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Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Klassisch avanciert
  2. 2 Abacus Preamp 14: Klangtest & Vergleiche
  3. 3 Test-Fazit: Abacus Preamp 14

Abacus Electronics hat für sein Erfolgsmodell Preamp 14 einige spannende technische Neuerungen entwickelt (Preis des Testmodells: 1.790 Euro | www.abacus-electronics.de). Diese sollen sowohl auf die Klangqualität als auch auf die Usability einzahlen. Wir gehen der Frage nach: Lohnt sich ein Upgrade? Vor mehr als fünf Jahren testete ich den Vorverstärker Preamp 14 des Nordenhamer Herstellers Abacus Electronics und kaufte ihn danach, weil er mich überzeugte. Er ist mir bis heute ein liebgewonnenes Arbeitsgerät, weil er sich klanglich völlig neutral und durchlässig zeigt und damit bestens dazu eignet, Mitspielern wie Quellen und Endstufen genauer auf den Zahn zu fühlen.

Zudem ist er mit seinen diversen Eingängen (Hochpegel-XLR und -Cinch, Phono) und Features (Streaming, AudioVero-Raumkorrektur) einfach ein ungemein flexibles Gerät (ausführlichere Informationen in den Tests des Vorgängermodells Preamp 14 sowie der Streaming/Raumkorrekturfunktion AroioSU). Nun zeigt man sich bei Abacus Electronics offenbar stets bestrebt, nicht nur neue Komponenten zu ersinnen, sondern schaut bei Gelegenheit auch danach, was man bei den existierenden noch verbessern kann. Inzwischen hat der Preamp 14 einige Evolutionsstufen durchlaufen, von denen zwei doch merklichen Einfluss auf die Usability beziehungsweise den Klang haben, sodass es an der Zeit scheint, den aktuellen Abacus Preamp 14 einem Folgetest zu unterziehen. Doch was ist denn nun überhaupt neu?

Abacus Preamp 14: Was ist neu?

Abacus Preamp 14 im Rack

Der neue Abacus Preamp 14 kommt unter anderem mit verbesserter Streaming-Funktion

Nun, zum einen gibt es ihn auf Wunsch nun mit einer aufpreispflichtigen verbesserten Lautstärkeregelung (plus 200 Euro), die mit Relais und Widerstandsleitern arbeitet, zum anderen erhielt das Streamingmodul eine neue DAC-Sektion namens AroioDAC verpasst, die auch stand-alone erhältlich ist, falls man einmal selbst Hand anlegen und sein eigenes Gerät bauen möchte. Schauen wir uns beide Upgrades einmal genauer an; zunächst zur neuen Lautstärkeregelung:

Präziser pegeln
Im Pflichtenheft standen bei der Entwicklung bestmöglicher Kanalgleichlauf – und optimaler Regelverlauf: Wir alle kennen das Problem, dass gerade bei Quellgeräten mit hohem Pegel häufig nur das erste Drittel oder sogar Viertel des Potenziometerwegs sinnvoll genutzt werden kann, schnell wird es schlicht zu laut. Mit solcher „Streckenbegrenzung“ geht einher, dass sich die Lautstärke weniger feinfühlig regeln lässt. Ein bisschen wie bei einer Mischbatterie beim Duschen, bei der man mit schlaftrunkenem Kopf bereits vor dem Frühstück Millimeterarbeit leisten muss, um die richtige Wassertemperatur zu erzielen.

Abacus Preamp 14: Lautstärkeregelung

Die neue Lautstärkeregelung des Abacus Preamp 14 arbeitet mit einer Widerstandsleiter

Beim Abacus Preamp 14 dient das Alps-Motorpoti hinter dem Drehknopf nicht wie bei klassischen Lösungen dazu, das eingehende Signal unmittelbar abzuschwächen, sondern ein Netzwerk aus Widerständen zu verschalten. Auch wenn man diese Lösung natürlich ebenfalls bei anderen Herstellern – und häufig teureren Geräten – findet, will ich sie kurz skizzieren: Über das Alps-Poti stellt der Benutzer eine Steuerspannung ein, die von einem OP-Verstärker gepuffert und einem Mikrocontroller mit 10 Bit abgetastet wird, sodass sich theoretisch über den gesamten Regelbereich 1024 Werte ergeben könnten.

