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Klang B.M.C. Audio PureAmp (Teil 2)

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  1. 3 Klang B.M.C. Audio PureAmp (Teil 2)

Only OneSprechen wir noch ein wenig vom Raum. Was das angeht, kommt der PureAMP meinem persönlichen Geschmack sehr entgegen: Ich mag es gerne großzügig, im Zweifelsfall etwas weitläufiger als zu eng. Und so tut’s der PureAmp.

Beim Song „Only One“ der Zeitlupenband Spain lässt es sich mit dem B.M.C. Audio PureAmp geradezu in der Musik baden. Das recht dichte Arrangement aus zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug und drei Stimmen (Josh Hadens verrauchte Stimme und zwei Damen, die nur „uuuuuuuh“ machen dürfen) bekommt durch ein sehr leises und verhalltes, ganz nach links gemischtes Delay auf der Gesangsstimme eine große Tiefe, die sich noch steigert, als der Drummer auf das Ridebecken wechselt, denn dieses wurde offenbar mit zwei Mikrofonen abgenommen, die man im Mix auf „Mitte“ und „Rechts“ platziert hat. Lange Rede, kurzer Sinn: Auch wenn der Song eigentlich eine sehr ruhige Nummer ist, schallern einem aus allen Ecken die Dinge nur so entgegen. Und der B.M.C. PureAmp kriegt es hin, dass das alles noch organisch und nicht „over the top“ klingt. Das gilt übrigens auch für die zuvor genannte Orchestereinspielung, sie ist geprägt von einem breiten, tiefen, wohlsortierten Raum, der authentisch wirkt.

B.M.C. Audio PureAmp
Ungewöhnlich, auch von unten: Der B.M.C. PureAmp besitzt vorne nur einen Gerätefuß – hinten dient ihm die an der Bodenplatte angebrachte Kühlrippe als Sockel

Vielleicht noch ein kleiner Seitenblick zu vergleichbaren Amps: Noch recht gut im Ohr ist mir der Abacus Dolifet, den ich zuvor getestet habe. In Sachen Dynamik sind beide Geräte absolut gleichwertig – das erscheint mir auch fast logisch, da beide Entwickler auf Lastunabhängigkeit gesetzt haben. Was das Tonale angeht: Hier wirkt der Abacus-Verstärker ein bisschen mächtiger im Bassbereich. Er hat untenrum mehr Wucht und Schub, löst allerdings nicht so fein auf wie der B.M.C.-Verstärker (Sie erinnern sich, das Paukenfell). Generell liefert der PureAmp auch in den anderen Frequenzbereichen noch mehr „Klarheit“, vor allem im Hochtonbereich, wo er mir kürzlich das erste Mal vor Augen geführt hat, dass in einem bestimmten Song nicht nur eine Hi-Hat, sondern auch ein sehr leiser Shaker zu hören ist. Ich hab’s danach zwar bei anderen Amps auch gehört – aber das Initiationserlebnis hatte ich mit dem B.M.C., und zwar beim Nebenbeihören.

Müsste ich den PureAmp mit anderen Amps aus meiner persönlichen Historie stark kontrastieren, dann fällt mir das Lindemann musicbook:50 ein. Dieses langte im Bassbereich recht potent und involvierend zu, ließ aber – im Vergleich zum PureAmp – über den gesamten Frequenzbereich weniger musikalische und klangliche Details „durch“. Auch die Weite der Raumdarstellung und das präzise „Festnageln“ zähle ich eher zu den Meriten des PureAmp, während das Lindemann musicbook:50 zwar durchaus quirlig und involvierend spielte, sich aber nicht ganz so „klar ausdrückte“, um mal noch einen Groschen ins Metaphernschweinchen zu werfen.

B.M.C. Audio PureAmp

Zum Schluss ein kleines Experiment: Ich habe mal bei der Verbindung PureDAC/PureAMP ausprobiert, ob ich einen Unterschied höre zwischen der Lautstärkeregelung via B.M.C.-Link-Lichtleiter und der „einfachen“ Lautstärkeregelung des PureAmp. Gegeben wurde „The Magpie Song“ von Adrian Crowley.Adrian Crowley Jawohl, es funktioniert. Und zwar, wie zu erwarten, beigeringen Lautstärken. Wenn ich leise hörte, dann wirkte die Aufnahme sortierter, der recht halltriefende Raum aufgeräumter und fassbarer (anstatt nach hinten auszufransen). Daher mein Tipp: Wenn Sie schon im Besitz einer B.M.C-Quelle sind, dann ist der Schritt zum PureAmp wirklich sehr zu empfehlen.

Okay – und noch eine klitzekleine allerletzte Anmerkung: Der PureAmp arbeitet nicht völlig geräuschfrei, weil sich in seinem Boden ein winziger Lüfter dreht. Das ist allerdings nur zu hören, wenn man wirklich mit dem Ohr über dem Amp hängt. Aber wer macht das schon?

Test: B.M.C. Audio PureAmp | Vollverstärker

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