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Adam Audio / Hoerzone

Test-Fazit: Arcam CDS27

Inhaltsverzeichnis

  1. 3 Test-Fazit: Arcam CDS27

Als CD-/SACD-Player kann man dem Arcam CDS27 kaum am Zeug flicken, vor allem klanglich nicht. Insgesamt sehr ausgewogen und in sich stimmig wie musikalisch-flüssig empfiehlt sich der CDS 27 für ausgedehnte Hörsitzungen. Das Attribut „typisch britisch“ könnte man der leichten Mittenbetonung vorwerfen, wobei das nun gar nicht störend ins Gewicht fällt, sondern eher als warm-geschmeidiger Charakterzug durchgeht.

Arcam CDS27

Auch weniger audiophil abgemischte Musik bereitet über den Arcam mit seiner lebendig-druckvollen Wiedergabe ohne jede Schärfe viel Freude, wobei er qualitativ hochwertigere „Software“ durchaus zu goutieren weiß. Was man insbesondere dann hört, wenn man sein Laufwerk mit gut produzierten SACDs füttert. Dann treibt er all seine Tugenden – insbesondere die flüssige, lebendige und farbkräftige Darstellung – auf die Spitze und garniert die Wiedergabe mit einer frappierend guten Raumabbildung und sehr detaillierten wie fein ausgeleuchteten oberen und obersten Frequenzlagen.

Dieses hohe Niveau kann er als Netzwerkplayer nicht ganz halten, bietet klanglich aber trotzdem immer noch deutlich mehr als manch günstigere Streamer und bleibt teureren, reinrassigen Netzwerkern ziemlich dicht auf den Fersen. Es stimmt, der eine oder andere wird Features wie etwa die Möglichkeit, Musikabodienste à la Spotify & Co einzubinden, ihn drahtlos via AirPlay oder Bluetooth mit Datenströmen zu füttern oder Internetradio zu hören, vermissen. Wobei Letzteres je nach verwendeter UPnP-Server-Software, die auf dem PC, Mac oder der NAS installiert ist – ich verwende „Asset“ – durchaus funktioniert. Als externer DAC mit USB-B-Anbindung lässt sich der CDS 27 nicht nutzen, Zugriff auf USB-Speichermedien (Sticks, Festplatten) erlaubt er hingegen. Die Steuerungs-App ist ehrlich gesagt noch nicht das letzte Wort in Sachen Bedienkomfort, wird aber wohl, so vermute ich, mit jeder Überarbeitung besser. Im Grunde genommen benötigt man sie aber auch gar nicht, denn die Navigation innerhalb des Musikverzeichnisses gelingt dank des sehr gut ablesbaren Display und der Systemfernbedienung auch so ohne Probleme.

Arcam CDS27

Der Arcam CDS 27 stößt in eine Lücke, worauf vor allem jene gewartet haben dürften, die sich noch nicht endgültig von ihrer geliebten CD-/SACD-Sammlung verabschieden wollen und ein Heimnetz als Musiklieferant eher als Sowohl-als-auch-Medium nutzen. Wer den Briten also als hochwertigen Player mit Netzwerkanbindung sieht, könnte mit ihm goldrichtig liegen. Für dieses Gesamtpaket ist der Preis mehr als fair.

Steckbrief Arcam CDS27:

  • Der Arcam gefällt mit einer insgesamt sehr homogenen und in sich stimmigen Abbildung, die sich „aus der Mitte heraus“ aufbaut und dort ihre Stärken ausspielt. Diese kommt mit leicht warmer Tendenz und satten Klangfarben zu Gehör, wirkt aber gleichzeitig sehr lebendig und musikalisch flüssig.
  • Im Bass reicht der Brite tief hinab, spielt aber stets straff und eher trocken-punchy als ausnehmend saftig. Bei SACD-Wiedergabe gewinnen die tiefen Lagen noch an Struktur.
  • Liefert die Wiedergabe über das Netzwerk bereits ein detailreiches und transparentes Hochtonspektrum, das sich jegliche Härte verkneift, öffnet die CD/SACD-Wiedergabe den Raum nach oben noch einmal deutlich. Nun werden auch feinste Schwebungen und Informationen übertragen.
  • Die sehr körperhafte Stimmwiedergabe und die ungemein „griffige“ Darstellung – etwa von Saiteninstrumenten wie akustischen Gitarren oder Kontrabässen – ist lobend zu erwähnen. Eine echte Stärke. Die erwähnte leicht warme Tendenz im Mittenbandunterstützt diesen Eindruck.
  • Die virtuelle Bühne hängt wiederum vom Wiedergabemedium ab. Als Netzwerkplayer stellt er Tiefe wie Breite und die Relationen der Musiker untereinander realistisch und mit guter Ortbarkeit in den Raum. Bei CD und noch mehr bei SACD bekommen die Musiker hörbar noch mehr Luft um sich herum und auch die Bühnendimensionen als solche erscheinen großzügiger, jedoch nicht überzogen.
  • Der Arcam führt auch verlustbehaftete Musikdateien nicht negativ vor, indem er sie bissig und flach präsentiert. So bereiten auch weniger audiophil gemasterte Aufnahmen Freude. Gleichwohl transportiert er qualitative Unterschiede stets nachvollziehbar an den Hörer.
  • Nicht nur, aber insbesondere bei rhythmusbetonter Musik fällt auf, wie sehr der Arcam in Sachen Timing „auf Zack“ ist, bei ihm sitzt jeder Takt.
  • Grob- wie feindynamisch lässt er nichts anbrennen, wobei er gerade bei CD- und SACD-Wiedergabe erst seine ganze Bandbreite auszuschöpfen scheint.

Fakten:

  • Modell: Arcam CDS27
  • Konzept: CD-/SACD-Player mit UPnP-Streamingfunktion
  • Preis: 1.000 Euro
  • Analogausgänge: 1 x Hochpegel (Cinch), 1 x XLR (unsymmetrisch)
  • Digitaleingänge: 1 x USB (Typ A, USB-Sticks und -Festplatten)
  • Digitalausgänge: 1 x Koax, 1 x Optisch
  • Maße & Gewicht: 433 x 87 x 278 mm (BxHxT), 6,2 kg
  • Farbe: Schwarz
  • Leistungsaufnahme: maximal 20 Watt
  • Garantie: 2 Jahre (nach Registrierung bei Arcam 5 Jahre)

Vertrieb:

GP Acoustics GmbH
Kruppstraße 82 – 100 | 45145 Essen
Telefon:0201 / 17039-0
eMail: support@arcam.co.uk
Web: www.arcam.co.uk

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Test: Arcam CDS27 | Netzwerk-Player

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Über den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: Transrotor Insigne Tonarm: Rega RB 300 Tonabnehmer: Shelter 201 (MM) Sonstiges: Tuner Sansui T-80

Digitale Quellen: CD-Player: Lua Appassionato, Yamaha CD-S 1000 Streamer: Pioneer N-50, Marantz NA 8005

Vorstufen: Phonoverstärker: Lehmann Audio Black Cube Statement

Lautsprecher: Magnat Quantum 905, Klipsch RF-82 II

Kabel: Sonstiges: LS- und NF-Kabel durchgängig in-akustik, alternativ Eagle Cable, WireWorld

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