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„Ha! – Wie soll denn ausgerechnet ein Netzfilter schon klingen?“, höre ich Sie, liebe Leser und Leserinnen, bereits fragen, während ich mich gerade anschicke, die ersten passenden Buchstaben für diesen Test auf der Tastatur auszuspähen. Okay, einverstanden, gehen wir gleich in medias res: Im Grunde natürlich gar nicht. Sehr wohl aber klingen störende Einträge ins Netz – und zwar schlecht. Anders ausgedrückt: So wie die allerbeste Pille nichts nutzt, wenn man dummerweise mal gerade kerngesund ist und bleiben möchte, nutzt der beste Netzfilter nichts, wenn der Sinus unbescholten und mustergültig vor sich hin oszilliert. Zumindest, wenn man von der Qualität der Kontakte, Leiter und des nicht zu unterschätzenden Erdungskonzeptes einmal absieht. Allerdings findet unser Netzsinus viele gute Gründe, sich malade zu fühlen: LEDs, E-Auto-Ladestationen, Energiesparlampen, Wechselrichter von PV-Anlagen, Schaltnetzteile, der gute alte Dimmer etc. pp. Solche Störungen sind keineswegs ohne – und klanglich bisweilen sogar spielentscheidend. Denn vergessen wir nicht: Das Musiksignal ist nichts weiter als ein moduliertes „Steckdosensignal“. Lösungen wie der AVM Power Conditioner PC 5.3 (https://avm.audio/ | 5.990 Euro) sollen dem Spiel eine hörbare Wendung verleihen.
Der PC 5.3 ist übrigens auch als halbe Portion erhältlich: Der Power Conditioner PC 3.3 kommt nämlich mit genau der Hälfte der Steckplätze des großen Bruders. Qualitativ ist er identisch zum PC 5.3 – ihm fehlt lediglich die zweite „Buchsenetage“, was Besitzer kleinerer Ketten, denen sechs Steckplätze reichen, immerhin um 2.000 Euro entlastet. Apropos qualitativ: Die internen Filter der AVM Power Conditioner richten sich sowohl gegen hochfrequente Störeinträge (HF) als auch gegen vagabundierende Gleichspannungsanteile (DC) – dazu später mehr.
Etagenbesichtigung

Der AVM Power Conditioner PC 5.3 kommt mit 12 Steckplätzen, vier davon – links im Bild – sind Leistungsverstärkern oder Aktivboxen vorbehalten
Okay, wie schaut‘s auf einer Etage denn so aus? Nun, sagen wir mal: ziemlich strukturiert und komfortabel. Die Netzkabelstecker von leistungsfordernden Voll- und Endverstärkern sowie vorgeschalteten genügsameren Komponenten wie Vorstufen, Streamern, DACs oder CD-Playern dürfen nämlich in unterschiedlichen, filtertechnisch für sie jeweils optimierten Bereichen Platz nehmen. Für stromhungrigere Amps sind zwei und für ihre Zuspieler vier Plätze reserviert.
Heißt: Unser Doppelstöcker namens AVM Power Conditioner PC 5.3 bietet mit seinen insgesamt zwölf Steckplätzen selbst opulenten Audiosystemen hinreichend Anschlussmöglichkeiten – und mit maximal 16 Ampere Ausgangsstrom, mithin zulässigen 3.680 Watt Gesamtleistung, genügend Energie.
