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Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Fläche mit Tiefgang
  2. 2 Airtech ATS01 – Klangtest & Vergleiche

 „Flächenstrahler? Äh, nicht so mein Ding.“ Diese Meinung hörte ich schon häufiger. Ja, elektrostatische und magnetostatische Lautsprecher – zu letzteren Gruppe gehören die hier und heute zum Test anstehenden Airtech ATS01 (44.900 Euro) – haben zwar eine treue Fangemeinde, aber sie polarisieren. Die aus dem gleichen toskanischen Haus wie die bekannten Elektronikkomponenten von Audio Analogue (https://www.audioanalogue.com/en/) stammenden Airtech ATS01 wollen nicht nur einiges besser machen als andere „Flachmänner“, sondern vor allem auch jene Hörer bezirzen, die sich bisher ausschließlich in handelsübliche Direktstrahler verlieben konnten.

Das erste Mal kam ich mit den Airtech ATS01 vor ziemlich genau zwei Jahren auf der Münchener High End in Berührung. Die Marke gibt es allerdings schon seit 2013, die Schwestermarke Audio Analogue sogar schon seit 1996. Manchmal ist es einfach nur Bauchgefühl, jedenfalls war mir recht schnell klar, dass die italienischen Magnetostaten trotz eingangs zitierter Vorbehalte unbedingt mal zum Test nach Berlin reisen sollten – trotz der sich androhenden, nahezu telefonzellenartig großen Holzkisten mit ihren netto jeweils 52 Kilogramm schweren und 143 Zentimetern hohen Inhalten. Filigrane Auflösung und rasante Dynamik stünden zu erwarten und dürften doch alle physischen Mühen locker wett machen.

Die Airtech ATS01 im Hörraum

Stabil: Nur das rückwärtige Subwoofergehäuse und der unmittelbare Rahmen der Membran unter der Stoffbespannung sind aus MDF – der Rest der mechanischen Konstruktion der Airtech ATS01, inklusive der separaten Box für die Frequenzweiche, besteht aus Aluminium

Und vor allem: Einer der typischen und viele Hörer störenden Pferdefüße versprach bei alledem durch Abwesenheit glänzen – die Airtech ATS01 kommen als Zweieinhalbwegelautsprecher zwar mit einer konventionellen Bassabteilung, dennoch betonte Stefano Blanda von Audio Analogue nachdrücklich, dass der Konus von Morel keinesfalls hinter der schnellen Folienmembran „hinterhinke“, sondern ein kohärentes Timing zu den Entwicklungsprioritäten zähle. Nicht zuletzt der vergleichsweise eng gesteckte Arbeitsbereich des 16,5-Zentimeter-Tieftöners bis hoch zu 250 Hertz soll hierauf einzahlen.

Zweieinhalb Wege? Ja, neben besagtem konischen Tieftöner von Morel gibt es noch hausgemachte Tiefmitteltöner und Tweeter, die zwar gemeinsam auf ein der gleichen, insgesamt 104 x 25 Zentimeter großen, mit 7N-OCC-Kupferleitern versehenen Membran aus Mylar residieren, aber jeweils separate „Schwingspulen“, sprich eigene Leiterbahnen aufweisen. Dem Hochtöner (gelb markiert um unteren Bild) kommt dabei eine Fläche von 67 x 3 Zentimetern zu, ein schmaler, vertikaler Streifen am Rand der Konstruktion.

Die Membran der Airtech ATS01 mit Kupferleitbahnen

Der gelb markierte Bereich umfasst die Hochtönersektion auf der insgesamt 104 x 25 Zentimeter großen Membran des Magnetostaten

Magnetostaten arbeiten ja im Grunde wie „normale“ dynamische Treiber, die für einen funktionierenden Motor notwendigen Dauermagneten – hochwertiges Neodym bei den Airtech ATS01 – sind auf einem separaten Metallpaneel befestigt. Im Zusammenspiel mit der in einer dedizierten Aluminiumbox residierenden Frequenzweiche soll die Konstruktion auf einen Wirkungsgrad von 87 dB/W/m kommen. Wobei ich den Wert in praxi eher niedriger einschätze, eher auf 85 dB, meine ebenfalls mit 87 dB/W/m deklarierten Wilson SabrinaX benötigen bei vergleichbarer Lautstärke jedenfalls weniger Rechtseinschlag am Lautstärkesteller meines Funk MTX.

