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Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Maxwell meets Music
  2. 2 Audioplan Maxwell NF-Kabel: Klangtest & Vergleiche

Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte der schottische Physiker und Mathematiker James Clerk Maxwell einen Satz von Gleichungen, die für die heutige Lehre der Elektrotechnik und des Magnetismus als grundlegend bezeichnet werden dürfen. Schön und gut, mögen Sie jetzt denken. Doch warum schreibt Anfang des 21. Jahrhunderts ein Autor eines Magazins für HiFi-Equipment einen solchen Satz, der nach heutiger Lehre des gelungenen Einstiegs in Onlinetexte als totlangweilig bezeichnet werden muss? Die Antwort: Weil einen die nach eben jenem Herrn Maxwell benannten NF-Kabel der Firma Audioplan (www.audioplan.de | zwischen 400 und 3.200 Euro der Stereometer) derart faszinieren können, dass selbst ein notorischer Physik-Schwänzer buchstäblich alles über sie wissen möchte. Sie auch? Bitte.

Technik & Praxis

Audioplan Maxwell A, S und U mit WBT-Cinchsteckern

A, U, S – so buchstabieren sich die Audioplan-Maxwell-Kabel hier von oben nach unten

So geschichtsträchtig Thomas Kühns neue Kabelserie betitelt ist, so zeitkritisch beschreibt der Audioplan-Inhaber den Entwicklungsansatz der NF-Generation Maxwell. Am Anfang der Tüfteleien nämlich stand laut Kühn die Beobachtung, dass Audiokabel in den heutigen durchdigitalisierten Zeiten einer zunehmenden Hochfrequenzbelastung ausgesetzt seien. Der konsequenten Abschirmung gegen jene in ihren klanglichen Auswirkungen bislang kaum erforschten Einstreuungen sei daher neben den üblichen Kabelparametern Querschnitt, Materialmix, Aufbau, Fertigungsverfahren oder Dämmung ein besonderer Stellenwert eingeräumt worden.

Am Ende einer monatelangen Entwicklungsphase mit vielen Prototypen und noch mehr Hörsessions stehen nun drei NF-Kabel am Start: mit derselben Audioplan-typisch erdigen Klangsignatur, allerdings auf unterschiedlichen Qualitätsstufen. Am grundsätzlichen Evolutionssprung der neuen Audioplan-Maxwell-Serie als Ganzes indes hat Thomas Kühn überraschend wenig Zweifel. Ungewohnt vollmundig, ja: fast schwärmerisch gibt der ansonsten eher, pardon, „nerdig unzufriedene“ und ausgesucht bescheidende Entwickler Kühn zu Protokoll, dass die neuen Maxwell-Kabel zumindest für ihn „die enorme Bedeutung von NF-Kabeln und deren Zusammenspiel mit der Elektronik für den Gesamtklang einer Kette eindrucksvoll demonstrieren“.

Gib mir ein A, ein S, ein U – drei Stufen der Kabel-Evolution

Audioplan Maxwell A, S und U - parallel

Audioplan Maxwell S, Maxwell U, Maxwell A (von links nach rechts)

Nun, einen zumindest deutlich hörbaren Anteil am Gesamtklang dürfen die Audioplan-Maxwell-Binder meinetwegen durchaus demonstrieren – denke ich mir jedenfalls beim Blick auf deren Preisschilder. Bleibt das Einstiegskabel der Serie namens Audioplan Maxwell A mit 400 Euro für einen Stereo-Meter und 50 Euro Aufpreis pro weitere 20 Zentimeter noch angenehm bodenständig gepreist, nimmt das mittlere NF-Kabel Audioplan Maxwell S mit 800 Euro für einen Stereo-Meter und 120 Euro Aufpreis je weitere 20 Zentimeter bereits den ambitionierteren Highender ins Visier. Stabil in der Kategorie „cost no object“ schließlich ist das Audioplan Maxwell U zu verorten: 3.200 Euro werden hier für den Stereo-Meter fällig, weitere 20 Zentimeter schlagen jeweils mit 400 Euro Aufpreis zu Buche.

Gleichermaßen einzusetzen sind alle drei Maxwell-Kabel sowohl als Phono- wie als Hochpegel-Signalkabel. Ergänzt werden soll die Maxwell-Serie in naher Zukunft um ähnlich gepreiste Lautsprecher- sowie Stromkabel.

