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Gewisse Grenzen

12. Januar 2019 / Frank Stegelmann

Hallo Herr Dames,

vorneweg: Die Lautsprecher-Tests von fairaudio finde ich seit Jahren ganz große Klasse! Ihre Schilderungen sind nicht nur sehr fundiert und plastisch, sondern auch spannend und kurzweilig, weil Sie Ihre Hörerlebnisse mit Ihnen bekannten Lautsprechern ins Verhältnis setzen und keine Absolutwertungen vornehmen. Im Test der Inklang 13.3 Advanced Line verweisen Sie beispielsweise auf Ihre Spendor D9. Und auch die Audioplan Konzert III, die Sie 2012 getestet haben, bleiben dort nicht unerwähnt.

Und hierzu habe ich eine Frage: Können Sie, ähnlich wie in einem vergangenen Leserbrief mit einer Frage zu Spendor & Thiel, aus Ihrer Erinnerung heraus auch etwas zum Vergleich der D9 mit den Konzert III sagen? Wo liegen die Unterschiede, Stärken bzw. Schwächen? Ist die Spendor D9 eine echte Alternative zur Audioplan Konzert? Hintergrund meiner Frage ist, dass ich seit über 5 Jahren begeisterter Audioplan Kontrast V-Fan bin. Ein toller und vielfach unterschätzter Lautsprecher, der mit entsprechenden Jadis-Komponenten und kompletter Audioplan-Verkabelung/-Stromversorgung zu ungeahnten Höchstformen aufläuft, was man der zierlichen Optik nicht zutrauen würde.

Aufgrund meines sehr großen Wohn-/Hörraums (Altbau mit hoher Decke und ca. 60 m² Grundfläche) stoße ich aber dennoch mit den Kontrast an gewisse physikalische Grenzen und denke immer häufiger über größere Lautsprecher nach, die jedoch genauso stimmig sein sollten wie die Kontrast und mit einer 30 Watt-Röhre (Jadis JA30) harmonieren. Wenn Sie den einen oder anderen Erfahrungswert in Sachen Lautsprecher mit mir teilen könnten, würde ich mich sehr freuen!

Vielen Dank im Voraus und beste Grüße, Frank Stegelmann

Hallo Herr Stegelmann,

vielen Dank für Ihre positiven Worte. Die Spendor D9 ist ein spritziger, sehr dynamischer und luftiger Lautsprecher mit gutem Tiefgang. Bassfülle und Volumen sind in Relation zu den Mitten aber ganz leicht zurückgenommen, was ein präsenteres, unmittelbares, direktes Klangerlebnis fördert: Ideal für Hörer, die auf durchaus spritzig-anmachende, gleichwohl stressfrei-natürliche Klangbilder stehen, zudem einen erwachsenen Tiefgang schätzen, aber mit Blick auf basseitiges Dröhnen/Wummern in ihren kleinen bis mittleren Hörräumen (grob 15 bis 35 qm) auf der sicheren Seite sein wollen.

Heißt: Bei der Situation "Altbau mit hoher Decke und ca. 60 m² Grundfläche" ist die Spendor D9 wahrscheinlich keine ideale Lösung.

Die etwas weniger präsent, ebenfalls ausnehmend organisch und stressfrei klingenden Audioplan Konzert III (seit dem Test weiterentwickelt) sind in Sachen Tieftonmacht schon ein anderes Kaliber und liefern in puncto Bassqualität ebenfalls feinste Ware ab. 60 m² sollten mit den Konzert dann auch gut zu befeuern sein. Audioplan bzw. Thomas Kühn (eMail: info@audioplan.de | Telefon: 07246-1751) bieten nach Absprache und je nach Entfernung auch die Möglichkeit an, die Konzert unverbindlich in den eigenen Räumen Probe zu hören.

Beste Grüße
Jörg Dames

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