Die "Propeller Post"-Lautsprecherklemmen der Airtech ATS01

Die griffigen Lautsprecherklemmen bestehen aus vergoldetem Reinkupfer und stammen von Propeller Post

Ein paar hörpraktische Hinweise vorab …

Bevor wir die Airtech ATS01 in den Hörraum schieben, noch ein paar Hinweise vorab. Solche magnetostatischen Flächenstrahler arbeiten regelmäßig als Dipole: Die zu beiden Seiten offenliegende Membran strahlt nicht nur nach vorne Schall ab, wie das typische „Lautsprecherboxen“ tun, sondern freilich ebenso rückseitig. Und zwar logischerweise um 180 Grad phasenversetzt. Übrigens: Lautsprecher mit beispielsweise zusätzlichen Hochtönern auf der Rückseite, die sich phasengleich mit den Treibern auf der Schallwand bewegen, nennt man zur Unterscheidung „Bipole“ (wie etwa die Nubert nuPyramide 717).

Die höhenverstellbaren Metallfüße der Airtech ATS01

Die halbkugelförmigen Edelstahlfüße der Airtech ATS01 sind natürlich einzeln höhenverstellbar

So oder so: Die aufgrund des vermehrten Diffusschalls raumfüllendere, immersivere Bühnenabbildung ist genau einer der Clous solcher Lösungen, den Fans entsprechend schätzten. Nur logisch, dass die Beschaffenheit der Raumakustik und die Aufstellung ein stärkeres Wörtchen mitzureden haben. Mein eigener Raum ist mit gezielt positionieren Absorbern optimiert, aber bewusst keineswegs so trocken abgestimmt wie ein lehrbuchartiges Tonstudio. Nahezu sämtliche Lautsprecher, die bei mir eintreffen, werden frei aufgestellt (mindestens einen Meter Abstand zur nächstgelegenen Wand).

Für ein gutes Soundergebnis ist es zudem wichtig, die Airtech ATS01 nicht „auf Achse“ (aufs Ohr zielend) auszurichten, bei mir standen die Magnetostaten vielmehr nahezu parallel zur Rückwand, sowie eine sitzende Hörposition einzunehmen – die für ein solches System typische vertikale Bündelung (vgl. Schallbeugung in unserem Lexikon) vernimmt man deutlich, wenn man aufsteht. Letztes kann übrigens auch zum Vorteil gereichen, sofern man die akustischen Einflüsse von Boden und Decke minimieren möchte. Generell empfinde ich die Airtech ATS01 mit Blick auf die Hörraumpositionierung aber als vergleichsweise unkompliziert; sie zentimetergenau an einer bestimmten Stelle positionieren zu müssen, erscheint mir unnötig.

Airtech ATS01 – Klangtest & Vergleiche

Ein bisserl will ich schon mal vorab ausplaudern: Dass Lautsprecher wie die Airtech ATS01 nicht so eigenschaftslos und untendenziös wie ein wohlbalancierter Studiomonotor tönen können (oder wollen), wird den meisten Lesern wohl klar sein. Heißt im Klartext: Wer einen Schallwandler sucht, der über alle Kriterien hinweg auf „Normalnull“ geeicht ist, ist bei den Airtech ATS01 an der falschen Adresse.

Die Airtech ATS01 in den Farben Silber, Schwarz und Grün

Die Airtech ATS01 in den beiden Standardfarben Silber und Schwarz sowie dem aufpreispflichtigen Grün

Es gibt allerdings ein geradezu widersprüchlich erscheinendes „Aber“: Denn die Airtech ATS01 sind auf ihre Art und Weise tatsächlich Allrounder. Ich habe sie während ihres siebenwöchigen Gastaufenthaltes mit allem beschickt, was die Festplatte meines Melco N50-S38 hergibt, vom kruden Metal über infernalischen Industrial bis hin zu Jazz und Klassik – und saß stets gebannt und gefesselt vor den beiden italienischen Flachmännern, die trotz ihres markanten Klangprofils überraschenderweise auf keinen Musikgeschmack festgelegt sind.

