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bFly Audio: Plattentellerauflagen und Plattentellergewicht – PG1 – PA1 – Vario – Testbericht

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bFly Audio: Plattentellerauflagen und Plattentellergewicht

So eine Base kann die Basis für guten Klang sein – aber entscheidend ist nicht nur was unter, sondern auch was auf dem Plattenspieler liegt, scheint sich Reinhold Schäffer gedacht zu haben. Entsprechend bietet bFly Audio diverse Tellermatten sowie ein Plattengewicht an.

BFly Plattentellergewicht PG1

Dieses Plattengewicht (99 Euro) fällt bewusst nicht allzu schwer aus. 350 Gramm wiegt es und sei damit auch für viele Subchassis-Konstruktionen geeignet, so Schäffer. Der schlichte Aluminiumkorpus hat an der Seite drei Gummiringe, was die Geschichte griffiger macht – und daneben auch noch sehr gut mit meinem VPI harmoniert, wird dessen Aluteller doch von einem schwarzem Gummiring angetrieben. Welch schöner Zufall.

An der Unterseite des Plattenbeschwerers prangt nun nicht einfach das nackte Metall, wie das öfter mal vorkommt, vielmehr wurde diese zwecks Vibrationsminimierung mit neun runden Sorbothane-Dämpfungselementen bestückt. Gefällt mir. Offen gesagt nicht zuletzt auch deshalb, weil man das Ding infolgedessen irgendwo draufstellen kann, ohne Kratzer befürchten zu müssen. Dort wo der Plattentellerdorn versinkt, besteht der bFly-Stabilizer übrigens nicht aus Alu, sondern aus dem in analogen Kreisen beliebten Kunststoff POM, was den Dorn schonen und Resonanzen weiter minimieren soll.

BFly Plattentelelrgewicht PG1 - von unten betrachtet
bFly Plattentellergewicht PG1 – von unten betrachtet

Und die Plattentellermatten? Derer hat’s gleich drei, und das teils in verschiedenen Stärken. Da wäre die Plattentellerauflage „PA1/1“ (24 Euro), welche aus einem Kork-Kautschuk-Gemisch besteht, das bessere Absorptionswerte erzielen soll als reiner Kork. Sie besitzt eine Stärke von 1 mm – praktisch ist das vor allem auf Tellern, in denen schon eine Labelaussparung integriert ist, denn dank der geringen Dicke bleibt diese erhalten, das Material schmiegt sich sozusagen an.

BFly Plattentellermatte PA1

Letzteres gilt für die 3 mm starke Matte „PA1/3“ (29 Euro) nicht, aber dank größeren Materialeinsatzes kann sie eventuell mehr/besser dämpfen. Wer auf Labelaussparungen besonderen Wert legt, dürfte aber sowieso eher mit der Auflage „Duo“ (34 Euro) glücklich werden, die es in 2- und 4-mm-Ausführung gibt. Wie der Name nahelegt, werden gleich zwei Kork-Kautschuk-Matten geliefert, die übereinandergelegt werden – die untere ist „vollflächig“ ausgeführt, die obere weist ein großes Loch in der Mitte auf: besagte Labelaussparung.

BFly Plattentellermatte Duo

Ähnlich schaut auch bFlys avancierteste Matte, die „Vario“ (59 Euro), aus, nur dass hierbei die untere Lage aus einem anderen Stoff besteht, nämlich aus weißem oder besser gesagt: eierschalenfarbigem, geschäumtem Naturkautschuk von 2 mm Stärke. Die Oberfläche dieser Auflage weist eine Matrixstruktur auf, die „beste Haftung bei geringer Auflagefläche“ garantieren soll und Vibrationen nochmals besser unterdrücke als die Kork-Verwandtschaft. Doch die Kautschukscheibe muss nicht zwangsläufig unten liegen, schließlich nennt sich das Produkt „Vario“: Man sollte das Ensemble durchaus einmal umgekehrt betreiben, rät Schäffer, also den Kork nach unten, es könnte, je nach Kette, so herum besser klingen …

