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Demnächst im Test:

Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Sind die stoned?
  2. 2 bFly-Audio StoneLine: Klangcheck
  3. 3 Testfazit: bFly-Audio StoneLine

Nanu, was ist denn plötzlich mit bFly-Audio (Web: www.bfly-audio.de) los? Bislang hatte Reinhold Schäffer, Chefentwickler der Augsburger HiFi-Zubehör-Spezialisten, fast ausschließlich auf „weiche“ Materialien wie Sorbothane, Kork, Kautschuk, Gel oder mehrschichtig angeordnete Hölzer geschworen. Und jetzt das: eine Entkoppplungsbasis mit dem Name „StoneLine“. Mussten wir uns natürlich sofort für einen Test kommen lassen. Ob die beiden zur Verfügung gestellten „Referenzbasen“ StoneLine S/M (499 Euro) und das aufwendigere Twin-Modell StoneLine M (999 Euro) im harten Widerspruch zum natürlich-geschmeidigen House-Sound Marke bFly stehen?

Mineralgestein plus Harz

Nun, erst einmal sollte klargestellt werden: Die Gerätestellflächen der StoneLine-Modelle bestehen weder komplett aus Stein noch handelt es sich bei deren Grundmaterial um ein Naturprodukt, wie dies etwa bei Basen aus Schiefer oder Granit der Fall ist. Für die StoneLine-Basen hat Schäffer vielmehr eine Mischung aus Mineralgestein und Kunstharz so in Form gegossen, dass sich eine wirksame Entkopplung der auf der Stellfläche ruhenden Gerätschaften ergibt.

bFly-Audio StoneLine: oben die normale, unten die Twin-Ausführung

bFly-Audio StoneLine: oben die normale, unten die Twin-Version

Die Idee: Durch das feinkörnige und millimeterweise unterschiedlich dichte Material sollen Vibrationen möglichst breitbandig absorbiert werden. Dieses Prinzip funktioniert laut Schäffer in beide Richtungen. So soll die Base nicht nur Erschütterungen vom Gerät selbst, sondern auch solche von außen – vom Boden oder Regal – zur Komponente hin minimieren. Als Stellfläche dient – wie bereits bei den bekannten bFly-Audio-Basen BaseTwo (Preis: ab 449 Euro) und PowerBase (Preis: ab 699 Euro) – eine mit einem weichen Polymer verklebte Aluminiumauflage, die das Absorptionsverhalten weiter optimiere.

PURE Tradition

Großen Anteil an der auf Breitbandigkeit angelegten Entkopplung haben auch die Füße der bFly-StoneLine-Modelle. Bei ihnen greift Schäffer auf seine seit Jahren bewährte „Multi Layer Adjustment“-Technologie zurück. Angelehnt sind die StoneLine-Füße an die auch separat verfügbaren bFly-Audio PURE-Absorber (Preis: ab 169 Euro/Vierer-Set). Den Kontakt mit dem Untergrund stellen diese Füße über ein dünnes Gelkissen her.

Standfuß der StoneLine-Basis

Darüber angeordnet sind sechs Schichten aus Aluminium, Spezialkautschuk, Sorbothane, Kork/Kautschuk-Granulat und Natur-Kautschuk. Jedes dieser Materialien zeigt laut Schäffer durch seine spezifische Zusammensetzung ein anderes Resonanzverhalten, sodass in Summe ein besonders breites Spektrum an Geräte- und Bodenresonanzen absorbiert werden könne.

Schicht für Schicht: bFly-Audio PURE-Absorber

Schicht für Schicht: bFly-Audio PURE-Absorber

Im Zentrum des bFly-PURE-Absorberkonzepts steht das Material Sorbothane. Laut Schäffer besitzt es wesentlich bessere vibrationsabsorbierende Eigenschaften als etwa Gummi oder Silikon. Vor allem das Ausschwingverhalten sei bei Sorbothane um ein Vielfaches besser als bei anderen Werkstoffen. Wie beim bFly-Audio-PURE-Gerätefuß üblich, ist die Sorbothane-Schicht zur besseren Absorption ringförmig um eine dämpfende Luftkammer herum angeordnet. Luft, so Schäffer, mache Resonanzen das Leben besonders schwer.