Ein anderes „Fahrgefühl“ – die Dynamik

Fackeln wir nicht lange und starten mit einem Soundkriterium, welches wohl jedem Hörer unter den Nägeln brennt, wenn er sich mit einem Flächenstrahler beschäftigt: der Dynamik. Und so leicht ich dieses Wörtchen auch in die Tastatur haue, mit Blick auf die Airtech ATS01 fällt mir die Beschreibung schwer. Klar, ich könnte meinem Hörprotokoll einfach ein paar impulsive Musikbeispiele und meinem Gedächtnis einige der dynamisch agilsten Lautsprecher zum Vergleich entnehmen – und schlussendlich die Airtech ATS01 gegen meine Sehring 903 und Wilson SabrinaX ein Rennen fahren lassen.

Das Firmenlogo in den seitlichen Verstrebungen der Airtech ATS01

Das Airtech-Firmenlogo wird auch im Design der seitlichen Verstrebungen der Airtech ATS01 aufgegriffen

Habe ich übrigens alles gemacht, aber das Entscheidende ist, dass es für den Musikgenuss eher nicht entscheidend ist, dass ich den Airtech ATS01 einfach noch bessere Beschleunigungs- und Bremswerte attestiere. Nein, das stand eh zu erwarten, wäre viel zu schnöde und würde den ATS01 nicht gerecht – denn das gesamte Fahrgefühl mutet anders an.

Sie haben bestimmt auch schon die Erfahrung gemacht, dass Sie draußen beim Spaziergehen um die Ecke herum Musik vernehmen – und hatten ohne etwas Konkretes zu sehen bestimmt sogleich eine Vermutung, ob da Livemusik spielt oder doch eine Konserve. Letztere kann Impulse natürlich ebenfalls pfeilschnell entfesseln, doch das Gefühl des Echten – das für mich hier aus der Dynamik rührt – stellt sich dennoch nicht hundertprozentig ein.

Shellac - 1000 HurtsUnd genau diese Erfahrung schießt mir beim Hören mit den Airtech ATS01 immer wieder durch den Kopf. Etwa als ich das stakkatohafte Gitarrenlick und das rau eingefangene Schlagzeug in Shellacs „Mama Gina“ (Album: 1000 Hurts) oder die virtuose Solo-Violine von Stig Nilsson (Solo+) oder Downloads dicht gewebtes Electrogefrickel auf Helicopter Wookie Wall höre: Es klingt so ansatzlos, so unmittelbar, so anmachend und irgendwie so „live“ wie eigentlich nie zuvor in meinem Hörraum. Ja, selbst bei rein elektronischer Musik stellt sich dieses Gefühl ein. Und das schon frisch nach dem Auspacken, als die bereits eingespielten Airtech ATS01 durch den langen Transport zunächst noch etwas unrund spielten. By the way: Gönnen Sie den Airtech ATS01 nach längeren Standzeiten gerne ein bis zwei Minuten, um „warm“ zu werden, es tönt nach meinem Empfinden dann etwas harmonischer, etwas süffiger.

Die Rückseite der Airtech ATS01 mit den Gehäusen der Frequenzweiche und des nach unten abstrahlenden Tieftöners

Die Rückseite der Airtech ATS01 mit den Gehäusen der Frequenzweiche und des nach unten abstrahlenden Tieftöners

Um mit Blick aufs Kriterium Dynamik auf den Punkt zu kommen: Schnell, schneller, am schnellsten … vergessen Sie’s, daran denkt man gar nicht, wenn die ATS01 am Amp des Vertrauens hängen, sie beherrschen Fein- und Grobdynamik so, als wäre es das Einfachste der Welt, keine Leistungsshow, sondern absolut musikdienlich. Wahre Exzellenz.

„Gilt das Ganze denn auch ausdrücklich für den Bass?“, höre ich Sie gerade murmeln. Wir kommen noch drauf zurück. Zuvor noch zu einem engen Verwandten der Feindynamik, nämlich dem:

Auflösungsvermögen

Die Airtech ATS01 unterstreichen die Verwandtschaft derart exemplarisch, dass ich über ihre Detailwiedergabe ganz ähnliche Worte schreiben könnte wie in den letzten drei Absätzen zuvor.

