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Messebericht zur High End Vienna 2026
Hintergrund

Messebericht: High End Vienna 2026

Next level

Okay – das hier ist anders. Kaum hat man die U-Bahn an der Station Kaisergarten/VIC verlassen und folgt der Beschilderung zur HiFi-Messe, die dieses Jahr – sorry: heuer – erstmals in Wien ihre Pforten öffnete, fällt der Unterschied ins Auge: Alles wirkt großzügiger, urbaner und wolkenkratzerlastiger als in München. Ja, fast schon Dubai-mäßig (okay, nicht ganz) präsentiert sich die österreichische Hauptstadt rund um die „UNO-City“, in der die gleichnamige Organisation einen ihrer Amtssitze unterhält. Direkt daneben befindet sich das Austria Center Vienna, kurz ACV – jener Ort, an dem vom 4. bis 7. Juni 2026 zur großen audiophilen Vollversammlung, sprich zur High End Vienna 2026, eingeladen wurde.

Der Weg zum Austria Center Vienna, in dem die High End 2026 stattfand
Auf dem Weg zum Austria Center Vienna, dem Kongresscenter, in dem die High End 2026 erstmalig stattfand
Das Vienna International Centre in der UNO-City in Wien
Nein, das hier ist nicht das ACV, sondern das VIC: das Vienna International Centre, in dem die Uno einen ihrer Sitze hat. Es liegt in direkter Nachbarschaft des Austria Center Vienna

Dort angekommen, setzt sich der Eindruck fort. Anders heißt hier vor allem: moderner und weitläufiger. Fünf übereinanderliegende Ebenen werden bespielt, hinzu kommen mehrere Hallen, die weitgehend an das Setting im Erdgeschoss des Münchner MOC erinnern.

Vorm Eingang des Austria Center Vienna tummeln sich Messebesucher der High End 2026
Nicht gerade „HiFi-Wetter“, sondern schön sonnig – und trotzdem gut besucht: Vor dem Eingang des Austria Center Vienna tummeln sich Messebesucher und warten darauf, dass die High End 2026 ihre Pforten öffnet

Die genannten Ebenen des ACV sind allerdings so großzügig dimensioniert, dass die Atmosphäre eine völlig andere ist als in den Atrien des MOC. Gut so: Die Aussteller haben mehr Platz und beschallen sich weniger gegenseitig. Statt Luft zum Schneiden gibt es klimatisierte Professionalität. Statt Gedränge und Rummelplatz-Atmosphäre: Ruhe und Sitzgelegenheiten. Okay, bisweilen läuft man 50 Meter durch lange Flure und vermutet bereits das Ende der HiFi-Messe – bis dann doch der nächste Aussteller auftaucht. Im Wiener ACV ist eben alles etwas weniger dicht gepackt.

Modell der Ebenen des ACV zur High End 2026
Level-Stand-Anzeige: Die High End Society gab sich alle Mühe, dass niemand die Orientierung auf dem großzügigen Gelände des ACV verlor

Dass mancher Besucher sein Wunschziel angesichts der Größe der Location nicht sofort finden konnte, wurde seitens der netten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der High End Society allerdings professionell aufgefangen – gefühlt stand alle 100 Meter jemand bereit, der einem den Weg weisen konnte. Vielen Dank dafür – und ganz generell für die gute Organisation.

Wir von fairaudio waren natürlich mit von der Partie – und einen Teil unserer Eindrücke aus Wien finden Sie im folgenden Messereport: vier Messerundgänge von vier Autoren – drei zur High End 2026 mit Fokus auf klassische HiFi-Anlagen und einer zur parallel stattfindenden Kopfhörer-Show „World of Headphones“. Wir wünschen viel Spaß! Übrigens: Über die Inhaltsverzeichnisse oben und unten auf der Seite können Sie bequem zu den einzelnen Kapiteln springen.

Messerundgang High End 2026 mit Ralph Werner

Die Markenbotschafterin der High End 2026 - Dominique Fils-Aimé
Die diesjährige Markenbotschafterin der High End – die kanadische Singer-Songwriterin Dominique Fils-Aimé – strahlte von jeder Ecke

Dann gehen wir den Messerundgang doch einmal von vorne beziehungsweise alphabetisch an: A wie analog, A wie AFI. AF … was? Na – Audio Fidelity Improvement, oder eben kurz AFI. Jenes gemeinsame Projekt von Oliver Wittmann (der vom bekannten Stuttgarter Studio) und Dr. Ulrich Kathe zwecks Begradigung unbotmäßig welligen Vinyls. Plattenauflegende fairaudio-Leser erinnern sich: Wir hatten den Plattenbügler AFI Flat.Duo vor ziemlich genau einem Jahr im Test und „planierten“ was das Zeug hält. Nun gibt es Nachwuchs, denn der dritte AFI-Plattenbügler ist am Start, er nennt sich AFI Flat.Solo und bildet den Einstieg ins Programm.

Marius Dittert (links) vom HiFi Studio Wittmann und Dr. Ulrich Kathe, der Entwickler der AFI-Plattenbügler
Marius Dittert (links) vom HiFi Studio Wittmann und Dr. Ulrich Kathe, der Entwickler der AFI-Plattenbügler, präsentierten auf der High End 2026 den neuen Plattenbügler AFI Flat.Solo

Wie der Nachname „Solo“ schon nahelegt, lässt sich mit ihm immer nur eine Platte behandeln – im Gegensatz zum getesteten Duo, der zwei aufnehmen kann. Zusatzfeatures wie die Temper-Funktion und die Temperatur-Justage sind beim AFI Flat.Solo eingespart worden, ansonsten gleicht der Bügler dem Duo aber sehr und insbesondere die präzise Temperaturverteilung und -führung, nicht zuletzt beim definierten Abkühlprozess (eine Behandlung dauert circa 2,5 Stunden), sollen ihn zu einem echten Asset für Vinyl-Aficionados machen. Apropos „einsparen“: Preislich liegt der AFI Flat.Solo bei 1.490 Euro und damit 700 Euro unter dem Duo und gut 2.300 Euro unter dem Flaggschiff Flat.2.

Sind die Platten dann erst einmal plan, legt man sie umso lieber auf. Gleich mehrere neue Gelegenheiten dazu stellte die Erlanger Analogschmiede Clearaudio (https://www.clearaudio.de/) in Wien vor – und tatsächlich fällt es schwer, sich für die spektakulärste zu entscheiden. Hm, wie wäre es mit diesem Dreher hier:

Der Clearaudio Rammstein Turntable mit roter Beleuchtung
Fan-Veranstaltung: Der Clearaudio Rammstein Turntable, hier in der Ausführung mit roter LED-Beleuchtung

Wer unseren Test des Clearaudio Celebrity Al Di Meola Edition interessiert zur Kenntnis genommen hat, aber doch eher auf robustere Gitarrenriffs steht, wird dem Rammstein Turntable wohl eher zugeneigt sein. Das auf 1000 Stück limitierte Modell basiert auf Clearaudios bewährter Concept-Plattform und wurde designtechnisch in Zusammenarbeit mit den deutschen Schwermetallern konzipiert. Ja, dieser Industrial-Look passt gut. Man achte auf Feinheiten wie die Slipmat und das gebrandete Tonabnehmersystem.

Florian Weidhase präsentiert am Clearaudio-Messestand den Rammstein Turntable
Gut drauf: Florian Weidhase präsentierte am Clearaudio-Messestand unter anderem den Rammstein Turntable

Die dimmbare LED-Beleuchtung des Clearaudio Rammstein Turntable ist in Rot und Weiß zu haben – ab Oktober soll das gute Stück im Handel sein, Preispunkt: 1.990 Euro. Nettes Detail am Rande: Der Clearaudio Rammstein wird in einer Holzkiste geliefert, die anschließend zur Aufbewahrung von Schallplatten dienen kann.

Rammstein-Branding am Clearaudio-Tonabnehmer
Man achte auf die Feinheiten: Rammstein-Branding am Clearaudio-Tonabnehmer

Etwas früher am Start, nämlich ab Sommer, zugleich günstiger (1.499 Euro) und farbenfroher ist allerdings dieser Dreher hier:

Der Plattenspieler Clearaudio GT compass
Flashy & pixelig: Der Plattenspieler Clearaudio GT compass wendet sich an die Zielgruppe „vinylhörende Gamer“

Der Clearaudio GT compass ist laut Hersteller im „Pixel-Design“ gehalten, versteht er sich doch als – Gaming-Plattenspieler. Ja, das gibt’s. Ab jetzt. Gamer seien nämlich durchaus an Vinyl interessiert, so Florian Weidhase von Clearaudio, allein schon das Artwork der Plattencover spreche die Zocker-Zielgruppe auffallend oft an – und Gaming-Soundtracks landeten regelmäßig auf Vinyl, was man als Zeichen deute. Jetzt jedenfalls kann der geneigte Gamer standesgemäß den DJ geben – mit oder ohne LED-Beleuchtung unterm Teller, immer aber auf Basis der Compass-Plattform. Den Einstiegs-Plattenspieler von Clearaudio hatten wir übrigens schon vor gut einem halben Jahr zu Gast.

Der Plattenspieler Clearaudio Elevation 45
Deutlich klassischer unterwegs: Der Plattenspieler Clearaudio Elevation 45

Wer es hingegen klassischer mag, aber trotzdem flexibel bleiben möchte, darf sich auf die Elevation-Serie der Erlanger freuen, die im vierten Quartal dieses Jahres an den Start gehen soll. Zu den Highlights der beiden Plattenspieler namens Clearaudio Elevation 45 und Elevation 55 zählen ein schwungradgestützter Antrieb für hohe Rotationsstabilität, die optische Drehzahlkontrolle mit dem sogenannten „Natural Flow“-Algorithmus sowie die Kompatibilität mit 9- und 10-Zoll-Tonarmen. Der Elevation 45 besitzt einen 45 Millimeter starken Plattenteller, der Elevation 55 – Sie raten ganz richtig – ein 55-mm-Exemplar.

Der Plattenspieler Clearaudio Elevation 55
Auch der große Bruder, der Clearaudio Elevation 55, lässt es zu, den Look mittels Wechselrahmen zu gestalten. Einen solchen hält Florian Weidhase in der Hand

Interessant ist das Design-Konzept: Die Clearaudio Elevation kommen mit austauschbaren Rahmen, die das Aussehen entscheidend ändern. Massive Hartholz-, Furnier- und Lackausführung wird es geben. Das Ganze, wie gesagt, gegen Ende des Jahres, zu Preisen von um die 5.000 Euro (Elevation 45) beziehungsweise 7.000 Euro (Elevation 55).

Rooftop-Terrasse des des ACV
So entspannt kann High End sein: Das Team von Clearaudio hatte seinen Stand auf der Ebene 3 des ACV – mit direktem Zugang zur Dachterrasse

Eine weitere bedeutende deutsche Analogmanufaktur kam mit Neuheiten im Gepäck nach Wien – Transrotor (https://transrotor.de/).

Transrotor-Tonarme mit AIR-Pure-Silberkabel von In-akustik
Neue Kabel-Option: Transrotor bietet nun an, die hauseigenen Tonarme mit bester Ware von In-akustik zu verkabeln. Der Aufpreis beträgt 4.000 Euro für die Durchverkabelung in 1,2 Meter Länge

Neben der neuen Option, die Tonarme des Hauses wahrhaft highendig mit Air-Kabeln von In-akustik auszustatten, zeigten die Bergisch Gladbacher vor allem den Transrotor Scala her.

Dirk Räke neben dem Transrotor Scala auf der High End 2026
Dirk Räke hatte Transrotors neuestes Plattenpieler-Modell zur High End 2026 mitgebracht, den Scala

Der Scala basiert auf dem bewährten Max-Laufwerk, sieht dann aber doch sehr anders aus, nicht zuletzt wegen der beiden verschiebbar gelagerten Tonarmboard-„Flügel“ links und rechts und der optionalen Basis aus Acryl.

Der Plattenspieler Transrotor Scala auf der High End 2026 in Wien
Der Plattenspieler Transrotor Scala kommt mit zwei Tonarmbasen – wird nur ein Arm benutzt, lässt sich die zweite natürlich hervorragend für einen Mitlaufbesen verwenden

Ohne diese – und ohne Arm – fängt’s mit dem Transrotor Scala bei 4.500 Euro an, in der Ausstattung wie auf der Messe zu sehen, landet man bei 8.000 Euro (inklusive Konstant-1-Netzteil). Macht schon ordentlich was her, der neue Transrotor.

Tobias Tritschler von In-akustik auf der High End 2026 in Wien
Apropos In-akustik (https://in-akustik.de/): Die Kabel-Company aus dem Breisgau war in Wien ebenfalls mit dabei. Tobias Tritschler hatte drei neue Kabel aus der Micro-Air-Serie im Gepäck
Kabel der Micro-Air-Linie von In-akustik
Lautsprecherkabel gibt es in der Micro-Air-Linie schon länger, neu hinzugekommen sind jetzt NF- und Netzkabel
Muster der NF- und des Netzkabels aus der Micro-Air-Serie von In-akustik
Preislich startet es bei den NF-Kabel bei 321 Euro, für das Netzkabel In-akustik AC-404 Micro AIR sind 749 Euro (1 m) zu entrichten

Das gilt auch für den neuen Flaggschiff-Phonovorverstärker von Soulnote (https://www.soulnote.audio/), den E-3MC, der eher wie ein dicker Vollverstärker aussieht – und auch so viel wiegt: 26 Kilogramm sind für einen Entzerrer nicht eben wenig.

Soulnote-Elektronik an Albedo-Lautsprechern auf der High End 2026
Im Raum von Soulnote führte man mit Albedo-Lautsprechern vor

Hierzu tragen gleich drei Trafos (Leistungsaufnahme >500 VA) ihr Scherflein bei und natürlich das Gehäuse, das reichlich massiv wirkt. Aber auch wackelig – was freilich ein Feature, kein Bug ist: Der Verstärkerblock, die Schnittstellen, die Kaltgerätebuchse sowie Boden- und Top-Platte sind beweglich gelagert. Hierdurch soll das Gehäuse von mechanischen Spannungen entlastet werden, wovon sich die Japaner eine natürliche und offene Musikwiedergabe versprechen. Das ist typisch für die Japaner, beim Vollverstärker aus der Serie 3, der der Soulnote E-3MC ebenfalls angehört, ist es ähnlich (mehr dazu hier). Und der „entspannte“ Ansatz setzt sich im Innern fort, so werden beispielsweise die Platinen bewusst nur an drei Seiten fixiert, wie mir Krey Baumgartl vom deutschen Vertrieb IAD verrät.

