04. September 2025 / Sascha Seibert
Hallo Elmar,
zunächst mein Lob an die tollen und informativen Artikel der fairaudio-Redaktion – meine absolut bevorzugte Quelle. Da ich mich stark für eine Canton Reference 7 oder Reference 5 interessiere und zumindest für die Ref5 gelesen habe, dass der Entwickler die Bässe unterhalb der „Nutzfrequenz“ von 35 Hz ausfiltert, um Verzerrungen zu mindern und den maximalen Schalldruck zu erhöhen, möchte ich gerne fragen, ob Sie darauf gesondert eingehen könnten.
Für mich klingt dies, als ob die Reference ab 35 Hz „beschnitten“ wird und die technischen Angaben, wie weit runter in den Frequenzkeller die LS gehen können, gar nicht mehr erreicht werden, oder? Ich meine für die Ref5 und Ref7 sollen das so um die 23 Hz sein. Oder handelt es sich hier gar um die berühmte „DC Filterung“ Cantons?
Ich habe die Canton-LS bereits in deiner Demo hören dürfen, war angetan – auch von der Präzision, insbesondere der Bässe – hatte aber den persönlichen Eindruck, dass „untenrum“ was fehlte … Ja, eine ganz andere Klangabstimmung wie bei den vorhergehenden Serien Cantons.
Danke vorab und BG
Sascha Seibert
Hallo Herr Seibert,
zunächst möchte ich meine Eindrücke wiedergeben, ich hatte mir die Reference 7 nach dem Test ja gekauft und ich vermisse überhaupt keinen Tiefbass – und ich stehe auf Tiefbass! Besonders in Verbindung mit meinem Röhrenvollverstärker PrimaLuna EVO 300 wird es mir manchmal in meinen 26-Quadratmeter-Raum fast schon zu viel. Der Tiefbass hängt vom Raum, der Platzierung der Lautsprecher und vom angeschlossenen Verstärker ab. In Ihrem Fall, Herr Seibert, würde ich nicht zu einem schlanken, sondern eher bassprallen Verstärker raten, gerne auch eine kräftige Röhre. Bei mir machte die Reference 7 auch mit dem Cayin Jazz 80 und VTL IT-85 eine hervorragende Figur – auch im Tiefbass.
Wir haben aus Neugier aber auch noch mal bei Cantons Chefentwickler Frank Göbl nachgehakt: Weit unterhalb der Resonanzfrequenz der Basstreiber erfolgt eine Filterung, die allerdings ausnahmslos auf phasennichtlineareren Blindschall einwirkt. Das mildert den effektiven Tiefgang nicht, sondern – im Gegenteil – fördert den Wirkschallanteil. Es resultiert entsprechend eine niedrigere untere Grenzfrequenz im Tiefbassbereich bei gegebener Gehäuse- und Lautsprechergröße. Zudem wirkt das Filtersystem impedanzlinearisierend, was die Lautsprecher zu verstärkerfreundlicheren Lasten macht, überdies wird die Phasenkohärenz zwischen Bass- und Mittelton befördert.
Schöne Grüße
Elmar Salmutter