BFly Audio Vario

Ehrlich gesagt, konnten mich weiche Tellerauflagen bis dato nicht wirklich überzeugen. Häufig hatte ich den Eindruck, dass da zu viel weggedämmt wird, sprich dass Impulse weniger impulsiv kommen und dass es der Auflösung an den Frequenzbandenden auch nicht immer zuträglich ist. Zudem habe ich einen praktischen Einwand: Zumindest Filz- und Wildledermatten sind Staubfänger und lassen sich nicht wirklich gut reinigen. Ist es intelligent, statisch aufgeladene Plastikscheiben auf staubige Läppchen zu legen? So semi, würde ich sagen. Spaß kommt auch beim Plattenwechseln auf, wenn die Filzmatte einfach an der LP kleben bleibt. Noch schöner wird’s, wenn sie wieder auf den sich drehenden Teller herunterfällt, so dass ein staubiges Filzknäuel an der Tonabnehmernadel – hoffentlich! – vorbeirotiert. Nun, dergleichen passiert einem mit den bFly-Auflagen schon mal nicht. Staub lässt sich wegpusten oder mit einem kleinen Brüstchen oder Läppchen wegwischen, und kleben bleibt da auch nix.

Aus genannten Gründen höre ich zumeist mit nacktem Teller oder mit „harten Matten“, zum Beispiel Acrylauflagen oder gar Schieferscheiben (letztere passt allerdings nicht wirklich gut auf den VPI Scout II). Klanglich und „hygienisch“ bin ich zufrieden – aber das Handling ist natürlich zum Mäusemelken, gerade auch mit dem VPI und seiner Schraub-Plattenklemme: Jedes Mal beim Seitenwechsel den Plattenspieler ausschalten, Klemme aufschrauben, LP drehen, Klemme wieder dranschrauben, Teller auf Touren bringen … ächz! Ich werde schon beim Schreiben ganz müde davon.

In welche Richtung geht’s klanglich nun mit bFly-Gewicht und -Auflagen? Zunächst nehme ich die 1 mm schlanke Scheibe PA1/1 und tausche die VPI-Schraubklemme gegen bFlys Beschwerer. Erster spontaner Eindruck: Irgendwie klingt es jetzt ein bisschen leiser. Komisch, doch egal, man kann ja wieder lauter drehen. Der zweite Eindruck ist ein tonaler. Obenrum wirkt’s minimal milder, etwas weniger explizit. Nicht viel, aber ein bisschen. Insgesamt gestaltet sich die Wiedergabe damit, klangfarblich betrachtet, Ben Harperein wenig wärmer und voller. Ben Harpers Stimme etwa kommt auf Welcome to the Cruel World etwas weniger kehlig beziehungsweise sonorer rüber als gewohnt. Durchaus angenehm.

Dritte Erkenntnis: Was die Impulswiedergabe angeht, wird kaum etwas geopfert. Ja, Harpers Gitarren-Pickings klingen nun eine Nuance weniger scharf und plötzlich. Aber eben nur eine Nuance. Mancher wird das sogar als natürlicher bezeichnen, zumal der Körper des Instruments etwas voller und intensiver nachgezeichnet wird. Letztlich ist es Geschmackssache, welche klangliche Ausrichtung – mit dem bFly-Set oder der VPI-Klemme + nacktem Teller – besser gefällt. Ein wenig gefälliger tönt’s mit Herrn Schäffers Produkten freilich schon. Hauptsächlich freue ich mich aber darüber, dass mir endlich eine weiche, vinylschonende Auflage ins Haus geflattert ist, die klanglich am VPI Scout II nichts Grundsätzliches ändert, aber den Wechsel des Vinyls deutlich schneller und einfacher von der Hand gehen lässt.

Ein Wechsel zur 3-mm-Kork/Kautschuk-Auflage und zur Duo (die mit der Labelaussparung) bringt mir im Vergleich zur dünneren keinen wirklichen Gewinn. Vielmehr kommt es mir räumlich etwas weniger offen und tonal im Obergeschoss noch milder vor. Auf andern Plattenspielern mag sich das aber anders verhalten.

BFly Plattentellermatte Duo

Die bFly-Vario-Auflage lege ich da fast nur noch aus Pflichtgefühl auf den Teller, schließlich ist die so dick wie die Duo und das Material noch weicher, also wird es zahmer tönen. Tja, wieder mal geirrt. So einfach ist das nicht.