Unter dem Thorens steht das neue Phono-Flaggschiff von Soulnote, der E-03MC
Unter dem Thorens steht das neue Phono-Flaggschiff von Soulnote, der E-3MC

Eine richtiggehend überbordende Impedanz-Auswahl ist beim Soulnote E-3MC nicht vorgesehen, doch die sechs möglichen Abschlusswiderstände dürften in den allermeisten Fällen reichen, hinzu kommen für MM-Systeme noch die üblichen 47 kOhm plus drei Kapazitätsoptionen. Ich wage allerdings zu bezweifeln, dass allzu viele MMs an diesen Edel-Entzerrer angeschlossen werden, schließlich zielt er mit seinem Preisschild von 19.990 Euro doch auf sehr ambitionierte Analoghörer, und die dürften MC-Systeme präferieren. Wie dem auch sei – gegen Herbst soll der Soulnote E-3MC in die Läden kommen. Wir tragen uns schon mit Testgedanken.

Zeit für einen kleinen Exkurs beziehungsweise eine Exkursion: Nicht alle Hersteller, die in Wien mit dabei waren, waren gleichzeitig auch im Austria Center Vienna vertreten. Manche fanden dort keinen Raum, andere orientierten sich gleich anders.

So etwa das Team von Dali (https://www.dali-speakers.com/de/), das neben der bekannten Lautsprechermarke Elektronik von NAD und Bluesound verantwortet und im Hotel Meliá Vienna, ungefähr fünf Laufminuten von Kongresszentrum entfernt, präsentierte. Das Messe-Highlight war diesmal nichts klassisch Audiophiles, sondern eine streamingfähige All-in-One-Lösung – die allerdings unter audiophilen Gesichtspunkten entworfen wurde.

Der Dali Vega in dunkler Ausführung
Dali präsentierte seine neue One-Box-Lösung Vega nicht im ACV, sondern im nahe gelegenen Hotel Meliá Vienna

Der knapp 70 Zentimeter breite „Riegel“ bietet nicht nur ein gefälliges Design und gute Konnektivität inklusive Streaming über die proprietäre BluOS-Plattform, sondern kommt mit einem hohen klanglichen Anspruch. Den will der neue Dali Vega mit insgesamt zehn Chassis, zwei Passivmembranen und 400 Watt Gesamtleistung ins Werk setzen – und mit smarten Technologien wie dem sogenannten „Adaptive Stereo Enhancement“. Das offenbar gut funktioniert, wovon ich mich während einer Vorführung des Vega überzeugen konnte: Der Unterschied zwischen gehörter Bühnengröße und der Kompaktheit des Dali Vega ist regelrecht verwirrend.

Frank Hagemann präsentiert den Dali Vega (vertikal ausgerichtet)
Beim Dali Vega ist auch die Wandmontage möglich. Ob man ihn dabei vertikal …
Frank Hagemann präsentiert den Dali Vega (horizontal ausgerichtet)
… oder horizontal ausrichten möchte, bleibt dem Kunden überlassen. Als Option gibt es sogar eine drehbare Wandhalterung, so Geschäftsführer Frank Hagemann, so muss man sich gar nicht festlegen, sondern kann nach Lust in Laune drehen. Der Dali Vega hat einen Bewegungssensor mit an Bord und richtet Sound und Display je nach Ausrichtung entsprechend ein

Der Vega soll im September verfügbar werden, es gibt ihn in einer helleren und in einer dunkleren Ausführung, und der Preis reflektiert den Anspruch: 2.999 Euro. Zeichnet sich hier eigentlich ein Trend zu Highend-One-Box-Lösungen ab? Erst kürzlich hatten wir ähnliche Konzepte von Marantz und Primare im Test.

Auf halben Weg zwischen dem Hotel Meliá und dem ACV liegt das „Tech Gate Vienna“, und ebendort lud Aqipa in eine Listening Bar namens „The Secret Spin“ ein. Inspiriert von japanischen „Jazz Kissa“-Locations wurde hier ein stilvoller Raum zur Präsentation der Audiomarken des Vertriebs geschaffen – im Fokus: die japanischen Marken Teac und Esoteric. Das passt.

Der Teac- und Esoteric-Vertrieb Aqipa präsentierte seien Neuheiten im „Tech Gate Vienna“, unweit des ACV, in dem die eigentliche High End stattfand

Die mittlere Produktlinie von Teac (https://www.aqipa.com/) – die Reference 500 – wurde jüngst um drei Modelle ergänzt, erfahre ich von Produktmanager Jasper Bol. Aufzuzählen sind da der kräftige, rein analoge Headphone-Amp Teac HA-507 (1.899 Euro), der mit 2 x 6700 mWatt Leistung auch fordernde Kopfhörer befeuern können sollte, der CD-Transport Teac PD-507T (1.299 Euro) sowie der allerneueste Streich, der Netzwerk-Transport Teac NT-507T (1.799 Euro).

Der Netzwerk-Transport Teac NT-507T
Neu in der 500er-Linie von Teac: Der Netzwerk-Transport NT-507T

Ein ziemlich reinrassiges Produkt, verzichtet es als Streaming Bridge nicht nur auf einen DAC, sondern kann D/A-Wandler lediglich über USB beschicken. Das dürfte freilich der gängigste Weg sein und Reduktion aufs Wesentliche kann sich lohnen. Eingangsseitig lässt sich das Signal neben WiFi über „normales“ Ethernet sowie optisch, sprich SFP-Netzwerkverbindung, zuführen. Natürlich ist der Teac NT-507T Roon Ready und versteht sich mit einschlägigen Streaminganbietern, die Connect-Dienste von Qobuz und Tidal sind ebenfalls mit von der Partie.

Die Rückseite des Teac-Netzwerk-Transport NT-507T
Reduziert aufs Wesentliche: Teacs Streaming Bridge NT-507T gibt das Signal via USB aus – und das war’s

Ein paar Gänge hoch schalten muss, wer sich in Teacs schöne Schwester Esoteric verguckt. Das große Besteck in Aqipas Listening Bar sah allerdings auch lecker aus. Ziemlich frisch am Start bei Esoteric (https://www.aqipa.com/) ist der Streaming-DAC/Pre namens N-05XE (14.500 Euro) – der Nachfolger des ursprünglichen N-05XD, den wir seinerzeit im Test hatten und heftige Grobdynamik-Fähigkeiten sowie einen veritablen Power-Bass attestierten – und die zu ihm passende Class-A-Endstufe Esoteric S-05XE (15.000 Euro), die für 2 x 30 Watt an 8 Ohm gut ist und mit dem N-05XE unter anderem via proprietärem ES-LINK verbandelt werden kann, der beim Signaltransport auf Strom statt Spannung setzt, natürlich aus klanglichen Gründen.

Das Esoteric-Netzwerkplayer-Flaggschiff, der Grandioso N1
Esoterics finale Antwort aufs Thema Netzwerkplayer – der Grandioso N1

Auch das Flaggschiff der Esoteric-Netzwerkplayer, der Grandioso N1, war zugegen: Zu dessen technischen Highlights zählen eine eigenentwickelte, diskret aufgebaute Wandler-Architektur, die Stromversorgung mit fünf voneinander unabhängigen Netzteilen sowie ein kompromissloser Gehäuseaufbau (der schnuckelige Streamer kommt auf knapp 28 Kilogramm Lebendgewicht) inklusive „Semi-Floating-Top-Panel“ – ähnlich wie bei Soulnote wird der Gehäusedeckel bei ihm aus klanglichen Gründen nicht fest verschraubt. Preislich landen wir mit dem Esoteric Grandioso N1 bei 43.000 Euro.

Wieder zurück im ACV begegne ich dem nächsten Flaggschiff, diesmal fürs andere Ende der Kette, sprich: für die Endverstärkung.

Krey Baumgartl vom Luxman-Vertrieb präsentiert zur High End 2026 den Mono-Endverstärker B-100 Centennial
Krey Baumgartl vom Luxman-Vertrieb IAD präsentierte zur High End 2026 den neuen Flaggschiff-Endverstärker der Japaner, den B-100 Centennial

Luxman (https://www.luxman-deutschland.de/) feierte in Wien mit den brandneuen Top-Monos B-100 Centennial sein hundertjähriges (!) Firmenjubiläum, und diese Brummer sehen wirklich standesgemäß aus. Knapp 60 Kilogramm bringen sie pro Stück auf die Waage, zugleich sind sie 55.000 Euro schwer – gottseidank als Paar, wobei das ja auch eine Nummer ist – und leisten, wenn’s drauf ankommt, 1000 Watt an 1 Ohm, dürften somit auch an „bösen“ Lautsprecherlasten souverän agieren.

Mono-Endstufe Luxman B-100 Centennial
Die Mono-Endstufe Luxman B-100 Centennial wiegt knapp 60 Kilogramm

An gängigen 8-Ohm-Speakern kommen die Luxman B-100 Centennial auf 125 Watt, was gar nicht mal sooo muskulös wirkt – die „ersten“ 25 Watt werden dabei im Class-A-Modus bereitgestellt, so die Japaner. Doch wie wir alle wissen, ist vor allem Stabilität der Leistung wichtig, und hierfür sollen unter anderem der 1250-VA-EI-Transformator im Zusammenspiel mit 160000 µF Siebkapazität Sorge tragen. Pro Mono, versteht sich.

Die Vorstufe Luxman C-10X im Raum von Luxman auf der High End 2026
Standesgemäß: Die Luxman C-10X bietet sich als adäquate Vorstufe für die neuen Monos an

Wer im Luxman-Line-up die passende Vorstufe dazu sucht, wird bei der C-10X (19.990 Euro) fündig und als kongeniale Quelle darf auf den neuen SACD-Player und DAC Luxman D-100 Centennial fürs gleiche Geld verwiesen werden. Und schon hat man eine hübsche Anlage zum gerade eben noch fünfstelligen Eintrittskurs … fehlen nur noch ein paar anständige Lautsprecher.

Ob die neuen von Acapella Audio Arts (https://www.acapella.de/) zur japanischen Edel-Kette gut passen würden, kann ich nicht sagen, spielten sie doch an der hauseigenen Verstärkerelektronik der Duisburger, der Vor-End-Kombination Acapella Enérgeia, die schon zur High End vor zwei Jahren präsentiert wurde.

Die Vor-End-Kombination Acapella Enérgeia auf der High End 2026
Acapella kennt man vor allem für ihre Lautsprecher, doch das Unternehmen hat auch Elektronik am Start – etwa die Vor-End-Kombination Enérgeia, die vor zwei Jahren erstmalig präsentiert wurde

Preislich würde es mit dem Luxman-Gespann ja fast besser passen, liegt ein Pärchen der neuen, hochgewachsenen Acapella La Campanella Alto 2 MK II doch bei „lediglich“ 67.000 Euro, während der Rest der Anlage in der Soundkabine der Duisburger das Preisschild Richtung halbe Millionen katapultieren ließ, wozu der neue Pink-Faun-Server und den MSB-Wandler The Cascade ebenfalls ihr Scherflein beitrugen. Doch einerlei – was mir hier zu Ohren kam, gehört zum Besten, was ich auf der ganzen Messe erleben durfte. Und das ausgerechnet in einer Soundkabine!

D/A-Wandler MSB The Cascade auf der High End 2026
Sorgte im Acapella-Raum für die Wandlung: Der D/A-Wandler MSB The Cascade

Nun, offensichtlich haben sich Richard Rudolph und Marc Lindike, der den Vertrieb der traditionsreichen Lautsprecher besorgt, viel Mühe gegeben; besonders beeindruckend fand ich die Durchzeichnung im absoluten Tiefbass selbst bei ganz geringen Lautstärken sowie die Lebendigkeit und völlige Homogenität des Klangbildes. Vielleicht ist letzteres ja auch kein Wunder, schließlich ist diese La Campanella Alto 2 MK II ein Zweiwegler, wenn auch einer der anderen Art, der das proprietäre hypersphärische Horn über vier Oktaven spielen lässt, was besagter Homogenität nicht abträglich sein sollte.

Marc Lindike präsentiert auf der High End 2026 Vienna die Acapella La Campanella Alto 2 MK II
Hoch gewachsen: Herr Marc Lindike verantwortet den Vertrieb bei Acapella – für Wien hatte er die La Campanella Alto 2 MK II mitgenommen. Der neue Lautsprecher ragt 2,26 Meter in die Höhe

Über und unter diesem Horn verrichten je vier 6,5-Zoll-Woofer ihren Dienst, und das dürfte wiederum die Performance im Tiefton erklären, wird so doch eine Zylinderwelle beziehungsweise Ankopplung an den Raum möglich, die den Lautsprecher vorgeblich auch für schwierigere Grundrisse und Umgebungen geeignet machen soll. Ich durfte das ja schon mit der Acapella High Campanile 2 erleben und habe für einen Test der La Campanella Alto 2 MK II deshalb den Finger gehoben. Übrigens: Die normale, halb so hohe, sprich mit vier statt acht Bässen ausgestattete Acapella La Campanella 2 wurde ebenfalls überarbeitet und trägt nun das MK-II-Signet – nicht nur in der Höhe, auch preislich landet man ziemlich genau bei der Hälfte, nämlich bei 34.000 Euro/Paar.

Dynaudio The Bookshelf zwischen Pflanzen auf dem Stand von Dynaudio zur High End 2026
Naturnah hören: Dynaudio hatte den Eingangsbereich seiner Messe-Präsenz in ein Pflanzenmeer verwandelt und lies Vögel zwitschern

Welcome to the jungle – einen der originellsten und entspannendsten Messeauftritte hatte Dynaudio (https://dynaudio.de/) am Start, wurden die Besucher doch in einem abgedunkelten und stilvoll mit zahlreichen Pflanzen drapierten Vorraum aufgenommen, hinter und zwischen denen über das „The Bookshelf“-Modell zart-zwitschernder Vogelgesang erklang. Fast schon mehr Wellness-Oase denn HiFi-Stand, und gerade deshalb so gelungen und Gesprächsthema auf der Messe.

Der Lautsprecher Dynaudio The Bookshelf in heller Holzausführung
Der Lautsprecher Dynaudio The Bookshelf ist mehr Designstudie denn „richtiges“ Produkt – sprich: er steht nicht zum Verkauf. Schade eigentlich

Intelligent in der Mitte des Dschungels als Interessewecker platziert, zog ein „Balken“ von knapp zwei Metern Länge und beweglich gelagerten – und sich bewegenden – Holzlamellen die Blicke auf sich.

Die Soundbar Dynaudio Opus One auf der High End 2026
Lang und mit Lamellen: Dynaudio Opus One auf der High End 2026

Das war die eine Neuigkeit, die die Dänen mitgebracht hatten – und mit der Vermutung, dass es sich bei der Dynaudio Opus One wohl um eine Soundbar handeln dürfte, lag man ganz richtig. Freilich eine der highendigen, potenten Art.

