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Inklang

Play it again, RipNAS …

Inhaltsverzeichnis

  1. 4 Play it again, RipNAS ...

Wie lassen sich die Dateien abspielen? Das vorinstallierte, automatisch beim Einschalten des RipNAS startende sowie für sehr viele Ton- und Videodateiformate geeignete XBMC Mediacenter eignet sich vornehmlich als direkt bedienbarer Mediaplayer auf dem RipNAS selbst. Es erkennt die aufgespielten Daten auf der internen Festplatte und bindet sie automatisch in seine Datenbank ein. Fertig. Die Benutzeroberfläche XBMCs ist sehr übersichtlich inklusive Coveranzeige, Suchfunktion und Playlistenverwaltung. Der Player startet mit Klick auf den Taskleisteneintrag „XBMC“ und weiter zu „Local Music“. Dort findet sich die zuvor gerippte oder aufkopierte Musik, Doppelklick auf einen Titel startet die Wiedergabe.

XBMC-Benutzeroberfläche

XBMC-Benutzeroberfläche

Stecken ein Monitor per HDMI und Tastatur/Maus per USB am RipNAS, ist XBMC aufgrund der Vielfalt der Funktionen im Prinzip die einzige Software, die man braucht, um alles Mögliche lokal abzuspielen. Die Oberfläche XBMCs lässt sich auch mittels sogenannter Skins von der Projekt-Homepage dem eigenen Geschmack anpassen. Addons, ebenfalls dort verfügbar, erweitern die Funktionen ins Uferlose mit z.B. Zugang zu Qobuz‘ oder WiMPs kostenpflichtigen Web-Streamingdiensten oder auch zahllosen Webradiostationen. Diese sind dann direkt in XBMCs Oberfläche verfügbar. Addons werden heruntergeladen, entpackt (zip) und ins entsprechende Verzeichnis im Installationsordner XBMCs kopiert sowie XBMC dann neu gestartet.

Fernbedienungen für XBMC gibt es für iOS- und Android-Geräte in deren App Stores sowie für Webbrowser auf der Projekt-Homepage. Mit Yatse steht auch eine alternative App bereit. Beim Start der offiziellen App wird der XBMC-Rechner (das RipNAS) automatisch in die App eingebunden. Das Fernbedienen klappt mit jeder XBMC-Installation, auch wenn sie nicht auf einem NAS läuft.

Mit dem sogenannten Webinterface Chorus lässt sich XBMC bzw. Kodi auch mittels Webbrowser von einem weiteren beliebigen Rechner per Webbrowser im selben Netzwerk fernbedienen. Es genügt, diese Datei zu laden, zu entpacken (Windows kann das von Haus aus per Rechtsklick im Explorer und „Alle extrahieren …“) und anschließend auf die Datei index.html doppelzuklicken. Zuvor müssen manuell folgende Einstellungen vorgenommen/überprüft werden:

  1. XBMC > System > Einstellungen > Dienste > Webserver > „Zugriff per http“ erlauben
  2. Web Interface auswählen, „Chorus“ einstellen
  3. man sollte „Programmen auf anderen Systemen erlauben XBMC zu steuern“ einschalten
XBMC-Steuerung

XBMC-Steuerung auf iOS-Geräten

Die Musikdateien lassen sich also auch ohne extra Streamer-Hardware/Netzwerkplayer auf dem RipNAS abspielen. Die audiophil-praktischen Möglichkeiten des RipNAS selbst sind dabei angenehm: Klanglich anspruchsvoll klappt das Abspielen mittels der goldig-hübschen und soliden S/PDIF-RCA-Buchse, die per Digitalkabel einen externen DAC versorgt. In XBMC wird dazu als Audioausgabegerät über die Einstellungen „System“ – „System“ – „Audio Output“ der angeschlossene DAC als Ausgabegerät gewählt. Fertig.

Fein Rip?

Das RipNAS aber bringt ja ein optisches Laufwerk inklusive C2-Fehlerkorrektur mit, mit dem sich ohne Nutzerinteraktion CDs audiophil rippen lassen. Knöpfchen auf der Gerätefront drücken, CD auf die (leider wacklige Schublade) legen, Lade schließen und je nach Oberflächenzustand der CD circa fünf Minuten warten.

Automatisches CD-Ripping am RipNAS

Automatisches CD-Ripping am RipNAS

Das funktioniert grundsätzlich aber nur mit Internetzugang, ohne wird eine CD ungerippt und kommentarlos wieder ausgeworfen. Für jeden Künstler werden Ordner auf der RipNAS-Festplatte angelegt. Darunter dann Ordner für jedes Album. Gerippt wird ins speichersparende- und metadatenfreundliche Free Lossless Audio Codec (FLAC), also ein Open-Source-Format, das auch von externen Geräten wie Smartphones unterstützt wird. Die Auflösung ist natürlich 16 Bit/44,1 kHz. Das Format lässt sich wie weiter unten beschrieben ändern. Etwas verwirrend ist zunächst, dass gerippte Musik direkt im übergeordneten Ordner „Musik“ landet und nicht etwa im Unterordner „FLAC“ oder „MP3“. Die bleiben bei der Rip-Automatik leer und können laut HFX manuell für abzulegende Daten vom Nutzer gefüllt werden, um Übersicht zu behalten und MP3 und andere Formate derselben Dateien nicht in einem Ordner zu mischen.

Eine Fehlerkorrektur nimmt die fürs Rippen genutzte „dBpoweramp Ripping Engine R14“ automatisch vor. Die Metadaten für die gerippten FLACs besorgt sich das RipNAS automatisch von fünf Anbietern simultan. Cover lädt der Ripper dBpoweramp selbsttätig aus dem Internet.

