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Merason Pow1: Das Netzteil-Upgrade für den D/A-Wandler Merason Frérot

von | 9. Januar 2022

Der Schweizer Hersteller Merason hat zwei D/A-Wandler am Start – beide hatten wir schon im Test, und beide konnten den fairaudio’s favourite Award einheimsen, da sie in Sachen Preis-Sound-Verhältnis wahrlich gut unterwegs sind.

Der kleinere der beiden, der Merason Frérot, ist mit 1.100 Euro gut viermal günstiger als das Flaggschiff DAC-1. Naturgemäß musste hier die eine oder andere Einsparung vorgenommen werden, unter anderem beim Netzteil. Standardmäßig kommt der Frérot mit einer „Wandwarze“, sprich einem einfachen Stecker-Schaltnetzteil. Das macht seinen Job soweit ganz anständig, klar ist aber auch, dass an dieser Stelle Upgrade-Potenzial liegt. Das sah Merason-Mastermind Daniel Frauchiger ebenso und hat folgerichtig ein optionales, höherwertiges Netzteil für den Frérot entwickelt, das Merason Pow1.

Merason Pow1 – Netzteil-Technik

Beim Merason Pow1 handelt es sich – im Gegensatz zur Frérot-Standardlösung – um ein Linearnetzteil. Der verbaute 40-VA-Ringkerntrafo sei eine Spezialanfertigung nach Merason-Spezifikationen mit drei Sekundärwicklungen für die separate Versorgung der Ausgangsstufe, des Digital- und des Analogteils, so Frauchiger. Die Gleichrichtung für die Ausgangsstufe des Frérot erfolge durch acht vorgeblich besonders ruhige, diskrete und schnelle Dioden. Für die Speisung des Digitalteils wird ein Brückengleichrichter eingesetzt. Auftretende Spannungsspitzen werden mit drei Kondensatoren geglättet, die Siebung erfolgt durch Elkos, die insgesamt eine Kapazität von 16800 µF bereitstellen.

Blick ins Innere des Merason-Pow1-Netzteils

Blick ins Innere des Merason-Pow1-Netzteils

Die Spannungsversorgung für die Ausgangsstufe besitzt eine zweistufige Regelung. Dank der im Merason Frérot eingebauten acht Pufferelkos sei gewährleistet, dass kein Spannungsabfall vom Pow1 über das kurze Versorgungskabel bis zur Ausgangsstufe des DACs stattfinde. Die Versorgung des Digitalteils geschieht mittels eines linearen Regel-ICs, das auch im großen Bruder Merason DAC-1 eingesetzt wird.

Dank des dreipoligen Netzanschlusses des Merason Pow1 sei eine optimale Erdung gewährleistet, so Frauchiger. Die 230-V-Wechselspannung wird dabei durch ein hochwertiges Schaffner-Filter vorgesäubert – und die im Vergleich zu Schaltnetzteilen langsamere Regelung des Linearnetzteils spiele im Zusammenhang mit dem Merason Frérot keine Rolle, da er mit seiner Class-A-Technik dem Netzteil stets die gleiche Leistung abverlangt.

Merason Pow1 im Kurztest

Der deutsche Merason-Vertrieb CM-Audio ist für seine Testpakete bekannt, mit denen sich Interessierte eine Woche lang daheim selbst ein Urteil über die jeweilige Komponente machen können – das wird natürlich auch für den Frérot angeboten (Testpaket Merason Frérot). Und so war es ein Leichtes, den Merason Frérot plus Pow1 für einen Netzteil-A/B-Vergleich in die Redaktion zu ordern.

Wie der Frérot mit dem Standardnetzteil klingt, hat Kollege Jochen Reinecke ausführlich in seinem Test herausgearbeitet, dem gibt es nichts hinzuzufügen. Doch trotz dieser an sich schon sehr guten Performance muss man sich keine „Fledermausohren“ aufsetzen, um die positiven Effekte des höherwertigen Netzteils nachvollziehen zu können.

Standard-Schaltnetzteil des Merason Frérot (oben) und das Stromversorgungs-Upgrade Merason Pow1 (unten)

Das Standard-Schaltnetzteil des Merason Frérot (oben) und das Stromversorgungs-Upgrade Merason Pow1 (unten)

Die tonale Balance ändert sich hierbei nicht. Qualitativ legt der Frérot mit dem Merason Pow1 aber im Bass und vor allem im Grundtonbereich zu: es herrscht mehr Durchzeichnung. Dies zeigt sich etwa bei Männerstimmen oder dem besseren Gefühl für den Korpus einer Akustikgitarre oder einem Klavier – der Grundton wirkt „mit“ schlichtweg fester, vergleichsweise weniger Wischiwaschi, um es etwas übertrieben auszudrücken.

Recht deutliche Gewinne lassen sich mit dem Merason Pow1 bei der Auflösung, der Feindynamik und in räumlicher Hinsicht einfahren:

Impulse und transiente Ereignisse kommt mit dem Pow1 etwas zackiger und klarer aus der Anlage, sei’s nun bei Gitarren-Picking, dezent gespielten Becken oder herzhaft gezupftem Kontrabass. Stets wirkt es eine Spur griffiger und mehr auf den Punkt. Auch leise Details und das Verklingen der Noten (Sustain) kommen authentischer rüber.

Rückseite des Merason Frérot (oben) und des Netzteils Pow1 (unten)

Rückseite des Merason Frérot (oben) und des Netzteils Pow1 (unten)

Den größten Fortschritt gibt’s bei der Bühnendarstellung. Das ist auch der einzige Bereich, von dem man sich beim Standard-Frérot fürs Geld doch noch etwas mehr wünschen könnte. Und das gibt‘s nun mit dem Merason Pow1: Der Hintergrund wirkt „schwärzer“, ruhiger, und die Bühnentiefe gewinnt deutlich. Gerade bei klassischer Musik ist das von Vorteil, staffeln sich die Instrumentengruppe so doch klarer hintereinander weg. Zudem legt die Abbildungsqualität zu. Nicht nur mittig platzierte Solostimmen wirken plastischer und feiner herausmodelliert als mit dem Standardnetzteil – sogar bei Chören lassen sich mit dem Pow1 am Frérot nun leichter Einzelstimmen ausmachen.

Fazit: Natürlich wird der Merason Frérot mit dem Netzteil Pow1 kein komplett anderes Gerät – wäre ja auch schade. Doch das Upgrade fügt dem an sich schon überzeugenden DAC noch einmal einige entscheidende audiophile Tugenden hinzu. Der Frage, ob Ihnen das 690 Euro wert ist – so viel kostet das Netzteilupgrade –, können Sie mit besagtem Testpaket auf den Grund gehen, E-Mail-Anfragen richten Sie an testpaket@cm-audio.net.

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