Die Soundbar Dynaudio Opus One unter einem TV-Flatscreen auf der High End 2026
Mit der Opus One geht Dynaudio das Thema Soundbar ganz schön highendig an – und damit passend zur Wiener Messe

Bestückt mit vier Doppelbässen, 14 Mittel- und sechs Hochtönern, angefeuert von insgesamt 1500 Watt, erklang der Riegel weit mehr als amtlich. Der Preis ist es allerdings auch: 13.000 Euro. Zunächst will man das gute Stück in zwei Märkten – Dänemark und China – einführen, und nach den dort gesammelten Erfahrungen weitersehen.

Dynaudio präsentierte in Wien zur High End 2026 die neue Confidence-Serie
Dynaudio stellte in Wien die neue Confidence-Serie vor. Die neuen Modelle sollen im letzten Quartal des Jahres verfügbar werden

Spannender für uns als Highend-Audio-Magazin ist allerdings die zweite Neuigkeit: Die Dänen haben ihre Confidence-Serie überarbeitet und im vierten Quartal soll sie beim Fachhandel stehen. Die drei künftigen Modelle tragen ein „i“ zur Kennzeichnung, hören also auf die Namen Dynaudio Confidence 20i, 30i und 50i. Preislich liegen wir hier bei 15.000 (inklusive Stand), 25.000 respektive 35.000 Euro. Das große 60er-Modell entfällt.

Otto Jörgensen von Dynaudio neben der neuen Confidence 30i auf der High End 2026
Otto Jörgensen von Dynaudio präsentierte auf der High End die neue Confidence-Serie

Neben einem Facelift, der die Lautsprecher noch dezenter als zuvor wirken lässt (beispielsweise wird der Namenszug nun „Schwarz auf Schwarz“ gesetzt), wurde natürlich die Technik überarbeitet. So soll der neue Esotar-3i-Kalottenhochtöner dank noch engerem Magnetspalt und neu entwickeltem Ferrofluid mit deutlich verbesserter Viskosität die Performance in den hohen Lagen abermals steigern, die DDC-3-Schallführung vornehmlich in der Horizontale überzeugender auftreten und sogenannte „UltraPrecision Array“-Widerstände auf der Frequenzweiche für eine Steigerung der Präzision bei der Erreichung des gewünschten Zielwertes um den Faktor zehn sorgen.

„UltraPrecision Array“-Widerstände auf der Frequenzweiche der neuen Dynaudio-Confidence-Modelle
Vorne auf der kleinen Platine sieht man die „UltraPrecision Array“-Widerstände der Frequenzweiche der neuen Confidence-Modelle

Die Idee ist so simpel wie effektiv: Statt eines einzigen Widerstands mit einem bestimmten (großen) Wert zu verbauen, setzt Dynaudio auf eine Verschaltung mehrerer kleinerer Widerstände, wie man sie sonst eher innerhalb von Elektronik finden kann, sodass Ohm-Wert und Belastbarkeit für diese Form der Anwendung erreicht werden, doch eben mit deutlich geringerer Streuung um das Ziel herum. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir später im Jahr das eine oder andere Modell der neuen Confidence-i-Serie bei uns zu Gast haben werden.

Das gilt auch für eine weitere dänische Lautsprecher-Manufaktur: OePhi (https://www.audio-offensive.de/). Fünf Jahre jung, in der Nähe von Kopenhagen beheimatet, tritt die Firma von Gründer und Eigner Joakim Juhl sympathisch und selbstbewusst auf.

Joakim Juhl von OePhi präsentiert auf der High End 2026 den Kompaktlautsprecher Lounge 2
Joakim Juhl von OePhi zeigte auf der High End 2026 unter anderem den Kompaktlautsprecher Lounge 2, der den Einstieg ins Lautsprecher-Programm der Dänen darstellt

Neben dem Flaggschiff Reference 3.5 gibt es vier Qualitätslevel beziehungsweise Linien, die jeweils einen Monitor und ein Standmodell umfassen. Den Einstieg ins Programm bietet die im letzten Jahr gelaunchte Lounge 2, die für 3.000 Euro schon zentrale OePhi-Tugenden wie den „Low energy storage“-Ansatz für den Hochtöner, das Kabinett und die Frequenzweiche mitbringen soll, zudem Punkt-zu-Punkt verlötet und intern mit Solid-core-Kabeln kontaktiert wird. Apropos: Kabel stellt man bei OePhi ebenfalls her.

Joakim Juhl neben seiner OePhi Transcendence 2.5
Joakim Juhl neben seiner Transcendence 2.5, dem mittleren Standmodell im Line-up von OePhi

In der Hörkabine des OePhi-Stands spielte hingegen die Transcendence 2.5 (9.495 Euro) auf, ein Standlautsprecher, der mit zwei Woofern von Purifi Audio bestückt ist, die je auf ein eigenes Volumen spielen und rückseitig mit zwei Bassreflexkanälen ventiliert sind, was laut Juhl für eine deutlich bessere Bassperformance sorgt. Insbesondere in UK hat sich OePhi schon einen guten Namen gemacht, hierzulande ist wohl noch ein wenig Aufbauarbeit nötig. Die will Uwe Heile von der Audio Offensive gerne leisten, der Vertriebsmann ist großer OePhi-Fan – und Deutschland-Distributor.

Vor dem Eingang des ACV in Wien zur High End 2026
Samstag, kurz vor 10:00 Uhr, vor dem Eingang des ACV: Von einem Mangel an Interesse kann keine Rede sein! Auf der High End 2026 präsentierten rund 500 Aussteller aus 41 Ländern etwa 1000 Marken und lockten damit über 23000 Besucher an

Messerundgang High End 2026 mit Jörg Dames

Eine der Botschaften der diesjährigen High End in Wien: HiFi darf auffallen. Farbe und Design spielen eine größere Rolle. Selbst konservative Lautsprecherhersteller, die sonst gerne auf Schwarz, Weiß oder ein Holzfurnier setzen, bekennen vermehrt Farbe. Statt Geräte möglichst schlank und schüchtern im Wohnraum verschwinden lassen zu wollen, rücken Lautsprecher und Elektronik als Einrichtungsgegenstände in den Fokus, die eigenständig wirken dürfen. Wir werden uns im Folgenden einige ansehen – und natürlich auch anhören.

Der Elac-Messestand auf der High End Vienna 2026
Einladend: Der Elac-Messestand auf der High End Vienna 2026

So etwa am einladend weitläufigen und offenen Stand von Elac (https://elac.com/de), der genug Raum und Luft bot, die zum 100-jährigen Firmenjubiläum präsentierten tönenden Preziosen standesgemäß in Szene zu setzen, sehr schön. Und die waren nicht eben wenige: Von einem Bluetooth-Lautsprecher (NAVA 100), einem kultigen Retro-Radiowecker RD 100 (249 Euro, ab Juli) über Plattenspieler und limitierte Lautsprecher bis hin zu kleinen (Debut Reference) und großen Schallwandler-Referenzen (Concentro L 809) war (fast) alles dabei.

Retro-Radiowecker Elac RD 100
Old School: Retro-Radiowecker Elac RD 100
Volltreffer beim Minutensprung: Die Klappziffernanzeige des Elac RD 100 ist digital gelöst, mechanische Werke zu vertretbaren Preisen sind in der heutigen Zeit kaum bezahlbar

Sie kennen sie bestimmt auch: Die unverkennbaren Kompaktlautsprecher mit Metallgehäuse von Elac finde ich generell absolut spannend, Kollege Viktor hatte sich die BS 312.2 nach seinem Test sogar spontan gekauft. Die auf 250 Paare limitierten Elegant 100 (ab September, 1.998 Euro inklusive Abdeckung und extra Holzsockel) sind eine technische Weiterentwicklung (wirbelstromminimierte Polkerne, Van-den-Hul-Verkabelung) mit sehenswerten Farbgebungen (allein der blaugrüne Farbton „Teal“ beziehungsweise Petrol).

Elac Debut Reference in Titanium
Stylisch: die Elac Debut Reference in Titanium
Torge Zeilinger mit der Elac Debut Reference in Grün
Marketing-Chef Torge Zeilinger mit einer Elac Debut Reference in Grün

Optisch überrascht haben mich auch die Elac Debut Reference: Aufbauend auf den Debut 3.0 kommen diese mit überarbeiteten Gehäusen und natürlich Treibern – Sound soll selbstredend nach wie vor oberste Priorität haben – und wirken auf mich gerade in den Versionen „Titanium“ und „Grün“ mit den Kunstlederoberteilen so edel, dass man kaum auf einen Paarpreis von nur 858 Euro (für die Kompaktlautsprecher, ab Herbst lieferbar) tippen würde. Ich bin sehr gespannt darauf, ein Paar (es gibt auch einen Standlautsprecher und Center) bei uns zum Test begrüßen zu dürfen, wo es dann freilich nicht ausreichen wird, nur gut auszusehen …

Elac Concentro L 809 in Schwarz
Neues Kieler Flaggschiff: Elac Concentro L 809

Audiophiles Highlight am weitläufigen Elac-Stand waren die Elac Concentro L 809 (ab Jahresende, 66.000 Euro), Nachfolger der Superbox Concentro mit ihrem „weiter gedachten Koax-System“, wie sich die beiden Entwickler Skarff Kiebach (Akustik) und Volker Neumann (Mechanik) ausdrücken. Ja, die zwölf (vorher: sechs) kleinen und damit besonders partialschwingungsarmen und effizienten Konusse sind Mitteltöner, die den Elac-typischen AMT-Hochtöner umzingeln. Die vom Hörer einstellbare Bündelung der Abstrahlung und damit Anpassung an die Raumakustik bietet nun noch mehr Möglichkeiten, zusätzliche Push-Push-Basstreiber bürgen überdies für noch mehr Basssouveränität.

Elac Concentro L 809 mit den beiden Entwicklern Skarff Kiebach (links) und Volker Neumann
Elac Concentro L 809 mit ihren beiden Entwicklern Skarff Kiebach (links) und Volker Neumann

Und Dröhnfreiheit: Basstreiber weiter voneinander entfernt, sprich oben und unten an den Boxen zu positionieren, befördert eine günstigere Raumanregung. Ein Lautsprecher mit sehr viel proprietärer, ingenieurgetriebener Technik und unverwechselbarem, bestimmt auch polarisierendem Design – ein echtes Statement.

Stereo-Endverstärker Nubert nuPower A-2 (3.690 Euro) und Streaming-Vorstufe Nubert nuControl X-2 (4.490 Euro)
Eine Endstufe und ein Streamingvorverstärker von …? Ja, tatsächlich: Nubert. Voilà, die nuPower A-2 und der nuControl X-2

Und auch die schwäbischen Kollegen von Nubert (https://www.nubert.de/) gehen das Thema Design gekonnt an, lediglich über die Positionierung und Größe des Logos auf den Fronten ließe sich vielleicht streiten: Schnickschnackfrei mit klaren Linien und einer Prise „Retro“ zeigt sich die neue Ambient Line, die bereits auf den ersten Blick unverkennbar anmutet.

Die Stereo-Endstufe Nubert nuPower A-2
Schöner hören: Die Stereo-Endstufe Nubert nuPower A-2

Spannend werden zunächst einmal die Streaming-Vorstufe Nubert nuControl X-2 (4.490 Euro) sowie die Endstufe Nubert nuPower A-2 (3.690 Euro), reine Stereogeräte im klassischen Vollformat, die bereits vorbestellbar sind und zum Test einbestellt wurden; die Auslieferung beginnt gegen Ende des Monats.

Die rückseitigen Anschlüsse der Nubert nuPower A-2
Zwei Sätze (A+B) Lautsprecherklemmen und neben Cinch- auch standesgemäße XLR-Eingänge: Der durch und durch analoge und diskret aufgebaute Nubert nuPower A-2 geht auch anschlussseitig als wertiger Klassiker durch

Nubert entwickelte die Endstufe bewusst als auf die Spitze getriebenes klassisches Class-AB-Konzept mit für eine gewisse Klangsüffigkeit bürgenden MOSFET-Transistoren sowie einem Schaltnetzteil als Energielieferant, das mal eben für bis zu drei Kilowatt Leistung gut ist. Da zappeln die dimmbaren VU-Meter mit Nachdruck – und der stolze Besitzer musikversunken im Takt seiner Lieblingsalben auf dem Hörsofa.

Die rückseitigen Anschlüsse des Nubert nuControl X-2
Kann analog wie digital sowie symmetrisch und unsymmetrisch: Streaming-Vorverstärker Nubert nuControl X-2

Die Nubert nuControl X-2 lässt sich – wie sollte es anders sein – digital beschicken (unter anderem AES/EBU, USB-B, Toslink, RCA). Und das bis zu 768 kHz/32 Bit. Überdies hat die nuControl X-2 AirPlay 2, Roon Ready, Spotify Lossless, Deezer, Qobuz, Tidal Connect und Bluetooth auf dem Streaming-Zettel – sowie den hauseigenen Funkstandard HighRes-X-Connect, mit dem sie in kabellosen Kontakt zu Nuberts Aktivlautsprechern tritt.

Damit nicht genug: Eine Raumeinmessung ist ebenfalls mit an Bord. Schön, dass bei so viel Digitalismus die Schwaben auch an einen Phono-Eingang (MM/MC) dachten. Und an grundsätzliche audiophile Werte: Analoge und digitale Schaltungsparts arbeiten räumlich separiert mit dedizierten, geschirmten Netzteilen, und die Lautstärkeregelung vollzieht sich selbstverständlich analog, aber keineswegs mittels eines schnöden, verschleißanfälligen Potis, sondern mittels eines digital angesteuerten Cirrus CS3318.

Nubert-Team auf der High End Vienna 2026
Markus Jakob, Steffen Steeb, Christoph Meiler (Hurra, wieder da!), Dominique Kugler und Sylvia Rohm von Nubert. Und links ein Blick auf den Herbst: Dann folgen die kompakte 12-Kanal-Streaming-Vorstufe Nubert nuControl X-c (unterstützt Dolby-Atmos-Setups bis 7.1.4) sowie die Class-D-Kompaktendstufe Nubert nuPower D-c. Das Bundle wollen die Schwaben unter 3.000 Euro halten

Und wenn wir schon so schön im Flow sind: auf zum nächsten deutschen Lautsprecherhersteller (https://www.canton.de/), der das Äußere nicht aus dem Blick verliert. Die grazilen Design-Lautsprecher aus Cantons Puro-Reihe wären mir persönlich ja schon wieder zu spillerig und unscheinbar, die Farbvariante Rosé, die von CEO Christoph Kraus initiiert wurde, der sich wiederum von einer guten Freundin inspirieren ließ, ist aber eine farbenfrohe Ansage, die ich nur gutheißen kann.

