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Test-Fazit: Arcam Solo Music

Inhaltsverzeichnis

  1. 4 Test-Fazit: Arcam Solo Music

Wenn das der Braun’sche Schneewittchensarg noch erlebt hätte! Arcams neueste Solo-Version quillt zwar nicht über vor Möglichkeiten, liefert aber genau das, was ein moderner, mit klangaffinen Personen bestückter Haushalt als Audio-Zentraleinheit benötigt. Und anders als die vielen lifestyligen oder sehr preiswerten Elektromarktgeräte – und auch als die (noch) teureren Edel-Lösungen – platziert sich der Arcam Solo im obersten, aber noch vernünftigen Mittelfeld. Vernünftig deshalb, weil er eine angemessene Ausstattung besitzt, einem durchdachten Konzept folgt und vor allem wirklich sehr gut klingt. Wenig wählerisch im Umgang mit Quellen und Zielen von Audiomaterial, liefert der Solo Music insgesamt einen tonal ausgewogenen, wenngleich eher straff-detaillierten denn romantisch-warmen Klang – und dynamisch eine großartige Leistung.

Arcam Solo Music

Die Bedienung mit dem kopfseitigen Element wird von manchen wohl als Reminiszenz an die britische Schrulligkeit hingenommen werden – dafür verdient die App ein Lob: Ohne eine solche darf sich ein Gerät heute ja kaum noch in der Öffentlichkeit zeigen, ohne Gefahr zu laufen, direkt geteert und gefedert zu werden. In Cambridge, wo Arcam beheimatet ist, weiß man das und stellt daher die iOS-App „MusicLife“ und die dort integrierte „RemoteControl“ kostenlos zur Verfügung (die auch für Android-Systeme erhältlich ist). Die Bedienführung ist durchdacht, denn es ist immer alles gut im Überblick und im Zugriff. Ab September 2016 soll über die iOS-App auch Internetradio eingebunden werden.

Der Arcam Solo Music bietet Hörern, die ein flexibles, gut klingendes, praktisches All-in-one-Arbeitspferd benötigen, das sowohl sehr leise akkurat tönt, bei Bedarf aber auch mal richtig Gas geben kann und seine audiophile Grundeinstellung nicht verheimlicht, richtig viel Gegenwert fürs Geld. Mir gefällt er.

Arcams Solo Music bietet …

  • konstante Klangeigenschaften: Er behält seinen Klangcharakter sowohl bei sehr geringen als auch ordentlich hohen Pegeln bei.
  • eine hohe Dreidimensionalität der Abbildung. Der virtuelle Bühnenraum geht in seiner Größe dabei als normal dimensioniert durch, auffällig ist hier die sehr gelungene Tiefenstaffelung.
  • eine hohe Detailtreue und Transparenz, die man nicht unbedingt von einem All-in-one-Gerät erwarten würde.
  • eine enorme Geschwindigkeit: Transienten werden ohne Verschleifen wiedergegeben, selbst hochdynamisches Material wird anstandslos verstärkt und an die Lautsprecher weitergegeben. Hörer, die ein ausgesucht fließendes Klangbild präferieren, kommen weniger auf ihre Kosten.
  • insbesondere Freunden stramm ausgerichteter Bässe und klarer Höhen viel. Im Bassbereich liefert der Arcam neutralen Pegel, Trockenheit und Tiefgang, die Höhen sind leicht stärker ausgeprägt, aber noch weit davon entfernt, übertrieben zu wirken.
  • einen Mittenbereich, der eher zupackend als rund zu Werke geht. Dennoch tönt er nie anstrengend, weshalb man dem Gerät auch Langspielqualitäten attestieren kann: Der Arcam Solo Music kann einen vom Frühstücksradio bis zum letzten Album des Tages begleiten.
  • Zugang für eine Vielzahl von Tonquellen. Mit einem Laufwerk, welches unter anderem auch SACD akzeptiert, mit analogen und digitalen Audioeingangsformaten, mehreren HDMI-Inputs, FM- und DAB+-Radio, aber auch Bluetooth, WiFi und Ethernet-Input ist er die allumfassende Ton-Schaltzentrale, die ein moderner Haushalt benötigt.
  • einen gänzlich unproblematischen Umgang mit verschiedenen Lautsprechern.

Fakten:

  • Modell: Arcam Solo Music
  • Konzept: All-in-one-Receiver mit SACD/CD-Laufwerk und Netzwerkstreamer
  • Preis zum Testzeitpunkt: 2.200 Euro
  • Maße & Gewicht: 42 x 41 x 9 cm (BxTxH), 11,5 kg
  • Farbe: Silber oder Schwarz
  • Eingänge: SACD-/CD-/CD-RW-Laufwerk, Line In, 1/8“-Klinke, USB-A (2.0), TosLINK-S/PDIF, S/PDIF coax, 8P8C-Ethernet, WiFi-Antenne, DAB+/UKW-Antenne, Bluetooth-Antenne, 4 x HDMI
  • Ausgänge: Lautsprecherausgänge (Flachstecker-/Klemmverbindung), 1/8“-Kopfhörer-Ausgang (frontseitig)
  • Leistung: 2 x 80 Watt an 8 Ohm
  • Leistungsaufnahme: 60 Watt im Leerlauf
  • Sonstiges: RS-232 und IR-Input, HDMI-Output für Menüsteuerung
  • Garantie: 2 Jahre

Vertrieb:

GP Acoustics GmbH
Kruppstraße 82 – 100 | 45145 Essen
Telefon: 0201 – 17039-0
eMail: sales@gpaeu.com
Web: www.arcam.co.uk

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  1. 4 Test-Fazit: Arcam Solo Music

Über den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: Thorens TD-316 MkII mit Nagaoka MP-110 Sonstiges: Rega Radio, Moog Sub 37

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Lavry DA-11, Merging Technologies HAPI (AD/DA-Wandler) CD-Player: Rega Apollo Sonstiges: Apple iPad Mini 2, Apple MacBook Air Mid 2013, Focusrite Scarlett 6i6 USB, Sony BDP-S490

Vollverstärker: Rega Mira

Lautsprecher: Auratone 5C, JBL Control 1C, Genelec 8010A, Piega TMicro 5, Vogel Custom Blue & White

Kopfhörer: Stax SRS-2170, Audio-Technica ATH-R70x, Ultrasone ProLine 2500, AKG D-240DF, Beyerdynamic DT150, Beyerdynamic Custom One, KOSS Porta Pro, Apple Earbuds, Panasonic RP-HJE120-PPK, Audio-Technica ATH-ANC40BT

Kopfhörerverstärker: Rupert Neve Designs RNHP , iFi iDSD nano

Mobiles HiFi: Apple iPhone 5s, iFi iDSD nano

All-In-One: Arcam Solo Mini DAB+

Kabel: Lautsprecherkabel: Oehlbach Ultrastream NF-Kabel: Vovox Link, Vovox Sonorus

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 51 m² und 12 m² Höhe: 2,3 m und 2,1-2,6 m

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