BFly Plattentellermatte Vario

Ich experimentiere ein wenig mit der Reihenfolge der zwei Vario-Matten und erinnere mich an Schäffers Anmerkung, dass man die Auflage aus geschäumtem Kautschuk auch einmal solo ausprobieren könne. Und was soll ich sagen – genau das kann, je nach Anlagen-Konstellation, wirklich gut passen.

BFly Audio - Vario + PG1

Was den Hochtonbereich angeht, ist’s ungefähr so wie mit der zuerst getesteten Auflage PA1/1, also etwas dezenter/milder als mit nacktem Teller (gut, vielleicht noch milder). Doch in der Region Bass/Grundton wirkt es energischer und konturierter. Wohlgemerkt: und. Beides zugleich hat man nicht immer. Stimmt schon, mit dem Vinyl direkt auf dem Plattenteller und der VPI-Klemme im Einsatz geht es in den oberen Oktaven offensiver, direkter und etwas aufgelöster zur Sache. Mit bFlys Set aus Vario-Auflage & Plattengewicht auf dem Dreher wirkt es aber vom Bass bis in den unteren Mittenbereich hinein einen Tick transparenter. Durch die gewonnene Prägnanz bekommt die Musik mehr Drive – und involviert mich deshalb mehr.

Fazit: Die getesteten Produkte von bFly Audio sind gut verarbeitet, sehr praxistauglich und bewegen sich allesamt in bezahlbaren Regionen. Natürlich ist der klangliche Gewinn durch solcherart Zubehör immer auch vom individuellen Einsatzort abhängig – im Rahmen meiner Experimente kann ich Schäffers „analogen Helferchen“ allerdings ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis bescheinigen. BFlys Plattentellergewicht PG1 und die Tellerauflagen Vario wie auch die PA1/1 habe ich nach dem Test behalten, und die BaseTwo Pro nur deshalb nicht, weil ich schon eine funktionierende – leider aber auch weniger ansehnliche und teurere – Lösung besitze.

BFly Audio - Phonozubehör

Hersteller & Vertrieb:

bFly Audio
Theodor-Sachs-Straße 60 | 86199 Augsburg
Web: www.bfly-audio.de
eMail: info@bfly-audio.de
Telefon: 0821 – 9987797

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Test: bFly Audio BaseTwo Pro, PG1, PA1/1, PA1/3, Duo und Vario | Phono-Zubehör

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Über den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: SME Model 15 Tonarm: SME 309 Tonabnehmer: MC: Denon DL-103R, Dynavector DV-20X2 H, Transrotor Figaro; MM: Shelter 201 Sonstiges: Flux-HiFi (Nadelreiniger), VPI HW-16.5 (Plattenwaschmaschine)

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Luxman DA-06 CD-Player: NAD C546BEE SE Musikserver: Audiodata MusikServer MSII, Readynas Duo NAS-Server Streamer: Auralic Aries Computer/Mediaplayer: HP Notebook mit JRiver Sonstiges: iFi iPurifier II (USB-Filter)

Vollverstärker: Denon PMA-2010AE

Vorstufen: Hochpegel: Octave HP300 MK II Phonoverstärker: BMC Audio MCCI, Octave HP300-Phonoboard

Endstufen: Musical Fidelity M8 700m (Monos)

Lautsprecher: Blumenhofer Acoustics Genuin FS 1 Mk2

Kopfhörer: Beyerdynamic DT-990, Sony MDR-1000X

All-In-One: Ruark Audio R4

Kabel: Lautsprecherkabel: fis Audio Studioline, Ascendo Tri-Wire-Kabelsatz, Dynamikks Speakerlink, Ecosse ES 2.3, Zu Audio Libtec NF-Kabel: fis Audio Premiumline Lifetime, Ecosse, Vovox und andere Digitalkabel: Audioquest Cinnamon (Toslink), Boaacoustic Silver Digital Xeno (USB), Wireworld Series 7 Starlight Gold (Koax-S/PDIF) Netzkabel: fis Audio Studioline Netzleiste: fis Audio Black Magic

Rack: Creaktiv Trend 3

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 30 m² Höhe: 3,4 m

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