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Nubert

Klang des B.M.C. Amp C1

Inhaltsverzeichnis

  1. 3 Klang des B.M.C. Amp C1

Wer sich schon mal von „unten“ nach „oben“ durch HiFi-Geräte gehört hat wird feststellen, dass man bis zu einer bestimmten Klasse das Gefühlt hat, immer „mehr“ zu hören. „Mehr“ Details, „mehr“ Basskontrolle, „mehr“ Räumlichkeit etc. Aber irgendwann ist damit Schluss. Dringt man in noch höhere Qualitäts- (und Preis-)Regionen vor, hat man oft den Eindruck, wieder „weniger“ zu hören. Was nicht daran liegt, dass man tatsächlich weniger Details etc. hört, sondern daran, dass diese akustischen Informationen immer klarer gegliedert dargestellt werden, besser den musikalischen Ereignissen zugeordnet sind, in der räumlichen Darstellung klarer eingeordnet werden. Das, was man hört, wird nicht „mehr“, sondern einfach präziser.

B.M.C. Amp C1

Und genau das vermag der B.M.C. Amp C1 ganz hervorragend: Er bringt Ordnung ins musikalische Geschehen, sortiert, präzisiert. Das hört sich zunächst ein wenig nüchtern an. Ist es aber nicht. Vielmehr kommt es bei einem solchen Verstärker voll und ganz auf die Aufnahme an. Langweilige, dynamikkomprimierte, MP3-Player-optimierte Sauce klingt über einen solchen Verstärker extrem fade. Gehaltvolle Musik dagegen … aber der Reihe nach.

Lisa BassengeWie so gern beginne ich meine Hörsession mit Jazz. Das Lisa Bassenge Trio macht den Anfang. Was mir als erstes auffällt, ist die gravierend gute Räumlichkeit und Lokalisationsschärfe. So präzise stehen die Musiker selten im Raum. Auch wenn der gesamte Bühnenraum nicht größer ist als ich es gewohnt bin, scheint zwischen den Musikern mehr Luft zu sein. Dadurch kommen die einzelnen Beteiligten noch besser zur Geltung. Nicht, dass das Klangbild dabei zerreißen würde – im Gegenteil: Es wird vielmehr klar, wie perfekt hier alle zusammenspielen.

Da ich meine Voreingenommenheit noch nicht ganz ad acta legen kann, versuche ich es mit heftiger Kost. Madonna ist für abgrundtiefe Synthesizer-Orgien immer eine gute Wahl. Zudem interessiert mich, wie die ungemein klare Darstellung des Verstärkers sich mit den künstlichen Klangwelten, die die Dame Madonna / Ray of Lightbevorzugt einsetzt, verträgt. Die Platte Ray Of Light macht mir schnell deutlich, dass man auch mit synthetischen Klängen und Effekten auf hohem Niveau arbeiten kann. Was hier aus den Lautsprechern kommt, ist schlicht irre. Die Darstellung versucht erst gar nicht realistisch zu sein. Aber die Soundeffekte haben eine unglaubliche, dreidimensionale Wirkung. Das Ganze wirkt wie Avatar in 3D. Ja, die Bilder kommen aus einem Computer, aber insgesamt ist der Film so perfekt und schlüssig, dass er funktioniert. Stellen Sie sich das Ganze auf die Musik übertragen vor und Sie wissen, was ich meine. Und der Bass? Der ist schnell, knochentrocken und massiv. Bei höherer Lautstärke wird mir ein wenig Bange um meine Lautsprecher. Allerdings dröhnt hier nichts oder wird gar aufdringlich. Kinofans, die auf wummernde Erdbebenbässe stehen, werden vom AMP C1 enttäuscht sein.

BMC Amp

Der B.M.C. Amp C1 nutzt seine enormen Kraftreserven mitnichten dazu, den Draufgänger zu mimen. Er ist kein Kraftmeier. Seine Energiereserven scheint er ausschließlich dazu zu verwenden, die Lautsprecher zu kontrollieren. Durch seine leistungsmäßige Ursula Rucker / Silver or LeadÜberlegenheit hat er meine Geithain ME 150 jederzeit im Griff und erlaubt ihnen nicht den kleinsten Überschwinger. Selbst „fette“ oder „runde“ Bassimpulse, wie sie etwa in „Damned If I Do“ von Ursula Rucker (Album: Silver or Lead, 2003) vorkommen, scheint der B.M.C. trockener in den Raum zu pumpen als sämtliche anderen Verstärker, mit denen ich das Stück bisher gehört habe. Das ganze klingt unglaublich cool – nein, nicht kühl! Cool in dem Sinne, dass der Amp jederzeit Kraft hat, ohne diese irgendwie zur Schau stellen zu müssen.

Test: B.M.C. Audio Amp C1 | Vollverstärker

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