Und wieso „komfortabel“? Nun, alle anhängigen Komponenten lassen sich bequem mit einem einzigen Tastendruck einschalten, ohne dass man Gefahr läuft, die Haussicherung herauszufordern. Denn die zwölf Steckplätze aktivieren sich nicht allesamt synchron, sondern brav in drei Gruppen unterteilt: Erst werden die Quellgeräte „wach“ und dann im Sekundenabstand nacheinander jeweils zwei Leistungssteckplätze (jeweils einer beim PC 3.3). Ach ja: Bekennende Couchpotatoes können den entscheidenden Tastendruck auch ultimativ relaxt mit der AVM-RC3- oder RC5-Fernbedienung (nicht im Lieferumfang) vornehmen …
Die Zeremonie beim Einschalten

Klarer Hinweis: Bitte den AVM Power Conditioner PC 5.3 noch einmal ausschalten und den Netzstecker „umdrehen“
Wie immer man den AVM Power Conditioner PC 5.3 auch einschaltet – die anschließend einsetzende Prozedur ist immer die gleiche: Der integrierte Prozessor checkt zum einen, ob die elementar sicherheitsrelevante Schutzleiterverbindung (PE) vorhanden ist. Dabei weist der PC 5.3 sogar einen eigenen rückstellbaren FI-Schutzschalter (RCD) auf, der bei Fehlerströmen über 30 mA (Auslösezeit: 30 ms) und generell bei Überspannung (> 275 Volt) auslöst.
Nicht sicherheits-, aber klangrelevant ist der Check der Phasenlage, die freilich nur dann hilfreich ist, wenn man den klangoptimalen Anschluss seiner Geräte auch tatsächlich kennt – was in jedem Fall empfehlenswert ist (siehe dazu auch unser Artikel Tipps & Praxis: Tuning-Tricks für guten HiFi-Klang). Sämtliche Steckplätze des AVM-Filters haben folglich eine Phasenmarkierung.
Läuft einer der genannten Checks nicht erfolgreich ab, bleibt der AVM Power Conditioner PC 5.3 inaktiv und warnt auf seinem Display. Gute Sache – die leider die wenigsten am Markt befindlichen Filterlösungen draufhaben.
Anderen beim Arbeiten zusehen …

Der AVM Power Conditioner PC 5.3 nimmt unter anderem eine fortlaufende Frequenz- und Spannungsmessung vor. Natürlich lässt sich das Display auch ausschalten
Gleiches gilt für einige weitere interessante Tricks, die der PC 5.3 beherrscht – und die sich dem stolzen Besitzer nicht nur via Display offenbaren, sondern sogar akustisch. Doch der Reihe nach:
Wer an der Ordnungsgemäßheit seines Stromnetzes größere Zweifel hegt, wird mithilfe der fortlaufenden Messung und Displayanzeige der Eingangsspannung und Netzfrequenz hoffentlich positive Antworten finden. Seien Sie aber nicht zu optimistisch – unbotmäßige Spannungsschwankungen sind tatsächlich keine Seltenheit. Ebenso wenig wie Gleichspannungseinträge, die vor allem auch Ringkerntrafos gerne mal zum gefürchteten Brummen anregen, und HF-Störungen, die stets für eine unterschwellige Unruhe und Härte im Klangbild gut sind.
Schön, dass man dem AVM Power Conditioner PC 5.3 bei der Verrichtung seiner Filterarbeit zusehen kann: Das OLED-Display visualisiert mittels zweier Balkenanzeigen anschaulich den Vorher-Nachher-Effekt – und zwar getrennt für DC- und HF-Störungen. Und das ist noch nicht alles: Wer sich richtig gruseln will, kann sich das Ausmaß der grisseligen Störungen am Eingang auch anhören – und vom leiseren Rauschen am Ausgang wieder beruhigen lassen. Dafür sind in den PC 5.3 extra ein kleiner Lautsprecher und eine Monitortaste integriert.
Und wer das alles gar nicht hören oder sehen will, lässt die Monitortaste unbehelligt und das deaktivierbare Display dunkel …

Der AVM Power Conditioner PC 5.3 misst auch störende DC- sowie HF-Einträge – und zwar getrennt für den Eingangs- sowie den gefilterten Ausgangsbereich
Probieren geht über Studieren
Zumal ja bekanntlich Probieren über Studieren geht – und Selberhören angesagt ist. Auch dafür bietet der AVM Power Conditioner PC 5.3 ein spezielles Feature: Drückt man die unterhalb des Displays angesiedelte DC-Test- beziehungsweise HF-Test-Taste, stellt der jeweilige Filter die Arbeit unverzüglich ein (die HF-Filterung aber nur am linken unteren Ausgang). Der geneigte Hörer kann per A/B-Vergleich also unmittelbar nachvollziehen, was die AVM-Netzfilterung klanglich bewirkt.