Christoph Kraus und Frank Göbl bei der Vorstellung der neuen Townus-Serie
Christoph Kraus und Frank Göbl bei der Vorstellung der neuen Townus-Serie (Bildmitte). Angeworfen wurden aber die großen Canton Reference Alpha 1 (in der Oberflächenausführung Warm Grey), abermals eine der hörenswertesten Vorführungen der Messe

Spannender finde ich dennoch natürlich die Ankündigung einer neuen Townus-Serie, die gegen Ende des Jahres spruchreif werden soll. Sie rekrutiert sich zunächst aus einer Kompaktbox (Townus 31), zwei Standlautsprechern (Townus 91 und 101) sowie Center, Subwoofer und Wandlautsprecher. Die Paarpreise für die drei erstgenannten Modelle bewegen sich zwischen 1.300 und 3.700 Euro. In der Modellhierarchie Cantons ordnet sich die Townus-Serie unmittelbar unter der kürzlich überabeiteten Vento-Serie ein. By the way: Lesen Sie doch gerne den kurzweiligen Bericht unseres Kollegen Andreas Günther über den Launch der neuen Canton Vento.

Die neue Canton-Townus-Serie in verschiedenen Farben
Mut zur Farbe: Die überarbeitete Canton-Townus-Serie wird ab Ende des Jahres die Wohnräume optisch und akustisch bereichern

Bereits die Townus 100 aus der bisherigen Serie erfreute in unserem Test mit einem euphonischen Klangbild und sehr erwachsenem Basstiefgang. Die neue Townus-Serie blickt nun noch stärker nach oben zu den größeren Serien. Die hessischen Entwickler um Chef-Tekkie Frank Göbl verzichten zwar auf gebogene Gehäusewände, lediglich die Kanten sind verrundet (was nicht zuletzt interferierende Schallreflexionen vermindert), die Treiber der künftigen Townus- und aktuellen Vento-Lautsprecher sind aber die gleichen, inklusive des gut beleumdeten Black-Ceramic-Hochtöners. Und ebendiese Treiber sind dann auch fast das Einzige, was an der neuen Townus-Serie schwarz sein muss. Siehe Fotos. Mein Favorit ist gelb.

Streaming-Vollverstärker AVM Ovation AS XL in der Cellini-Version
Opulentes zum Vierzigsten: Streaming-Vollverstärker AVM Ovation AS XL

Und der Favorit in Sachen Verstärkerelektronik scheint für Canton aktuell die badische Manufaktur AVM (https://avm.audio/de/) zu sein: Bei der Vorführung machte man jedenfalls gemeinsame Sache und ließ die hochamtliche und immer wieder gerne gehörte Canton Reference GS Edition (50.000 Euro) von feisten – AVM muss sich ja zum vierzigsten Firmenjubiläum etwas gönnen – Ovation-MA-8.3-S-Monos (je 1.200 Watt) befeuern.

AVM-Chefentwickler Nico Schneider und der AVM Ovation AS XL
AVM-Chefentwickler Nico Schneider und sein glänzend aufgelegtes Riesenbaby: Den AVM Ovation AS XL gibt’s in Silber, Schwarz oder in der aufpreispflichtigen Cellini-Version (Bild) mit verchromter Front

Etwas realistischer, aber immer noch absolut highendig: der ebenfalls als Jubiläumsamp auf den Weg gebrachte Streaming-Vollverstärker AVM Ovation AS XL (34.500 Euro), den die Malscher als „konsequente Weiterentwicklung unserer großen Ovation-Philosophie“ feiern. Die klassischen Werte: Class A/AB, 2 x 400 Watt, 1000-VA-Ringkerntrafo, 24 Hochleistungs-MOSFETs pro Kanal, insgesamt 540.000 Mikrofarad Siebkapazität – alles verpackt in einem gewohnt edlen Aluminiumgehäuse mit den opulenten Maßen 43 x 44 x 25 Zentimeter (BxTxH). Die digitale Sphäre des AVM’schen Wonneproppens: HiRes-Streaming inklusive DSD via Spotify Connect, Qobuz Connect, Tidal Connect MAX oder Webradio mittels hauseigener RC-X-App.

Die Pressekonferenz und "Superanlage" von Audio Reference auf der High End Vienna 2026
Runde dreieinhalb Millionen Euro schwer, aber kein Krawumms, sondern mit einer für Messebedingungen nicht zuletzt sagenhaften Mittenwiedergabe (Stimmen) und mustergültig organischen sowie durchsichtigen Höhen (Becken). Das Staraufgebot, anmoderiert von Mansour Mamaghani (Bildmitte): Wilson Audio Chronosonic XVX, Dan D’Agostino Relentless Epic Monos (1600 & 800), Bassocontinuo-Racks, dCS Varese System, SME Model 60 inklusive VA-Tonarm, Raumakustikbehandlung von Vicoustic. Klanglich deutlich besser als die Superanlage vom letzten Jahr …

Die Pressekonferenzen von Audio Reference (https://www.audio-reference.de/) zählen zu den Events, die man als HiFi-Schreiber unbedingt mitnimmt. Für mich gilt das umso mehr, da unter anderem Wilson Audio zum Beritt des Hamburger Edel-Vertriebs gehört und ich die Lautsprecher aus Utah sehr schätze. Die neue Wilson Audio Autobiography (1 Million Euro) werde ich mir nie leisten können, bewundere sie live aber natürlich gerne.

Daryl Wilson mit Wilson Audio Autobiography
Lebenswerk: Daryl Wilson mit dem Cost-no-Object-Lautsprecher Wilson Audio Autobiography

Der Löwenanteil der Hardware der Autobiography wurde komplett neu entwickelt, so auch die Treiber; von ihr dürften sich künftig so einige Technologien neuer Wilson-Lautsprecher ableiten. Entscheidend sei, so Daryl Wilson, aber auch der vergleichsweise schlichte Umstand, dass man die Schallwand des Fünf-Wege-Systems relativ kompakt halten konnte, was auf die Phasenkohärenz („Zeitrichtigkeit“) einzahlt, auf die die Amerikaner bekanntermaßen großen Wert legen. Und na klar: Die Wilson Audio Autobiography ist ebenfalls ein gänzlich unschüchternes Designstatement, das freilich ordentlich polarisiert.

Walt Zerbe und Chad Kautz von Perlisten Audio mit der neuen S7t Black Edition
Komm in unsere Mitte: Walt Zerbe und Chad Kautz von Perlisten Audio mit der neuen S7t Black Edition

Im Rahmen der Audio-Reference-PK, die wie gewohnt auch mit zahlreichen anderen Neuigkeiten aufwartete, hatte ich überdies Gelegenheit, mit Walt Zerbe (Director of Global Business) und Chad Kautz (Director of Engineering) von Perlisten Audio zu sprechen. fairaudio hatte schon einige Perlisten-Lautsprecher im Test, und entgegen landläufiger Meinung empfinde ich diese – nach gebührender Einspielzeit wohlgemerkt – klanglich keineswegs als analytisch, sondern eher auf der euphonischen, seidigen Seite zu Hause und nicht zuletzt mit Blick auf die räumliche Abbildung sehr ansprechend. Genauso entwickelt und sieht offenbar auch Perlisten seine Schallwandler, wie mir die beiden Herren bestätigten. Und bestimmt werden auch die – nomen est omen – pechschwarz gehaltenen Perlisten S7t Black Edition wieder diese Richtung einschlagen.

Die Perlisten S7t Black Edition
Nicht nur pechschwarz, sondern größer und technisch avancierter als das „normale“ Serien-Spitzenmodell: Perlisten S7t Black Edition

Wobei „Black Edition“ nicht allein auf den Düster-Look abstellt, sondern gegenüber der „normalen“ S7t, dem etatmäßigen Flaggschiff von Perlisten, verfeinerte Treiber, ein größeres Gehäuse, integrierte Seitenteile aus Aluminium, ein spezielles Isolations-/Dämpfungssystem und weitere neue Features beinhaltet. Noch geringere Verzerrungen und weniger thermische Kompression seien ebenso die hörenswerte Folge wie ein verbessertes Transientenverhalten sowie mehr Mitteltonklarheit, versprechen mir Walt & Chad.

Szenenwechsel: Keine Lautsprecher, keine bunten Farben oder speziellen Editionen, dafür drei frische Jungs, pardon: Ingenieure und Freunde aus Xi’an, die mit ihrer Firma Matrix Audio (https://3-h.de/) zudem frisch beim renommierten Hamburger Vertrieb Drei H untergekommen sind. Und das ist gut so, der Ruf von Matrix Audio ist exzellent, außerdem hat die Story hinter der Marke eine schöne Street Credibility: vom Hobby und reiner Liebhaberei über einen Lieferanten von DACs und Kopfhörerverstärkern für die DIY-Szene bis hin zu einem Unternehmen mit heuer 45 Mitarbeitern, von denen etwa die Hälfte in Forschung und Entwicklung aktiv ist.

Nick Tseng, Jing Yang und Tao Yang von Matrix Audio
Drei, die Bock haben: Nick Tseng, Jing Yang, Tao Yang von Matrix Audio

Aktuell fertigt man neben digitalen Zuspielern und DACs auch Switches, Verstärker und Zubehör. Kollege Thomas Kopanz hat sich während unseres Besuchs am Messestand einem Kopfhörerverstärker angenommen (mehr dazu im Kopfhörerteil dieses Messeberichts), ich selbst hatte mich in den Streaming Transport NT1 (5.000 Euro) verguckt.

Der Streaming Transport Matrix NT1
Die bis hoch zu 32 Bit/768 kHz beziehungsweise DSD512 rechnende Streaming Bridge Matrix NT1 bietet bodenseitig einen Speicherplatzzugang und arbeitet mit einem schnellen Linux-System sowie hauseigener App

Ja, die Matrix-Geräte sehen technisch aus, die gut gemachten Aluminiumgehäuse verströmen allerdings ein ebenso unverkennbares wie zeitlos cooles Flair – das trifft absolut meinen Geschmack. Zudem finde ich das Thema „puristische, wandlerlose Streamer“ eh spannend, wobei das Display des NT1 schon wieder etwas Großzügiges hat. Klassische Ingredienzien wie ein Ringkerntrafo, auf Sorgfalt bedachte Lösungen wie eine vom digitalen Teil isolierte, dedizierte Stromversorgung für die speziell für Audioanwendungen entwickelte USB-DAC-Schnittstelle oder das amtliche Clock-System, das auch einen externen Taktmodus (10 MHz, 50 Ω, Sinus- oder Rechteckwelleneingang) ermöglicht, lassen highendige Performance erwarten.

Einen Blick in die Zukunft des Designs von Audiogeräten warf Creative Director Begüm Tomruk mit von ihr (und natürlich dem ganzen Harman-Design-Team) entworfenen Ausblicken in Gestalt eines Denon-Verstärkers (https://www.denon.com/de-de/) oder minimalistischer, aber eben doch ins Auge fallender Lautsprecherdesigns. Der aktuellen Denon-Home-Serie kamen bereits einige Ableitungen aus den Entwürfen zugute, wenn ich es richtig verstanden habe.

Creative Director Begüm Tomruk von Harman
Creative Director Begüm Tomruk ließ die Besucher einen Blick auf die Design-Zukunft von HiFi werfen
Denon-Verstärker der Zukunft
Schöne Zukunft: Werden so mal Denon-Verstärker aussehen?

Die D5-Generation der 800 Serie Diamond von Bowers & Wilkins (https://www.bowerswilkins.com/de-de/) und ihre neuen Farbvarianten Stealth Black, Warm White, Light Walnut und Dark Walnut sind zwar ebenfalls brandneu, aber schon fest in der Gegenwart verankert. Die D5 sollen klanglich gegenüber den D4 ein neues Level erreichen, verspricht der Traditionshersteller aus dem südenglischen Worthing – Happy Birthday und die besten Wünsche zum 60. Firmenjubiläum noch mal an dieser Stelle! Geblieben ist die typische Hochtonfrische, wie man der Vorführung akustisch entnehmen durfte.

Director of Product Marketing Andy Kerr und das Flaggschiff-Modell B&W 801 D5
Director of Product Marketing Andy Kerr und das Flaggschiff-Modell B&W 801 D5

Und wenn sich auch alle Blicke immer schnell auf das Aushängeschild B&W 801 D5 (50.000 Euro) richten, umfasst die 800 Serie Diamond doch weitere sechs – zum Teil deutlich Normalo-Wohnraum-verträglichere – Modelle: nämlich die Zwei-Wege-Regallautsprecher 805 D5 (12.000 Euro) sowie die Drei-Wege-Standlautsprecher 804 D5, 803 D5 und 802 D5. Fürs Heimkino gesellen sich dazu die Center HTM81 D5 und HTM82 D5.

Die „800 Serie Diamond D5“-Reihe von B&W
Ikonisch: Die „800 Serie Diamond D5“-Reihe aus 801 D5, 802 D5, 803 D5, 804 D5 und den kompakten 805 D5

Die technischen Optimierungen sind noch zahlreicher und betreffen unter anderem die Deckplatte aus Aluminium, das Space-Frame-Bracing-System mit parallelen Aluminiumverstrebungen an der Rückwand, die Gehäusesockel mit ihrer Kombination aus Schichtdämpfung und Massedämpfung, die Treibereinfassungen mit massiven Aluminiumprofilen (Enhanced Matrix), das durchlässigere Hochtönergitter für die Diamantkalotten, avancierte Treibermotorsysteme und vor allem auch das Mitteltönergehäuse aus Aluminium für die 804 D5 (18.000 Euro).

Die B&W 801 D5 in der Vorführung auf der High End Vienna 2026
Die B&W 801 D5 in der Vorführung mit Zuspielern von Innuos und Verstärkung von Mark Levinson. Unscheinbar, aber sicherlich signifikant klangdienlich: der AudioQuest-Niagara-Stromfilter unten im Rack

Die D5-Generation der 800 Serie Diamond verfüge „über das leistungsstärkste und mechanisch ‚leiseste‘ Gehäuse, das Bowers & Wilkins je gebaut hat“, versprechen die Briten. Durch die geballte Kompetenz des nördlich von Worthing gelegenen Forschungs- und Entwicklungszentrums in Southwater könne man die akustischen Auswirkungen des Lautsprechergehäuses besonders gut diagnostizieren und durch gezielte Anpassungen minimieren, nicht zuletzt das rückseitige Space-Frame-Bracing spiele hier eine große Rolle.

