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Test-Fazit: Abacus Mirra 10

Die kompakten Aktivmonitore Abacus Mirra 10

Die Abacus Mirra 10 zählen zu diesen seltenen Lautsprechern, die sich einfachen Schubladen entziehen. Ja, der Mirra 10 ist ein echter Monitor: tonal ausgesprochen neutral, tadellos präzise, pegelfest im relevanten Bereich und mit genau jener Klarheit ausgestattet, die man für ernsthaftes Hören benötigt. Zugleich wirkt der Nordniedersachse aber keineswegs wie ein nüchternes Arbeitsgerät, das Musik bloß auseinandernimmt. Im Gegenteil: Der Nordenhamer Aktivlautsprecher verbindet analytische Tugenden mit überdurchschnittlichem Hörvergnügen – was bekanntlich genau das Wesen und Kennzeichen von guten Lautsprechern ist: Trotz oder besser: wegen hoher, sauberer Auflösung nicht zu nerven.

Die Stärken der Abacus Mirra 10 Stärken liegen in der sehr linearen Abstimmung, der guten Feinauflösung, dem schnellen, anspringenden Dynamikverhalten und einer insgesamt bemerkenswert stressfreien Spielweise. Hinzu kommt ein für die kompakte geschlossene Bauform erstaunlich tiefer Bass, der sich zudem praxisnah an Raum, Gesamtlautstärkeanforderung und Anwendung anpassen lässt. Natürlich gibt es Grenzen: In puncto Tempo und Maximalpegel in der untersten Oktave nimmt die letzte Souveränität ab. Wer überwiegend fette Pegel fahren muss (oder will), der ist hier nicht ganz richtig. Auch ist die Mirra 10 kein Sezierwerkzeug der ultraanalytischen Sorte.

Gerade das darf man jedoch auch als Qualität verstehen. Die Mirra 10 zeigt viel, aber sie stellt nicht aus. Sie bleibt ehrlich, ohne spröde zu werden, ohne den emotionalen Zugang zur Musik zu kappen. Unterm Strich ist Abacus hier ein bemerkenswerter Spagat gelungen: ein Lautsprecher, der im Studio Sinn ergibt und im Wohnzimmer berührt. Für viele dürfte genau das die eigentliche Königsdisziplin sein.

Steckbrief Abacus Mirra 10

  • Tonal neutral, wie es sich gehört. Keine hörbaren Verfärbungen, Betonungen oder Dips – klassischer Monitorcharakter.
  • Der Bass ist für Größe und Gehäusevolumen erstaunlich tiefreichend und substanziell. Dabei bleibt die Mirra trocken, impulstreu und konturiert, mit sinnvoller Anpassbarkeit an Raum und Pegel. In den unteren Subbasslagen etwas limitiert.
  • Die Mitten zeigen sich sehr sauber, offen und unverfärbt. Stimmen und Instrumente erscheinen klar, authentisch und tonal glaubwürdig. Die Mirra kann durchaus mit Klangfarben malen, sie wirkt nicht „blass“ oder überanalytisch, es werden – so auf der Aufnahme vorhanden – echte Emotionen transportiert.
  • Der Hochton der Mirra 10 bringt bei feiner Auflösung eine gewisse Seidigkeit mit, die für hohe Langzeittauglichkeit sorgt. Ein nassforsch-greller Sound ist ihre Sache nicht.
  • Die Pegelfestigkeit entspricht meinen Erwartungen an eine Box dieser Machart und Größe: In kleinen Räumen und im Nahfeld lässt sich trefflich rocken, aber natürlich kann man mit ihr keine Gartenparty beschallen.
  • Auflösung und Detailgrad sind gut und der Preisklasse mehr als angemessen: Feine Nebengeräusche, texturale Informationen und produktionstechnische Details werden offengelegt, jedoch nicht ostentativ ausgestellt.
  • Dynamik & Tempo sind stark – zumindest vom Grundton aufwärts. Schnell, anspringend und mit hohem Spaßfaktor, besonders bei rockigem oder impulsivem Material. In der untersten Oktave etwas weniger flink als größere oder hubraumstärkere Konzepte. Bei der Feindynamik ebenfalls ein positives Bild, für das man sich auch eine Preisklasse höher nicht schämen müsste. Klangliche Nuancen und kleine Schattierungen werden mit viel Gefühl und Präzision herausgearbeitet.
  • Gute räumliche Panoramaabbildung mit hoher Ortungsschärfe und, richtig aufgestellt, beeindruckender Tiefenstaffelung. Die Stereomitte verlangt bei größerer Basisbreite etwas Sorgfalt. Das Nahfeld liegt den Mirra 10 – naturgemäß – besonders.
  • Sehr gut gefällt mir, dass man über die drei rückseitigen Steller das Klangbild noch dem Geschmack oder Einsatzzweck anpassen kann. Das ist sehr praxisgerecht.

