Testfazit: Brinkmann Nyquist ONE
Natürlich gibt es auch im Bereich kostspieliger Edel-DACs für jeden Topf den richtigen Deckel – Komponenten mit unterschiedlichem Klangcharakter für entsprechend unterschiedliche Hörgewohnheiten und -geschmäcker. Erstaunlich oft sind mir dabei allerdings D/A-Wandler mit leicht sonorem Einschlag untergekommen – und natürlich gibt es solche, die vor allem dynamisch punkten wollen, während andere den Hörer eher mit einer ausnehmend immersiven, weitläufigen Bühne zu verführen trachten.

Der Streaming-DAC Brinkmann Nyquist ONE scheint mir hingegen ganz klassisch auf die reine HiFi-Lehre ausgelegt zu sein. Das gilt tonal, das gilt in räumlicher Hinsicht, wo er vorlagentreu die Aufnahmesituation nachmodelliert, statt eine vorgeblich charmante Show zu inszenieren – und es gilt auch dynamisch: Er lässt Impulse mit ungefilterter Härte durch, verzuckert nichts, schärft aber auch nicht nach. Zu diesem Auftritt passt sein sehr hohes Auflösungsvermögen und der tiefschwarze Hintergrund, vor dem er die Musik spielen lässt.
Charmant finde ich diesen Ansatz nicht zuletzt deshalb, weil wir es hier ja mit einem „Röhren-DAC“ zu tun haben, und vom Röhren-Klischee wenig zu hören ist. Vor allem aber, weil es mal wieder beweist, dass die konsequente Vermeidung von Sounding dem Klang – und so letztlich dem emotionalen Zugang zur Musik – wahnsinnig gut tun kann. Je länger ich dem Nyquist ONE zuhöre, desto mehr wächst mir dieser klangliche Purismus ans Herz.
Steckbrief Brinkmann Nyquist ONE:
- Tonal neutral und perfekt breitbandig.
- Sehr tiefreichender und strukturierter Bassbereich – durchsetzungsstark, wo nötig, aber ohne Betonungen. Erstklassige Durchzeichnung, wovon akustische Instrumente wie Electronica gleichermaßen profitieren.
- Auch im Mitten- und Hochtonband sehr hoch aufgelöst, wie es sich für ein Gerät dieser Liga gehört. Schwebungen, Resonanzen, kleine Details, Hallfahne, Klangtexturen und -farben werden hochgenau reproduziert.
- Dynamisch „filterlos“: Ungezuckert, mit Mut zur echten Härte, wo gefordert – aber nie künstlich forciert. Posiert nicht mit einem Extrapfund untenrum, um grobdynamisch zu beeindrucken – sondern tut dies mit Tempo und Timing, egal in welchem Frequenzbereich, ob nun bei Bläsersätzen oder Bass-Drum-Attacken.
- Auffällig gute Tiefenstaffelung, normale Bühnenbreite. Sehr variabel, soll heißen: Wo die virtuelle Bühne startet und wie weitläufig oder kompakt sie gezeichnet wird, liegt in erster Linie an der Aufnahme. Weder hat der Brinkmann ein per se „vereinnahmendes Wesen“, noch zeichnet er kompakt, sondern: je nachdem. Reine Lehre, wie gesagt.
- Sehr ruhiger, „schwarzer“ Hintergrund, vor dem sich noch leiseste Signalanteile abheben und der die Basis für die randscharfe und plastische Zeichnung einzelner Klänge ist. Hoher 3-D-Eindruck.
- Perfekte Verarbeitung, wie man es in dieser Klasse erwarten darf. Streaming über Roon klingt hervorragend. Das Digitalmodul-Konzept sorgt für mehr Investitionssicherheit, da Update-Fähigkeit gewährleistet ist.
Fakten:
- Produkt: Brinkmann Nyquist ONE
- Kategorie: Streaming-D/A-Wandler
- Preis: 19.990 Euro
- Maße & Gewicht: 420 x 95 x 310 mm (BxHxT, mit Granitbasis); 12 kg (DAC) + 12 kg (Granitbasis) +3,2 kg (Netzteil)
- Farben: Front Schwarz oder Silber, Body Schwarz oder Silber
- Eingänge: je 1 x USB-B, S/PDIF koaxial, AES/EBU, TOSLINK, RJ45 (Ethernet)
- Ausgänge: 1 x XLR/symmetrisch, 1 x Cinch/unsymmetrisch, Kopfhörerausgang (6,35 mm Klinke)
- Datenraten: maximal 32 Bit/384 kHz (PCM) und DSD256
- Leistungsaufnahme im Leerlauf: circa 52 Watt
- Sonstiges: upgradefähiges, austauschbares Digitalmodul, separate Wandler für PCM und DSD, Fernbedienung, Granitbasis, Gain regelbar 10 dB,
- Garantie: 2 Jahre
- Weitere Informationen auf der Seite des Vertriebs
Kontakt
Gaudios
Bürgergasse 56
AT 8330 Feldbach
Telefon: +43 (0) 3152 85779
E-Mail: info@gaudios.info
Web: https://gaudios.info/
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