Kombiniere: Größen & Varianten

Geliefert werden die bFly-Audio StoneLine üblicherweise mit vier wahlweise mattschwarzen oder aluminumfarbenen Absorberfüßen. Lediglich die kleinste S/M-Basis postiert ihre Stellfläche auf drei Füßen. Deshalb verträgt die Mini-StoneLine auch „nur“ 55 Kilogramm Gewicht, während die M-, L- und XL-Basen Geräte bis etwa 70 Kilogramm schultern. Bei der Aufstellung der bFly StoneLine ist vorzugsweise auf einen geraden Untergrund zu achten. Die Basenfüße tolerieren durch die minimal nachgebende Gelschicht zwar winzige Unebenheiten, echte Höhenunterschiede können sie mangels Verstellbarkeit aber nicht korrigieren. Für den Fall, dass sich partout keine gerade Fläche findet, liegen jeder bFly-Audio StoneLine zur wackelfreien Aufstellung dünne Plättchen aus Kork-Kautschuk bei. Diese können nicht nur zur Höhenkorrektur unter die Basenfüße geschoben werden, sondern erlauben auch ein Feintuning des Klanges „in Richtung mehr Basstiefe und Grundtonwärme“, so Schäffer.

bfly audio stoneline twin

Neben den Standardvarianten sind alle Modelle der bFly StoneLine auch als sogenannte „Twin“-Ausführung verfügbar. Diesen Deluxe-Versionen der StoneLine wird eine zweite, identische Kunststein-Aluminium-Einheit verpasst, was die Absorptionseigenschaften der Basis zwar nicht gleich verdoppeln, aber laut Hersteller deutlich hörbar optimieren soll.

bFly-Audio StoneLine Twin in den Ausführungen Rosenquarz, Schwarz und Betongrau-3Farben_mi

bFly-Audio StoneLine Twin in den Ausführungen Rosenquarz, Schwarz und Betongrau

Lieferbar sind alle Basen entweder mit schwarzer oder grauer Granulat-Schicht. Gegen Aufpreis ist eine Ausführung in Rosenquarz verfügbar. Der klangliche Unterschied zur Standard-Variante fällt laut Hersteller nicht gravierend aus, sei bei entsprechend hochwertigen Komponenten aber hörbar. Die Rosenquarz-Variante soll in einigen Fällen etwas transparenter klingen und in Sachen Dynamik und Auflösung leicht die Nase vorn haben. Ob hierfür Aufpreise von 200 Euro bei der Standard-Ausführung bis hin zu 800 Euro bei den Twin-Modellen opportun sind, müssen der eigene Perfektionsdrang und Geldbeutel unter sich ausmachen.

bFly-Audio StoneLine: Klangcheck

Der Hörtest beginnt mit einer Überraschung: Nein, dem klanglichen Klischee vom Stein als präzisem, aber eher unmusikalischem „Analytiker“ will die bFly-Audio StoneLine so gar nicht entsprechen. Schäffers erste holzfreie Basis präsentiert sich vielmehr als Charmebolzen erster Güte. Und hat damit von Anfang an – bitte verzeihen Sie mir das Wortspiel – nicht nur einen Stein bei mir im Brett.

Tonaler Eindruck

Asketische Bässe, leblose Mitten, überpräsente Höhen: Von solcherlei Unbill zeigt die bFly StoneLine sowohl unter meinem D/A-Wandler Jadis JS2 MKIII als auch unter den beiden Verstärkern Jadis DA88S und EAR Yoshino HP-4 nicht die Spur. Hören wir uns einmal tonal von unten nach oben durch.

bFly-Audio StoneLine

Schnell gespielte, aber fett abgemischte E-Bass-Motive, wie sie etwa auf dem neuen Russian-Circles-Album Blood Year (auf Amazon anhören) dominieren, werden wohltuend konturiert herausgearbeitet und stehen plastischer, griffiger im Hörraum als ohne Schäffers Basis. Schön zu hören: Die gesteigerte Transparenz und Prägnanz im Bass geht dabei nicht mit einer Magerkur einher, sondern lässt den Tiefton im Gegenteil sogar noch etwas druckvoller erscheinen.

Lise Davidsen - Strauss Four Last SongsNoch eindrucksvoller fallen die Verbesserungen im Mittenband aus. Hier macht sich etwa bei Frauenstimmen wie jener der neuen Klassik-Überfliegerin Lise Davidsen (Album: Strauss: Four Last Songs; auf Amazon anhören) eine Steigerung des organischen Flusses und der klangfarblichen Natürlichkeit bemerkbar – und das bei gleichzeitiger Zunahme der Artikulationsfähigkeit. Auch Instrumente wirken lebendiger und glaubhafter reproduziert.

