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BMC CS2: Bedienung, Ausstattung, Fertigung

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  1. 2 BMC CS2: Bedienung, Ausstattung, Fertigung

Ich bat Carlos Candeias, mir den CS2 direkt ins Büro zu schicken. Was ich leider nicht mehr auf der Rechnung hatte, waren die Gewichtsverhältnisse. Entsprechend erstaunt war ich, als eines Tages eine 60 kg (!) schwere Holzkiste bei mir aufschlug. Der letzte Integrierte dieser bandscheibenschädigenden Kampfklasse, mit dem ich zu tun hatte, war der Emillé Labs Cha’am. Und nun steht mit dem BMC CS2 ein noch schwereres Exemplar vor mir, zu allem Überfluss auch noch eines, an dem sich keinerlei hilfreiche Griffe, Henkel oder Ähnliches befinden. Verdammt viel Masse fürs Geld!

BMC Audio CS2

Schuld hieran ist in der Hauptsache ein massiver 2.000-VA-Ringkerntransformator im Inneren des Geräts. Ein derartiges Kraftwerk bekommt man – insbesondere bei Vollverstärkern – selten zu sehen, Musical Fidelitys Class-A-Statements einmal außen vor gelassen. Eine ausgeklügelte Stabilisierungsschaltung soll die Stromversorgung vor Restwelligkeiten und Unsauberkeiten bewahren und die Spannung auch bei sehr fordernden Lasten konstant halten. Diese Schaltung sorgt auch für eine sehr geringe Impedanz des Netzteils innerhalb des Audiobandes, damit dynamisch nichts limitiert und/oder tonal verfälscht wird. Ein ganzes Arsenal an recht kleinen, dafür, glaubt man BMC, sehr schnellen Siebkondensatoren gruppiert sich um diesen ungeheuerlichen Trafo.

Das große, leuchtende Display auf der Front trägt zur markanten Erscheinung des Vollverstärkers sicherlich bei. Optisch spannender finde ich allerdings die ziemlich extravaganten, das Gerät umlaufenden Kühlrippen sowie die samtige, handschmeichelnde Anmutung des gesamten Gehäuses. Auch wenn der CS2 natürlich nicht die schlank-aparte Raffinesse eines Devialet Premier verströmt, so sind die Verarbeitungsqualität und das Finish – gemessen an der Preisklasse – doch sehr hoch.

BMC Audio CS2

Ich fragte Candeias nach diesem außergewöhnlichen Außenauftritt und er gab mir recht, das darauf besonderes Augenmerk gelegt wurde – wobei gleichzeitig die Produktionskosten im Rahmen gehalten werden konnten. Dazu trägt bei, dass die Bestandteile des Chassis im Stranggussverfahren aus flüssigem Aluminium gefertigt werden. Nachdem die gegossenen Profile in einem zweiten Schritt auf die richtige Länge gebracht sind, ist nur noch ein wenig CNC-Bearbeitung nötig, um die finale Form zu erreichen. Die kompliziert wirkenden Kühlrippen sind letztlich also nicht wesentlich aufwändiger in der Produktion als die Frontplatten – vorausgesetzt, man hat Zugang zu dieser Fertigungstechnik, was keine Selbstverständlichkeit ist. Dieser Produktionsprozess erlaubt zudem eine bessere Kontrolle über die Qualität und Zusammensetzung des Aluminiums, und da exzessives CNC-Fräsen vermieden werden kann, wird nicht nur bares Geld gespart, auch ist das Material weniger Stress ausgesetzt.

Die genannte seidige Oberflächenstruktur hinzubekommen, ist keine ganz einfache Aufgabe, nur wenige Spezialisten können solche Qualität garantieren: Die Aluminiumteile werden geschliffen und dann mit definierter Korngröße unter hohem Druck sandgestrahlt – in einem letzten Arbeitsschritt erfolgt dann die Anodisierung, was die samtene Textur perfekt macht.

BMC Audio CS2

Das zentral platzierte Fenster mit der Leistungsanzeige wird beidseitig von zwei großen Drehknöpfen flankiert. Links sitzt der Ein/Aus-Schalter, rechts der Volumeregler. Rechts vom Powerknopf wiederum befindet sich ein Taster, mit dem die Beleuchtung des Displays geregelt werden kann, und links vom Lautstärkesteller gibt’s das Pendant, mit dem die Eingänge durchgeschaltet werden. Neben dem gewählten Eingang zeigt das Display auch die Lautstärke (in einem Wertebereich von 0 bis 66) an. Mit der großen Aluminiumfernbedienung lassen sich Verstärker wie auch BMCs DAC/CD-Player steuern. Die Einstellung der Lautstärke – die Regelung läuft über ein von Transistoren geschaltetes Widerstandsnetzwerk – geht übrigens angenehm schnell und präzise vonstatten. Der Drehknopf triggert lediglich Steuerimpulse an das Netzwerk.

Einige nette Details: Beim Umschalten der Eingänge läuft ein Autofade-Programm ab, welches den zuvor aktiven Eingang aus- und dann den neu gewählten einblendet; beim Einschalten wird im Display ein zehnsekündiger Countdown heruntergezählt, während der Verstärker alle Versorgungsspannungen hochfährt. Ist der Amp dann startbereit, steht die Lautstärke auf dem konservativen Wert „10“ voreingepegelt, was sicherstellt, dass es keine unangenehmen Überraschungen mit den Lautsprechern gibt. Übrigens stellen die Zeigerinstrumente die Leistung in Watt (bezogen auf eine 4-Ohm-Last) beziehungsweise in Dezibel (relativ zu einem Watt) dar. Die schnelle, präzise und unaufdringliche Gangart, die der CS2 bei der Bedienung an den Tag legt, spricht für seine Qualität.

Test: B.M.C. Audio CS2 | Vollverstärker

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