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Gefühltes Fundament

23. März 2018 / Florian Wenz

Hallo,

vielen Dank für den gelungenen Test, ich kann viele der Punkte nachvollziehen. Aufgrund Eures Tests habe ich mir zum Vergleich tatsächlich auch den Heos 7 und die Magnasphere 33 nebeneinander gestellt.

Was Räumlichkeit etc. angeht, klingen die beiden Magnat natürlich wesentlich „breiter“, was irgendwie logisch ist. Auch der Hochtonbereich ist m. E. differenzierter. Wo mich die beiden Magnat-Lautsprecher aber gerade echt enttäuschen, ist der Tieftonbereich. Hier gefällt mir das „unterlegene“ System des Denon wesentlich besser. Hier ist viel mehr gefühltes Bass-Fundament vorhanden.

Jetzt frage ich mich natürlich, ob ich bei der Aufstellung (Sideboard) irgendwas falsch gemacht habe? Hattet ihr die Magnat freistehend? Oder braucht der LS noch mehr Einspielzeit? Von zwei 170-mm-Chassis, die angeblich bis auf 28 Hz runtergehen, habe ich wesentlich mehr Tiefgang erwartet. Bin gerade mächtig am überlegen, welches der beiden Systeme ich behalten soll.

Würde mich über eine kurze Antwort freuen!

Vielen Dank und liebe Grüße,
Florian Wenz

Sehr geehrter Herr Wenz,

besten Dank für Ihre lobenden Worte! Vielleicht hole ich zum besseren Verständnis ein klein wenig aus. Bei den Vergleichen zwischen einem One-Box-System und den aktiven Magnat handelt es eigentlich um den Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen. Für ein One-Box-System klingt der große Heos 7 tatsächlich außergewöhnlich sonor und geht gefühlt mächtig tief in die unteren Regionen hinab.

Der Effekt, den Sie beschreiben erkläre, ich mir folgendermaßen. Da One-Box-Systeme in der Regel mit dem geringeren Stereo-Panorama zu kämpfen haben, müssen sie sozusagen andere Tugenden in die Waagschale legen. Den meisten Herstellern ist bewusst, dass diese Systeme in der Regel die meiste Zeit in kommoder Lautstärke laufen werden. Hohe Dauerpegel spielen da eher ein geringe Rolle. Aus diesem Grund wird gerne der Bassbereich mit einer dezenten Überhöhung versehen. Bei leisen Pegeln nehmen unsere Ohren oftmals tiefe Frequenzen gerne nur sehr leise oder kaum wahr, sodass durch ein gewisses Sounddesign diverse Mankos kompensiert werden. Bei niedrigen Pegeln entsteht so ein untenrum pralles, fülliges und warmes Klangbild. Das macht Spaß und wird mit zunehmenden Pegel noch unterstrichen. Verlässt aber, streng genommen, den Pfad der neutralen Wiedergabe, wie ihn beispielsweise die Magnat bietet.

Die Magnasphere standen im Test auf Ständern, bei einer Aufstellung auf dem Sideboard sollte immer in Betracht gezogen werden, dass manchmal der Teufel ein Eichhörnchen ist und je nach Konstellation Bassenergie aufgrund von Aufstellungssituation oder der umgebenden baulichen Situation verloren gehen kann. Experimentieren Sie gerne mal auch mit der Aufstellung. Die Magnat erlaubt auch eine Anhebung des Bassbereichs, auch hier lohnt sich ein Experimentieren, falls nicht bereits geschehen. Vielleicht sind Auslöschungen am Hörplatz für den geringen Bass verantwortlich oder der Heos 7 regt aufstellungsbedingt Raummoden besonders intensiv an.

Letztlich gibt es aber kein richtig oder falsch, sondern der eigene Eindruck zählt. Wenn die Musik Freude und Spaß vermittelt, dann ist alles richtig und sie stehen dem richtigen Set-up gegenüber.

Viele Grüße
Fritz Schwertfeger

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