Ein Kasseler?
, von Stefan Helmholz
Hallo,
erstmal möchte ich Euch für Eure tolle Homepage danken, die eine echte Bereicherung unter den Online- und Print-Medien im Audio-Bereich ist! Den Test zum Phonosophie Phonopre One musste ich allerdings mit einem kopfschüttelnden Schmunzeln lesen. Der Phonopre One scheint mir kein Hamburger, sondern ein Kassler zu sein, dort von Restek hergestellt und auf den Namen Miniria+ hörend. Vergleicht man die Platine des Phono One mit der des Miniria+, scheint es, das nur die vier blauen, würfelförmigen Kondensatoren gegen längere quaderförmige getauscht wurden, dazu die Cinch- gegen BNC-Buchsen ersetzt und die OP-Verstärker beklebt („aktiviert“?); evtl. wurden auch noch die Ausgangs-OP´s getauscht.
Sehr zupass dürfte Herrn Hansen wohl kommen, dass Restek seine Geräte grundsätzlich ohne Emblem oder sonstige Aufdrucke auf der Front ausliefert – nach Wahl auch mit schwarzer Front und roter LED. Die Rückseite beim Restek ist dafür bedruckt – hier hat der Phono One gut erkennbar ein aufgeklebtes Typschild. Was wohl zum Vorschein käme, wenn man es abziehen würde?! Die Übersteuerungsanzeige bei den Phono-Verstärkern ist eine echte Restek-„Spezialität“ – ebenso tiefe, kräftige doch trockene Bässe und eine stabile, breite, hohe und eben auch tiefe Bühnenabbildung – schön, dass Herr Hansen diese nicht ganz „weg-tunen“ konnte. Außerdem liefern die Restek-Phonos neben einem schnellen und rhythmisch-musikalischem Klang auch noch ziemlich hohe Ausgangspegel, was nach meiner Erfahrung der Dynamik und Impulsivität zuträglich ist. Bis hierher musste ich nur schmunzeln – das Kopfschütteln kam dann beim Preis… Der Restek MINIRIA+ kostet 850 Euro und damit weniger als die Hälfte. Ob die von Phonosophie verlangten 2000 Euro dann wirklich noch ein „durch und durch seriöses Angebot“ sind, wie Herr Hakopians schreibt? Das sollten geneigte Kaufinteressenten nach einer Gegenprobe mit dem Restek selbst entscheiden – dann als „informierte und aktivierte“ Käufer sozusagen.
MfG Stefan Helmholz
vielen Dank für Ihre Ausführungen und die substanzielle Auseinandersetzung mit dem Thema. Ja, Phonosophie lässt in Kleinserie bei Restek fertigen, laut Herstelleraussage freilich nach eigenen Spezifikationen: Unter anderem betrifft dies Teile der Verdrahtung, Kondensoren, aber auch der Schaltung (höherer Verstärkungsfaktor) sowie die von Ihnen erwähnten BNC-Buchsen. Und genau: Ob man sie nun von vornherein kritisch sieht oder das Ganze einfach mal unvoreingenommen anhört - für Phonosophie ist natürlich die hauseigene Aktivatortechnik entscheidend. Für uns ist hingegen entscheidend, was am Ende herauskommt, der Kollege Frank Hakopians überlegte sogar, den Phonopre One zu kaufen. Auftragsfertigung ist in der Hifi-Branche übrigens keine Seltenheit, im Gegensatz zu Phonosophie behandeln manche Hersteller das Thema recht klandestin. Aber klar: Bei Interesse für ein Wochenende mal einen Restek- sowie einen Phonosophie-Phonovorverstärker auszuleihen und gegeneinander antreten zu lassen, ist bestimmt gut, um Zweifel zu beseitigen.
Schöne Grüße
Jörg Dames
