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Thiel & Spendor

22. November 2018 / Sebastian Grundwald

Lieber Herr Dames,

ich bin seit vielen Jahren ein ganz regelmäßiger Leser von fairaudio.de und habe viele wertvolle Anregungen durch die Berichte von Ihnen und Ihren Kollegen erfahren. Dafür zunächst herzlichen Dank! Ich schreibe Ihnen heute mit einem Anliegen, dass sich aus ihrem letzten Beitrag ergeben hat: Ihr interessanter Bericht über die Nubert Pyramide 717 hat ja offenbart, dass Sie aktuell mit der Spendor D9 sehr zufrieden Musik hören. Ich höre mit einem Paar Thiel CS 2.7 und bin eigentlich auch sehr zufrieden, einzig die oberen Mitten und der Hochton sind mir etwas zu präsent – ich vermute, dass hat etwas mit der ausgeprägteren Impedanzsenke im Bereich der tieferen Frequenzen zu tun (mein Verstärker ist ein Are AX-5 Twenty und der ist nun kein absoluter Bolide …).

Ich überlege seit einiger Zeit meine Thiel zu verkaufen und liebäugele mit den Spendor D9 (die haben ja einen recht hohen Wirkungsgrad und wohl auch einen unkritischen Impedanzverlauf). Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie mit mir ein paar Gedanken zu den Spendor D9 im Vergleich zu ihren verflossenen Thiel CS 3.7 teilen würden, damit ich die Spendor etwas einordnen kann. Für eine Rückmeldung wäre ich Ihnen sehr dankbar!

Mit besten Grüßen
Ihr Sebastian Grunwald

Hallo Herr Grunwald,

ja, an die Thiel CS 3.7 erinnere ich mich noch sehr gut zurück, faszinierende Lautsprecher, mit denen ich gleichzeitig aber auch immer etwas haderte. Der aufs erste Hören präzise, aber genaugenommen nicht ganz saubere, bisweilen etwas aggressive Hochton machte mir jedenfalls nicht durchweg Spaß. In dieser Sache sind die Spendor D9 deutlich überlegen: Die oberen Lagen geben sich ebenfalls hochpräzise, aber luftiger, seidiger und feiner - für mich persönlich mit das Beste, was mir bisher zu Gehör kam. Was auch eine natürlichere Klangfarbendarstellung fördert – zusammen mit der besonderen Kohärenz der D9 in den Mitten ergibt sich so eine deutlich authentischere Stimmwiedergabe.

Dynamisch (auf Zack sind beide Modelle) und räumlich (die D9 bildet etwas größer ab) spielen die Spendor und Thiel im Grunde auf Augenhöhe. Bassseitig langt die Thiel etwas tiefer runter und entwickelt nach meiner Erinnerung auch etwas mehr Druck, hier liegt eine der großen Stärken der Thiel CS 3.7. Die D9 ist in dieser Sache aber auch kein Kind von Traurigkeit.

Die CS 2.7 habe ich selbst nie gehört, mir wurde vertriebsseitig mal gesagt, dass die Mittenwiedergabe sogar etwas ausgewogener sein soll als bei den CS 3.7.

Ein nicht ganz unwichtiger Hinweis noch: Die Spendor D9 ist erst nach grob 250 Stunden richtig eingespielt, zwischendrin wird's bisweilen echt lustig, aber keine Sorge, das legt sich (-:

Schöne Grüße
Jörg Dames

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