Ich höre einige Leser schon wieder kritisch murmeln, dass sich die Preise so stark nach Norden bewegen. Nun, wer mehr ausgibt, sollte mehr bekommen, aber was Cambridge Audio (https://www.cambridgeaudio.com/eur/de) mit seinen in den Lackvarianten gerade mal 1.399 Euro (das Pärchen wohlgemerkt) kostenden Cambridge Audio L/R M akustisch auf die Beine stellt, ist ein Beispiel dafür, dass selbst sehr gutes Audio so preiswert ist wie wohl nie zuvor.

Simon Osborne-Walker, Head of PR bei Cambridge Audio, mit der Cambridge Audio L/R M
Sound zum Niederknien: Simon Osborne-Walker, Head of PR bei Cambridge Audio, mit der Cambridge Audio L/R M

Nicht nur tieftonseitig erstaunte der angenehm satte Sound der Cambridge Audio L/R M, auch die Ausgewogenheit und die ebenso offene wie stressfrei-saubere Präsentation überraschten mich ziemlich. Eine der für mich erfreulichsten Vorführungen der Messe – schön auch, dass man Radiohead auflegte.

Die Cambridge L/R L, L/R M und L/R S im Größenvergleich
Die L/R L, L/R M und L/R S im Größenvergleich. Auch die Farben der Cambridge L/R-Serie machen Spaß: Neben dem Orange, Walnussfurnier und Mitternachtsblau gibt es noch Weiß, Schwarz und Racing Green

Und: Die englischen Aktivlinge (2 x 150 Watt je Box) haben die StreamMagic-Plattform der vierten Generation intus und verstehen sich von Haus aus mit Diensten wie Tidal Connect, Spotify Connect Lossless, Qobuz Connect, Amazon Music, Deezer oder Internetradio sowie freilich auch auf Roon Ready, UPnP, Google Cast und Apple AirPlay 2. Ach ja: Eine MM-Phonostufe sowie Line- und Digitaleingänge (auch HDMI-eARC) machen die Cambridge Audio L/R M nahezu zur Komplettanlage.

Nicht von der Stange: Der proprietäre Hochtöner der Cambridge-L/R-Serie als „Schnittmuster“

Auch technisch muten die Cambridge Audio L/R M überraschend komplex an, es gibt zum Beispiel mehr Treiber, als man zunächst denkt: Am Lautsprecherboden bläst ein extra Woofer (Polypropylen) südwärts, den Bassmittelton besorgt ein Konus mit Aluminium-Membran, die Höhen eine 28-mm-Kalotte aus dem gleichen Material.

Passivtreiber an der Cambridge Audio L/R M
Kein (reines) Design-Chichi sondern ein Passivtreiber an der Cambridge Audio L/R M

Und an den Wangen der Lautsprecher sitzen keine Designgags, sondern die Tieftonwiedergabe befördernde Passivtreiber. Und nicht nur die bekannte StreamMagic-Plattform ist proprietär, alle Treiber sind (bei dem Preis natürlich in China produzierte) Eigenentwicklungen – siehe die Bilder. Die Serie umfasst übrigens drei Lautsprechermodelle: Die L/R X (2.099 Euro) ist von gleicher Qualität, aber noch etwas größer als die L/R M. Die L/R S (499 Euro) hingegen ist nicht nur kleiner und für den Schreibtisch prädestiniert, sondern hat auch technisch weniger proprietäre Zutaten abbekommen.

Der Lautsprecher Sound Solution Harmony ONE
Italienischer Lautsprecherbau vom Feinsten: Sound Solution Harmony ONE

Als hochzufriedener Besitzer eines Canever Audio ZeroUno SSD muss ich natürlich auch stets bei Canever (https://www.canever.engineering/) vorbeischauen, wo ich doch gleich die Lautsprecherlastigkeit meines Berichts etwas ausgleichen kann. Weit gefehlt: Mein Blick fällt sogleich auf die kompakten Sound Solution Harmony ONE, die in Wirklichkeit noch einmal viel besser aussehen als auf meinen Fotos. In Zusammenarbeit mit Altin Lile von Sound Solution sind nämlich die Harmony ONE entstanden, und Mario Canever zeichnet für die elektronischen Parts auch der aktiven Variante verantwortlich, die mit 17.400 Euro überraschenderweise 3.000 Euro günstiger ausfällt als die aufwendige Passivvariante. Die zugehörigen skulpturalen Ständer sind jeweils inkludiert.

Mario Canever und Altin Lile von Sound Solution mit der Harmony ONE
Mario Canever und Altin Lile von Sound Solution mit der Harmony ONE

Hochtonseitig mit einem ViaWave DRT-145 bestückt, stammen die Konusse der 43 Zentimeter hohen Kompaktlautsprecher von Satori. Genau, das Karomuster der Membranen kennt man unter anderem von Perlisten Audio: Bei dieser Konstruktion werden Karbonfasern zu ultradünnen Bändern gepresst und mit einem minimalen Anteil an Epoxidharz miteinander verwoben; maximale Steifigkeit bei minimalem Gewicht lautet natürlich auch hier das typische Entwicklungsziel. Die Schallwand des wunderschönen Gehäuses besteht aus Massivholz, der Rest aus mit Fiberglas durchsetztem MDF. Sehens- und ganz bestimmt hörenswerte Handwerkskunst aus Italien abseits allen Mainstreams.

Das Audio-Trade-Event im Vienna Ballhaus
Stilvoll: Das Audio-Trade-Event im Vienna Ballhaus in der Bergstraße

Apropos abseits: Auch außerhalb des Austria Center Wien fanden einige spannende Events und Präsentationen statt. So lud bereits am Mittwoch ATR – Audio Trade (https://www.audiotra.de/) ins stilvolle Vienna Ballhaus (ganz in der Nähe lebte und arbeitete früher Sigmund Freud) ein und schuf einen nahezu festlichen Rahmen mit Essens- und Weinbegleitung.

Man traf dort nicht nur das ATR-Team und ATR-Chef Markolf Heimann, der die eigentliche Konferenz moderierte, sondern überdies einige Vertreter, Entwickler und Chefs aus dem Markenberitt von ATR.

Markolf Heimann von ATR - Audio
Recht hat er: Markolf Heimann moderierte die PK und rief allen ins Bewusstsein wie grundsätzlich schön das Thema Audio doch sei
Peter Kao, CEO von Rotel
Peter Kao, CEO von Rotel, und die neuen Michi-Prestige-Komponenten

Beispielsweise Daren Orth, CTO von Rotel, und Peter Kao, CEO von Rotel, dessen Großonkel das Unternehmen im Jahre 1961 gründete. Ja, Rotel ist immer noch ein japanisches Familienunternehmen, wenngleich man eine eigene Fabrik in China betreibt. Dieser entstammen auch der neue Vollverstärker und CD-Player (generell wieder stärker im Kommen) aus der Prestige-Reihe, die eine bezahlbarere und portablere Brücke zu den Topmodellen des Hauses bilden sollen.

Der Vollverstärker Michi Prestige X430 und der CD-Player Michi Prestige Q430
Der Vollverstärker Michi Prestige X430 und der CD-Player Michi Prestige Q430

Der Class-AB-Verstärker Michi Prestige X430 (4.999 Euro) leistet aber immer noch bis zu wuchtigen 210 Watt pro Kanal an 8 Ohm. Die Basis dafür bildet ein großzügig dimensioniertes Netzteil mit hausgemachtem Ringkerntransformator, Rotel ist generell für eine hohe Fertigungstiefe bekannt. Um über USB, koaxiale und optische Schnittstellen eingehende Signale kümmert sich ein ESS-Sabre-ES9039Q2M-DAC, freilich gibt es zudem mehrere Analogeingänge und sogar einen Phonoeingang (MM). Das große Farbdisplay mit VU-Meter-Darstellungen oder Spektrumanzeige sorgt für ein gewisses Flair des ansonsten bewusst schlicht gehaltenen Designs. Im Michi Prestige Q430 wandelt hingegen ein ESS Sabre ES9028PRO – möglichst ungestört dank eines vibrationsarm gelagerten Laufwerks sowie eines aufwendig geregelten Netzteils. Neben Cinch- und XLR-Ausgängen verfügt der Q430 zudem über einen koaxialen Digitalausgang, der Player kann somit auch als reiner Transport dienen.

Gründer und CEO von Stenheim Jean-Pascal Panchard
„It’s the mechanics, stupid!“ – Mit dem Gründer und CEO von Stenheim ließ es sich trefflich über Lautsprechertechnik parlieren. Meiner Meinung nach kommt der Mechanik nicht selten zu wenig Bedeutung zu, doch Jean-Pascal Panchard hält selbst solche vermeintlichen Kleinigkeiten wie Verschraubungen und interne Kontakte für absolut elementar

Die italienische Marke Gold Note ist ganz neu im ATR-Portfolio, geschätzt für ihre sympathisch gepreisten Made-in-Italy-Geräte. Im Zuge des Wechsels zu ATR seien die Preise der 10er-Serie sogar um 10 Prozent gesunken. Frisch an den Start brachten die Italiener indes die komplett überarbeitete, mit Alu-Frontplatte ausgestattete 5.2-Serie, die sich aus einem Phono-Pre, einem Kopfhörerverstärker, CD-Player (natürlich!), einer Streaming-Vorstufe und einem für alle Geräte der Serie kompatiblen externen Netzteil rekrutiert. Alle Preise der 5er-Geräte bleiben gegenüber der Vorgängerserie konstant.

Präsentiert vom Chef Maurizio Aterini persönlich – die neue Gold-Note-5.2-Serie in Schwarz: rechts der Streaming-DAC DS-5.2 (1.290 Euro), der Phonoverstärker PH-5.2 (950 Euro) und der Kopfhöreramp HP-5.2 (950 Euro). Links der CD-Spieler CD-5.2 (1.290 Euro) und das externe Netzteil PSX-5.2 (690 Euro). Wo ist der Vollverstärker? Er folgt gegen Ende des Sommers …
opfhöreramp, Phonoverstärker, Streaming-DAC aus der neuen 5.2-Serie von Goldnote
Und noch mal in Groß (v.l.n.r.): Kopfhöreramp, Phonoverstärker, Streaming-DAC aus der neuen 5.2-Serie von Goldnote

Fragt man Firmengründer Maurizio Aterini nach den grundsätzlichen technischen Besonderheiten seiner Lösungen, wird es schnell emotional, und vielleicht ist genau das auch das Leitbild für den Sound von Gold Note: Es gehe allein um Musik, ums originalgetreue Extrahieren der Signale; neben der Materialauswahl sei das Schaltungsdesign wichtig – und etwa die Schaltungsperipherie eines DAC-Chips wichtiger als der Chip selbst. Die kompakten Maße der Geräte – die 5.2-Serie ist 20 Zentimeter schmal – seien dem Ansinnen geschuldet, dass sie sich auch in kleinere Wohnungen einfügen sollen, wobei Signor Aterini wohl unter anderem gewisse schwedische Möbel im Hinterkopf hat …

Die Esprit Audio Amelia und Sales Director Viviel Falize, CEO Richard Cesari und der deutsche Vetriebsmann Dirk Voßekaul
Dame mit drei Herren: Die Esprit Amelia und Sales Director Viviel Falize, CEO Richard Cesari sowie der deutsche Vetriebsmann Dirk Voßekaul

Die Franzosen von Esprit Audio (https://www.hifi-mg.de/) schickten mir ganz frisch drei Lautsprecherkabel aus der G-10-Kabelserie zu, die ich noch genau hören will, die aber einen ersten vielversprechenden Eindruck machen und nicht zuletzt so hervorragend verarbeitet wirken, dass sich selbst unsere nicht sonderlich highfidele Fotografin zu einem lobenden Kommentar hinreißen ließ. Esprit Audio werden viele Leser wohl noch nicht richtig auf dem Schirm haben, mir ging es genauso – und das, obwohl das Team um CEO Richard Cesari, der das Unternehmen bereits 1997 gründete, mittlerweile auch spannende Lautsprecher reinsten klassisch-audiophilen Wassers herstellt.

Die Esprit Audio Amelia
Schön zeitlos: Die Esprit Audio Amelia

Und zwar die Standlautsprechermodelle Lisa (38.000 Euro) und Amelia (19.800 Euro) sowie die kompakten Stella (6.800 Euro), die live noch einen viel wertigeren, edleren Eindruck machen als auf den Fotos. Die Amelia will ich in den kommenden Monaten unbedingt einmal nach Berlin einladen: Ein Zwei-Wege-System mit Mundorf-AMT, 20-cm-Bassmitteltöner von SEAS mit Alnico-Motor (Magnetlegierung aus Aluminium, Nickel, Kobalt und Eisen) sowie einem ohne inneres Dämpfungsmaterial auskommenden, auf einem Aluminiumsockel ruhenden Gehäuse, das in aufwendiger Sandwich-Bauweise gehalten wurde: Außen und innen aus MDF – ja, wir haben es hier im Grunde mit einem zweiten inneren Gehäuse zu tun – befindet sich mittig eine Bitumenschicht.

Stecker zur individuellen Klanganpassung von Esprit-Audio-Lautsprechern
Esprit-Lautsprecher lassen sich per XLR-Stecker leicht von ihren Besitzern klangtunen: Je nach Farbe des Steckers bewirken unterschiedliche Widerstandswerte von der Neutraleinstellung aus betrachtet Pegelanhebungen zwischen 0,5 und 2,0 dB ab 5000 Hertz

Die Vorführmusik von Esprit geriet zwar etwas schwulstig-romantisch, dennoch beeindruckte mich die Reinheit und der unangestrengte Feinsinn des Gebotenen, es tönte feindynamisch schnell und gleichzeitig zart; mit eine der überzeugendsten Vorführungen, denen ich in Wien beiwohnen durfte.

Messerundgang High End 2026 mit Martin Mertens

Der Umzug der High End nach Wien hat einige Veränderungen mit sich gebracht. Es galt, sich in neuen Räumlichkeiten zu orientieren – an dieser Stelle ein großes Lob an die Veranstalter beziehungsweise die zahlreichen Servicekräfte, die einem immer sofort sagen konnten, wo ein Raum zu finden war und wie man auf dem kürzesten Weg dorthin kam. Dass das Ganze etwas weitläufiger war als in München und dass man ab und zu auch mal Strecken durch fast leere Gänge laufen musste, fand ich persönlich nicht schlimm. Dem standen aus meiner Sicht deutliche Vorteile gegenüber dem MOC entgegen. So beeinflussten sich die Vorführungen gegenseitig weniger und die Luft war im ACV besser als in den Münchner Hallen.

