Merason DAC 2: Schweizer Präzision für digitale Daten
von Jochen Reinecke
Alle Freunde edler D/A-Wandler können sich freuen: Die Schweizer Manufaktur Merason schickt mit dem DAC 2 einen Wandler ins Rennen, der die Brücke zwischen dem von uns schon getesteten DAC 1 Mk2 und dem kommenden Spitzenmodell „Mountain DAC“ bilden soll. Das erklärte Ziel der Eidgenossen: Ein konsequent puristisches Digitalkonzept, das sich frei von jeglicher digitaler Härte voll und ganz dem Fluss, der Authentizität und emotionalen Tiefe der Musik verschrieben hat.
Konzentration aufs Wesentliche
Zugunsten eines kompromisslos reinen Signalwegs verzichtet der Merason DAC 2 bewusst auf „Schnickschnack“ wie eine integrierte Lautstärkeregelung oder einen Kopfhörerverstärker.
Im Inneren des Schweizer Wandlers arbeiten dafür zwei BurrBrown-PCM1794A-Chips in echter Dual-Mono-Konfiguration (also ein Chip pro Kanal), was gegenüber dem DAC 1 Mk2 (hier der ausführliche Test) einen Dynamikgewinn von 5 Dezibel und eine breitere, stabilere Bühnendarstellung bringen soll.

Übrigens: Wie Merason-Freunde bereits wissen, geht es den Schweizern nicht um eine „maximale Datenschlacht“, die oft nur auf dem Spec-Sheet gut aussieht, in der Praxis aber kaum Relevanz entwickelt; so verarbeiten die verbauten BurrBrown-Chips des DAC 2 keine DSD-Daten, sondern ausschließlich PCM-Audioformate bis maximal 24 Bit/192 kHz. Alles andere wird offenbar als nicht spielentscheidend angesehen. Den Mut zu einer solchen Entscheidung bringt nicht jeder Hersteller auf, doch wer aus klanglichen Gründen auf Chips setzt, die – wenn unsere Recherchen nicht täuschen – vor 22 Jahren (!) erstmals das Licht der Welt erblickten, schwimmt eben nicht wirklich mitten im „Mainstream“.
Diskrete Class-A-Ausgangsstufe
Wie dem auch sei – die dieser Wandlersektion nachgeschaltete Ausgangsstufe des DAC 2 verzichtet bewusst auf integrierte Schaltkreise (ICs): Sie ist diskret, vollsymmetrisch sowie ohne Rückkopplung aufgebaut und verarbeitet das empfindliche Signal rauscharm und feinfühlig, so jedenfalls die Schweizer. Für die stabile Stromversorgung sorgen dabei zwölf unabhängige Speisungen mit zwei laut Merason überdimensionierten Transformatoren, die kritische Baugruppen sowie den linken und rechten Kanal isoliert versorgen.

Detailarbeit an Platine, Thermik und Schnittstellen
Ein neues, mehrlagiges Leiterplatten-Design mit hoher Präzisions-SMD-Bestückung dient dem Prinzip der kurzen Signalwege. Ebenfalls neu überdacht wurde die thermische Ankopplung der Ausgangstransistoren des Merason DAC 2 über spezielle Tellerfedern, was harmonische Verzerrungen minimieren soll. Und zu guter Letzt spendiert Merason dem DAC 2 spezielle Absorber-Füße, um die Schaltung noch ungestörter von Vibrationen und sonstiger Unbill arbeiten zu lassen.
Schnittstellen
Auf der Rückseite bietet der Merason DAC 2 galvanisch getrennte Eingänge für USB-B, S/PDIF (Koax und Toslink) sowie AES/EBU. Ausgangsseitig stehen sowohl symmetrische XLR- als auch unsymmetrische Cinch-Buchsen bereit.
Preis und Verfügbarkeit
Der neue DAC 2 von Merason ist ab sofort erhältlich, und zwar zum Preis von 13.500 Euro. Angeboten werden Gehäusevarianten in Schwarz, Silber und „Cidre“: Sehr zum Wohle! 😉
PS: Interesse bekommen? Dann lesen Sie hier gerne auch unsere Testberichte des Erstlings DAC 1, des kleinen Bruders Frérot sowie des Merason Reuss!
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