Obwohl ich ja meine, dass das bereits deutlich genug zum Ausdruck kommen sollte, wenn man von einer ungefilterten Netzleiste oder einem einfachen Netzfilter auf den AVM Power Conditioner PC 5.3 wechselt. Schließlich ist das ja der Sinn der ganzen Sache …
Sinnstiftend: HF- und DC-Filterung
Bedienkomfort und Ausstattung hin oder her – am Ende zählt die Qualität der Filtertechnik. Wichtig ist zunächst – allerdings steht das in dieser Preisklasse auch zu erwarten –, dass der AVM Power Conditioner PC 5.3 mit Einzelsteckplatzfilterung arbeitet, um HF im Zaum zu halten. Denn die Komponenten und Netzteile in Ihrem Audiosystem sind in dieser Sache nicht nur Opfer, sondern auch potenzielle Täter und belasten sich dann wechselseitig. Um sowohl Gleichtakt- als auch unsymmetrischen HF-Störungen zu begegnen, kommt jede der zwölf Steckdosen des AVM-Conditioners mit einer differentiellen Drossel sowie Filterkondensatoren zwischen Null und Phase, Erde und Null sowie Erde und Phase.
Parallel dazu arbeitet sich ein Netzwerk aus großkalibrigen Kondensatoren („AVM Caps“) und Dioden an etwaigen Gleichspannungen ab. AVM ist wichtig zu betonen: „Die DC-Filterung agiert zwischen Phase und Schutzleiter. Nicht wie viele andere Lösungen zwischen Phase und Null. In diesem Kontext funktioniert auch die Kontrolle, dass wirklich ein funktionierender Schutzleiter vorhanden ist.“ Übrigens: Bis zu 2,4 Volt Gleichspannung vermag der PC 5.3 AVM zufolge zu blockieren.
AVM Power Conditioner PC 5.3: Hörtest & Vergleiche

Im Hörraum während des Hörtests ließen sich auf dem Display des AVM Power Conditioner PC 5.3 noch deutliche stärkere Störeinträge beobachten als bei der Fotosession
Netzleisten und Netzfilter: Was bringt’s generell?
Das für diesen Test Gute ist, dass ich mitten in Berlin lebe. Wo die Abwesenheit von Mustergültigkeit zum Stil erhoben wird – um es mal euphemistisch auszudrücken –, den Netzsinus eingeschlossen. Ganz früher dachte ich freitagabends manchmal, meine Anlage sei plötzlich kaputt. Um mich einige Tage später an deren wunderbaren Selbstheilungskräften zu erfreuen. An diesen Schwankungen änderte auch meine erste mechanisch wertige, doch filterlose audiophile Netzleiste nichts. Natürlich nicht. Aber sie brachte überraschend neuen Wind in den Sound, und ich bin „Tonstudio Tempelhof“ (leider nicht mehr existent) und „Hifi im Hinterhof“ für all die unkomplizierten Wochenendausleihen immer noch dankbar. Probieren geht über Studieren – und nichts über einen guten Fachhändler vor Ort.
Switchen wir ins Jetzt und widmen uns dem Eigentlichen: So hilfreich highfidele Netzleisten ohne Filter auch sein mögen, den viel größeren Sprung auf ein neues Soundlevel erlebe ich mit Netzfiltern – wobei freilich auch Trenntrafos eine gute Idee sein können. In den Audiosystemen der fairaudio-Autoren finden sich beide Lösungen (natürlich nicht gleichzeitig). Zumal die vielbeschworenen Dynamikeinbußen bei modernen und wertigen Filtern und Trafos ganz offenbar der Vergangenheit angehören.