Vor dem Haupteingang zum ACV, dem Veranstaltungsort der High End Vienna 2026
Gleich geht es los: Kurz vor Messestart vor dem Einlass zum ACV, dem Veranstaltungsort der High End Vienna 2026

Der Wechsel nach Österreich hatte auch einige Veränderungen seitens der Aussteller beziehungsweise der ausgestellten Marken zur Folge. Einige deutsche Vertriebe, die internationale Marken in München präsentiert hatten, waren auf der Wiener High End 2026 nicht präsent. Und in einigen Fällen fehlten die von ihnen betreuten Marken in Wien. Eine Audio-Messe ohne beispielsweise McIntosh oder Sonus Faber (in Deutschland im Vertrieb von Audio Components) war schon seltsam. Andere Marken, die gewöhnlich zusammen ausgestellt haben, weil sie in Deutschland von einem Vertrieb betreut werden, führten getrennt oder in anderen Kooperationen auf. Doch insgesamt gab es auf jeden Fall ein breites Spektrum an spannenden Vorführungen.

Fangen wir gleich ziemlich weit oben an. Normalerweise bin ich kein Fan von Monster-HiFi. Wobei ich natürlich weiß, dass es Menschen gibt, die das Glück haben, große Hörräume zu besitzen, die sie standesgemäß beschallen wollen. Und das geht eben nicht immer mit HiFi-Komponenten für übliche Wohnzimmergrößen.

Peak Consults neue SunFyre an Verstärkern von CH Precision auf der High End 2026
Mächtig, doch nicht übermächtig: Peak Consults neue SunFyre ordnen sich knapp unterhalb der Spitzenmodelle Dragon Legacy ein und wurden an Verstärkern von CH Precision aus der Schweiz vorgeführt

Das weiß man offenbar auch beim dänischen Lautsprecherhersteller Peak Consult (https://3-h.de/). Waren die bisherigen Modelle Sonora, Sinfonia und El Diablo (zwischen 25.000 bis 65.000 Euro) durchaus noch wohnzimmertauglich, gab es ganz oben bisher nur das Top-Modell Dragon Legacy (185.000 Euro). Die ziemlich große Lücke zwischen den „kleinen“ Lautsprechern und dem Topmodell hat Peak nun mit der auf der High End 2026 vorgestellten SunFyre überbrückt – zumindest ein bisschen.

Fünf-Wege-Lautsprecher Peak Peak SunFyre auf der High End 2026
Fünf Wege, fast mannshoch, eine überragende Verarbeitungsqualität und vor allem ein beeindruckendes Klangerlebnis – für den, der solche Lautsprecher aufstellen kann und vor allem das nötige Kleingeld hat

Die SunFyre kosten stolze 150.000 Euro, darunter wollten es die Dänen dann wohl doch nicht tun. Die neuen „kleinen Großen“ klangen auf jeden Fall beeindruckend und, was mir besonders gut gefiel, angemessen großzügig, aber nicht aufgeblasen. Oft stellen richtig „dicke“ Anlagen das Klanggeschehen mehr oder minder stark vergrößert dar, sodass zum Beispiel Sänger unrealistisch groß klingen. Die hier vorgeführte Anlage tat das nicht. Ja, das war großer Klang, aber eben frappierend realistisch. Vorgeführt wurden die Lautsprecher mit Verstärkern von CH Precision, digitalen Quellgeräten von Innuos und Kabeln von Chord.

Verstärker-Elektronik von CH Precision auf der High End 2026
Die exklusive Elektronik von CH Precision tat das ihrige zum beeindruckenden Klangerlebnis der Vorführung der Peak SunFyre bei

DREI H (https://3-h.de/) feierte – beinahe nebenbei – noch einen eigentlich aufsehenerregenden Neuzugang: Harbeth, lange unter der Obhut von Input Audio, wird jetzt von den Hamburgern betreut. Bernd Hömke, dem Input Audio gehört, hat den Vertrieb von Harbeth an DREI H übergeben, weil er zukünftig etwas kürzer treten will. Ein großer Schritt, denn dass Harbeth seit vielen Jahren eine feste Größe auf dem deutschen HiFi-Markt ist, ist zu einem erheblichen Maße dem beständigen Engagement von Herrn Hömke zu verdanken, der sich weiterhin um seine anderen Marken kümmern wird. Gejubelt hat Herr Hömke vor allem darüber, dass er nun keinen Messeauftritt mehr organisieren muss.

Selbstverständlich hatte DREI H auch die neuesten Entwicklungen aus dem Hause Harbeth dabei. Neben der Umstellung der etablierten, passiven Harbeth-Modelle auf neue XD2-Versionen mit überarbeiteten RADIAL-Membranen haben die Engländer vor zwei Jahren mit der NLE-1 ihren ersten aktiven Lautsprecher vorgestellt. Auf der diesjährigen High End hatte Alan Shaw, Eigner und Entwickler von Harbeth, die neue aktive NLE-3 dabei.

Der Aktivlautsprecher Harbeth NLE-3 auf der High End 2026
Die neuen, aktiven Harbeth NLE-3 sehen im Vergleich zu den passiven Harbeth-Modellen sehr modern aus. Die externe Frequenzweiche arbeitet mit einem DSP, die Chassis werden von Ncore-Modulen, Class-D-Verstärker von Hypex, die in einem eigenen Gehäuse untergebracht sind, angesteuert

Während die NLE-1 kompakte Zwei-Wege-Lautsprecher (siehe Test) sind, bei denen die Elektronik rückseitig ins Gehäuse eingebaut ist, handelt es sich bei den NLE-3 um nicht mehr ganz so kompakte Drei-Wege-Lautsprecher, bei denen die Elektronik – Frequenzweiche und Verstärker – extern als Einzelgeräte mitgeliefert werden. Auf der Rückseite der NLE-3 befinden sich drei Paar Lautsprecherterminals, über die die einzelnen Chassis mit den jeweiligen Verstärkern verkabelt werden. Bei der Frequenzweiche setzt Harbeth auf moderne Digitalelektronik mit DSP, die eine umfangreiche Anpassung des Klangs an den Raum und Hörgewohnheiten ermöglicht. Beim Verstärker handelt es sich um eine Mehrkanal-Endstufe, die mit Class-D-Ncore-Modulen von Hypex ausgestattet ist. Harbeth plant, die NLE-3 später auch in einer Version ohne Verstärker anzubieten, sodass Käufer Verstärker ihrer Wahl einsetzen können – wobei zum Betrieb der NLE-3 dann mehrere identische Verstärker benötigt werden. Die Harbeth NLE-3 kommen als Komplettsystem mit Elektronik zu einem Preis von circa 32.000 Euro auf den deutschen Markt.

Im Raum des Lautsprecherherstellers Cessaro auf der High End 2026
Bei dem üppigen Platz, den die großen Konferenzräume im ACV boten, fühlten sich einige Hersteller motiviert, auf der High End 2026 auch mal richtig großes Besteck vorzuführen, wie etwa der deutsche Lautsprecherhersteller Cessaro

Dass das Austria Center Vienna ein paar große Räume mehr als das MOC in München bot, nutzten einige Hersteller, um hier auch mal richtig großes Besteck vorzuführen – wie etwa Cessaro (https://www.cessaro.de/home). Die deutsche Firma ist in Deutschland selbst gar nicht sooo bekannt, im Ausland dafür aber umso besser beleumundet. Das ist verständlich, schließlich repräsentiert Cessaro doch „Made in Germany“, wie man sich das vorstellt.

Hornlautsprecher Zeta III von Cessaro auf der High End 2026
Die Zeta III von Cessaro ist ein beeindruckendes Hornsystem, bei dem die alleruntersten Basslagen durch zwei aktive Subwoofer-Module pro Kanal unterstützt werden

Alle Modelle werden mit extrem hoher Fertigungstiefe in Deutschland entwickelt und produziert. Aber klar, in Deutschland werden sich trotz hoher Millionärsquote wohl nur wenige Menschen Lautsprechersysteme wie das in Wien vorgestellte System Zeta III leisten, das mit insgesamt vier aktiven Basseinheiten rund 800.000 Euro kostet.

Lautsprecher Horns Atmosphere an Verstärkung von Audio Hungary auf der High End 2026
Horns aus Polen gab sich minimalistisch. Die einzigen Lautsprecher im Raum waren die kompakten Atmosphere, die dafür so überzeugend klangen, dass der ein oder andere bestimmt Lust bekommen hat, sich einmal intensiver mit Lautsprechern der Marke zu beschäftigen

Einen völlig anderen Weg schlug Horns aus Polen ein, in Deutschland durch Len HiFi (https://www.lenhifi.de/) in Duisburg vertreten. Obwohl Horns mit der Universum auch recht beeindruckende Hornlautsprecher im Angebot hat, standen auf der High End 2026 in einem eher kleinen Raum lediglich ein Paar der kompakten Atmosphere (6.600 Euro) inklusive Ständer (800 Euro), die von einem kompakten Röhrenverstärker, einem Qualiton A35 (4.700 Euro) von Audio Hungary, angetrieben wurden. Und das war es. Auch wenn es wenig zu sehen gab – es gab umso mehr zu hören: Das Setting spielte wunderbar homogen mit einer kleinen Tendenz in Richtung vollmundig-kraftvoll und insgesamt sehr differenziert und langzeithörtauglich. Schön, dass sich mal jemand getraut hat, HiFi für Normalverdiener in den Fokus zu stellen.

Len HiFi mit Marken aus dem eigenen Vertrieb: Qualiton, J. Sikora, Aidas, Divine Acoustics und Gutwire - High End Vienna 2026
Len HiFi trat mit Marken aus dem eigenen Vertrieb auf – Qualiton, J. Sikora, Aidas, Divine Acoustics und Gutwire – und hatte darüber hinaus den Berliner Lautsprecherhersteller Soundspace Systems in die Vorführung integriert

Len HiFi selbst war auch auf der High End 2026 vertreten. Hier spielte ebenfalls ein Audio-Hungary-Vollverstärker, allerdings der, wie ich finde, noch spannendere Qualiton 300B (9.950 Euro). Wie der Name schon verrät, ein Röhrenverstärker, der mit der legendären 300B-Röhre arbeitet. Pro Kanal bringen es hier zwei 300B auf eine Leistung von 25 Watt, was den Amp schon deutlich universeller einsetzbar macht als die zahlreichen 300B-Verstärker, die mit nur einer Triode in einer Single-Ended-Class-A-Schaltung auf sieben bis acht Watt kommen. Bemerkenswert ist auch, dass Audio Hungary in Verbindung mit den 300B eine Auto-Bias-Schaltung einsetzt und dass die Lautstärkeregelung über ein relaisgesteuertes Widerstandsnetzwerk erfolgt.

Der Röhrenverstärker Audio Hungary Qualiton 300B - High End 2026
Ein besonders leckeres Stück Technik ist der Qualiton 300B, ein Röhrenverstärker von Audio Hungary, der klassische 300B-Röhren mit moderner Schaltungstechnik verbindet

Als Signalquelle setzte Len HiFi vornehmlich auf analog. Als Laufwerk kam ein J. Sikora Aspire mit KV9-Tonarm zum Einsatz (zusammen 7.500 Euro), eine Kombination, von deren Qualitäten ich mich schon in einem Test überzeugen konnte, die Phonovorstufe kam ebenfalls von Audio Hungary, eine Qualiton Phono (3.500 Euro). Alternativ stand noch Digitalelektronik von Linnenberg in den Startlöchern. Auch die eingesetzten Lautsprecher waren alles andere als Mainstream: Die Robin von Soundspace Systems (https://www.soundspacesystems.com/) aus Berlin (50.000 Euro), die mit einem hohen Wirkungsgrad von 97 dB/W/m aufwarten, entpuppten sich als superbe Spielpartner für den Qualiton-Verstärker, wobei die seitlich eingebauten Zehn-Zoll-Bässe der Robin aktiv angesteuert werden.

Apropos jenseits des Mainstream: Auf der High End 2026 hat sich unter anderem eine Allianz aus Brodmann-Lautsprechern (wir hatten neulich die F2 im Test) und Digitalelektronik von Ideon Audio ergeben, die es gleich in zwei Räumen zu hören gab. Anstifter dieser spannenden Kombination war die Audio Agency (https://audio-agency.net/) aus Neuss, die beide Marken in Deutschland vertreibt.

Lautsprecher Joseph Brodmann Signature JB175 an Verstärkern von EMM Labs und DAC von Ideon Audio - High End 2026
Mit mutigen, eigenständigen Konzepten traten Brodmann und Ideon Audio auf. Brodmann präsentierte die Joseph Brodmann Signature JB175 zusammen mit den neuen Joseph Brodmann Signature JB175 Active Bass Towers, Ideon Audio den „Über-DAC“ Axiom

Im Untergeschoss des ACV hatten die Joseph Brodmann Signature JB175 (ab 95.000 Euro) in Kombination mit den neuen Joseph Brodmann Signature JB175 Active Bass Towers (ab 80.000 Euro) Premiere. Die ungewöhnlich aussehenden Lautsprecher, hinter deren spezieller Konstruktion die Entwickler-Legende Hans Deutsch steckt, strotzen nur so vor Besonderheiten. Um diese auch nur ansatzweise zu beschreiben, bräuchte es allein schon einen mehrseitigen Text.

Die Joseph Brodmann Signature JB175 zusammen mit den neuen Joseph Brodmann Signature JB175 Active Bass Towers - High End 2026
Die neuen Brodmann Signature JB175 Active Bass Tower (versetzt, hinten stehend) arbeiten wie die Lautsprecher mit einem Gehäuseprinzip, das eine Weiterentwicklung des von Hans Deutsch Anfang der 1970er Jahre entwickelten Hornresonator-Prinzips darstellt, dem sogenannte Compression Board

An dieser Stelle nur so viel: Die Tiefmitteltöner sitzen auf den Gehäuseseiten, und bei der Gehäusekonstruktion handelt es sich um eine Weiterentwicklung des von Hans Deutsch bereits Anfang der 1970er Jahre – und seitdem kontinuierlich weiterentwickelten – Hornresonator-Prinzips. Da die JB175 im Bass eine recht niedrige Impedanz besitzen, kann man sie auch in einem speziellen Biwiring-Modus betreiben, wobei ein Verstärker beziehungsweise Kanal dann jeweils den halben Lautsprecher antreibt – also einer für eine Kalotte und die linken Tiefmitteltöner, der andere die zweite Kalotte und die Tiefmitteltöner der rechten Seite. Die dritte Kalotte lässt sich nach Bedarf dazuschalten, etwa dann, wenn die Raumakustik mehr Hochtonenergie verlangt. Man kann den Lautsprecher aber auch konventionell, mit einem Verstärker(zweig) pro Box antreiben, wenn der Verstärker stabil genug ist, um die niedrige Impedanz zu handhaben. Bei den Active Bass Towers handelt es sich um DSP-gesteuerte Subwoofer, die eine feinfühlige Anpassung an die Raumakustik erlauben. Als Signalquelle diente bei der Vorführung der „Über-DAC“ Axiom von Ideon Audio (180.000 Euro), ein Cost-no-object-Gerät, mit dem Ideon Audio in Sachen D/A-Wandlung an die Grenzen des technisch Machbaren geht und dessen Technik in drei Gehäusen untergebracht ist, die zusammen rund 130 Kilogramm auf die Waage bringen. Die Verstärkerelektronik stammte von EMM-Labs.

