Demnächst im Test:

Billboard
Shunyata

Musik und LAN

01. Dezember 2023 / Jürgen Weinert

Meine Anregung ist auch gleichzeitig eine/viele Frage(n) zum Thema Einsatz und Nutzen eines audiophiler Switches.

Wo ist der beste Platz für einen Audio-Switch? Oft ist der Router auch Switch. Dieser steht dann z. B. im Keller. Ein LAN-Kabel führt ins Wohnzimmer zu den Audio-Geräten. Der zusätzliche Audio-Switch steht jetzt idealerweise dicht am Streamer oder dicht beim Router?

Wie ist die klanglich ideale Anschlussbelegung eines Audio-Switches? Nur mit dem Streamer, alles andere weiterhin am Router/Switch? Oder ist das gleich? Sollte man zusätzlich zum Router/Switch einen Audio-Switch und einen normalen Switch benutzen?

Bringt ein Audio-Switch überhaupt einen klanglichen Mehrwert, wenn man seine Musik direkt vom Server abspielt, also das Netzwerk nur zur Steuerung des Servers nutzt, also kein Streaming mit NAS oder Qobuz oder Tidal? Falls dies hier auch einen Klanggewinn bringt, gilt hier auch, je teurer desto besser?

Und natürlich die abschließende Frage, wenn ein „Audio-Switch etwas bringen soll: Welchen ihrer zahlreich getesteten Produkte würden sie einsetzen und nutzen, oder empfehlen mal selbst einen Test zu machen.

Damit Sie wissen, auf welchem klanglichen Niveau ich meine Musik höre:
Gauder RC7 + Burmester 911 + Burmester 151 + Audionet Pre + TechDas + EMT + div. Highend Kabel, Shunyata Strom und Raumakustikzubehör

Vielen Dank für ihre Hilfe und Geduld

Jürgen Weinert

Hallo Herr Weinert,

vielen Dank für Ihre Zuschrift und die Fragen zum Thema LAN und audiophile Switches – die dürften einige Hörer und Leser umtreiben.

Mit einem separaten Audio-Switch und dessen galvanischer Trennung erhofft man sich in der Regel zweierlei Arten von „Entkopplung“: Zum einen eine von den Störeinflüssen des zumeist, an highendigen Ansprüchen gemessen, doch sehr einfachen Internet-Routers und dessen Netzteils – zum anderen von Störeinflüssen, wie etwa HF, die man sich auf dem Weg zwischen Router und dem Server/Streamer einfangen kann. Warum sollte man diesen Weg länger machen als unbedingt nötig? Wir neigen im Kollegenkreis jedenfalls dazu, den Audio-Switch in der Nähe der Anlage und nicht beim Router zu platzieren. Und was die Belegung angeht: so wenige „Noisequellen“ wie möglich am Audio-Switch, sprich: besser nur mit den netzwerkfähigen Komponenten der Anlage und dem Router verbinden (und nicht noch mit anderen Gerätschaften wie TV, Desktop-Rechner etc.). Man muss diesem Switch das Leben ja nicht unnötig erschweren …

Ob man hierbei dann gleich „kaskadieren“ sollte, sei mal dahingestellt. Tatsächlich haben wir einen Kollegen, der hinter dem Router zwei Switches betreibt und Switch 1 und 2 mit Leichtleitern verbindet. Er ist mit seinem Setup sehr zufrieden. Ich persönlich habe eine einfachere Lösung von Silent Angel am Start, und die hat ebenfalls schon einiges gebracht. Im Rahmen der Besprechung des Innuos-Switches musste ich freilich feststellen, dass es hier neben Preis- auch Qualitätsunterschiede gibt, was aber nicht heißt, dass ich die Aussage „teurer = besser“ blind unterschreiben würde.

Wie dem auch sei – wer seine Musik nur lokal vom Server abspielt, kann („leider“ möchte man fast sagen) ebenfalls von einem dedizierten Switch vor der Anlage profitieren. Das mag spontan anti-intuitiv klingen, folgt aber der obigen Logik: Denn wenn es darum geht, Rauschen, Jitter und HF-Störungen von der Anlage fernzuhalten, dann macht sich die „Abwehrmaßname“ Switch in jedem Fall bezahlt; es geht hier offenbar weniger um die Musikdaten selbst, sondern mehr um die generelle Störminimierung. Jedenfalls klingt es in meinem Setup etwas weniger „gräulich“, wenn ich dem Server über den Switch statt direkt über den Router Befehle erteile.

Natürlich sind die klanglichen Gewinne durch diese Maßnahmen eher feinsinniger Natur – und jede Kette, Komponente und „LAN-Situation“ ist unterschiedlich. Um eigene Experimente kommt man bei diesem Thema nicht umhin. Viel Spaß dabei!

Viele Grüße
Ralph Werner

Billboard
Canton Karat GS Edition