C20-Stecker für Ströme bis 16 Ampere am AVM Power Conditioner PC 5.3, ein passendes Netzkabel liegt dem Netzfilter bei
Empfand ich beispielsweise meine erste HMS Energia noch als etwas abmildernd und -rundend, würde ich bereits mit Blick auf meine knapp zehn Jahre alte HMS Energia MkII sagen, dass die Wahrnehmung von Dynamikeinbußen eher eine Frage der Interpretation sauberen und ruhigeren Sounds ist. Und so besitze und schätze ich die vergleichsweise preisgünstige Energia MkII immer noch, habe mich aber schon vor einiger Zeit für die AudioQuest Niagara 5000 (wir hatten die AudioQuest Niagara 3000 im Test) als hauptamtliche Reinigungskraft entschieden, die ich nicht mehr missen möchte. Zu einigen Quervergleichen mit dem AVM Power Conditioner PC kommen wir später noch.
Die Pflicht: Dynamik
Zunächst aber zum Absoluten: Auch der AVM Power Conditioner PC 5.3 lässt dynamisch nichts anbrennen – selbst mit meinem hochagilen, laut Hersteller am besten gänzlich netzfilterfrei spielenden Chord Electronics Ultima 5 sind weit und breit keine Bremsspuren auszumachen. Natürlich ist der schnelle Engländer mit einem der Hochstromausgänge des AVM-Netzfilters verbunden.
Um nach einigen gewohnten Testracks für etwas Abwechslung zu sorgen, schiebe ich „Crowds“ (Album: In the Flat Fields) von Bauhaus in die Playlist. Alter und keineswegs audiophiler Stoff, ich weiß – aber als grenzgängerisches Material gerade deswegen interessant. Insbesondere, wenn sich Peter Murphys unverkennbare Stimme erhebt, ergeben sich im Kontext des begleitenden Klaviergeklimpers sehr energetische und eindringliche dynamische Kontraste. An dieser Wave-Ballade fasziniert nicht zuletzt deren Rauheit und Ungeschliffenheit – sowie natürlich die dynamische Spannweite des Gesangs. Und der AVM Power Conditioner PC 5.3 ebnet hier wirklich nicht die Bohne ein.
Wir bleiben beim Stichwort „alte Tracks“, wechseln aber das Genre: Klute (Album: Casual Bodies) und Photek (Modus Operandi) sind Drum-and-Bass-Helden der (nicht nur) 90er-Jahre. Gute Aufnahmequalität, intelligente Arrangements – und klar: Bassimpulse, die sich gewaschen haben. Komponenten, die zum grobdynamischen Aufweichen neigen, werden entsprechend leicht entlarvt. Aber der AVM Power Conditioner PC 5.3 wahrt auch bei tiefschwarzen Bässen eine weiße Weste.
Okay, jetzt wissen wir schon mal, dass unsere highfidele Waschmaschine aus Malsch keine dem Klischee entsprechende Schwäche aufweist. Für diese Pflichtübung gibt es aber keine Punkte und auch niemand Geld aus – tut’s da eine gute audiophile Netzleiste ohne Spulen, Kondensatoren & Co. doch ebenso.
Die Kür: Lebensechtheit
Also, wo setzt der AVM-Netzfilter zur Kür an? Klute und Photek geben da schon eine ziemlich gute Antwort: Deren Drum-and-Bass beinhaltet nicht nur Tiefton, sondern zum Teil ein Kaleidoskop an schillernden Transienten im Mittel- und Hochtonbereich. Musik übrigens, die über durchschnittliche Anlagen eher langweilig klingt, wie ich finde – gibt es doch kaum gegenständliche, leicht fassbare Melodien, sondern vor allem vielfältige, nuancierte Soundlandschaften. Je klarer, kontrastierter und punktschärfer sich die vielen Kleinigkeiten definieren, desto faszinierender geraten die sich beständig wandelnden Klangmosaike.