Genutzt werden hinterher jedoch nur 8 Bit, also 256 Werte. Die anderen dienen dazu, eventuelle Alterungseffekte des Potis aufzufangen und zu verhindern, dass es ein unklares Ergebnis gibt, wenn das (ja immer noch elektromechanisch arbeitende) Poti zwischen zwei möglichen Werten steht oder oszilliert. Der Mikrocontroller errechnet für die 256 möglichen Werte einen praxisgerechten logarithmischen Verlauf (im ersten Teil des Drehwegs wird die Rasterung feiner, später etwas gröber) und schaltet dann eine passende Kombination aus zehn Widerständen per Relais stets so zusammen, dass der jeweils gewünschte Widerstandswert entsteht. Das hört sich übrigens ungewöhnlich an: Wenn man „am Rad dreht“, klicken die Relais lustig mit. Das fühlt sich fast an wie bei einem Studiogerät. Auch hier dienen die Widerstände wiederum nicht als Abschwächer eines Signals, stattdessen steuert die Abacus-Schaltungsperipherie so den Verstärkungsfaktor des Amps.

Abacus Preamp 14: Taster und Display

Diese Neuerung ist in der Praxis sehr wertvoll. Denn tatsächlich habe ich bisher beim Abacus Preamp 14 im normalen Anwendungsfall fast immer nur das erste Drittel des Regelwegs bemüht, was nicht gerade zu einer übermäßig feinfühligen Lautstärkereglung beitrug. Mich hat das nie besonders gestört, weil man dieses Verhalten bei den meisten HiFi-Komponenten „lernt“ und damit eher schulterzuckend zur Kenntnis nimmt. Doch mit der neuen Regelung lässt sich die Lautstärke wesentlich präziser einstellen, was beim Hören zusätzlich entspannt und einen insgesamt seltener zum Lautstärkesteller greifen lässt. Man kommt einfach „schneller“ zur idealen Lautstärke.

Das DAC-Ökosystem: AroioDAC

Abacus Preamp 14: Technik im Inneren

Der Abacus Preamp 14 ohne Kopfbedeckung

Die zweite Neuerung findet sich in der DAC-Sektion des Streamers, der eine auf dem Raspberry PI basierende Eigenentwicklung von Familie Sonder ist. Der reine DAC-Chip ist weiterhin ein PCM5122 von Burr/Brown. Ein solider „Feld-, Wald- und Wiesenchip“, der qualitativ zwar sicherlich nach heutigen Maßstäben nicht das Ende der Fahnenstange repräsentiert, aber von Abacus Electronics nun ein bestmögliches schaltungstechnisches Ökosystem zur Seite gestellt bekommt. So erhält der Chip beispielsweise seinen Takt von einem Tandem aus zwei hochpräzisen, für Samplerates in Höhe von 44,1 beziehungsweise 48 kHz und deren Vielfache dedizierten Masterclocks. Auf diese Weise sollen Jitter und unerwünschte Modulationen auf ein Minimum reduziert werden. Die DAC-Sektion selbst verfügt über drei getrennte Spannungsregler für Clocks, Analog- und Digitalteil mit großzügiger Kondensatorpufferung, zudem hat Abacus eine spezielle Vierfach-Layer-Leiterplatte für eine optimale Stromzufuhr und Masseführung eingesetzt.

Damit nicht genug, auch softwareseitig hat sich einiges getan: Wenn Sie meinen eingangs verlinkten Test aufrufen, werden Sie feststellen, dass mir die Streamingsektion bereits damals klanglich sehr gut gefallen hat, allerdings war die Umsetzung per Logitech-Server in Sachen Usability seinerzeit nicht mehr ganz „state of the art“, sie hatte noch einen leicht experimentellen Charakter. Parallel dazu haben sich seit 2015 die Wandler- und Streamingtechnologien, nicht zuletzt im Verhältnis zum aufgerufenen Preis, nachgerade dramatisch weiterentwickelt. Das führte letztlich dazu, dass ich ab 2017 hauptsächlich über meinen Hegel H90 streamte, später dann noch weiter diversifizierte und meinen Tidal-Hifi-Account seitdem hauptsächlich mit dem Marantz PM 7000N und dem Stream6 mini der Hifiakademie anzapfe: Die idiotensichere und komfortable Steuerung via mConnect-App sowie der im Vergleich zum „alten“ Preamp 14 dann doch noch feiner aufgelöste Klang des Marantz-Streamingmoduls beziehungsweise des Hifiakademie-Streamers hatten mich letztlich dahin gebracht, den Preamp 14 in der Hauptrolle als Vorverstärker einzusetzen und das Streamen anderen Geräten zu überlassen.

