Grimm Audio präsentiert den Mono-Endverstärker PA1
von Jochen Reinecke
Bisher hatten wir einen Lautsprecher, einen Musikserver sowie einen Netzwerkplayer/DAC von Grimm Audio im Test – und so unterschiedlich diese Gerätekategorien auch sind, so einheitlich fiel das Test-Verdikt aus: Die Geräte zeichnen sich durch „reine Lehre“, sprich tonale Neutralität bei sehr hoher Auflösung, aus. Nun bringen die Niederländer ihren ersten Endverstärker an den Start. Und der soll tatsächlich die Klangwelten exzellenter Röhren- und Transistorverstärker miteinander kombinieren – so jedenfalls der Hersteller.
Technisch gesehen ist der neue Grimm Audio PA1 freilich ein reinrassiger Transistor-Amp. Das Schaltungskonzept des Mono-Endverstärkers basiert auf einer Weiterentwicklung des legendären „Pierick Amp“-Designs von Henk ten Pierick aus dem Jahr 1985. Die Entwickler bündelten in dem Class-AB-Monoblock modernste Fertigungstechnologien, um thermische Schwankungen und Phasenmodulationen im Keim zu ersticken, heißt es vonseiten der Niederländer.
Grimm Audio PA1: 96 Transistoren auf Alu-Platine
Der technische Clou des vollsymmetrischen Aufbaus liegt in der Ausgangsstufe: Statt weniger großer Transistoren verbaut Grimm Audio sage und schreibe 96 kleine, extrem schnelle Leistungstransistoren. Diese sind auf einer Aluminium-Leiterplatte montiert, was eine sehr enge thermische Kopplung aller Bauteile garantieren soll. Dadurch, so die Entwickler, bleibe der Arbeitspunkt der Transistoren selbst bei massiven Impulsen absolut stabil, und Übernahmeverzerrungen werden eliminiert.

Unterstützt von einer speziellen Rückkopplungsschaltung zweiter Ordnung und Feedforward-Korrekturen soll der Grimm Audio PA1 Audiosignale ohne zeitliches „Verschmieren“ verarbeiten. Ein mächtiger Ringkerntransformator und eine Siebkapazität von 90.000 µF sorgen dabei für ein stabiles Stromfundament. Der kompakte Monoblock stellt mehr als 200 Watt Leistung an 4 Ohm bereit.
Signalreinheit ohne Relais und Koppelkondensatoren
Der Signalweg des Grimm Audio PA1 ist auf maximale Reinheit getrimmt: Auf klangbeeinträchtigende Koppelkondensatoren im Eingangsbereich wird ebenso verzichtet wie auf klassische Lautsprecher-Schutzrelais im Ausgang. Die intelligenten Schutzschaltungen greifen ein, ohne im Signalfluss zu sitzen.

Über einen Wahlschalter lässt sich die Verstärkung (Gain) flexibel zwischen 26 dB und 18 dB umschalten. Symmetrische XLR- und unsymmetrische Cinch-Eingänge sowie eine schaltbare Standby-Automatik runden die Ausstattung ab. Verpackt ist die 15 Kilogramm schwere Technik in einem kompakten Gehäuse (25 x 25 x 24 cm), das von Industrie-Designer Michiel Uylings gestaltet wurde.
Verfügbarkeit und Preis
Der Grimm Audio PA1 Mono-Leistungsverstärker ist ab sofort erhältlich. Der Preis für ein Stereo-Paar liegt bei 24.000 Euro.
Kurz vermerkt: Update für Streamer MU1 und MU2
Außerdem erreicht uns noch die Kunde, dass Grimm Audio für die Server/Streamer MU1 (Testbericht fairaudio) und MU2 (Testbericht) nun die Integration der audiophilen Musikwiedergabe- und Steuerungs-App JPLAY durchgeführt hat. Wichtigste Features: Die UPnP-Schnittstelle von Grimm Audio unterstützt ab sofort UPnP Eventing. Dadurch werden Statusänderungen (wie Lautstärkeregelung oder Pause über den Drehregler des Geräts, die IR-Fernbedienung oder das GRUI-Webinterface) in Echtzeit an die JPLAY-App zurückgemeldet. App und Streamer bleiben somit immer perfekt synchronisiert.
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