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Vorgespielt: Klang Advance Acoustic MDX 600

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Advance Acoustic MDX 600

Leider kommt’s ja nicht mehr allzu häufig vor, dass sich Nicht-HiFi-Magazine des Themas Audio annehmen – in Spiegel Online beharrte vor kurzem im Kommentarbereich eines Kopfhörer-Tests ein Leser darauf, dass Klangunterschiede bei Kopfhörern doch allesamt Einbildung seien, realiter würden doch vielmehr alle Modelle durchweg gleich tönen. Derartige Lesermeinungen sind durchaus keine Seltenheit und erreichen uns ebenfalls ab und an – nicht nur im Hinblick auf Kopfhörer.

Na ja, ich selbst glaube ja zum Beispiel, dass die Pizza Vegetaria unseres benachbarten Italieners geschmacklich nicht von der drei Straßen weiter zu erwerbenden „Currywurst mit Pommes Schranke“ zu unterscheiden ist – reine Kopfsache das, hundert Prozent psycho.

Wie psycho mutet denn da erst – schließlich gilt unter uns Aufgeklärten doch das Motto: digital, eh alles egal – ein D/A-Wandler-Test an, bei dem auch noch behauptet wird, dass das Ding erst mal gründlich eingespielt werden will, bevor es seine Normalform erreicht?

Advance Acoustic MDX 600

Okay, nehmen wir uns des Themas etwas gediegener an: Denn es gehört freilich zu unseren Standardübungen, dass wir Geräte eine Weile unbehelligt vor sich hinspielen lassen, bevor es ans intensive Hören geht. Dem Advance Acoustic MDX 600 gönnte ich hier – via USB beziehungsweise Laptop eingespeist – zunächst drei volle Tage und Nächte. Und es wäre ihm hiernach, zumindest im Hinblick auf die XLR-Ausgänge, womöglich das Verdikt eines hellen, betont frischen Klangbildes zugekommen, hätte ich zur Sicherheit nicht noch mehrere Tage lang den S/PDIF-Eingang gesondert eingespielt, dem ja ebenfalls Gehör geschenkt werden sollte – man weiß ja nie.

Und genau diese Zeit half einigen essenziellen Schaltkreisen des MDX 600 offenbar noch merklich auf die Sprünge – von einem hellen Klangcharakter war jedenfalls, auch über USB, nicht mehr viel übrig.

Advance Acoustic MDX 600

Greifen wir aber an dieser Stelle nicht zu weit vor und nähern uns dem Advance Acoustic MDX 600, nachdem wir das Einspielprozedere nun souverän hinter uns gelassen haben, erst einmal in aller Ruhe mit Hilfe einiger via USB (Notebook mit J River Mediaplayer) vermittelter Musikstücke:

arvo pärtGleichsam zum aktuellen grauen Wetter passend, wie bestens zum ersten groben Abklopfen des Klangcharakters unseres Probanden geeignet, ist beispielsweise das elegische, vom Estnischen Symphonie Orchester dennoch gleichsam kraftvoll-monumental inszenierte „In Principo“ auf dem gleichnamigen Album des ebenfalls aus Estland stammenden Komponisten Arvo Pärt: Machtvolle Paukenschläge, dramatische, abrupt ertönende Bläser, weihevoll-inbrünstiger Chorgesang und quasi als ätherischer Counterpart zu allem Schwergewichtigen ein Prise Leichtigkeit verströmende Streicher.

Und wird hierbei das Frequenzspektrum auch in vollem Umfang von Kopf bis Fuß beansprucht, so gibt sich der Advance Acoustic MDX 600 bei alledem tonal keinerlei Blöße: Die Pauken geraten kraftvoll-substanziell, die Bläser und der Chor weder zu leicht noch zu dick aufgetragen, die Streicher weder zu forsch, noch zu schüchtern. Nein, tonale Schlagseiten oder Limitierungen glänzen durch Abwesenheit – fein.

Advance Acoustic MDX 600 Gehäuse

Was zudem den einen oder anderen angesichts eines solch doch recht preiswerten Digitalos überraschen mag: Sowohl, was die Klangfarben als auch die räumliche Positionierung der einzelnen Akteure angeht, liefert der MDX 600 ein angenehm kontrastreiches und sauber definiertes Klangbild – mit Klischees, die von typisch digitalen Grauschleiern oder fuzzy-unruhigen Bühnenbildern handeln, hat unser Proband eigentlich gar nichts am Hut. Eigentlich? Nun, klar geht hier im Zweifelsfall noch mehr, ich erinnere mich beispielswiese an den zugleich wunderbar sauber, plastisch und organisch tönenden Audio Research DAC8, aber mit meinem mehr als das Vierfache kostenden Northstar USB dac32 oder einem ebenfalls deutlich teureren Benchmark DAC1 USB spielt unser Halbfranzose in dieser Hinsicht ohne Frage auf Augenhöhe.

Test: Advance Acoustic MDX 600 | D/A-Wandler

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