Abacus Preamp 14: Rückseite mit Anschlüssen

Die Rückseite des Abacus Preamp 14 kommt mit zahlreichen Schnittstellen

Nun, inzwischen versteht sich das Aroio-Betriebssystem von Abacus Electronics nicht mehr nur auf den Logitech Media Server, denn es gibt nun ebenfalls einen UPnP-Modus sowie eine Apple-Airplay-Einbindung. Und das ist in Sachen Usability ein erheblicher Schritt nach vorne. Ein Netzwerkkabel vom Router zum Preamp 14 gezogen, schon taucht der Abacus Preamp 14 als Renderer (vgl. Netzwerkplayer in unserem Lexikon) in der mConnect-App auf – fertig! Wer mag, kann darüber hinaus den mitgelieferten WLAN-Dongle nutzen und kabellos streamen.

Abacus Preamp 14: Klangtest & Vergleiche

Klanglich hat sich ebenfalls etwas getan, zumindest beim Streaming (die reine Vorverstärkersektion hat sich ja, bis auf die Lautstärkeregelung, nicht verändert). Tonal gibt es allerdings auch hier keine gravierenden Unterschiede zum Vorgänger, die aktualisierte Streaming-Sektion des Preamp 14 zeigt abermals einen tonstudiohaft-neutralen Frequenzverlauf ohne Ecken, Dellen oder Hügel.

Merklich verbessert haben sich drei Parameter: Zum einen wäre das die Feinauflösung, vor allem aufwärts der Mitten. Gerade kleine Kammermusikbesetzungen mit Streichinstrumenten, aber auch extensive Beckenarbeit beim Schlagzeug bietet der Abacus Preamp 14 nun noch grisselfreier, transparenter und detailreicher dar. Bei akustischen Instrumenten empfinde ich nicht nur die Formanten als greifbarer, auch die unmittelbar den Klang mitprägenden Artefakte wie Umgreif- und Anblasgeräusche kommen nun klarer zu Gehör, was auf die Authentizität einzahlt.

Abacus Preamp 14 von oben

Darüber hinaus sind Grob- und Feindynamik einen Zacken besser. Kickdrums kommen einen Deut konkreter, fassbarer und flinker, Anreißgeräusche von Saiten einen Tick zackiger und unvermittelter – und bei Aufnahmen mit viel Raumanteil rasten eher leise Artefakte wie Early Reflections und Hall noch besser ein, was dem Gesamtbild durch präzisere Rauminformationen wiederum mehr Konturenschärfe gibt. Natürlich kann die Streamingsektion des Preamp 14 gegenüber höherpreisigen Lösungen nicht in allen Disziplinen mithalten – gerade, wenn es um die ganz genaue Lokalisation der Schallquellen geht, geht anderswo noch „ein bissel was“. Ebenso in Bezug auf den Anmachfaktor: Bei meinem Marantz-Amp (als reiner Streamer über seinen Pre-Out genutzt) beispielsweise geht die Musik nicht nur einen Schritt auf den Hörer zu, die Bühne mutet insgesamt etwas großzügiger, klarer und gleichmäßiger ausgeleuchtet an.