Ein erster Prototyp der Audioplan-Maxwell-Lautsprecher-Kabel war bereits auf der High End 2019 in München zu hören und soll noch im Lauf des Sommers in den Handel gelangen.

Alles unter (Resonanz-)Kontrolle

Audioplan Maxwell S Kontakte im Inneren

Die Konfektionierung der Audioplan Maxwell erfolgt mit WBT-Cinchsteckern (Bild) oder XLR-Steckern von Neutrik

In allen drei Maxwell-Kabeln verwendet Thomas Kühn die von ihm entwickelte CRC-Technik. CRC steht dabei für „Conductor Resonance Control“. Spezifische Dämpfungsmaßnahmen sollen Resonanzen des Leitermaterials unterbinden und so verhindern, dass mechanische Schwingungen in den Leitern per Induktion zu elektrischen Störsignalen mutieren.

Bei Kühn-Kabeln fast müßig zu erwähnen: In allen drei Audioplan-Maxwell-Varianten kommt vornehmlich Kupfer als Material der Wahl zum Einsatz. Dieses liefere zwar im Vergleich zum „hochton-freudigeren“ Silber etwas weniger Maximalauflösung, überzeugt Kühns Ohren aber durch ein stets natürlicheres, stimmigeres Klangbild. Um die Vorzüge beider Materialien zu kreuzen, arbeitet Kühn bei den Maxwell-Kabeln mit einer „gehörmäßig optimierten Versilberung“, die so abgestimmt sei, dass sie die vorgeblich beste, natürlichste Balance ergebe.

Was die Stecker angeht, greift Audioplan bei den Cinch-Kabeln auf die verriegelbaren Exemplare des Essener Spezialisten WBT zurück. In der symmetrischen XLR-Variante kommen Stecker von Neutrik zum Einsatz.

Die Preisfrage – etwas mehr Material, viel mehr Handarbeit

Die unterschiedlichen Preise der drei Maxwell-Kabel erklären sich dabei sowohl durch die jeweils verwendeten Materialien als durch den entlang der Produkthierarchie drastisch zunehmenden fertigungstechnischen Aufwand.

Audioplan Maxwell U Stecker

Feine Handarbeit: das Audioplan Maxwell U

Nicht zuletzt der Handarbeitsanteil nehme dramatisch zu, je teurer das Kabel wird, so Audioplan. Das hat zunächst einmal mit dem komplexeren Aufbau, sprich der aufwändigeren Kabelgeometrie zu tun – die jeweiligen Kabel werden von Hand aus maschinell hergestellten Einzelleitern hergestellt. Außerdem, so Thomas Kühn, verlangen die teureren Kabel eine ungewöhnlich hohe Präzision bei der Fertigung. Vieles müsse extrem toleranzgenau von Hand produziert werden, damit alle Teile insbesondere an den Übergängen optimal passen und mit einem Minimum an zusätzlichem Isoliermaterial – welches den Klang beeinflusst – verarbeitet werden können. Jene fertigungstechnische Sorgfalt sei beim Audioplan Maxwell U „ohne Wenn und Aber auf die Spitze getrieben“ worden.

Wohlan, hören wir uns einmal konkret an, ob und in welchem Ausmaß sich der konsequente Preis-, Fertigungs- und Materialaufstieg innerhalb der neuen Audioplan-Kabelhierarchie klanglich niederschlägt. Fangen wir dabei unten an: beim Audioplan Maxwell A.

Audioplan Maxwell NF-Kabel: Klangtest & Vergleiche

Audioplan Maxwell A, WBT-Cinchstecker Makro

Der Einsteiger: das Audioplan Maxwell A

Was mir beim Einstiegskabel Audioplan Maxwell A unmittelbar ins Ohr fällt, ist die effektfreie Ausgeglichenheit und innere Ruhe, die bereits das günstigste Serienmodell ausstrahlt. Für ein Kabel der 400-Euro-Klasse spielt das kleine Maxwell auffallend unauffällig. Was freilich durchweg positiv gemeint ist, versuchen doch viele Hersteller gerade in diesem Preissegment durch konsequenten Fokus auf ohrenfällige Meriten wie Klarheit, Basskontrolle oder Hochtonauflösung einen vordergründigen High-End-Anspruch anzumelden.