Und ganz ehrlich: Selbst meine hochwertige Kette, bei der man annehmen müsste, die Elektronik sei schon von Haus aus mit effektiven Filterlösungen bewehrt, richtet solche Musik ohne einen vorgeschalteten Filter wie den AVM Power Conditioner PC 5.3 vergleichsweise fad an. Transienten wirken diffuser, Hochtonereignisse rauer. Mit Filter hingegen mutet das gesamte Klangbild räumlich schlüssiger an, die Einzelbestandteile wirken fokussierter, auch der Kontrast zwischen den Bereichen der Raumdarstellung, in denen nichts passiert („schwarzer Hintergrund“), und einzelnen Tönen mutet eindeutiger, deckkräftiger an. Okay, es ist „nur“ elektronische Musik, aber dass das gesamte Klangbild unterm Strich „organischer“ klingt, trifft den Nagel dennoch auf den Kopf.

Die „Hochstrom“-Steckplätze am AVM Power Conditioner PC 5.3 für Endstufen, Vollverstärker oder Aktivlautsprecher
Freilich zahlt der AVM Power Conditioner PC 5.3 nicht minder auf die Wiedergabe natürlicher Instrumente und Stimmen ein – gerade wenn sie so unmittelbar, prägnant und markant tönen wie das kehlige Organ des erwähnten Peter Murphy: Von einer eher körnigen, leicht harten, „technischen“ Anmutung geht’s hin zu authentischerer, reinerer Farbe und Lebensechtheit. Ja, ich staune sogar, wie gut diese alte, von CD gerippte Aufnahme klingt. An solchem Material scheitern übrigens viele teure, pseudoanalytische Anlagen gerne grundsätzlich – und man schiebt es dann auf das „komische Lied“. Wirklich hochwertige Ketten aber lassen fiesere Aufnahmen so erträglich klingen, wie es nur möglich ist – und der AVM Power Conditioner PC 5.3 trägt zu diesem Talent merklich bei.
Immersiv
Wir bleiben in den 90ern: „TNT“ heißt der Opener zum gleichnamigen Kult-Album der US-amerikanischen Postrocker Tortoise, die nicht zuletzt dafür bekannt waren, ihre rein instrumentalen Tracks mit Vibraphonen und Marimbas anzureichern. „TNT“ verstand ich damals aber nie so richtig – was sollte an dem schlichten Gitarrenlick sowie dem Hintergrundrauschen des Schlagzeugers, die vor allem die ersten zwei Minuten des Tracks prägen, schon besonders sein?
Ich glaube, dass „TNT“ über viele teure HiFi-Anlagen nach wie vor Fragezeichen generiert. Auch mit meiner Anlage verstehe ich den Song besser, wenn vornedran ein Netzfilter wie der AVM Power Conditioner PC 5.3 hängt. Erst dann nämlich kommen die feinen Obertöne der E-Gitarre auf dem linken Kanal so zur Geltung, als stünde der Gitarrenverstärker bei mir im Hörraum – sie wirken nicht wie ein ungepflegtes Artefakt. Erst dann differenzieren sich Becken, Snare und Toms so mühelos, dass aus einer scheinbar vernebelten Wall of Sound hochkomplexe Strukturen durchscheinen: Das Schlagzeug ist nämlich einerseits vergleichsweise leise, fast schüchtern eingefangen, andererseits scheint der Drummer nahezu alles rauszuhauen, was mit vier Gliedmaßen möglich ist – dieser Widerspruch macht unter anderem den Reiz dieses genialen Intros aus.
Werden die zahl- und sustainreichen Töne vom Audiosystem nicht maximal rein, sondern auch nur unterschwellig grisselig, porös, nuschelig oder räumlich flächig transportiert, geht merklich Freude am eigentlich herrlich immersiven Klangbad flöten. Ja, zumindest im Kontext der Netzstromqualität an meinem Wohnort verkauft sich meine Kette ohne einen Netzfilter vom Schlage des AVM Power Conditioner PC 5.3 so sehr unter Wert, dass ich einen solchen mit als unverzichtbaren Grundbaustein für guten Sound ansehe.
