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Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Fruchtig oder trocken?
  2. 2 Boaacoustic Blueberry USB-Kabel: Klangeindruck & Vergleiche
  3. 3 Testfazit: Boaacoustic Blueberry Signal.usb2.0

Die USB-Verbindung dürfte sich zum meistgenutzten Weg der Übertragung hochauflösender Audiosignale zum D/A-Wandler etabliert haben. Dabei ist die Qualität des Verbindungskabels ein nicht zu unterschätzender Faktor für das klangliche Endergebnis. Wir schauen uns hier mit dem Boaacoustic Blueberry Signal.usb2.0 ein relativ preisgünstiges USB-Kabel (150 Euro/1 m) mit ernst zu nehmendem Qualitätsversprechen genauer an.

Boaacoustic Blueberry Signal.usb2.0, Freisteller

Ein Hauptgrund für die Beliebtheit des USB-Standards dürfte sein, dass man via USB neben dedizierten Streaming-Bridges und Musikservern eben auch Computer/Laptops mit einem DAC verbinden kann. Zudem erfolgt die Kopplung der Geräte zuverlässig und die Daten-Übertragung kann potenziell schneller vonstattengehen, als es im Audiobereich eigentlich nötig ist, erlaubt also Auflösungen weit über die S/PDIF-Spezifikation hinaus. S/PDIF überträgt maximal 20 Mbit/s und kann daher „nur“ mit bis zu 192 kHz und 24 Bit umgehen, während USB 2.0 mit seinen bis zu 480 Mbit/s auch mit 384 kHz und 32 Bit sowie DSD256 keine Probleme hat.

Die Kabelentwickler von JIB Germany (Web: www.boaacoustic.de) haben unter ihrer Marke Boaacoustic zwei USB-Verbinder im Angebot, und das jüngste Modell Boaacoustic Blueberry Signal.usb2.0 stellt gleichzeitig den Einstieg dar. Das relativ dünne und flexible, USB-2.0-fähige Blueberry-Kabel leitet die Daten durch einen mehrlitzigen Innenleiter, dessen einzelne Litzen einen Querschnitt von je 0,0792 mm² besitzen. Die Diskussion, ob Litzen- oder Massivleiter die bessere Wahl darstellen, dürfte so alt sein wie die über das optimale Leitermaterial selbst. Und während in der Top-Serie von Boaacoustic versilberte Kuperlitzen ihr Bestes geben dürfen, bedient sich der Hersteller in der Einstiegsklasse zwar desselben hochreinen 6N-OCC-Kupfers (6N = 99,9999 %), lässt aber die Silberbeschichtung der Litzen weg. OCC (Ohno Continuous Casting) ist übrigens ein im Jahre 1982 von Professor Ohno am japanischen Chiba Institute of Technology entwickeltes Gießverfahren, bei dem das entstehende monokristalline Metall die „Korngrenzen“ eliminiere, die eine Quelle von Signalverzerrungen seien. OCC-Kupfer soll zudem korrosionsbeständiger sein.

Boaacoustic Blueberry Signal.usb2.0, Stecker

In der Preisliste stehen drei Längen des Boaacoustic Blueberry USB-Kabels zur Auswahl: 1 Meter, 1,5 Meter und 2 Meter. Das dürfte für die meisten Nutzer auch reichen, aber wer seinen Laptop zum Beispiel auf dem Wohnzimmertisch betreibt und deshalb Längeres benötigt, darf sich natürlich vertrauensvoll an den deutschen Vertrieb wenden. Größere Längen sind auf Anfrage machbar. Immer jedoch sitzen auf der Quell-Seite ein USB-A- und auf der Empfängerseite ein USB-B-Stecker am Kabel, deren Kontaktflächen mit 24-karätigem Gold beschichtet wurden, um sie widerstandsfähig gegen Korrosion zu machen.