Effekthascherei ist dem kleinsten Audioplan-Kabel fremd. Markante Stellen im insgesamt überraschend breitbandig ausgelegten Frequenzbereich gibt es bis auf eine minimal gesteigerte Grundtonfülle keine. Die Audioplan Maxwell A sind sozusagen NF-Verbinder „für Erwachsene“, die mit ihrem Fokus auf bruchlose Homogenität und tonale Balance wenig Zweifel daran lassen, dass hier jemand mit viel Hörerfahrung klangliches Feintuning betrieben haben muss.

Erst beim genaueren Hinhören werden indes die Highlights des Audioplan Maxwell A in konkreten klanglichen Einzeldisziplinen deutlich. Die drei Kardinaltugenden des kleinsten Audioplan-NF könnte man dabei mit „3F“ zusammenfassen: Farbe, Feinheit und Fluss.

Audioplan Maxwell A – der Farbverstärker

Audioplan Maxwell A - Cinchstecker

Es dürfte tatsächlich wenige Kabel unter 500 Euro geben, die Klangfarben so intensiv auftragen und dabei so wenig überzeichnen beziehungsweise verfärben wie das Audioplan Maxwell A. Die natürliche Lebendigkeit und Farbigkeit, mit der vor allem akustische Instrumente wiedergegeben werden, erinnert klischeehaft fast etwas an die Vortragsweise einer 300B-Röhre. Wenn es darum geht, einen gestrichenen Kontrabass sowohl analytisch von einem tiefen Cello zu unterscheiden als auch beide Klangfarben in ihrer Üppigkeit zu genießen, wird das Maxwell A jedenfalls ganz sicher keinen limitierenden Faktor in Ihrer Kette darstellen.

Audioplan Maxwell A – das Feinsinnige

Eine zweite in diesem Preissegment nicht eben selbstverständliche Charakterstärke des Audioplan Maxwell A liegt in der Feinheit seines Vortrags. Das Kabel glänzt vor allem durch seine feindynamische Beweglichkeit, die feinste Strukturen der Musik für seine Preisklasse herausragend nuanciert zu artikulieren versteht. Mehr musikalisch relevante Informationen über feine Unterschiede beispielsweise von Spieltechniken akustischer Instrumente sind fürs Geld kaum zu bekommen.

Hohen Anteil an dem feinnervig eleganten Eindruck des Maxwell A hat auch die schiere Auflösung. Für ein Kabel dieser Preisklasse spielt das A gerade im Mittelton überragend detailversessen, ohne ins Sezieren abzukippen. Im Bass gibt‘s woanders zuweilen noch etwas mehr Zugriff, im Hochton mehr Glitzer. Ein ohrenfälliger Mangel an Auflösung im Vergleich zu Konkurrenzkabeln im Preisbereich lässt sich hier wie dort aber keineswegs ausmachen.

Audioplan Maxwell A – und alles fließt

Audioplan Maxwell A KomplettansichtDie Eigenschaft, die mich beim Maxwell A allerdings vielleicht am meisten beeindruckt, ist aber zweifellos die ungemeine Kohärenz, Ruhe und Selbstverständlichkeit, mit der Kühns preiswertes Einsteigerkabel jene feinsinnige Farbigkeit präsentiert.

Glenn Gould - A State Of Wonder- The Complete Goldberg Variations_Sein vollendet geschmeidiger Vortrag lässt mein über Jahre geschätztes Tellurium Ultra Black NF-Kabel (Preis: 495 Euro) nicht nur irgendwie nervöser, sondern vor allem auch beinah grobschlächtig, ja: „eckig“ wirken. Gewissermaßen als natürlichen Trade-off hierzu serviert das Audioplan Maxwell A grobdynamische Attacken nicht mit der ansatzlosen Wucht des Tellurium Ultra Black, sondern stets minimal abgedämpft-runder.

Das Maxwell A spielt mithin betont integrativ „aus einem Guss“: Es betont und unterschlägt nichts Wesentliches. Der Hörer allein also entscheidet, ob er etwa Glenn Goulds windschiefes Summen seiner berühmten Goldberg-Variationen nachhorchen oder sich weltvergessen von Bachs Motivbögen von Takt zu Takt tragen lassen will. Das Maxwell A lässt beides zu.

