Silber
  • Eingänge: je 1 x USB-B, S/PDIF koaxial, AES/EBU, TOSLINK, RJ45 (Ethernet)
  • Ausgänge: 1 x XLR/symmetrisch, 1 x Cinch/unsymmetrisch, Kopfhörerausgang (6,35 mm Klinke)
  • Datenraten: maximal 32 Bit/384 kHz (PCM) und DSD256
  • Leistungsaufnahme im Leerlauf: circa 52 Watt
  • Sonstiges: upgradefähiges, austauschbares Digitalmodul, separate Wandler für PCM und DSD, Fernbedienung, Granitbasis, Gain regelbar 10 dB,
  • Garantie: 2 Jahre
  • Weitere Informationen auf der Seite des Vertriebs

Kontakt

Gaudios
Bürgergasse 56
AT 8330 Feldbach

Telefon: +43 (0) 3152 85779
E-Mail: info@gaudios.info
Web: https://gaudios.info/

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    Über die Autorin / den Autor

    Profilbild von Ralph Werner Ralph Werner

    Equipment

    • Analoge Quellen:
      • Festplatte: SME Model 15
      • Tonarm: SME 309
      • Tonabnehmer: MC: Denon DL-103R, Dynavector DV-20X2 H, Transrotor Figaro; MM: Shelter 201
      • Sonstiges: Flux-HiFi (Nadelreiniger), Stack Audio Serene Mat & Stabiliser, VPI HW-16.5 (Plattenwaschmaschine)
    • Digitale Quellen:
      • D/A-Wandler: Rockna Wavelight+
      • Musikserver: Antipodes K22 G4
      • Computer/Mediaplayer: Software: MinimServer/MPD mit JPLAY-App, Squeeze-Server/Player mit Material/iPENG, Roon
      • Sonstiges: Network Acoustics Eno2 (Ethernet-Filter), Pink Faun LAN Isolator, Silent Angel Bonn N8 (Switch)
    • Vorstufen:
      • Hochpegel: Electrocompaniet EC 4.8 MKII
      • Phonoverstärker: BMC Audio MCCI Signature ULN
    • Endstufen:
      • Electrocompaniet AW 800 M
    • Lautsprecher:
      • Acapella High BassoNobile MK2
    • Kopfhörer:
      • Audeze LCD-2, Beyerdynamic DT-990, Sennheiser HD 800 S, Sony MDR-1000X, Teufel Supreme In
    • All-In-One:
      • Ruark Audio R4
    • Kabel:
      • Lautsprecherkabel: Dyrholm Audio Phoenix
      • NF-Kabel: Dyrholm Audio Phoenix XLR & Cinch, Boaacoustic Blueberry Signal.xlr, Vovox und andere
      • Digitalkabel: Audioquest Cinnamon (Toslink), Audioquest Vodka 48 (HDMI/I2S), Boaacoustic Silver Digital Xeno (USB), fis Audio Magic (LAN-Kabel), Wireworld Series 7 Starlight Gold (S/PDIF koaxial)
      • Netzkabel: fis Audio Blackmagic, fis Audio Studioline
      • Netzleiste: fis Audio Blackmagic
    • Rack:
      • Creaktiv Trend 3 (Rack) auf bFly Audio b.DISC (Spikeaufnahmen) stehend, Stack Audio Auva EQ (Geräte-Entkopplungsfüße)
    • Zubehör:
      • Audes ST-3000 Power Conditioner (Trenntrafo)
    • Größe des Hörraumes:
      • Grundfläche: 40 m²
      • Höhe: 2,45 m