Zunächst: Meine Wilson- und Sehring-Lautsprecher machen Kleinigkeiten wie das leise Sechzehntel-Ticken der elektronischen Hi-Hat in Clock DVAs „Final Program“, die superzarten, bei zirka 0:50 für einen kurzen Moment auf dem rechten Kanal zu hörenden Gitarrenakkorde in Kasabians „Where did all the Love go?“ oder das leise Glassplittern in „Am I“ von Kode 9 bei 0:48 im Grunde genauso gut hörbar.

Das "Made in Itlay" auf den Airtech ATS01

Viel Entscheidender als das „Was“ ist hier jedoch das „Wie“: Die Airtech ATS01 stellen derlei Feinheiten nicht unbedingt eindeutiger aufs Silbertablett, sondern verleihen ihnen vor allem mehr Komplexität. Statt eines subtilen und an sich informationsarmen “Geräusches“ vernimmt man plötzlich verstärkt Texturen, die solche Details aufgefächerter und ausgearbeiteter erscheinen lassen. Kurzum: Den ATS01 geht es insbesondere um eine empfundene Steigerung der Reichhaltigkeit und des Facettenreichtums. Mithin weniger darum, noch mehr einzelne Erbsen zählen zu können als darum, wie die einzelnen Erbsen wirklich aussehen. Keine Leistungsshow, sondern absolut musikdienlich.

Kleiner Extraapplaus

Wer gerne oder unfreiwillig überwiegend leise hört, freut sich zudem darüber, dass alle beschriebenen Meriten selbst bei geringen Pegeln zum Tragen kommen, die dynamische und auflösungsseitige Profiliertheit der Airtech ATS01 noch bei Flüsterlautstärken ist unbedingt einen Extraapplaus wert, sogar, wenn man eigentlich ein notorischer Lauthörer ist wie ich.

Tonale Tricksereien

Detail auf den Airtech ATS 01

Wobei: Einer gewissen Trickserei, die die Unmittelbarkeit und Präzision des Klangbildes hörpsychologisch bestimmt ein bisschen beflügelt, bedienen sich die Airtech ATS01 dann doch: Ihre tonale Gesamtabstimmung ist eher präsenter denn strikt neutraler Natur, der Oberbass und Grundton muten leicht zurückgenommen an: Stimmen wirken zwar äußerst transparent, nicht zuletzt die resultierenden zusätzlichen Hallinformationen zaubern bisweilen eine superrealistische (räumliche) Atmosphäre, wirken aber eher griffig und direkt als sonor und warm.

Gleichwohl ist diese Präsenz so austariert, dass ich sie beim Hören zu keiner Zeit als störend empfinde, sondern als eigenes Flair, an das man sich schnell gewöhnt, zumindest wenn man es klanglich generell gerne offensiver als laid-back mag. Fans warm-wohliger Klangvollbäder könnte es dagegen schneller aus dem Wasser ziehen. Und Freunde ultralinearer Studiomonitore mögen die nicht ganz ultraorthodoxe Auslegung des highfidelen Lehrbuchs als zu freigeistig empfinden.

Spaß im Bass

Der vordere untere Bereich der Airtech ATS01

Zumal auch die Basswiedergabe der Airtech ATS01 eine Charakteristik aufweist, die eher etwas „spaßig“, oder sagen wir „emotional“, als mustergültig linear abgestimmt wirkt. Dabei beweisen die italienischen Entwickler nichtsdestotrotz ein sehr feinfühliges Händchen: Ich hörte die ATS01 über Wochen mit unterschiedlichster Musik, die im Text aufgeführten Musikbeispiele sind ja immer nur eine kleine Auswahl, und empfand den herrlich (keineswegs überzogenen) satten, zugegeben nicht übermäßig differenzierenden Bass mit seiner eher halb- bis dreivierteltrockenen Note stets als emotional sehr ansprechend.

The Smile - A Light for Attracting AttentionSo geht etwa von der Bassdrum und den sustainreichen großen Toms in „The Opposite“ von The Smile (Album: A Light for Attracting Attention) eine so hörenswerte Schwärze, ein solches Maß an Volumen und Souveränität aus – ohne dass es im Hörraum zu sehr drückt –, dass mich dieser herrlich rhythmische Track über die die ATS01 ganz besonders packt, die tiefen Töne entwickeln einfach eine tolle Energie.

