Wilson Audio Autobiography: Lautsprecher oder Lebenswerk?
von Jochen Reinecke
Mit der Autobiography erzählt Wilson Audio, wenn man so will, die eigene Lebensgeschichte – aber nicht in Buchform, sondern als Lautsprecher: Die Autobiography ist ein monumentales, neu entwickeltes System, das jahrzehntelange Erfahrung, extreme Fertigungstiefe und die Suche nach musikalischer Wahrheit in ein technisches wie skulpturales Statement zu übersetzen trachtet.
Wilson Audio Autobiography: Jedes Detail zählt
Im Zentrum der selbst für Wilson Audio ungewöhnlich komplexen Konstruktion steht ein vollständig neu entwickeltes Treibersystem. Die Wilson Autobiography ist als Fünf-Wege-Lautsprecher ausgelegt. Jeder einzelne Schallwandler wurde speziell für dieses Modell entwickelt und nicht einfach aus bestehenden Plattformen übernommen.

Gut bestückt!
In vertikaler Anordnung kombiniert die Wilson Autobiography einen nach vorne abstrahlenden Hochtöner mit aktueller CSLS-Technologie, zwei 2-Zoll-Mitteltöner sowie zwei 7-Zoll-PentaMag-Mitteltöner. Für den Bassbereich sind zwei unterschiedlich dimensionierte Tieftöner mit 12 und 15 Zoll Durchmesser am Start. Ergänzt wird das Konzept durch einen rückwärtig abstrahlenden Ambience-Hochtöner, der zusätzliche Rauminformationen einbinden soll.

Auch im Bassbereich geht Wilson Audio eigene Wege. Die beiden Tieftöner wurden parallel entwickelt und gemeinsam abgestimmt, um Tiefe, Kontrolle und Schnelligkeit miteinander zu verbinden. Ein weiterentwickeltes Bassreflex-Port-System erlaubt zudem Anpassungen an Raum und Hörgeschmack. Je nach Konfiguration lässt sich das Verhalten im Tieftonbereich gezielt verändern, ohne das System grundsätzlich umzubauen.
Zeitrichtigkeit ist Trumpf
Das Besondere liegt aber – mal wieder! – weniger in der reinen Anzahl der Treiber als in ihrer Integration. Wilson Audio verfolgt bekanntlich besonders konsequent das Ziel, trotz enormer Komplexität eine geschlossene, zeitlich präzise und musikalisch kohärente Wiedergabe zu erreichen. Stimmen, Instrumente und Rauminformationen sollen nicht als einzelne Effekte erscheinen, sondern als organisches Ganzes.

Die Autobiography nutzt dafür ein aufwendiges Modul- und Ausrichtungssystem, das an die Lösungen der großen Wilson-Modelle erinnert, jedoch nochmals verfeinert wurde. Die Mitteltonmodule lassen sich exakt ausrichten, Skalen und Anzeigen erleichtern die Justage. Insgesamt sind mehr als 1800 maßgeschneiderte Präzisionselemente in den Autobiography-Lautsprecher integriert – von Hardware und Verbindungselementen bis zu Gehäuse- und Dämpfungsstrukturen.
Materialschlacht vom Feinsten
Bei den Materialien schöpft Wilson Audio aus dem bekannten Arsenal eigener Verbundwerkstoffe. H-Material, X-Material, V-Material, Kohlefaser, Aluminium, Edelstahl, Kupfer und weitere Stoffe werden gezielt nach mechanischen und akustischen Eigenschaften eingesetzt. So besteht das Frequenzweichengehäuse aus Kohlefaser, die Tieftöner-Schallwand wird durch eine Aluminium-Dämpfungsmasse unterstützt – und die Schnittstelle zu den Wilson Audio Acoustic Diodes wurde weiterentwickelt.

Frequenzweiche
Besondere Aufmerksamkeit gilt auch der Frequenzweiche. Wilson Audio setzt weiterhin auf handgefertigte Punkt-zu-Punkt-Verdrahtung statt auf Leiterplatten. Die eigens gefertigten Rel-Cap-Kondensatoren werden mit sehr engen Toleranzen produziert und sollen Dynamik, Feininformation und tonale Geschlossenheit bewahren.
Und sonst?
Das alles wird es laut Audio-Reference-Vertrieb verständlicherweise nur in kleiner Auflage geben, der genaue Preis ist noch nicht bekannt, soll aber – immerhin! – noch sechsstellig sein.
Kontakt
Audio Reference
Alsterkrugchaussee 435
22335 Hamburg
Telefon: +49 (0) 40 53320359
E-Mail: info@audio-reference.de
Web: https://audio-reference.de/
PREMIUM-HÄNDLER, die Wilson Audio führen