Test-Fazit: Abacus Preamp 14

Abacus Preamp 1. Frontseite von oben

Abacus Electronics hat mit dem neuen Preamp 14 ein überzeugendes Paket geschnürt. Für einen fairen Kurs gibt es eine ausgezeichnet ausgestattete, vorzüglich neutral und dynamisch lebendig klingende Vorstufe. Der Mix aus Cinch- und XLR-Hochpegeleingängen, von denen einer per Jumper zu einer Phono-MM-Vorstufe umkonfiguriert werden kann, sowie einer den Kinderschuhen erwachsenen Streamingsektion ist attraktiv und macht den Abacus Preamp 14 zur flexiblen Schaltzentrale, die angesichts des Preises wenig zu wünschen übrig lässt. Weder an einer Metall-Fernbedienung noch einer Raumkorrekturfunktion mangelt es.

Die Analogsektion des neuen Preamp 14 überzeugt weiterhin durch Neutralität und Durchlässigkeit, während sich im Streamingbereich nicht nur klanglich etwas getan hat, auch die Bedienerfreundlichkeit und die Plug-and-Play-Fähigkeit haben durch die Integration von UPnP und Apple-AirPlay zugelegt. Ja, der neue Streamer des Preamp 14 ist ganz klar noch erwachsener geworden. Die optionale Widerstandsleiter-Lautstärkeregelung rundet das Featurepaket ab und macht den täglichen Umgang mit dem Preamp 14 noch angenehmer, als er eh schon war. Der neue Preamp 14 wird daher meinen „alten“ als künftiges Arbeitstier ersetzen.

Fakten:

  • Modell: Abacus Preamp 14
  • Konzept: Vorstufe mit optionalem Streamingmodul und optionaler Widerstandsleiter-Pegelregelung, AudioVero-Raumkorrektur
  • Preis: 1.390 Euro (Streamingmodul +200 Euro, Widerstandsleiter-Poti +200 Euro)
  • Eingänge: 6 Hochpegeleingänge (4 x Cinch, davon einer umschaltbar auf Phono-MM, zudem 2 x wahlweise Cinch oder XLR), optionale Streamingstufe belegt einen Hochpegeleingang, Netzwerkanschluss (RJ45), WLAN-Dongle
  • Ausgänge: 1 x Cinch und 1 x XLR geregelt, 1 x Cinch fixed, Kopfhörer
  • Maße & Gewicht: 70 x 435 x 306 mm (HxBxT), 4 kg (mit Streamer 4,2 kg)
  • Farben: Silber, Schwarz (+100 Euro)
  • Sonstiges: Schukosteckdose auf der Rückseite
  • Garantie: 3 Jahre

Hersteller & Vertrieb:
Abacus electronics
Bahnhofstraße 39a | 26954 Nordenham
Telefon: 04731 – 50 88
eMail: info@abacus-electronics.de
Web: https://www.abacus-electronics.de/

Abacus Preamp 14 auf Wurlitzer-Orgel

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MHW Audio

Test: Abacus Preamp 14 | Netzwerk-Player, Vorstufe

  1. 1 Klassisch avanciert
  2. 2 Abacus Preamp 14: Klangtest & Vergleiche
  3. 3 Test-Fazit: Abacus Preamp 14

Über die Autorin / den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Plattenspieler: Rega Planar 3 Tonabnehmer: Rega Exact

Digitale Quellen: CD-Player: C.E.C. CD 5 Streamer: HiFiAkademie Stream6mini Computer/Mediaplayer: Marantz PM7000N

Vollverstärker: Tsakiridis Aeolos+, Marantz PM7000N

Vorstufen: Hochpegel: Abacus Preamp 14 (Transistor), Audreal XA-3200MK2 (Röhre) Phonoverstärker: Pro-Ject Phonobox DS+

Endstufen: Valvet E2, Abacus Electronics Ampollo Dolifet

Lautsprecher: Joachim Gerhard Collection Nano, ProAc Response DT8, ProAc Response D20R, Harbeth 30.1, Quadral Rondo, Audes Maestro 116

Mobiles HiFi: iPod classic 5 160GB mit Pro-Ject Dock-Box S digital

Kabel: Lautsprecherkabel: StudioConnections Reference NF-Kabel: Audioquest Evergreen, in-akustik Premium Digitalkabel: Oehlbach XXL Series 7 MKII (Coax), Oehlbach XXL Serie 80 (Toslink)

Zubehör: Stromfilter: Adam Hall AHPCS10 Power Conditioner/Netzfilter

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