Weniger ist mehr: Soulnote überarbeitet die Serie 1
von Jochen Reinecke
Der Elektronik-Hersteller Soulnote will mit der neuen Serie 1. Ver.2 zentrale Technologien seiner größeren High-End-Linien in eine kompaktere Elektronikfamilie überführt haben. Verstärker, DAC und Phono-Pre verfolgen dabei eine gemeinsame Idee: „Mechanik, Stromversorgung und Schaltungstechnik werden so kombiniert, dass Musik in ihrer räumlichen Struktur und zeitlichen Feinheit möglichst unverfälscht bleibt“, so die Japaner.
Entwicklungsprinzip: Möglichst wenig Eingriff ins Signal
Die Soulnote Serie 1. Ver.2 folgt der Entwicklungsphilosophie von Soulnote: Statt über starke Gegenkopplung oder digitale Korrekturmechanismen sollen Präzision und Stabilität vor allem durch Schaltungsdesign, Stromversorgung und intelligente mechanische Konstruktion erreicht werden.

Dazu gehören diskrete Schaltungen ohne globales Feedback, kurze Signalwege sowie eine gezielte Resonanzableitung im Gehäuseaufbau. Bewusst nicht imprägnierte Ringkerntransformatoren und getrennte Versorgungssektionen sollen eine hohe Stromlieferfähigkeit und stabile Mikro- wie Makrodynamik ermöglichen.
Soulnote A-1 Ver.2: Vollverstärker mit Non-NFB-Schaltung
Der Soulnote A-1 Ver.2 arbeitet, wie sein Vorgänger (ausführlicher Test Soulnote A-1), mit einer vollständig diskreten Verstärkerschaltung ohne Gegenkopplung. Diese Architektur soll die zeitliche Feinstruktur von Transienten besonders unverfälscht erhalten. Laut den Japanern nutzt die Endstufe eine Single-Push-Pull-Konfiguration mit leistungsstarken TO-3P-Transistoren in vierstufiger Darlington-Anordnung.

Eine neu entwickelte Bias-Schaltung soll Störeinflüsse noch besser unterbinden, zusätzlich wollen die Japaner mit einer speziellen CR-Resonanzkontrolle unerwünschte Hochtonartefakte minimieren. Die Ausgangsleistung des Soulnote A-1 Ver.2 liegt bei 2 × 80 Watt an 4 Ohm. Für optimale Kanalgleichheit setzt Soulnote eine relaisgeschaltete „Balanced Attenuator“-Lautstärkeregelung ein. Zwei XLR- und zwei Cinch-Eingänge stehen zur Verfügung.
Soulnote E-1 Ver.2: Vielseitige Phonostufe
Mit dem E-1 Ver.2 bietet Soulnote einen Phono-Vorverstärker für MM-, MC- und optische Tonabnehmer. Die diskrete RIAA-Entzerrung arbeitet ebenfalls ohne Gegenkopplung und soll so die natürliche Tonalität des Signals erhalten.

Der Signalweg für MC-Systeme ist vollständig symmetrisch aufgebaut, wodurch Störfestigkeit und räumliche Stabilität verbessert werden sollen. Variable Lastimpedanzen erleichtern die Anpassung an unterschiedliche Tonabnehmer, während ein Subsonic-Filter tieffrequente Störungen wie Plattenwellenschlag reduziert.
Soulnote D-1 Ver.2: DAC mit „zeitoptimierter“ Signalverarbeitung
Der Soulnote D-1 Ver.2 nutzt eine vollständig diskrete, rückkopplungsfreie Analogsektion namens „New Type-R“, die ursprünglich für ein Referenzmodell entwickelt worden sei, heißt es bei Soulnote. Für die digitale Wandlung kommen zwei ESS-ES9038PRO-DAC-Chips in kanalgetrennter Konfiguration zum Einsatz.

Ein optionaler NOS-Modus (Non-Oversampling) verzichtet auf digitale Filter, um Pre- und Post-Ringing zu vermeiden. Dadurch sollen Transienten – etwa Schlagzeugattacken oder Saitenanschläge – besonders unmittelbar wiedergegeben werden. Oversampling steht alternativ weiterhin zur Verfügung. Das Vorgängermodell hatten wir übrigens ebenfalls schon im Test.
Preise und Verfügbarkeit
Die drei Modelle der Soulnote Serie 1 Ver.2 sind bereits verfügbar – und zwar wahlweise in Schwarz oder Silber. Die unverbindliche Preisempfehlung beträgt jeweils 4.490 Euro pro Gerät.
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