Es mag widersprüchlich klingen, aber ich glaube, dass die in allen Belangen leicht großzügig ausgelegte Bassabstimmung „geschmacklich“ zur schnellen, präsenten Abstimmung des restlichen Übertragungsbereiches hervorragend passt, sie mengt dem Ganzen etwas Gefälliges, etwas Sahniges bei. Auch der etwas schlanker taillierte Oberbass-/Grundtonbereich wird dadurch etwas konterkariert.

Toskanisches Timing

Die Stoffbespannung der Airtech ATS01 in der Makroaufnahme

Die Stoffbespannung der Airtech ATS01 ist fester Bestandteil der Konstruktion und lässt sich nicht ohne Weiteres abnehmen

Und wenn schon das Wörtchen „Sahne“ fällt, darf auch die Kirsche nicht fehlen: Sie manifestiert sich in einem makellosen Timing. Angesichts eines solchen Lautsprechersystems, bei dem eine schnelle Folie und ein hinterherhinkender Konus beinahe als arttypisch gelten, alles andere als selbstverständlich.

Der Konus der Airtech ATS01 zeitigt zwar wie beschrieben keinen staubtrockenen Bass und keine ultimativ steile Attack und wirkt gegenüber der wieselflinken Folie – übertrieben ausgedrückt – eher „fließend“, lässt tiefe Töne dennoch derart mühelos-flott flutschen, dass das Ganze absolut kohärent wirkt. Hier spielt die tiefe Trennfrequenz sicher eine Rolle.

Ich bin mir sicher, dass man ein solch stimmiges Miteinander hochunterschiedlicher Treiber nicht einfach ausrechnen kann und kann mir lebhaft vorstellen, wie im toskanischen Pistoia unzählige Hörsessions darauf verwendet wurden, um dieses im besten Sinne eingängig wirkende Ergebnis zu erzielen.

Ein Paar Airtech ATS01

Selbstredend besonders: die Räumlichkeit

Robert Wyatt - ComicoperaUnd, na klar: Mit Blick auf die räumliche Wiedergabe darf man von Dipolen wie den Airtech ATS01 natürlich ebenfalls Besonderes erwarten. Hier spielen wie oben erwähnt die Beschaffenheit des Hörraums und mithin der Raumakustik eine größere Rolle. In meinem gut, aber nicht übermäßig bedämpften Raum stellt sich bei freier Aufstellung ( > 1 m zu allen Wänden) und knapp über 2,50 Meter Hörabstand eine Bühnenabbildung ein, die zwar weniger ortungsscharf als die meiner Sehring 903 und Wilson SabrinaX ist, sich dafür großformatiger in die Höhe reckt – und je nach Aufnahme auch horizontal über die Lautsprecherpositionen hinausgeht. Trotzdem verweilen die Gitarre, Steeldrum, das Kornett und Saxophon auf Robert Wyatts „On the Town Square“ (Album: Comicopera) nachvollziehbar auf ihren angestammten Plätzen, inklusive der von kurzen Akkordfolgen der Gitarre absolut sauber definierten Stereomitte.

Neben der Abbildungsgröße bietet die Losgelöstheit des Klangbildes von den hörakustisch völlig verschwindenden Lautsprechern, sprich das freie Schweben der Töne und ihr Streben nach vorne auf den Hörer zu, eine wahrlich involvierende räumliche Illusion. Frei von jeglichem Kistenklang zudem. Ja, auch hier gilt: Studiomonitoresk geht anders, dennoch fällt es mir nach „On the Town Square“ geradezu schwer, wieder auf meine Sehring- und Wilson-Lautsprecher zu wechseln, „richtiger“ ist halt nicht immer „packender“. Wobei hier auch bestimmt die unmittelbar an den Pegelverläufen der Blasinstrumente klebenden Dynamikabstufungen der ATS01 eine Rolle spielen – wer hier nicht mühelos-konzentriert und wie gebannt auf dem Hörsofa sitzt, müsste eigentlich zum Arzt.

Das Firmenlogo von Airtech

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Test: Airtech ATS01 | Standlautsprecher

  1. 1 Fläche mit Tiefgang
  2. 2 Airtech ATS01 – Klangtest & Vergleiche

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