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Musical Fidelity

Klang: Audiofly Revel D Starter Set (Forts.)

Inhaltsverzeichnis

  1. 3 Klang: Audiofly Revel D Starter Set (Forts.)

killing jokeBeim Killing Joke-Stück „Total Invasion“ (Album: Killing Joke, eines der besten und vielschichtigsten Alben der britischen Noise-Rocker, allerdings harter Tobak) überrascht dann die Fähigkeit der Audiofly Revel, die durch die Kehle gepressten „Einleitungsworte“ von Sänger Jaz Coleman (der zwischenzeitlich auch mal als Komponist und Dirigent des neuseeländischen Symphonieorchesters arbeitete) so lupenartig-durchsichtig wiederzugeben, wie sich’s gehört: Man kann die durch die Stimmritze/Kehle gequälten Luftmoleküle fast einzeln abzählen – wenngleich aufnahmetechnisch freilich mit reichlich Kompression getrickst wurde.

Ja, im Sinne von Detailtreue/Auflösung gibt sich die Audiofly-Revel-Combo grundsätzlich anstandslos durchhörbar, nimmt es aber dafür – und das mag für den einen oder anderen dann doch wieder als typisch digitale Schwäche durchgehen – mit der räumlichen Fokussierung nicht ganz so genau. Einzelne Klangereignisse wirken etwas flächiger, räumlich weniger konzentriert, etwas diffuser ins Bühnenbild integriert. Was einerseits selbst an hochwertigsten Ketten – siehe oben – nicht unmittelbar unangenehm wirkt, einen andererseits aber weniger in die Musik hineinzieht, als dies ein schlüssiges und damit involvierender vermitteltes „Bühengefühl“ vermag, das von manch avancierter Wandlerlösung ausgeht.

Audiofly Revel

Bereits der Advance Acoustic MDX 600 – fürs den Kaufpreis von 450 Euro allerdings auch außergewöhnlich reif aufspielend – kann dies, wenngleich er wiederum in puncto Hochtonauflösung, sollte mich meine Erinnerung nicht völlig trügen, unter dem Niveau der Audiofly bleibt.

In Sachen „Bühne“ fällt beim mächtig-druckvollen Refrain von „Total Invasion“ ins Ohr, dass die sich erhebende Wall of Sound weniger ausufernd groß über einen hereinbricht, wenn es über unser Funk-Duo geht. Zudem tönt es etwas druckloser als gewohnt. Ja, ein Aufputschmittel für die heimische Anlage sind die Audiofly Revel zumindest nicht – was nach meinem Gefühl ebenfalls mit der beschriebenen leicht flächigen Gangart unserer Probanden zu tun hat: Denn damit einhergehend wird die Energie von Instrumenten etwas weniger konzentriert vermittelt, einzelne Töne muten nicht so geballt von einem „fokussierten Punkt“ ausstrahlend an, was die musikalische Durchschlagskraft etwas zu verdünnen scheint.

Zur Sicherheit sei auch hier noch einmal betont: Die genannten Charakterzüge dürften auf guten Anlagen recht leicht heraushörbar sein, nehmen aber kein Ausmaß an, wie es sich zum Beispiel häufig beim Vergleichen verschiedener Lautsprecher oder auch Verstärker einstellt.

Last but not least will ich noch einige Worte über den Digitalausgang des Audiofly-Empfängers verlieren, genauer gesagt über die RCA-Schnittstelle, die ich ausprobiert habe. Ich persönlich fand ja die Idee reizvoll, mein Musik-Notebook frei beziehungsweise kabellos positionieren zu können, und dennoch ebenso frei bei der D/A-Wandlung zu sein, das heißt etwa meinen Phonosophie DAC 1 zu nutzen. Eine perfekte, vermeintlich klangförderliche galvanische Trennung wäre aufgrund der Funkverbindung zudem inklusive. Wenngleich man sich vom polarisierenden Thema Kabelklang freilich nicht gänzlich befreien kann, spart man sich zwar ein USB-Kabel, benötigt aber nun eine digitale RCA-Verbindung (oder eben eine Toslink-Strippe) zwischen Audiofly-Digital-Out und dem Eingang des externen Wandlers.

Audiofly Revel Digitale Ausgänge / SPDIF

Und klar vergleicht man hierbei irgendwie Äpfel mit Birnen – sind doch sowohl anders geartete Schnittstellen, Kabel und womöglich Entfernungen im Spiel -, dennoch lässt sich wohl schlussfolgern, dass die „Funk plus S/PDIF-Verbindung“ einem ordentlichen USB-Kabel (à la Chord Company USB SilverPlus, Wireworld Starlight) zumindest nicht überlegen ist. Sowohl in meiner Kette als auch in der des Kollegen Ralph tönte es USB-verkabelt tendenziell besser: „Diese Lösung kann man ‚dazwischen‘ einstufen“, lautete kurz gefasst unsere im Grunde genommen deckungsgleiche Einschätzung. Was meint, dass der Phonosophie DAC 1 sowie der Benchmark schon klar zu Geltung kommen, wenn sie vom Audiofly-Revel-System digital beliefert werden, die Funkverbindung aber nichtsdestotrotz einen kleinen Fingerabdruck ins Spiel bringt, der in die bereits beschriebene Richtung weist.

Wobei es bei alledem abermals um recht kleinteiliges Millimeterhören geht. Aber wir sind ja auch nicht umsonst ein HiFi-Magazin …

Test: Audiofly Revel D Starter Set | D/A-Wandler

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