Die Höhen? Zeigen keineswegs mehr Präsenz, sondern wirken beim ersten Einsatz der bFly-Audio StoneLine im Gegenteil fast etwas unterrepräsentiert. Erst beim genaueren beziehungsweise längeren Hören fällt auf, dass die Feinstofflichkeit im Hochton eher zunimmt und das tonale Obergeschoss besser ans Mittenband anschließt. Wem aber eine Extraprise Hochton-Glitzer durchaus Spaß bereitet, ist hier an der falschen Stelle.

Wie dem auch sei – die tonale Charakteristik der bFly StoneLine erleichtert es mir jedenfalls, konzentriert der Musik zu folgen. Sie lässt Geräte so harmonisch, homogen und effektfrei „aus einem Guss“ spielen, dass sich der Eindruck manifestiert: Die bFly StoneLine gibt den Geräten keine neuen klanglichen Kompetenzen, sondern nimmt ihnen die Marotten.

Ordnende Hand

Ihre ordnende, aber eben nicht „steinern“ kontrollierende Hand beweist die bFly StoneLine in Sachen Raumausleuchtung. Anders als manche Basen, die den Raum entweder in alle drei Dimensionen ausdehnen und/oder die Konturen von Phantomschallquellen bis ins Hyperreale schärfen, verlegt sich die bFly StoneLine darauf, Instrumenten und Stimmen auf der virtuellen Bühne mehr Stabilität, Substanz und Körperlichkeit zu geben. Abbildungspräzision mit dem Seziermesser oder räumlichen Riesenwuchs sollten Käufer also ebenso wenig erwarten wie „deutlich mehr Luft“ zwischen den Instrumenten. Wer mit der räumlichen Abbildung seiner Geräte bereits zufrieden ist, der kauft sich mit einer bFly StoneLine aber mehr physische Präsenz beziehungsweise „stabile 3D-Haftigkeit“ ein, ohne den gewohnten Bühnenaufbau groß zu verändern.

Boden der bFly-Audio StoneLine

Dem steinernen Charmebolzen ebenfalls fremd: vordergründiges Dynamik-Doping. Auf ansatzlose Grobattacke lässt sich mit ihr kein Verstärker züchten – eine Dynamikbremse ist die StoneLine ebenso wenig. Heißt: Das Grobdynamikverhalten bleibt unangetastet (was man im Übrigen auch nicht von jeder Basis behaupten kann), während die feindynamischen Schattierungen gerade bei akustischen Instrumenten bisweilen deutlich nuancierter rüberkommen.

Gelungene Klangkreuzung

Mit ihrer fließenden, wohlgeordnet homogenen und effektfrei im Dienst der Musik stehenden Wirkung reiht sich die bFly-Audio StoneLine nicht nur preislich, sondern auch klanglich in etwa mittig zwischen die bewährten bFly-Basen BaseTwo und PowerBase ein. Während von der bFly BaseTwo vor allem ein ruhiger Musikfluss sowie gesteigerte Ordnung im Raum zu erwarten sind und Attacke sowie Hochtonpfeffer eher nicht gefördert werden, agiert die PowerBase quirliger, detaillierter und feindynamisch filigraner – und damit für manche Geräte und Hörgeschmäcker vielleicht schon wieder zu „nervös“. Genau in diese audiophile Versorgungslücke schiebt sich nun die bFly StoneLine. Will heißen: Hörern, die mit der Tonalität ihrer Anlage zufrieden sind und weder das eine noch das andere brauchen, verschafft bFly-Audio mit der neuen Basis ein solides Fundament. Die bFly StoneLine bietet die Ruhe, Ordnung und Entspanntheit der BaseTwo, fügt auf dieser Grundlage aber die feindynamische Akkuratesse und Detailauflösung der PowerBase hinzu, ohne Gefahr zu laufen, das Gesamtklangbild je ins Nervöse kippen zu lassen.

bFly StoneLine, seitlich betrachtet

Auch den Vergleich mit den Basen anderer Hersteller braucht die neue bFly StoneLine nicht zu scheuen. So bietet beispielweise Krynas etwas teurere Audio Board Palette (Preis: 1.080 Euro für 49 x 42 cm Stellfläche) bei gleichermaßen überzeugendem Musikfluss zwar mehr Detailauflösung, Feindynamik und Luftigkeit, erscheint mir im Vergleich aber etwas „ätherischer“. Insbesondere in neutral bis leicht schlanker abgestimmten Ketten kann die bFly StoneLine aufgrund ihrer körperlich-soliden Abbildung und des etwas substanzielleren Bassdrucks die bessere Wahl sein.