Audioplan Maxwell A – das Kleinste, nicht das Perfekte

Die Abbildung wiederum gerät zwar substanziell und plastisch in die Tiefe gehend. Phantomschallquellen jedoch werden lediglich mit mittelscharfen Konturen in den Raum projiziert und die virtuelle Bühne zwischen den Boxen an den Rändern nach oben und vor allem seitlich über die Boxenkanten hinaus wird minimal nachlässig ausgeleuchtet. Herr Kühn, geht das nicht besser? Rhetorische Frage. Denn hier kommt das Maxwell S.

Maxwells zweiter Kabelsatz: A + X = S

Audioplan Maxwell S Cinchstecker von WBT

Eintritt in die audiophile Oberklasse: das Audioplan Maxwell S

Eins vorweg: Als Kabel der audiophilen Oberklasse teilt das ranghöhere Audioplan Maxwell S tatsächlich sämtliche Vorzüge des Maxwell A. Die seltene Kombination aus Erdigkeit und Beweglichkeit bleibt also erhalten, die oben geschilderten Schwächen des Einstiegskabels hingegen sind beim Audioplan Maxwell S erfreulich weitgehend behoben. Insbesondere die Bereiche Basskontrolle, Auflösung und Offenheit im Hochton sowie Grobdynamik, in denen das Maxwell A eher Pflicht als Kür geliefert hat, kultiviert das Maxwell S zu spezifischen Stärken.

Winton Marsalis - Live At The House Of TribesSo „macht“ die deutlich gesteigerte Auflösung im Vergleich zum A einfach mehr Atmosphäre und einen konkreteren Raumeindruck. Fokussiert das Audioplan Maxwell A die Aufmerksamkeit des Hörers selbst bei penibel ausgeleuchteten Aufnahmen wie Winton Marsalis’ meisterhafter Trio-Session Live At The House Of Tribes (auf Amazon anhören) noch deutlich auf den Bereich dicht um die Phantomschallquellen herum, so öffnet sich mit dem Maxwell S der imaginäre Aufnahmeraum spürbar in Höhe, Breite und Tiefe, werden Hallfahnen und Nebengeräusche deutlich klarer und damit eine Live-Atmosphäre spürbar, die das Maxwell A in dieser Form nicht vermittelt. Dieses Plus an Rauminformation geht beim Audioplan Maxwell S zugleich mit einer offeneren, luftigeren und damit obertonfreudigeren Spielweise einher. Wohlgemerkt: Gesamttonal ändert sich im Vergleich zum Maxwell A wenig. Auch das Schwestermodell S spielt auf der eher warmen Seite von „neutral“.

10 - Helge Lien TriosUnd auch im Bass offenbart sich zwischen A und S ein feiner, aber deutlich hörbarer Klassen-Unterschied. Die zwar wohlartikuliert präzise, aber eben eher halbtrockene Note, mit der das Audioplan Maxwell A den Tiefton serviert, weicht beim Audioplan Maxwell S einem zwar immer noch eher substanziellen als asketischen, wohl aber austrainierten und subjektiv auch tiefer reichenden Klangfundament. Als Folge der zunehmenden „Schwärze“ im Bass erscheinen einzelne Noten von Bassläufen wie etwa zum Einstieg von „Now“ auf dem neuesten Album 10 des Helge Lien Trios auflösungstechnisch definierter sowie räumlich plastischer auf der virtuellen Bühne.

Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen: Audioplan Maxwell vs. Kondo

Audioplan Maxwell S mit beiden Steckern

Falls Ihnen diese Beschreibung jetzt irgendwie bekannt vorkommt: Ja, das klingt doch alles irgendwie verdächtig stark nach Kondo. Und wie es der Zufall (ehrlicher: die HiFi-Sucht) will, habe ich just im Testzeitraum der Audioplan-Maxwell-Serie die komplette Verkabelung meiner Referenzkette auf Kondos (im Vergleich zur Reinsilber-Serie noch halbwegs erschwingliche) Kupfer-Linie umgestellt. Vergleichen wir also, bevor wir uns dem Audioplan Maxwell U zuwenden, nochmal flugs das Maxwell S mit dem nur unwesentlich teureren japanischen NF-Kabel KSL-VcII (Preis: 990 Euro je Stereo-Meter) – und stellen fest: Kondo und Maxwell schlagen klanglich tatsächlich in dieselbe Kerbe.

