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Interview mit Günther Nubert

Inhaltsverzeichnis

  1. 2 Interview mit Günther Nubert
Günther Nubert in seinem Labor

Günther Nubert in seinem Labor

fairaudio: Herr Nubert, was zeichnet Nubert-Lautsprecher Ihrer Meinung nach besonders aus?

Günther Nubert: Im Grunde verhält es sich wie mit Omas Kochkünsten. Da weiß man, dass nur die besten Zutaten Verwendung finden und alles mit Liebe zubereitet wird. Nubert-Boxen weisen beispielsweise regelmäßig mehr Tiefgang auf als andere Lautsprecher gleicher Größe. Unsere Lautsprecher zeichnet zudem eine gewisse Konstanz aus. Die Berichterstattung der Fachmedien bestätigt dies – mittlerweile mit dem tausendsten Testbericht! Unser Slogan „Wir bauen ehrliche Lautsprecher“ ist keine bloße Werbung. Wir wollen den Kunden ehrliche Qualität zu fairen Preisen bieten.

Sie sind in Sachen hochwertige  Lautsprecher einer der „Big Player“ in Deutschland – reizt es Sie nicht, nach Asien oder in den amerikanischen Raum zu expandieren?

Den gleichen Standard in Sachen Service und Kundenbetreuung in einem anderen Land aufzubauen, anzubieten und aufrecht zu erhalten, ist eine große Aufgabe, die Personal und Kapital bindet. Für jedes Land müsste zudem ein eigener Vertrieb etabliert werden. Wir verstehen uns gegenüber unseren Kunden als Partner und sind mit der Nähe und dem direkten Kontakt zu ihnen bisher sehr gut gefahren.

Hersteller pflegen mit Blick aufs Für und Wider von Zweiwege- und Mehrwege-Lösungen bisweilen höchst unterschiedliche Ansichten und Konzepte. Wo liegt Ihrer Meinung nach die Wahrheit?

Als kritisch sind bei einer Mehrwegbox die Übergänge zwischen den einzelnen Frequenzbereichen zu betrachten. Solange diese Übergänge nicht sauber genug realisiert sind, ist eine Zweiwege-Box – ohne die ungünstigeren Gruppenlaufzeiten einer Dreiwege-Weiche und das erhöhte Risiko von Verfärbungen im Bereich der mittleren Frequenzen – auf den ersten Blick das vorteilhaftere Prinzip. Der Nachteil eines Zweiwege-Systems ist wiederum schlicht ein physischer: Spätestens, wenn der Tieftöner zu groß wird – in Relation zum Gehäuse – beginnen die Probleme in puncto maximaler Tiefgang. Denn je größer die Gesamtmembranfläche des Tieftöners im Verhältnis zum Nettovolumen ist, desto weniger tief vermag er die in die untersten Frequenzregionen hinabzusteigen. Ein Mehrwegeprinzip ist wiederum nicht zuletzt aufgrund des gleichmäßigeren horizontalen Abstrahlverhaltens im Vorteil.

Sie sehen, die Vorzüge beider Prinzipien zu vereinen und deren Nachteile außen vor zu lassen, ist die Aufgabe eines jeden seriösen Entwicklers. Die von uns entwickelten Filterschaltungen liefern durchweg saubere Übergänge, ohne vermehrte Phasendrehungen oder übertriebene Flankensteilheiten in Kauf nehmen zu müssen.

Der Flachmitteltöner der nuVero-Serie sorgte bei seiner Einführung für Aufsehen, was hat es damit auf sich? 

Die Sandwichflachmembran – von der NXT-Technologie abgeleitet – ist durchaus etwas besonderes, weil sie der Physik mehr oder weniger ein Schnippchen schlägt. Die Membran bündelt kaum, auch bei Frequenzen um die 15 kHz strahlt sie breit ab. Man könnte sie theoretisch auch als Hochtöner einsetzen, aber dafür greifen wir auf unsere bewährte 26-mm-Seidengewebekalotte zurück.

Aktiv oder passiv? Wohin steuert der Markt in den kommenden zehn Jahren? 

Die Rechnung ist im Grunde einfach: Eine gute passive Box verursacht, soll sie noch besser werden, vor allem im Bereich der Weiche größere Kosten, während die Komponenten für die Aktivtechnik immer günstiger werden. Es zeichnet sich aber auch hinsichtlich der Kundenresonanz ein langfristiger Trend in Richtung aktiver Lautsprecher ab. Nubert bietet drei passive und eine aktive Linie an, das stärkste Wachstum registrieren wir bei der aktiven Linie. Die Vorteile der aktiven Systeme – auch in Verbindung mit den Funksystemen, ergo drahtloser Musikübertragung – liegen auf der Hand und werden nach und nach an Bedeutung gewinnen.

Herr Nubert, wir danken für das Gespräch.

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Nils Showroom Max16

Firmenbericht: Besuch bei Nubert in Schwäbisch Gmünd

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Über die Autorin / den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Plattenspieler: Linn LP12, Pro-Ject Perspective Anniversary

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Mytek Brooklyn DAC+ CD-Player: Sony CDP X-707 ES Musikserver: Innuos ZENMini MK3, Roon Nucleus Streamer: Auralic Aries Femto, Wattson Audio Emerson Digital Sonstiges: Mutec REF10 SE120 und MC-3+USB, Innuos PhoenixNET und PhoenixUSB

Vollverstärker: Cayin MT-34L

Vorstufen: Hochpegel: Sony TA-E 80 ES Phonoverstärker: Mytek Brooklyn DAC+

Endstufen: 2 x Sony TA-N 80 ES (Bi-Amping)

Lautsprecher: Kii Three, KEF LS 50 Meta

Kopfhörer: Beyerdynamic DT 1990 PRO, Beyerdynamic T1 (3rd. Gen.), HiFiMAN Deva PRO

Kopfhörerverstärker: Mytek Brooklyn DAC+

Mobiles HiFi: Astell&Kern AK 380, Chord Mojo