Um die Litzenleiter herum sorgt eine jeweils 0,15 Millimeter dicke PVC-Hülle für die Trennung der Spannungen – das ganze Ensemble wird schließlich von einem schicken, handschmeichelnden Baumwollgewebe umhüllt. Die Schirmung gegen elektromagnetische Unbill von außen erfolgt durch Aluminiumfolie und ein verzinntes Kupfergeflecht.

Boaacoustic Blueberry USB-Kabel: Klangeindruck & Vergleiche

In meiner Kette übernimmt seit meinen überaus positiven Erfahrungen im Test ein Boaacoustic Silver Digital Xeno USB (300 Euro/1 m) den Transport der Datenströme vom Auralic Aries (circa 1.500 Euro) zum Linnenberg-Telemann-DAC (circa 4.400 Euro). Das derzeitige USB-Topmodell der Boaacoustic-Kabelentwickler spielt wunderbar feinzeichnend und im positivsten Sinne analytisch, mit agilem Bass und sauberer, klar getrennter und famos weiter Räumlichkeit. Liegt das schwarz-weiß-gemusterte Boaacoustic Silver Digital Xeno neben dem Blueberry-USB-Kabel, wirkt es gegenüber dem flexiblen Einsteigermodell geradezu massiv und fett. Klar, doppelter Preis, doppelter Durchmesser – und auch doppelt so guter Klang?

Boaacoustic USB-Kabel: Unser Testkandidat aus der Blueberry-Linie ist deutlich dünner udn flexibler als das große Silver Digital Xeno

Boaacoustic USB-Kabel: Unser Testkandidat aus der Blueberry-Linie ist deutlich dünner und flexibler als das große Silver Digital Xeno

Nun ja: Die klanglichen Unterschiede zwischen den beiden ungleichen Geschwistern sind zwar vorhanden, in der Praxis aber geringer als erwartet. Was beiden gemein ist: Standard-USB-Verbindern lassen sie aus dem Stand heraus keinerlei Chance, und auch dem deutlich günstigeren AudioQuest Cinnamon USB (90 Euro) gelingt (bei all seiner gesteigerten Sauberkeit und druckvoll-tieferer Bassausdehnung gegenüber Standardkabeln) am Ende kein Stich gegen die enorm dynamische und pointierte Wiedergabe des Blueberry.

Sprunghaft

The Flower Kings - Waiting for a Miracle_Im Frequenzkeller macht sich die „kleine Berliner Connection“ sofort mit einem ansatzlosen, elastisch-federnden Bass voller Elan bemerkbar. An dieser Stelle schafft das Boaacoustic Blueberry Signal.usb2.0 ein aller Ehren wertes Patt mit dem Boaacoustic Silver Digital Xeno. Bassdrum und E-Bass auf The Flower Kings aktuellem Mega-Über-Album Waiting for a Miracle (auf Amazon anhören) gehen eine ebenso harmonische und bestens definierte Ehe ein wie mit dem Top-Modell, auch vermittelt das Boaacoustic Blueberry den Bassbereich mit einem Realismus verströmenden Timing und vor allem mit dem so wichtigen korrekten „Tune“, der auch schon das Silver Digital Xeno auszeichnet: Die Tonhöhen und deren Verläufe auch bei tiefen Basspassagen sind eindeutig nachvollziehbar und geben dem Geschehen eine gleichermaßen grundständige wie musikalisch sinnvolle Basis. Auch grobdynamisch lässt sich der Neuling vom Silver Digital Xeno nicht die Butter vom Brot nehmen: Kuniko lässt auf „Xenakis: IX“ ebenso beeindruckend und fein gerastert die Percussion-Fetzen fliegen wie mit dem doppelt so teuren Kabel, und die Propellerheads krachen ebenfalls mit reichlich Karacho durch „On Her Majesty’s Service“ (Album: Decksanddrumsandrocknroll).

