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Zwei Tests in einen Sack und gut schütteln …

18. Januar 2023 / Dirk Veith

Sehr geehrter Herr Dames,

33 Jahre besaß ich ein paar Quadral Vulkan MK3. Diese Standen sprichwörtlich wie zwei deutsche Eichen in meinem Wohnzimmer. Im Bass souverän und durch die Transmission Line gab es keinen negativen Raumeinfluss auf die LS-Position. Auch die Mitten passten, aber der Hochton fing die letzten Jahre an mit einer gewissen Härte zu nerven (Sie kennen das unangenehme Zischeln bei gesungenen S-Lauten). Der Vincent SV-500 (den habe ich schon ein paar Jahre) brachte Besserung, jedoch keine Linderung und so nahm es seinen Lauf. Ich hörte immer seltener Musik über die LS und schließlich fiel der Entschluss, dass ich die beiden Vulkan verkaufe und mir neue LS anschaffe denn so konnte es nicht weitergehen (außerdem war es mal an der Zeit). Gesagt, getan! Es mussten also zwei neue Partner für meinen Vincent her.

Die ursprünglich favorisierten Quadral Chromium 85 (siehe Leserbrief vom 4. Januar, die Red.) anzuhören war gar nicht so einfach. Nach tel. Rücksprache direkt bei Quadral in Hannover (übrigens alle sehr, sehr nett!) bekam ich einen Hinweis zu einem mir nicht bekannten Händler. Dort hat man die Chromium 105 aber nicht die 85er in der Vorführung. Zudem bekam ich den Hinweis, dass man RealCable nicht mehr im Verkauf hat. Die Internetrecherche verlief erfolglos und so dachte ich mir, dass ein langjähriger LS-Hersteller bei mir um die Ecke schon wissen wird und wissen sollte, was gut ist. Also fuhr ich nach Weilrod und kaufte mir direkt bei Canton deren Cantolink 600er Kabel (auch dort vor Ort, alle sehr nett!). Wovon ich überzeugt bin ist, dass ein hochwertiges Kabel(material) erstmal nichts großartig „kaputt macht“ aber einen vielfach geringeren Einfluss auf das Gesamtklangbild hat als die Raumakustik.

Ich hörte mir die 105er im Vergleich zu den Quadral Aurum Orkan und den KEF R900 an und die Entscheidung war recht schnell gefallen.

Jetzt stehen zwei Quadral Chromium 105 bei mir im Wohnzimmer (passen auch optisch besser als die im Vergleich zur Vulkan doch recht zierlichen 85er). Die 105er sind mittels Cantolink 600 mit dem Vincent verbunden. Was soll ich zum Klang sagen? Nehmen Sie Ihre Testrezessionen für den Vincent SV-500 und für die Chromium 85, werfen Sie diese in einen Sack, gut schütteln und es kommt genau das raus was Sie und Ihr Kollege Herr Reinecke geschrieben hatten. Alles sehr angenehm, weich, bunt, alles ist da, nichts nervt, nichts fehlt (was ich vermisse) und ob die Bühne nun etwas breiter oder enger, höher oder tiefer als bei LS XXX oder Verstärker YYY ist? Keine Ahnung, stört mich auch nicht!

Guter Klang kann, muss aber nicht übermäßig teuer sein. Wenn man für sich die Klarheit hat und weiß welche Klangrichtung einem „guttut“ findet man mit der Lektüre Ihres Magazins gute Hinweise auf mögliche/passende Komponenten. Wenn man dann noch den Raum und die LS-Aufstellung im Blick hat kann nicht mehr gar so viel schief gehen und man bekommt beim Musikhören relativ schnell ein breites Grinsen ins Gesicht. Dass ich zuhause ggf. die möglichen 100% Klangpotenzial nicht erreiche ist nicht so tragisch, denn primär geht es mir um die Musik.

Liebe Grüße aus dem Hessenland!
Dirk Veith

Lieber Herr Veith,

vielen Dank für Ihren tollen Erfahrungsbericht! Dass Sie sich letztendlich für eine Chromium entschieden haben, kann ich subjektiv gut nachempfinden ... Viel Hörfreude wünschen wir, mal schauen, ob es wieder für 33 Jahre reicht (-:

Herzliche Grüße
Jörg Dames

 

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