Manuelles Rippen auf einem PC kann sehr viel aufwendiger werden (siehe fairaudio-Artikel Rippen).

UPnP-Zugriff auf das RipNAS per Windows Media Player

UPnP-Zugriff auf das RipNAS per Windows Media Player

Ein Windows- oder MacOS-Rechner, der die auf dem RipNAS gerippten Titel mittels Dateizugriff direkt abspielen soll, muss mit einem Mediaplayer ausgestattet werden, der FLAC wiedergeben kann (etwa JRiver oder foobar2000). Windows 10 soll FLAC von Haus aus systemweit abspielen können. Aber soweit sind wir noch nicht. Alternativ kann man heute auch den FLAC-Codec manuell installieren und den aktuellen Windows-Mediaplayer unter Windows 7 oder 8 für FLAC nutzen. Dazu muss von https://xiph.org/flac ein Installationspaket für den FLAC-Codec passend zum jeweiligen Betriebssystem geladen und installiert werden. Anleitungen dafür findet man ebenfalls auf der FLAC-Webseite. Auf dem RipNAS selbst ist das schon erledigt und es spielt FLAC von Haus aus per XBMC ab.

Konfiguration & Dashboard

Der Ripping-Vorgang und alle vorkonfigurierten Softwares lassen sich mit zahlreichen Parametern beeinflussen, die per Windows Home Server-Konsole (WHS), der Standard-Bedienoberfläche des RipNAS, von anderen PCs aus konfiguriert werden. Das soll uns aber hier nicht weiter interessieren, weil es lokal mit dem sogenannten Dashboard auf dem RipNAS selbst eine leicht zugängliche Konfigurationsoberfläche gibt. Weiter unten steht, wie man an sie heran kommt.

RipNAS Dashboard

RipNAS Dashboard

Mögliche Spielgefährten: Smartphone/Tablet

Abspieler von auf UPnP-Servern wie dem RipNAS liegenden Daten können auch Smartphone/Tablets mit Apps wie PlugPlayer (iOS) oder BubbleUPnP (Android) sein, aber auch Desktop-UPnP-Clients wie der Windows Media Player. Die mobilen Geräte fungieren dann als Streamer und versorgen etwa per Airplay oder Bluetooth/AptX direkt entsprechend konzipierte Aktivboxen.

Die benötigte App wird zunächst vom Appstore bezogen und installiert. Nach ihrem Start sieht sie alle auf dem RipNAS gestarteten UPnP-Server in einer Auswahlliste (im Bild unten „Devices“). Das Prinzip ist: UPnP-Server auswählen, Abspielgerät wählen (unten direkt im Bild das Smartphone/Tablet selbst) und die zu spielenden Musikdateien per „Browse“ (hier am unteren Bildschirmrand) wählen, Play drücken. Fertig. Die Audioausgabe der Smartphones/Tablets kann wiederum per Bluetooth oder Airplay auf die verwendeten Aktivlautsprecher eingestellt werden. Wie das geht, steht in der Anleitung der jeweiligen Lautsprecher. Aktive Kabellautsprecher lassen sich natürlich auch verwenden. Somit kann das mobile Gerät im ganzen Haus verwendet werden, ohne dass man die Quelle wechseln muss, vorausgesetzt die WLAN-Reichweite genügt. Weiter unten zeige ich ein ähnliches Setup am Beispiel des erwähnten SOtM sMS-100. Auf Smartphones klappt das Abspielen der Audiodaten allerdings nur bis CD-Auflösung, aber die ist es ja, die das RipNAS beim Rippen erzeugt.

RipNAS als UPnP-Server unter iOS

RipNAS als UPnP-Server unter iOS

Direkter Zugriff

Wie aber greift man auf die Oberfläche des RipNAS direkt zu? Wie erwähnt einfach durch per USB angesteckte Maus/Tastatur, gern auch drahtlos mit Funkadapter. Deren Treiber installiert das RipNAS – vorausgesetzt, es kann mit dem Internet kommunizieren – sofort beim Anstecken des Funkadapters. Per HDMI kann jeder aktuelle Flachbildmonitor oder TV als Bildschirm dienen. Das RipNAS wird dann wie jeder herkömmliche PC bedient.

Den bekannten Windows-Remote-Desktop – mit dem die vorinstallierte Software von einem anderen PC aus konfiguriert werden könnte – empfiehlt HFX übrigens nicht, weil sich damit Audioeinstellungen nicht ändern lassen. Dafür aber mit dem sogenannten „Windows Home Server Connector“, der oben erwähnten „WHS-Konsole“. Die WHS-Konsole lässt sich auf beliebigen Windows-Rechnern installieren und sieht dann genauso aus wie die Oberfläche des ebenfalls oben gezeigten Dashboards.

Eine Warnung zum Schluss: Das RipNAS ist für den 24-Stunden-Betrieb gedacht und muss im Internet stehen, um rippen zu können. Automatische Updates für das installierte Windows sind aber nicht vorkonfiguriert! Damit wird das RipNAS sofort nach dem Kauf zur tickenden Zeitbombe hinsichtlich Sicherheitslücken im Betriebssystem, wenn man die entsprechende Einstellung nicht manuell in der Systemsteuerung aktiviert (Windows-Update-Funktion). Für die Installation von Updates muss Windows auch zuweilen neu starten. Das sollte man wissen, wenn man die Vollautomatik einstellt, die ohne Nachfrage alles installiert, was Microsoft als Update anbietet.

Computer-Audio: Musikhören mit Streamer und NAS

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