Volumio Primo V3: Preiswerter & vielseitiger Netzwerkplayer
von Jochen Reinecke
Pump up the Volume! Der italienische Hersteller Volumio spendiert seinem streamenden „Urmeter“ Primo – der Vorvorgänger zählt mit zu den Wegbereitern preisgünstiger audiophiler Streamer – abermals ein Upgrade. Der Volumio Primo V3 hat mit dem von uns vor über sechs Jahren getesteten Player mittlerweile eigentlich nichts mehr gemein. Man habe, so Volumio, bei der dritten Generation keineswegs bloße Produktpflege getrieben – vielmehr wurde der Netzwerkplayer komplett neu konzipiert.
Puristischer Player?
Die Italiener verfrachten modernste Wandler-Technik und ein überarbeitetes lineares Netzteil in das bewusst displaylose Gehäuse, um das hauseigene, proprietäre Musik-Betriebssystem klanglich voll auszureizen und audiophilen Ansprüchen jenseits reiner App-Spielereien gerecht zu werden.

Hohe Samplingrates – gerade auch als Streaming Bridge
Herzstück im digitalen Maschinenraum ist der aktuelle ESS Sabre ES9039Q2M-Wandlerchip. Dieser verarbeitet eingehende HiRes-Daten bis PCM 384 kHz/32 Bit und DSD256, während der USB-Digitalausgang – ja, der Primo 3 ist auch als reine Bridge einsetzbar – sogar astronomische Raten von bis zu PCM 1536 kHz und DSD1024 an externe DACs weiterreichen kann. Für Klangtüftler stehen im Menü acht umschaltbare PCM-Filter bereit. Wer es maximal puristisch mag, aktiviert den integrierten NOS-Modus (Non-Oversampling), welcher jegliche interne Filterung und das digitale Oversampling umgeht, um puristische Signalqualität zu wahren.

Sogar symmetrisch
Damit der Stromfluss nicht zum klanglichen Nadelöhr wird, verbaut Volumio eine „ultra-rauscharme“, lineare Stromversorgung. Das analoge Signal verlässt den Italiener wahlweise über unsymmetrische Cinchausgänge oder – wahrlich eine Seltenheit in dieser Preisklasse – XLR-Schnittstellen. Ein echtes Highlight für die Systemintegration: Beide Ausgänge verfügen über eine in acht Stufen fein justierbare Pegelanpassung (bis zu 6,3 Vrms bei XLR), wodurch sich der Primo V3 perfekt an die Eingangsempfindlichkeit nachgeschalteter Endstufen oder Vollverstärker anpassen lässt – für maximalen Headroom und minimalen Nebengeräuschteppich.
Flüssiges Handling ganz ohne Front-Display
Unter der Haube soll eine neue Prozessor-Plattform (Quad-Core A72 mit 1,5 GHz und 2 GB DDR4-RAM) für ein spürbar flotteres Ansprechverhalten beim Laden großer Musikbibliotheken sorgen. Da das Gerät bewusst auf ein integriertes Front-Display verzichtet, erfolgt die Steuerung primär über die hauseigene Volumio-App für iOS und Android oder ganz klassisch via Webbrowser. Über den rückseitigen HDMI-Ausgang lässt sich die Benutzeroberfläche zudem bis zu 4K-Auflösung auf einen Fernseher oder Monitor spiegeln, um den Player via Maus oder Touchscreen zu dirigieren.
Lokal oder Cloud? Die Quellen
Als Musikquellen dienen neben den gängigen Streaming-Schwergewichten wie Tidal (inklusive Connect), Qobuz, Spotify und Roon auch lokale Datenträger. Für letztere stehen zwei USB-A-Ports für externe Festplatten sowie ein integrierter Micro-SD-Slot bereit, wodurch der Italiener bei Bedarf auch völlig autark vom Internet als „Musik-Tresor“ arbeitet. Firmware-Aktualisierungen gelangen ab sofort unkompliziert per Over-The-Air-Update (OTA) auf das Gerät.
Verfügbarkeit und Preis
Der Volumio Primo V3 ist ab sofort für augenscheinlich überraschend schlanke 849 Euro erhältlich. Wie eingangs erwähnt hatten wir die Volumio-Primo-Urversion im Test – und schmückten sie mit unserem beliebten fairaudio’s-Favourite-Award: Hier geht’s zum Testbericht.
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