Straff

Im Grundton scheint mir das Blueberry USB vom subtil farbigeren Weg des Boaacoustic Silver Digital Xeno abzuweichen, es gibt sich hier marginal schlanker und straffer. Da zudem der Mittelton und der Präsenzbereich mit dem Blueberry ein wenig mehr Energie aufweisen als mit dem Silver Digital Xeno – und erst recht als mit dem Aqvox Excel (170 Euro/1m) oder dem Audioquest Cinnamon –, wirkt das Boaacoustic Blueberry USB insgesamt frischer und anspringender als sein Test-Gegenspieler.

Boaacoustic Blueberry Signal.usb2.0 am Auralic

Das wirkt sich vor allem auf zwei Charakterzüge aus: Stimmen besitzen eine etwas „kopflastigere“ Balance, vor allem im Vergleich mit den beiden USB-Kabeln von Aqvox und Audioquest, aber auch zum großen Markengeschwister, wobei der Unterschied hier subtiler ausfällt. Zusätzlich scheinen Geschwindigkeit und Transientenwiedergabe von dieser etwas präsenteren Abstimmung zu profitieren; Gitarrensaiten und Percussion schnalzen mit einem stärker betonten Impuls als mit dem doppelt so teuren Silver Digital Xeno, das wiederum einen besseren Job dabei macht, Klangfarben und Schmelz zu transportieren. Die Snare Drum der Flower Kings tendiert mit dem Boaacoustic Blueberry USB zu einer etwas helleren Balance, hin zur Betonung von Fell und Spiralteppich, während die drei anderen Kabel in Abstufungen von minimal (Boaacoustic Silver Digital Xeno) über etwas (Audioquest Cinnamon USB) bis deutlich (Aqvox) stärker den Korpus und sein Volumen einbeziehen – in zwei von drei Fällen (Aqvox und Audioquest) geht das allerdings zulasten der Impulsivität und Geschwindigkeit des Impulses.

Keine Haarspaltereien

cirklar - tingvall trioIm Hochton spielt das Boaacoustic Blueberry einen Tick weniger seidig-geschmeidig (was mitnichten ein Euphemismus für „metallisch“ sein soll) und letztlich auch nicht ganz so offen in den Superhochton hinein wie das Silver Digital Xeno – verschmerzbar angesichts des Preisunterschieds. In Anlagen unterhalb des fünfstelligen Preisbereichs dürfte sich dies so gut wie gar nicht in der Fähigkeit zur Detailauflösung niederschlagen. Selbst mit meinen sehr hoch auflösenden Lautsprechern Qln Prestige Three (7.895 Euro) muss ich schon ganz genau hinhören, um die minimal weiter verästelten Schlagzeugblechstreicheleien des Tingvall Trios auf „Cirklar“ (Album auf Amazon anhören) wahrzunehmen, die das Boaacoustic Silver Digital Xeno liefern kann. Beim normalen Hören, dem privaten Musikgenuss und mit ausgeschaltetem „Test-Modus“ fehlt mir mit dem Boaacoustic Blueberry Signal.usb2.0 ehrlich gesagt so gut wie nichts im Analyse-Fach.

Feinschnitt

In der Raumabbildung gibt sich das Boaacoustic Blueberry Signal.usb2.0 weniger weitläufig als das geradezu exorbitant groß und luftig aufspielende Silver Digital Xeno, schafft es aber erstaunlich gut, das Geschehen sauber voneinander zu trennen und kantenscharf auf die Bühne zu projizieren. Wenn das Boaacoustic Blueberry USB die Signale überträgt, rücken die Musiker etwas näher an den Hörer heran, was dem Klangbild im Zusammenspiel mit der leichten Betonung der oberen Mitten einen recht anspringenden und direkten Charakter verleiht.

