Rockna Wavedream Reference: Das neue Ladder-DAC-Flaggschiff
von Jochen Reinecke
Der rumänische Hersteller Rockna Audio, 1999 von Nicolae Jitariu gegründet, kündigt zwei neue Referenz-DACs an, bei denen alle technischen Innovationen, für die das Unternehmen steht, auf die Spitze getrieben wurden. Der bemerkenswerte Aufwand an Arbeit und Material schlägt sich natürlich auch im Preis nieder.
Rockna Wavedream Reference: Selbst ist der DAC
Der Rockna Wavedream Reference ist ein D/A-Wandler mit zuschaltbarer digitaler 32-Bit-Lautstärkeregelung. Sowohl die Hard- als auch die Software sind größtenteils Eigenentwicklungen. Der zentrale Prozessor wird von AMD zugekauft, aber statt DAC-Chips von der Stange kommen proprietäre Lösungen (genauer: Ladder-DACs) zum Einsatz, und auch auf OEM-Streaming-Module oder Standard-Operationsverstärker wird verzichtet.

Ladder-DACs und Taktsystem
Der leistungsfähige AMD-ZYNQ-Chip wird sekundiert von vier FPGAs (Field Programmable Gate Arrays) – jeder FPGA steuert ein eigenes, diskret aufgebautes Ladder-DAC-Modul an, denn die Wandlung ins Analoge geschieht kanalgetrennt und symmetrisch. Und anstelle der zumeist üblichen asynchronen Abtastratenkonvertierung (ASRC) setzt Rockna bewusst auf ein eigenes PLL-Taktsystem, um alle unerwünschten Artefakte der D/A-Wandlung zu minimieren und die klangliche Performance zu maximieren.

Schnittstellen, Upsampling & Filter
Es gibt fünf Digitaleingänge: S/PDIF optisch und koaxial, AES/EBU, USB und I2S. Sämtliche eingehende Signale werden einem Upsampling unterzogen. Je nach dem, was am Eingang anliegt, steht danach ein mit 705,6 bzw. 768 kHz getaktetes Signal zur Verfügung, das nachfolgend im proprietären Ladder-DAC (R2R) gewandelt wird. Drei ebenfalls selbst entwickelte Filter stehen zur Auswahl: „linear“, „minimum phase“ und „hybrid phase“.

Bewusst habe man sich gegen ein separates Streaming Board entschieden, so Rockna, denn ein solches müsse „extern“ an die DAC-Sektion angebunden werden, was klangliche Nachteile habe. Stattdessen gibt es einen „nahtlos in das digitale DAC-Frontend integrierten“ Network Renderer, sodass Musik aus dem Netzwerk per LAN zugeführt werden kann; es werden Roon, Upnp, OpenHome, Airplay, HQPNAA und Spotify Connect unterstützt.

Aufwendiges Innenleben
Aufwendig geht es dann auch beim elektronischen Innenleben zu, unter anderem kommt eine zehnlagige Platine zum Einsatz. Das optimierte Schaltungsdesign setzt auf möglichst kurze Takt- und Datensignalwege sowie hochwertige Steckverbinder für die Platinen. Die Ringkerntrafos der Stromversorgung und das Display sind durch Kupferkäfige abgeschirmt.
Dass die Ausgsangssektion diskret aufgebaut ist, dürfte an dieser Stelle dann niemanden mehr wundern. Hier setzt Rockna auf JFET- und Bipolar-Transistoren in einem Class-A-Design mit niedriger Ausgangsimpedanz. Natürlich stehen sowohl symmetrische wie unsymmetrische Ausgänge zur Verfügung.
Bedient wird der Rockna Wavedream Reference wahlweise über das frontseitige Touchscreen-Display, die beiliegende Infrarotfernbedienung oder per App (iOS und Android), letztes ermöglicht tiefergehende Eingriffe und Wahlmöglichkeiten für die Feinabstimmung des Wandlungsprozesses.

Varianten und Preise
Der Rockna Wavedream Reference ist auch noch in einer Signature Edition zu haben. Hier wurde der Aufwand nochmals gesteigert: Das betrifft unter anderem die Bauteilselektion beim R2R-DAC, die FPGA-Bitrate, die analoge Ausgangssektion und die Stromversorgung. Die Unterschiede soll man nicht nur hören, sondern auch messen können. So finden sich im Datenblatt der Signature Edition noch beeindruckendere Werte für THD und Signal-Rausch-Abstand.
Der Rockna Wavedream Reference kostet 16.990 Euro – und für die Signature Edition sind 26.490 Euro zu entrichten. Beide Geräte sind ab sofort verfügbar.
Kontakt
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