Rega AOS MC: Phonovorstufe im kompakten Format
von Jochen Reinecke
Analoger Feinschliff aus UK: Die Rega AOS MC erweitert das Portfolio an Moving-Coil-Phonostufen des britischen Herstellers. Technisch ist die kompakt gebaute Phonovorstufe eng mit der hausinternen Referenz Rega Aura MC verwandt – und das bedeutet: Die Rega AOS MC ist vollständig analog aufgebaut und konsequent auf maximale Signalreinheit getrimmt. Im Namen des guten Klangs wird zudem auf jede digitale Steuerlogik verzichtet.
Rega AOS MC: Halbe Portion – aber nur optisch
Ziel der Entwickler war es, den Signalweg so direkt und störungsarm wie möglich zu halten. Das vollständig aus Aluminium gefertigte Gehäuse diene dabei nicht nur der mechanischen Stabilität, sondern auch der effektiven Abschirmung gegen RFI-Einstreuungen, heißt es aus Großbritannien.
Auf dem Mäuseklavier spielen
Konzipiert für eine breite Palette von Moving-Coil-Tonabnehmern, bietet die Rega AOS MC reichlich Anpassungsmöglichkeiten. Die Eingangslast lässt sich zwischen 70, 100, 150 und 400 Ohm umschalten, die Kapazität zwischen 1000 und 4300 pF. Zusätzlich kann die Eingangsempfindlichkeit auf der Rückseite um 6 Dezibel angepasst werden.

Ab Werk ist der Entzerrer AOS MC für alle Rega-MC-Tonabnehmer voreingestellt, bleibt aber natürlich so flexibel, um auch mit anderen Systemen optimal zusammenzuarbeiten. Die RIAA-Entzerrung erfolgt laut Hersteller mit einer Genauigkeit von besser als ±0,2 dB zwischen 65 Hz und 70 kHz.
Diskrete Class-A-Architektur
Die erste Verstärkerstufe ist als komplementärer Class-A-Verstärker mit selektierten Ultra-Low-Noise-FET-Transistoren von Linear Systems ausgeführt. Durch die FET-Technik sei sichergestellt, dass kein Bias-Strom durch die Tonabnehmerspule fließe, wodurch die empfindliche magnetische Geometrie unbeeinflusst bleibe. Zudem verzichtet die Eingangsschaltung auf Koppelkondensatoren zwischen Tonabnehmer und FET-Eingang – ein weiterer Schritt zur Minimierung potenzieller klanglicher Einflüsse, so die Briten.

Die zweite Stufe arbeitet symmetrisch in Class-A als Differenzverstärker mit einer Treiberstufe in Basisschaltung. Sie übernimmt unter anderem den aktiven Teil der RIAA-Entzerrung im Tieffrequenzbereich. Ergänzt wird das Konzept durch eine selbstjustierende Servoregelung, die temperaturbedingte Schwankungen im Betrieb ausgleichen soll.
Rega gibt einen beachtlich breitbandigen Frequenzgang von 17,5 Hz (-3 dB) bis 100 kHz bei einer Abweichung von maximal 0,2 dB an. Die Verstärkung beträgt 69,3 dB in Gain-Einstellung 1 beziehungsweise 63,5 dB in Einstellung 2.
Preis und Verfügbarkeit
Die neue MC-Phonovorstufe Rega AOS MC ist ab Ende April/Anfang Mai erhältlich, und zwar zum Preis von 1.999 Euro.
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