Ideon Audio und Brodmann Vienna Classic VC7 auf der High End 2026
Nochmal Ideon Audio und Brodmann in einer Vorführung. Brodmanns Lautsprecher Vienna Classic VC7 ist schon etwas länger auf dem Markt und stellt so etwas wie das mittlere Modell der Österreicher dar

Einen völlig anderen Weg geht Ideon Audio beim flammneuen Streaming-DAC Nous (circa 24.000 Euro), den es auf der ersten Etage des ACV zu hören gab. Das Gerät ist der erste Vertreter einer neuen Produktlinie und stellt gewissermaßen eine Abkehr von der bisherigen Philosophie der Griechen dar. Zwar bleiben sie ihren technischen Prinzipien – überdimensionierte, aufwendig gefilterte Stromversorgung, mehrstufige Jitter-Bereinigung und eine eigene Software für die DAC-Chips – treu, doch während es bei den bisherigen Geräteserien verschiedene Ausbaustufen in Form mehrerer Komponenten gab – Streamer, Reclocker, DAC –, vereinen die neuen Geräte alles in einem Gehäuse.

Streaming-DAC Ideon Audio Nuos auf der High End 2026
Das neue „Schweizer Taschenmesser“ der griechischen Digitalspezialisten Ideon Audio, der Nuos, ist ein Streaming-DAC, der auch analoge Eingänge und eine Lautstärkeregelung bietet und damit Streamer, DAC und Vorverstärker in einem Gehäuse vereint

Ideon Audio argumentiert, dass sich die Signalverarbeitung zwischen den verschiedenen Bereichen so noch besser aufeinander abstimmen ließe. Der Ideon Nous – Streamer, DAC, Reclocker in einem Gehäuse – verfügt zusätzlich über analoge Eingänge und eine Lautstärkeregelung, sodass er auch eine Vorstufe ersetzen kann. Es soll in Zukunft auch eine Version ohne analoge Eingänge geben. Auch bei dieser Vorstellung arbeitete Ideon mit Brodmann zusammen, hier spielten die Brodmann Vienna Classic VC7 (ab 28.000 Euro).

Dass man auch deutlich preiswerter sehr ordentlich Musik hören kann, zeigte WOD Audio (https://wodaudio.com/) mit den neuen Lautsprechermodellen Toscana des italienischen Herstellers Rosso Fiorentino (4.000 Euro). Ein selbst entwickeltes Koaxialchassis in Zusammenarbeit mit einem nach unten abstrahlenden Basstreiber lieferte ein sehr homogenes, eingängiges und differenziertes Klangbild, das nach deutlich mehr klang, als es der aufgerufene Preis erwarten ließ. Dazu beeindruckten die Toscana mit der wirklich hervorragenden Verarbeitungsqualität, die alle Lautsprecher der Italiener auszeichnet.

Der Lautsprecher Toscana von Rosso Fiorentino, auf der High End 2026
Nicht nur klanglich edel: Der Lautsprecher Toscana des italienischen Herstellers Rosso Fiorentino

Mein Fazit von dieser Messe: Ich freue mich auf die nächste High End im Austria Center Vienna. Vielleicht findet sich ja auch noch die ein oder andere Marke ein, die in diesem Jahr noch skeptisch Distanz gewahrt hat. Ganz davon abgesehen ist Wien einfach eine tolle Stadt. Servus, Baba und Grüß Gott für 2027!

Kopfhörer & Mobilaudio auf der High End 2026 mit Thomas Kopanz

Die Fülle an kopfhörerspezifischen Neuigkeiten wollte dieses Jahr auf der High End Vienna kein Ende nehmen. Die Hersteller im Personal-Audio-Bereich hatten sich mit ihren neuen Komponenten gefühlt über die gesamte Messefläche ausgebreitet. Bei nahezu jedem zweiten Stand waren Kopfhörer oder Kopfhörerverstärker namhafter Marken zu hören und zu sehen.

Auch wenn Astell & Kern (https://headphone.shop/de/) bereits letztes Jahr mit dem SP4000 einen mobilen Edel-DAP präsentierte, der derzeit sowohl technisch als auch vom Funktionsumfang seinesgleichen sucht, konnte mich der koreanische Hersteller auch heuer wieder überraschen und stellt mit dem SP4000T eine Variante mit integrierten Röhren vor. Der Digital Audio Player beherbergt insgesamt vier Röhren des Typs Raytheon JAN6418. Die Betriebsmodi lassen sich zwischen Triode, Ultralinear und Pentode umschalten, was im mobilen Bereich einzigartig ist. Selbst die Stromstärke, die an den Röhren anliegt, kann angepasst werden. Von den vier AK4499EX-DACs haben allerdings nur mehr zwei im Gehäuse Platz gefunden. Nicht nur für den Röhrenliebhaber sicher verkraftbar.

Astell & Kern A&Ultima SP4000T im Präsentationsdisplay mit Raytheon-Röhren und seinen "Zutaten"
Astell & Kern A&Ultima SP4000T im Präsentationsdisplay mit Raytheon-Röhren und seinen „Zutaten“

Der zweite Neuzugang bei Astell & Kern hört auf den Namen PD20 und hat ebenfalls ein einzigartiges Feature an Bord. Diesmal ist aber nicht die Hardware das Besondere, sondern die Möglichkeit, mittels eines im DAP integrierten Hörtests, der in Kollaboration mit Audiodo entwickelt wurde, den optimalen Klang für den eigenen Hörgeschmack zu finden. Den Ansatz kennt man zwar bereits von Kopfhörerherstellern wie Beyerdynamic (MOSAIC), im Player jedoch ist die Personalisierung vom Kopfhörer unabhängig und somit breiter einsetzbar. Der integrierte 160-stufige Equalizer ermöglicht zudem ein sehr feines Klangtuning. Dafür, dass der Astell & Kern PD20 auch grundsätzlich gut musiziert, sorgen die vier ES9027Pro-DACs und die Triple-Amp-Technologie, bei der zwischen Class-A-, AB- und Hybrid-Modus umgeschaltet werden kann.

Astell&Kern PD20
Astell&Kern PD20

Preislich wird der Astell & Kern SP4000T bei zirka 3.300 US-Dollar liegen und im Juli auf den Markt kommen. In Deutschland wird der Player voraussichtlich einen ähnlichen Preis anpeilen. Der Astell & Kern PD20 ist bereits erhältlich und kann für eine UVP von 1.799 Euro erworben werden.

Weiter geht’s mit dem Röhrenspezialisten Cayin (https://cayin.com/). Dass die chinesische Manufaktur seit der High End 2025 untätig gewesen wäre, kann man bei den vielen Neuheiten sicher nicht behaupten. Natürlich gibt es auch hier Mobilaudio zu sehen und zu hören. Der Cayin N8iii ist der neueste – aber sicher nicht kleinste – High-End-DAP des Hauses und mit zwei Nutube-6P1-Doppeltrioden ausgestattet. Intern ist der Player vollsymmetrisch aufgebaut und kann zwischen zwei verschiedenen Röhrenmodi sowie einem Transistormodus umgeschaltet werden. Er bietet vier der neuen AKM-AK4499EXEQ-Wandler und kann am symmetrischen Ausgang Kopfhörer mit bis zu 1.285 mW befeuern. Der auf 500 Stück limitierte Player ist ab sofort für 4.280 Euro (Aktionspreis: 3.999 Euro) bei Cayin Deutschland erhältlich.

Der High-End-DAP Cayin N8iii
Der High-End-DAP Cayin N8iii

Cayin ist überdies auf den Retrotrend rund um die Compact Disc aufgesprungen. Mit dem mobilen CD-Player CP6 hat Cayin ein besonderes Stück Technik im Angebot. Der sehr kompakte Player kann nicht nur im Akkubetrieb über längere Zeit für musikalischen Hochgenuss sorgen. Eine CD-Ripping-Funktion sowie Bluetooth-Sender und -Empfänger sind ebenfalls an Bord. Für den Kopfhörerenthusiasten gibt es obendrein noch einen symmetrischen 4,4-Millimeter-Pentaconn- sowie einen unsymmetrischen 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss. Erwartet wird das Schmuckstück im August 2026 für etwas weniger als 1.000 Euro.

Cayins kompakter CD-Player CP6
Cayins kompakter CD-Player CP6

Mit Blick auf klassische Kopfhörerverstärker bot Cayin den HA-1A MK3 auf, die neue Iteration des Entry-Level-Kopfhörerverstärkers. Mit zwei JJ12AU7 beziehungsweise ECC82 und zwei Electro-Harmonix-Röhren bestückt, kann der Single-Ended-Class-A-Verstärker Kopfhörer mit bis zu 2.800 mW (XLR-Out) versorgen. Erwartet wird der kompakte Amp Mitte August zu einem Preis von 1.298 Euro.

Der Kopfhörerverstärker Cayin HA-1A MK3
Der Kopfhörerverstärker Cayin HA-1A MK3

Keine Messe vergeht bei mir, ohne auf dem Stand von FiiO vorbeizuschauen. Neben dem bereits für 699 Euro über NT-Global im DACH-Raum beziehbaren Digital Audio Player M33 mit R2R-DAC stach für mich besonders der neue dedizierte Kopfhörerverstärker heraus. Noch ohne Namen machen sich die inneren Werte wie ein dicker Ringkerntrafo oder eine Ausgangsleistung von zweimal 1.000 mW schon einmal gut. Äußerlich verfolgt FiiO klar die Retro-Designlinie der K15- und K17-Verstärker-/DAC-Kombinationen und bietet neben fünf Gain-Stufen auch separate Regler für Bass und Höhen an. Falls FiiO den angepeilten Preis von 300 US-Dollar bis zum Release Ende August beziehungsweise Anfang September hält, kann der potente Headphone Amp sicher zu einem Leckerbissen der Einsteigerklasse avancieren.

Der Digital Audio Player FiiO M33 mit R2R-DAC
Der Digital Audio Player FiiO M33 mit R2R-DAC
Noch namenloser Kopfhörerverstärker von FiiO
Noch namenloser Kopfhörerverstärker von FiiO

Mit dem FT15, einer Weiterentwicklung von FiiOs erstem magnetostatischen Kopfhörer FT5, peilen die Chinesen außerdem eine neue Referenz im 500-Dollar-Bereich an. Bereits um einige Monate verzögert, soll der offene Over-Ear schließlich im August das Licht der Kopfhörerwelt erblicken.

Der magnetostatische Kopfhörer FiiO FT15
Der magnetostatische Kopfhörer FiiO FT15

Hochwertiges auf die Ohren gab es selbstverständlich auch am Stand von AudioNext (https://www.audiodomain.de/), wo wie schon im vergangenen Jahr der amerikanische Headphone-Guru und Sympathieträger Dan Clark antrat, um einen Vortrag über seine neueste Errungenschaft, den Dan Clark Audio Aeon Core, zu halten. Dabei handelt es sich um einen geschlossenen Over-Ear-Kopfhörer mit planarmagnetischen Treibern. Das Besondere an diesem Kopfhörer ist nicht etwa bloß die hervorragende Verarbeitung mit einem Gehäuse aus mattem Aluminium und Echtholzfurnier oder die bereits bekannte, sehr bequeme Kopfbandkonstruktion.

Dan Clark mit seinem neuen Kopfhörer AEON Core
Dan Clark mit seinem neuen Kopfhörer AEON Core

Ganz besonders stolz ist der US-Amerikaner darauf, dass es ihm gelungen ist, zusammen mit dem Erfinder der Harman-Kurve, Sean Olive, die ursprüngliche Kurve, die auf einem alten Kunstkopf mit Zwislocki-Ohren gemessen wurde, auf moderne Messsysteme wie den „Brüel & Kjær Type 5128“-Kunstkopf zu übertragen und so Ungenauigkeiten und Fehler – beispielsweise eine hörbare Frequenzsenke im oberen Messbereich – zu vermeiden. Die Kopfhörer bieten im Vergleich zu seinen früheren Entwicklungen ein etwas präsenteres, aber dennoch angenehmes, leicht warmes Timbre mit tief hinabreichendem Bassbereich.

Das Beste daran ist aber der Preis: Der Dan Clark Audio Aeon Core soll Mitte Juni, also ab sofort, zu einem Preis von 999 Euro im Handel verfügbar sein.

Im ersten Stock, im Raum von Eversolo, erwarteten mich zudem von der Schwesternmarke Luxsin besondere Schmankerl. Mit dem B9 wurde ein neuer Kopfhörerverstärker mit integriertem R2R-DAC vorgestellt. Dieser soll eine Alternative für jene Musikliebhaber darstellen, die das tendenziell organischere Sounding eines DACs mit Widerstandsnetzwerk gegenüber den bereits verfügbaren integrierten DAC-/Amp-Kombinationen X8 und X9 bevorzugen. Ab Oktober sind dann auch ein reiner Kopfhörerverstärker (BH9) und der R2R-DAC BD9 verfügbar. Das Gimmick: Der Lautstärkeregler des BD9 ist abnehmbar und als Fernbedienung nutzbar. Der Preis für die beiden Einzelgeräte steht noch nicht fest. Gemeinsam wird jedoch eine UVP von 2.500 Euro angestrebt. Der Luxsin B9 soll 1.500 US-Dollar kosten und ab dem vierten Quartal erhältlich sein.

Luxsin BD9/BH9
Luxsin BD9/BH9
Luxsin B9 DAC/HPV
Luxsin B9

Letztes Jahr musste sich Axel Grell (https://de.grellaudio.com/) noch mit einem Messestand vor dem Eingang des MOC in München begnügen. In Wien konnte er seinen frisch aus der Taufe gehobenen OAE-2 präsentieren. Das Konzept eines kompromisslos offenen Kopfhörers ist nach dem Erfolg des Vorgängers OAE-1 gleich geblieben. Verbessert wurden die interne Dämpfung, das Kopfband und natürlich das Sounding. Klang der OAE-1 noch recht dunkel und in den Höhen etwas zurückhaltend, konnte man sich im dritten Stock der diesjährigen High End davon überzeugen, dass der OAE-2 wesentlich näher an der Harman-Kurve liegt. Der offene Over-Ear klang dementsprechend präsenter im Hochton und zeichnete insgesamt ein tonal realistischeres Klangbild. Durch die extrem angewinkelten Treiber und das offene Design hebt sich die räumliche Darstellung deutlich von anderen Kopfhörerkonstruktionen ab.