Vergleiche mit anderen Netzfiltern
Wem 6.000 Euro in Verbindung mit der eigenen Anlage, die vielleicht insgesamt gerade mal so viel kostet wie unser Gast aus Malsch, als zu viel erscheinen, bekommt freilich auch mit preiswerteren Lösungen deutliche Klangsteigerungspotenziale geboten – schauen Sie dazu gerne in unser Testarchiv. Die Wirkungen gehen meist in ähnliche Richtungen – nur halt in unterschiedlichen Ausprägungen und mit unterschiedlichen „Nebenwirkungen“.
Was macht denn nun unseren AVM Power Conditioner PC 5.3 so besonders im Vergleich zu anderen Netzfiltern? Zu einen natürlich die komplette Ausstattung und der Komfort: Einen DC-Blocker hat nicht jeder Filter an Bord, einen FI-Schalter, ein Display samt Phasen- und Schutzleiterprüfung sowie Visualisierung von Störeinflüssen schon gar nicht. Der AVM Power Conditioner PC 5.3 ist überdies eine optisch attraktive Komponente, die sich stilistisch an andere AVM-Geräte anlehnt – fernbedienbar zudem.
Sowohl meine HMS Energia MkII als auch die AudioQuest Niagara 5000 können in Sachen Featurereichtum nicht annähernd mithalten. Akustisch schlägt sich die ohne DC-Filter auskommende HMS-Filternetzleiste dafür ziemlich gut – sie versorgte meine Kette nicht ohne Grund für einige Jahre. Aber klar: Der AVM Power Conditioner PC 5.3 filtert noch effektiver.
Ich kann mich kurz fassen, denn im Grunde erscheinen alle oben beschriebenen Veränderungen (Bezugspunkt ist hier eine MFE-Netzleiste) noch ausgeprägter – wenn auch nicht so ausgeprägt wie die Unterschiede zwischen einer Nichtfilterung und der HMS-Leiste. Was zeigt: Wichtig ist, dass man überhaupt erst einmal mit Filtern experimentiert und einen hörbaren Erfolg vernimmt; weitere Klangsteigerungen werden dann halt – typisch für Highend – etwas teurer erkauft.
Dennoch halte ich einen AVM Power Conditioner PC 5.3 oder PC 3.3 in Ketten – sagen wir mal: jenseits der 20-Kiloeuro-Marke – für deutlich angebrachter, will man das audiophile Potenzial solcher Systeme adäquat ausreizen. Eine kritische Netzqualität wie bei mir in Berlin vorausgesetzt.
Meine ebenfalls nicht ganz 6.000 Euro kostende und gleichsam mit zwölf Steckplätzen bewehrte AudioQuest Niagara 5000 ist puristischer ausgestattet – und macht technisch bedingt ganz leise Betriebsgeräusche. Dafür setzt sie offenbar filtertechnisch und bei mir entsprechend klanglich noch leicht einen drauf: Mittel- und vor allem Hochtonereignisse muten noch einen Tick entgrateter an, als ob sich eine gewisse Störaura, die bereits der PC 5.3 hörbar reduziert, noch weiter verflüchtigt. Überdies kommt der AudioQuest-Filter mit einer niederimpedanten Technik, die sich möglicherweise auf die Basswiedergabe auswirkt – jedenfalls wirken tiefe Töne noch einen Deut schwärzer, wie ich finde.
Auch hier gilt wieder: Die Unterschiede sind mit meiner Kette zwar gut wahrnehmbar – gleichwohl ein Feintuning, das der eine Besitzer einer Highendkette sehr gerne mitnimmt, während der andere den Komfort und die Ausstattung des AVM Power Conditioner PC 5.3 mehr wertschätzt.
Test: AVM Power Conditioner PC 5.3 | Netzfilter