Interessant auch: Die klanglichen Verbesserungen im Vergleich zu einer Geräteaufstellung direkt auf dem Rackboden variieren nicht von Gerät zu Gerät, sondern zeigen sich bei meinem Verstärkern in genau dergleichen Art und Ausprägung wie bei meinem Röhren-D/A-Wandler oder dem ebenfalls röhrenbewehrten Kopfhörerverstärker. Lediglich bei meiner Streamingbridge Auralic Aries Femto fallen die klanglichen Verbesserungen naturgemäß moderater aus.

Darf’s etwas mehr sein?

Abschlussfrage: Lohnt sich die Twin-Variante der bFly StoneLine? Klare Antwort: Es kommt drauf an. Unter den getesteten transistorisierten Verstärkern und D/A-Wandlern konnte ich kaum Unterschiede zur Standard-Variante ausfindig machen. Besonders sensible Komponenten wie etwa Röhrengeräte können vom „Doppel-Whooper“ aber teils hörbar profitiert. Namentlich durch eine abermals gesteigerte Feinauflösung und Prägnanz vor allem im Mittenband sowie eine Verbesserung der Konturenschärfe, die durch die Standard-Variante ja noch nicht gefördert wurde. Die Abbildung gerät durch die Twin-Base also etwas präziser, wie von einer minimalen Restunschärfe befreit. Auch der Hochton klingt, wenngleich nicht so offen wie bei der PowerBase, so doch eine Spur schillernder als mit der Standard-StoneLine.

Testfazit: bFly-Audio StoneLine

Mit den neuen StoneLine-Basen ist bFly-Audio eine echte Bereicherung nicht nur des eigenen „Entkopplungs-Portfolios“ gelungen. Für Hörer, die von einer Gerätebasis zuvorderst eine gesteigerte Plastizität von Instrumenten und Stimmen auf der Bühne sowie authentischen Musikfluss erwarten, stellt die StoneLine eine fair kalkuliert Lösung dar – zumal diese Tugenden von leichten Gewinnen bei Auflösung und Feindynamik begleitet werden.

bFly-Audio StoneLine

Im Hochton minimal dezenter unterwegs, macht sie tonal einen balanciert-sonoren Eindruck. Und was neben den klanglichen Meriten ebenfalls positiv auffällt: Alle Varianten der bFly-Audio StoneLine sind erstklassig verarbeitet und hübsch anzusehen.

Fakten:

  • Modell: bFly Audio StoneLine
  • Konzept: Geräte- und Lautsprecherbasis
  • Preise: 499 Euro bis 1.599 Euro (abhängig von Größe und Ausführung)
  • Maße: S/M 250 x 350 mm, M 440 x 350 mm, L 500 x 400 mm, XL 560 x 460 mm
  • Farben: Schwarz, Grau, Rosenquarz (gegen Aufpreis)
  • Garantie: 2 Jahre

Hersteller & Vertrieb:

bFly-Audio
Theodor-Sachs-Straße 60 | 86199 Augsburg
Telefon: +49 (0) 821-9987797
E-Mail: info@bfly-audio.de
Web: www.bfly-audio.de

Test: bFly-Audio StoneLine | Füße & Basen

  1. 1 Sind die stoned?
  2. 2 bFly-Audio StoneLine: Klangcheck
  3. 3 Testfazit: bFly-Audio StoneLine

Über die Autorin / den Autor

Equipment

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Jadis JS2 MKIII Signature Streamer: Auralic Aries Femto mit SBooster 15V

Vollverstärker: Jadis DA88 Signature

Lautsprecher: Harbeth SHL5+

Kopfhörer: Meze Empyrean, Audeze LCD-XC

Kopfhörerverstärker: Chord Mojo, EAR Yoshino HP4

Kabel: Lautsprecherkabel: Kondo Operia SPc Bi-Wire NF-Kabel: Kondo VcII Digitalkabel: Tellurium Silver Diamond Digital XLR, Aqvox USB Netzkabel: Kondo KSL-ACc Persimmon Sonstiges: Cardas Parsec, Meze Furukawa Silver-Copper

Rack: Multiplex-Bambus-Selbstbau mit bFly Talis-Füßen

Zubehör: Stromfilter: Isotek Aquarius, Audioplan Powerplant SIII Sonstiges: AudioQuest Jitterbug, Uptone USB Regen

Sonstiges: Skylan Stands, Audioplan Antispikes, Stillpoints Ultra SS, Stillpoints Ultra Mini

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 32 m² Höhe: 3,5 m

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