Axel Grell mit dem neuen Grell OAE-2
Axel Grell mit dem neuen Grell OAE-2

Hatte Axel Grell beim OAE-1 noch keinen Vertrieb in Deutschland – das mittlerweile eingestellte Unternehmen Massdrop besaß einen Exklusivvertrag mit ihm –, kann der Kopfhörer-Guru dieses Jahr Sieveking Audio als Partner für den deutschsprachigen Raum verkünden. Der Grell OAE-2 ist ab sofort im ausgewählten Fachhandel für 499 Euro verfügbar.

Normalerweise werden Unternehmen, die sich primär auf Lautsprecher spezialisiert haben, von meinen Kollegen abgedeckt. Im Falle von Klipsch musste ich dieses Jahr aber eine Ausnahme machen, da der US-amerikanische Hersteller nach gefühlter Ewigkeit wieder ins Kopfhörersegment drängt. Mit dem neuen Premium-Line-up Atlas HP-1 (Bluetooth ANC), HP-2 (geschlossener Over-Ear) und HP-3 (halboffener Over-Ear) will Klipsch im Personal-Audio-Bereich wieder Boden auf die Konkurrenz gutmachen.

Viel ist zu den neuen dynamischen Kopfhörern noch nicht bekannt. HP-2 und HP-3 sind kabelgebunden und sollen sich für den Musikgenuss zu Hause eignen. Besonders das Topmodell HP-3 konnte mich klanglich mit seinem leicht voluminösen Bassbereich und den seidigen Höhen überzeugen. Der interessanteste Kopfhörer des Trios, der Bluetooth-Over-Ear HP-1, war auf der Messe leider nicht zugegen. Der geplante Marktstart für die beiden kabelgebundenen Modelle soll Ende 2026 erfolgen. Die Bluetooth-Version wird vermutlich erst Anfang 2027 spruchreif. Preislich bewegen sich die hervorragend verarbeiteten Over-Ears voraussichtlich zwischen 700 Euro (HP-1) und 1.400 Euro (HP-3).

Klipsch Atlas HP-2
Klipsch Atlas HP-2
Klipsch HP-3
Klipsch HP-3

Ein echter Wow-Faktor bot sich meinen Augen und Ohren im Untergeschoss des Austria Center Vienna bei Matrix Audio (https://3-h.de/). Als Early Adopter ihres ersten Produktes, des M-Stage HPA-1, der mittlerweile stolze 16 Jahre auf dem Buckel hat und zahlreiche Evolutionsstufen durchlaufen hat, war es mir natürlich eine Freude zu sehen, dass sich der chinesische Hersteller wieder auf seine Wurzeln im Kopfhörerverstärker-Bereich besonnen hat.

Das Unternehmen wandelte sich im Laufe der Zeit vom Budget-Anbieter zum Premium-Hersteller von Netzwerk-Streamern und DACs. Das zeigt sich auch beim neuen Kopfhörerverstärker Matrix NA-1. Dieser reiht sich nahtlos in die bereits verfügbaren Komponenten der N-Line ein, bestehend aus Netzwerk-Transport (NT-1) und DAC (ND-1). Der symmetrische Verstärker ist vollkommen diskret aufgebaut und bietet neben einem massiven Ringkerntrafo zur Stromversorgung – die Versorgung für den Stand-by-Betrieb ist vom eigentlichen Netzteil separiert – mit bis zu 18 Watt am symmetrischen Kopfhörerausgang mehr als ausreichend Leistung selbst für schwer anzutreibende Kopfhörer. Verfügbar sein wird der Matrix NA-1 in Kürze zu einem Preis von rund 2.500 US-Dollar; in Deutschland wird Matrix Audio vom bekannten Drei-H-Vertrieb aus Hamburg distribuiert.

Der Kopfhörerverstärker Matrix Audio NA-1
Der Kopfhörerverstärker Matrix Audio NA-1

Recht unscheinbar und noch in der Prototypenphase zeigte sich zudem Elektronik, wie man sie von den Anfängen der Marke kennt: Ein integrierter DAC/Kopfhörerverstärker mit Vorverstärkersektion soll die etwas preisgünstigere T-Serie ergänzen. Das voraussichtlich auf den Namen TD-1 hörende Kombigerät soll sich preislich unter den 1.800 US-Dollar des Netzwerk-Transporters TT-1 ansiedeln. Der Verkaufsstart ist für September 2026 geplant.

Prototyp des Matrix Audio TD-1
Prototyp des Matrix Audio TD-1

Sehr interessant für mich, am Messestand aber etwas an den Rand verbannt, war das neue kabellose Audeze Maxwell-2-ANC-Bluetooth-Headset. Der bereits ohne ANC erhältliche planarmagnetische Over-Ear mit abnehmbarem Mikrofon wurde in der zweiten Version sowohl klanglich verbessert (SLAM-Technologie) als auch um wichtige Funktionen erweitert. So entwickelte man zur Optimierung der Sprachqualität einen KI-gestützten Filteralgorithmus, der über das Mikrofon für mehr Klarheit bei der in der Gaming-Welt wichtigen Kommunikation sorgen soll. Ein neues, breiteres und gelochtes Kopfband bürgt zudem für mehr Komfort und bessere Durchlüftung.

Audeze Maxwell 2 ANC mit austauschbaren Gehäuseschalen
Audeze Maxwell 2 ANC mit austauschbaren Gehäuseschalen

Verbunden wird der Kopfhörer entweder über einen mitgelieferten Wireless-Dongle, per USB-C-Kabel oder via Bluetooth (Auracast, LE Audio, LDAC und AAC). Ein nettes Gimmick stellen die austauschbaren Gehäuseschalen dar, die in verschiedenen Farben und Mustern erhältlich sind. Die Version mit ANC filtert nun auch Außengeräusche gekonnt heraus. Der Maxwell 2 ohne ANC ist für 426 Euro (PlayStation-Version) beziehungsweise 480 Euro (Xbox-Version) erhältlich. Die ANC-Version soll im kommenden Monat für jeweils 100 Euro Aufpreis auf den Markt kommen. Vertrieben werden die Kopfhörer von Audeze in Deutschland über Mega Audio.

 Audeze Maxwell 2 ANC mit Manga-Motiv
Der Motivwahl sind beim Audeze Maxwell 2 ANC im Prinzip keine Grenzen gesetzt

Genau auf dem Stand des hiesigen Distributors (https://www.megaaudio.de) gab es auch die neuen Fostex-Over-Ears TH910 (geschlossen) und TH919 (offen) zu bewundern. Die mechanische und klangliche Weiterentwicklung der bekannten TH900-Serie soll vor allem durch einen definierteren Tieftonbereich sowie eine um 20 Prozent leichtere Konstruktion überzeugen. Der komplett überarbeitete 50-mm-BioDyna-Treiber, die neu konstruierte Sicke und die Wahl einer Magnesiumlegierung anstelle von Aluminium für einige mechanische Bauteile zeichnen für diese Verbesserungen verantwortlich.

Das beim geschlossenen TH900 aufgebrachte Fostex-Logo musste beim TH910 einer glatten, rillenlosen Form weichen. Ebenfalls neu sind die Ohrpolster: Diese wurden für einen angenehmeren Sitz sowohl hinsichtlich ihrer Form (abgeschrägt) als auch beim Material (zweischichtiger Urethan-Schaum) optimiert.

Die Over-Ears Fostex TH910 und TH919
Die Over-Ears Fostex TH910 und TH919

Sowohl der geschlossene Fostex TH910 als auch der offene Fostex TH919 sind selbstverständlich mit dem bekannten edlen Urushi-Lack überzogen und für 3.273 Euro (TH910) beziehungsweise 3.545 Euro (TH919) erhältlich.

New Kids on the Block

Etwas abseits vom Messetrubel, in einer Zwischenaula im Untergeschoss, wurden die Start-ups der HiFi-Welt positioniert. Ganze drei der insgesamt sechs Hersteller hatten sich auf Kopfhörer und deren Besonderheiten spezialisiert. Besonderheiten deshalb, weil sie alle eines vereint: ungewöhnliche Konzepte, um den Kopfhörermarkt aufzumischen.

Start-up-Ecke auf der High End 2026
Start-up-Ecke auf der High End 2026

Den Anfang machten True Stereo Labs (https://truestereolabs.com/) mit ihrem gewagten Ansatz, ein mechanisches Crossfeed mittels zusätzlicher Treiber zu erzeugen. Dabei sitzt jeweils ein Treiber pro Seite außerhalb des Kopfhörerchassis am Ende eines Schallkanals, der vor das Ohr führt und laufzeitkorrigiert das jeweilige Signal des anderen Kanals wiedergibt. Heißt: Am rechten Ohr wird das linke Signal zusätzlich eingespeist und vice versa.

Abgesehen von der noch keineswegs finalen Klangabstimmung funktionierte das Crossfeed-Konzept bereits erstaunlich gut. Zumindest die Optik ist jedoch gewöhnungsbedürftig. Die beiden Gründer haben auch schon einen ambitionierten Zeitplan und Preis im Auge: Bereits im Oktober soll der finale Kopfhörer zu einem stolzen Preis von 1.400 Euro über Kickstarter verfügbar sein.

True Stereo Labs Crossfeed Concept
True Stereo Labs Crossfeed Concept

Weiter ging es mit einem planarmagnetischen Treiberkonzept auf Glasbasis von Hoxit Audio (https://www.hoxit.sk/). Das junge Unternehmen aus der Slowakei möchte mit der Glasmembran die Nachteile der großen Membranfläche, die für Magnetostaten notwendig ist, eliminieren. Hierdurch soll über die gesamte Fläche ein stabileres Schwingverhalten gewährleistet werden. Zudem will man mit dem härteren Material Verformungen entgegenwirken, die bei Kunststoffen mit der Zeit auftreten können.

Noch steckt das Konzept tief in der Entwicklung, was beispielsweise eine zerbrochene Demo-Membran zeigte. Positive Ansätze bietet Hoxit allerdings mit dem bereits beim ersten Kopfhörer V1 realisierten modularen Aufbau, bei dem Einzelteile für Reparaturen oder Klangupdates ausgetauscht werden können. Derzeit läuft noch bis Ende Juni eine Crowdfunding-Kampagne auf der Firmenwebsite. Wann, zu welchem Preis und ob das ambitionierte Konzept überhaupt auf den Markt kommen wird, steht allerdings noch in den Sternen.

Hoxit Audio Kopfhörer mit planarmagnetischer Membran aus Glas
Hoxit Audio Kopfhörer mit planarmagnetischer Membran aus Glas

Wesentlich näher am fertigen Produkt und zugleich deutlich weniger aufwendig zeigt sich die Kopfhörerkonstruktion der Kanadier von Head(amame) (https://headamame.com/). Der Head(amame) Pro verfolgt mit einem Treiber aus Glas ein ähnliches Konzept wie Hoxit, begnügt sich jedoch mit der wesentlich weiter verbreiteten klassischen dynamischen Treiberkonstruktion. Auch hier soll die Festigkeit des Materials für einen schnellen und präzisen Hub der Membran sorgen und das Signal dadurch exakter und unverfälschter wiedergeben.

Klanglich überzeugte mich dieses Konzept sehr. Auch der Preis hält sich mit 399 Euro im Rahmen. By the way: Allen Kopfhörern im Start-up-Bereich gemein ist ein 3D-gedrucktes Gehäuse.

Head(amame) Pro Kopfhörer
Head(amame) Pro Kopfhörer

Ich war nach dem Probelauf im Herbst 2024 mit der Finest Audio Show im Austria Center Vienna etwas verhalten, was den Erfolg der Umsiedlung von München nach Wien anging. Die erste reguläre High End in Wien konnte sich dafür mehr als nur sehen lassen. Besonders die weitere Verbreitung der Kopfhörer- und Mobile-Sparte machte mich heuer sehr glücklich. Auch die Atmosphäre wirkte weniger hektisch als noch in München, und man hatte gefühlt mehr Luft zum Atmen.

Wien, meine Heimatstadt, hat mich auch diesmal nicht enttäuscht, und ich blicke deshalb bereits mit Spannung auf das nächste Jahr, wenn sich in der Weltstadt der Musik wieder namhafte Hersteller der Audio-Branche die Hand geben.


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    Über die Autorin / den Autor

    Profilbild von Ralph Werner Ralph Werner

    Equipment

    • Analoge Quellen:
      • Festplatte: SME Model 15
      • Tonarm: SME 309
      • Tonabnehmer: MC: Denon DL-103R, Dynavector DV-20X2 H, Transrotor Figaro; MM: Shelter 201
      • Sonstiges: Flux-HiFi (Nadelreiniger), Stack Audio Serene Mat & Stabiliser, VPI HW-16.5 (Plattenwaschmaschine)
    • Digitale Quellen:
      • D/A-Wandler: Rockna Wavelight+
      • Musikserver: Antipodes K22 G4
      • Computer/Mediaplayer: Software: MinimServer/MPD mit JPLAY-App, Squeeze-Server/Player mit Material/iPENG, Roon
      • Sonstiges: Network Acoustics Eno2 (Ethernet-Filter), Pink Faun LAN Isolator, Silent Angel Bonn N8 (Switch)
    • Vorstufen:
      • Hochpegel: Electrocompaniet EC 4.8 MKII
      • Phonoverstärker: BMC Audio MCCI Signature ULN
    • Endstufen:
      • Electrocompaniet AW 800 M
    • Lautsprecher:
      • Acapella High BassoNobile MK2
    • Kopfhörer:
      • Audeze LCD-2, Beyerdynamic DT-990, Sennheiser HD 800 S, Sony MDR-1000X, Teufel Supreme In
    • All-In-One:
      • Ruark Audio R4
    • Kabel:
      • Lautsprecherkabel: Dyrholm Audio Phoenix
      • NF-Kabel: Dyrholm Audio Phoenix XLR & Cinch, Boaacoustic Blueberry Signal.xlr, Vovox und andere
      • Digitalkabel: Audioquest Cinnamon (Toslink), Audioquest Vodka 48 (HDMI/I2S), Boaacoustic Silver Digital Xeno (USB), fis Audio Magic (LAN-Kabel), Wireworld Series 7 Starlight Gold (S/PDIF koaxial)
      • Netzkabel: fis Audio Blackmagic, fis Audio Studioline
      • Netzleiste: fis Audio Blackmagic
    • Rack:
      • Creaktiv Trend 3 (Rack) auf bFly Audio b.DISC (Spikeaufnahmen) stehend, Stack Audio Auva EQ (Geräte-Entkopplungsfüße)
    • Zubehör:
      • Audes ST-3000 Power Conditioner (Trenntrafo)
    • Größe des Hörraumes:
      • Grundfläche: 40 m²
      • Höhe: 2,45 m