Fakten:

  • Modell: Abacus Mirra 10
  • Konzept: geschlossener Zweiwege-Aktivmonitor
  • Preis: 2.790 Euro
  • Abmessungen (BxTxH) und Gewicht C-Box 3: 40×25×33cm, 13,5 kg
  • Ausführungen: Schwarzgrau, Verkehrsweiß, „Rugged“ – mit grobem PA-Strukturlack
  • Leistung interner Verstärker: je 120 Watt RMS
  • Analoge Eingänge: unsymmetrisch (Cinch) oder symmetrisch (XLR und Klinke)
  • Sonstiges: Volume-Regler, Basspegelanpassung, Bass-Roll-off, Eingangsempfindlichkeitsanpassung
  • Garantie: 3 Jahre
  • weitere technische Informationen auf der Herstellerwebsite

Kontakt

Abacus Electronics
Bahnhofstraße 39a
26954 Nordenham

Telefon: +49 (0) 4731 5088
E-Mail: info@abacus-electronics.de
Web: https://www.abacus-electronics.de/

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    Über die Autorin / den Autor

    Profilbild von Jochen Reinecke Jochen Reinecke

    Equipment

    • Analoge Quellen:
      • Plattenspieler: Rega Planar 3 RS-Edition mit NEO PSU Mk2
      • Tonarm: RB330-Tonarm
      • Tonabnehmer: Rega Nd5 (MM), Rega Ania (MC)
    • Digitale Quellen:
      • D/A-Wandler: Denafrips ENYO 15TH, HenryAudio DAC256
      • CD-Player: Rotel CD11 Tribute, QUAD 3 CDT
      • Streamer: Cambridge Audio CXN (V2)
      • Sonstiges: Farad Power Supplies Super3 (PSU)
    • Vollverstärker:
      • Audio Note Cobra, Marantz PM7000N
    • Vorstufen:
      • Hochpegel: Khozmo Passive ZFoil-Ladder-Vorstufe, Tsakiridis Alexander (Röhre), Vincent SA-32 AE (Hybrid)
      • Phonoverstärker: Tsakiridis Alexander (Röhre)
    • Endstufen:
      • Valvet A4 MKII Monos, Abacus Electronics Ampollo Dolifet
    • Lautsprecher:
      • Audes Maestro 116, Fyne Audio Classic VIII SM, Harbeth P3ESR XD
    • Kopfhörer:
      • Sennheiser HD 800S, Cambridge Audio Melomania A100
    • Kabel:
      • Lautsprecherkabel: Analog Tools CU-Line, StudioConnections Reference
      • NF-Kabel: Boaacoustic Evolution Black.xlr und Black.rca2
      • Digitalkabel: Oehlbach XXL Series 7 MKII (Coax), Oehlbach XXL Serie 80 (Toslink)
    • Zubehör:
      • Stromfilter: Adam Hall AHPCS10 Power Conditioner/Netzfilter
      • Sonstiges: bFly Pure Absorber, bFly Talis, Auralex Subdude Lautsprecherbasen, Creaktiv SC 440 Gerätebasen
    • Größe des Hörraumes:
      • Grundfläche: 18 m²
      • Höhe: 2,70