Testfazit: Boaacoustic Blueberry Signal.usb2.0

Das Boaacoustic Blueberry Signal.usb2.0 macht schon mit den ersten Takten Musik klar, in welche Richtung es gehen will: Es spielt sauber, frisch, zackig, anspringend, dynamisch weit gespreizt und ist mit preisklassenbezogen vorbildlichem Detailreichtum gesegnet. Dabei zeigt es keinerlei Präferenzen für bestimmte Musikgenres. Fette Sumpfigkeit und dröhnende Waberigkeiten liegen ihm absolut fern, stattdessen besitzt es einen federnd-elastischen und druckvollen Bass, der sehr tief hinabreicht und jederzeit die Kontrolle behält.

Boaacoustic Blueberry Signal.usb2.0, Freisteller 2

Freunde extremer Raumtiefe werden wohl anderswo glücklicher, für „Normalos“ liegt das diesbezüglich Gebotene aber voll im grünen Bereich. Und wem es in der Kette sowieso ein wenig zu dicklich und warm-gemütlich zugeht, wer sich einen deutlich wahrnehmbaren Schub an Speed und Auflösung wünscht und wem das Boaacoustic Silver Digital Xeno USB dann doch etwas zu exklusiv gepreist ist, der sollte sich das blaue Früchtchen aus dem Hause Boaacoustic unbedingt anhören.

Fakten:

  • Modell: Boaacoustic Blueberry Signal.usb2.0
  • Konzept: USB-2.0-Kabel, USB-A auf USB-B
  • Preis: ab 150 Euro/1 m

Vertrieb:

JIB-Germany
Am Großen Rohrpfuhl 25 | 12355 Berlin
Telefon: +49(0)3379 – 590 33 87
E-Mail: kontakt@jib-germany.de
Web: https://www.boaacoustic.de/

Billboard
Boaacoustic

Test: Boaacoustic Blueberry Signal.usb2.0 | USB-Kabel

  1. 1 Fruchtig oder trocken?
  2. 2 Boaacoustic Blueberry USB-Kabel: Klangeindruck & Vergleiche
  3. 3 Testfazit: Boaacoustic Blueberry Signal.usb2.0

Über die Autorin / den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: J. Sikora Initial Tonarm: Kuzma Stogi Reference S12 VAT Tonabnehmer: Transrotor Figaro

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Linnenberg Telemann, Norma Audio REVO DAC-Modul Streamer: Auralic Aries, MacBook Pro

Vollverstärker: Linn Classik Movie II (Surroundreceiver mit integriertem DVD-Player)

Vorstufen: Hochpegel: Norma Audio REVO SC-2 Phonoverstärker: Linnenberg Bizet, Neukomm MCA112S

Endstufen: Linnenberg LIsZT Stereo

Lautsprecher: Argon Audio Forte A5, Qin Prestige Three, Nubert NuPro A100

Kopfhörer: AudioQuest Nighthawk, AKG N60 NC Wireless

Kopfhörerverstärker: ifi iDSD nano, Meier Audio Corda Classic

Kabel: Lautsprecherkabel: Gutwire Chime 3, Fastaudio Black Science NF-Kabel: Gutwire EON-Z, Gutwire Synchrony 2 SE, Audioquest Yukon, fastaudio Black Science Phono), Graditech Kide 3 und Kide 1 Digitalkabel: JIB Boaacoustic Silver Digital Xeno USB, AudioQuest Vodka und Cinnamon Ethernet, AudioQuest Carbon RCA, Graditech Kide Digital RCA Netzkabel: Audioquest Tornado, Gutwire SV-8, Gutwire G Clef 2, AudioQuest NRG-2 Sonstiges: Erdungskabel Gutwire Ultimate Ground

Rack: Roterring Belmaro 33 Customized

Zubehör: Stromfilter: Tsakiridis Super Athina Sonstiges: YDOL Relax 60 und fastaudio Absorber, Acoustic System Resonatoren, The Gryphon De-Magnetizer

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 24,5 m² Höhe: 2,7 m