Beide Kabel präsentieren sich betont homogen mit Vorliebe für intensive Klangfarben und einer dezenten Milde im Hochton sowie Gesamtvortrag, lösen dabei anstandslos auf und bringen im vergleichbar hohen Maße Ruhe, Ordnung und Struktur ins Klangbild. Darüber hinaus gehören Audioplan Maxwell S und Kondo VcII in meinen Ohren zur Spitze dessen, was in Sachen Natürlichkeit, Fluss und stressbefreiter tonaler Richtigkeit aktuell in dieser Preisklasse möglich ist. Um die Entscheidung zwischen diesen beiden Kabeln jetzt aber mal nicht unnötig zu erschweren: Ja, ein paar unterschiedliche Akzente setzen Audioplan und Kondo dann doch.

Samt oder Seide – same, same, but different

So errichtet das Audioplan Maxwell S sein Klanggebäude – wohlgemerkt ohne plumpe tonale Übertreibung – auf einem stabilen Grundtonfundament, während das VcII hier als im Grunde neutral durchgeht. Dafür gerät der Raum beim VcII bei etwa gleicher Konturenschärfe von Einzelschalquellen insgesamt etwas enger und weniger plastisch. Auch den enorm livehaftigen 3D-Eindruck des Maxwell S kann das Kondo nicht ganz vermitteln. Der Hochton des Kondo wiederum schimmert feinsinnig „seidig“, während das Maxwell S hier eher einen noch etwas milderen „samtigen“ Eindruck hinterlässt.

One more thing …

Audioplan Maxwell U Cinchkabel

Das Meisterstück: Audioplan Maxwell U

Bevor wir allerdings komplett den Fazit-Strich unter diesen Testbericht ziehen, wenden wir uns noch kurz an diejenigen Leser dieses Magazins, die mit Preis-Leistungs-Kompromissdenken nichts am Hut haben und stattdessen nach dem Nonplusultra streben – koste es, was es wolle. In diesem Fall: 3.200 Euro für den Stereo-Meter.

Lieber Leser, wenn Sie etwas Schwärmerei an dieser Stelle verzeihen: Klar könnte ich jetzt dezidiert beschreiben, was das Audioplan Maxwell U so alles besser macht als Maxwell S. Und doch würden klangliche Einzelparameter kaum hinreichend erklären können, warum es so viel mehr Freude macht, über das Maxwell U Musik zu hören. Der neue Kabelprimus übertrifft seine kleineren Brüder nämlich nicht nur in jeder einzelnen klanglichen Disziplin locker. Es eröffnet dem Hörer tatsächlich einen neuen Zugang zur Musik.

Ein paar erratische Fragmente aus meinen ersten Hörnotizen: „sich dynamisch ansatzlos aus dem Nichts erhebende, hyperkomplexe Klangkörper“, „gespenstiger 3D-Eindruck“, „Vortrag ultimativ untechnisch realistisch, anstrengungslos beweglich, tonal korrekt & vollständig“, „Spielweise farbecht und räumlich präsent“, „sezierendes Hören kaum nicht möglich mehr nötig“.

Audioplan Maxwell U NF-Kabel komplett

Schwächen? Eigentlich keine. Alternativen? Dennoch einige. Für 3.200 Euro lassen sich mit der Schnelligkeit und Detailfülle von Nordost-Kabeln sicherlich mehr Kinnladen ausrenken. Und ja, ein Tellurium Silver Diamond dürfte ad hoc durch irrwitzige Grobdynamik und Basskontrolle ebenfalls mehr „daher machen“. Mag also sein, dass das Audioplan Maxwell U für den kurzen Statuscheck beim Männerabend oder zur Boxenvorführung im HiFi-Studio gegen einige Mitbewerber abstinkt. Hörer jedoch, die das „Sounding“ der heimischen Anlage abgeschlossen haben und fortan Musik ohne jeglichen technischen Beiklang ganzheitlich, stressfrei und klanglich quer durch alle Parameter penibel dem Livekonzert-Erlebnis nachempfunden erleben möchten, müssen Kühns Meisterstück unbedingt einmal in ihrer Kette wirken lassen.

Test: Audioplan Maxwell A, Maxwell S und Maxwell U  | NF- und Netzkabel

  1. 1 Maxwell meets Music
  2. 2 Audioplan Maxwell NF-Kabel: Klangtest & Vergleiche
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