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Klang AudioSolutions Euphony 140 (Teil 1)

Inhaltsverzeichnis

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Was hat Herr Gaidelis da gesagt? 70 % des Gesamtklangergebnisses machten das akustische Profil des Hörraums und das Zusammenspiel zwischen Lautsprecher und Raum aus? Der Mann hat bei mir schon mal einen Bonus, soviel Offenheit und Geradlinigkeit sind im HiFi-Business nicht selbstverständlich. In der Tat bestimmt der Hörraum ganz wesentlich das klangliche Gesamtergebnis, und auf den hat der Lautsprecherentwickler nun mal keinen Einfluss. Man kann dann versuchen, dem Käufer ein bisschen Flexibilität zu erlauben, was insbesondere bei Aktivboxen relativ gut funktioniert, aber trotzdem wird es immer wieder die Situation geben, dass ein Lautsprecher, der in einem Raum toll funktioniert, in einem anderen völlig daneben klingt. Bei Bassreflexboxen zum Beispiel sollte die Tuningfrequenz nicht mit einer Stehwelle im Raum zusammentreffen, sonst ist die Gefahr, dass es im Bass unkonturiert und mulmig klingt, recht groß.

AudioSolutions Euphony 140

Diese Gefahr dürfte bei der AudioSolutions Euphony 140 ziemlich niedrig liegen. Der Bassbereich ist ausgesprochen sauber und hervorragend konturiert. Gaidelis gibt an, dass er die Bassreflexabstimmung nicht auf maximalen Pegel, sondern auf Sauberkeit ausgelegt habe. Technisch dürfte sich dahinter eine geringere Güte als üblich verbergen, was übrigens bei meinen eigenen Lautsprechern, den ATC SCM25ASL und den JBL LSR6332, ebenso gelöst ist. Es dürfte deshalb kein Wunder sein, dass mir die Qualität des AudioSolutions-Bassbereichs ausgesprochen gut gefällt. Tief geht der Bass außerdem, in meinem Raum hatte ich einen Bassabfall erst unterhalb von circa Manu Chaos Album Clandestino40 Hertz. Dieser konturierte Bass geht einher mit einer guten Dynamik bis in tiefe Tonlagen, so dass die Euphony 140 auch in Sachen Rhythmus hohen Ansprüchen gerecht wird. Der Track „Malegria“ von Manu Chaos Album Clandestino zum Beispiel, den ich auch schon belanglos daherplätschern gehört habe, lädt über die AudioSolutions zum Tanzen ein.

Mein aktuelles Lieblingsalbum ist Ya Nass von Yasmine Hamdan, einer libanesischen Sängerin, die arabische Wurzeln sehr aufregend mit westlichen Klängen verbindet. Produziert wurde das Album überwiegend von Marc Collin, der schon bei Nouvelle Ya Nass von Yasmine HamdanVague zeigte, dass intelligenter Pop nicht immer bierernst sein muss und trotzdem mit Anspruch betrieben werden kann.

Das Album spielt mit unterschiedlich starken Hallbeimischungen, die die Euphony 140 problemlos verdeutlicht. Die räumliche Abbildung ist auf sehr gutem Niveau, die Lokalisierung von Musikern gelingt problemlos. Am wichtigsten ist für mich bei diesem Album aber die Wiedergabe der Stimme von Frau Hamdan, bei der die Box einen wirklich hervorragenden Auftritt hinlegt. Die Wiedergabe gelingt sehr offen, mit einem ganz, ganz leichten Einschlag ins Nasale (der einer leichten Zurückhaltung im Übergang zwischen Mittel- und Hochtöner geschuldet sein könnte). Leichte dynamische Differenzierungen, mit denen Frau Hamdan mal mit dem Rhythmus arbeitet, mal leicht gegen ihn, werden deutlich herausgearbeitet. Überhaupt liegen bei der Euphony 140 Grob- und Feindynamik auf hohem Niveau.

Basstreiber der AudioSolutions Euphony 140

Basschassis der AudioSolutions Euphony 140

Bei der Maximallautstärke bildet die Membranfläche der Basstreiber eine natürliche Grenze, wenn man den Lautstärkeregler zu weit aufreißt, fängt es logischerweise irgendwann an unangenehm zu klingen, aber die AudioSolutions spielen für den Hausgebrauch allemal laut genug. Und der Hochtonbereich? Der ist eher langzeittauglich ausgelegt, als dass er mit einer Betonung kurzfristig blenden wollte. Er scheint frei von jeglicher Eigenresonanz zu spielen, hohe Töne zischeln nicht unnatürlich, sondern werden ohne Schärfe und mit einer für diese Preisklasse ausgesprochen lobenswerten Auflösung wiedergegeben.

Test: Audiosolutions Euphony 140 | Standlautsprecher

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