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Klangfluss K1 – Chassis, Weiche und das Prinzip

Inhaltsverzeichnis

  1. 5 Klangfluss K1 - Chassis, Weiche und das Prinzip

Kalngfluss - Chassis im Visier

„Nun, aus verkaufspolitischer Sicht haben wir uns damit vielleicht nicht den größten Gefallen getan, schließlich kaufen viele eben auch ein gewisses Image mit ein“, so Gerd Reime, „Ich selbst habe mich ja auch zunächst gegen dieses Chassis gewehrt. Der Hinweis auf Mivoc kam übrigens von Herrn Schwäbe, und ich hielt das offen gestanden für ziemlich abwegig … sowas bau‘ ich doch nicht in einen State-of-the-Art-Lautsprecher ein! ‚Höre es dir einfach mal an‘, meinte Burkhard aber beharrlich. Okay, kann man ja mal machen – ihm zuliebe.“

Es folgen Blindtests mit zwei Testgruppen à zehn Personen – professionelle Musiker darunter, aber auch ganz normale Musikhörer -, die zehn verschiedene Bass-/Mittelton-Chassis nach Kriterien wie tonale Neutralität, Dynamik, Transparenz, räumliche Darstellung sowie Feinzeichnung des Basses auf einer Skala von 0 bis 5 Punkten bewerten sollten. Und dabei schnitt das günstigste Chassis – besagtes Mivoc – am besten ab. „Was sollen wir tun? Aus Imagegründen einen teureren, aber schlechter klingenden Treiber einbauen? Kommt überhaupt nicht in Frage!“.

Auch der Hochtöner stammt von diesem Hersteller – man hat ihn „akustisch freischwebend“ an der Spitze des Lautsprechers montiert:

Klangfluss K1 Hochtöner von unten

Klangfluss K1 - Hochton wir ominidirektional verteilt

Die Kalotte strahlt also von oben auf eine massive Kugel (Durchmesser 9,5 cm), die den Schall in alle Richtungen gleichmäßig verteilt. Dass zu jeder K1 drei unterschiedliche Kugel-Paare (auf „Oberwellenresonatoren“ genannt) geliefert werden – eines aus Edelstahl, eines aus Sandstein und ein drittes aus Massivholz -, und man durch den Austausch der Kugeln das Klangbild etwas beeinflussen können soll, ist das eine.

Holzkugel der K!

Das Entscheidendere dürfte aber die omnidirektionale Schallabstrahlung selbst sein. Die K1 ist, über die gesamte Frequenzbandbreite hinweg, als Rundumstrahler konzipiert – mit der Besonderheit, dass bis 2,5 kHz (die Trennfrequenz) ein zusätzliches, direkt abstrahlendes Chassis auf der Vorderseite mitspielt.

Klangfluss K1

Warum nun omnidirektional? Man habe sich vom „sklavischen Stereodreieck“ lösen wollen, die Musik soll frei im Raum spielen – relativ unabhängig von einer festen Hörposition. Das sei ja meist umgekehrt, so die Klangflussler: Der Lautsprecher schreibt dem Hörer den genauen Sitzplatz vor, da es außerhalb des Sweetspots eben nicht so gut klingt. Mit der K1 sei dies anders, sie beschalle ein viel breiteres Hörfeld – und man könne sie deshalb auch viel freier positionieren. „Sie werden ja gleich noch sehen, wie ich sie bei mir zuhause aufgestellt habe“, schmunzelte Herr Reime. Okay …

Neben dem Argument der größeren Hörzone wird „pro 360-Grad“ noch angeführt, dass Musikinstrumente ja auch nicht gerichtet abstrahlen, insofern sei man mit einem Rundumstrahler näher am Original – und zudem erzeugen normale Lautsprecher in normalen Räumen durch die gerichtete Schallabgabe eher einige starke Reflexionen, währen die K1 ein diffuseres Schallfeld abgebe: Und viele kleine Reflexionen seien raumakustisch gemeinhin deutlich besser als einige wenige starke.

Nun haben wir den Klangfluss-Lautsprecher von oben bis unten betrachtet – aber neben jeder K1 steht noch ein kleines Kästchen, ein ganz entscheidendes Kästchen …

Klangflussweiche

… denn dies ist die externe Frequenzweiche und die ist bei Klangfluss nicht nur für die Trennung der Frequenzen zuständig, sondern auch für die Stoßwellenkonditionierung. Sie erinnern sich, die Käfer-Story …

Gerd Reime von Klangfluss

Schon bei der Aufnahme würde ein Teil der Stoßwelle abgeschliffen, allein schon aufgrund der Masseträgheit der Mikrophon-Membran – erst recht gelte dies für Wiedergabesysteme, also die übliche HiFi-Kette, und hier sei insbesondere der Lautsprecher schuld: Zu dessen Membran-Masseträgheit und deren negativer Auswirkung auf die Stoßwelle geselle sich üblicherweise eine Frequenzweiche, die zusätzlich noch Energie vernichte, so Herr Reime.

Prinzip Stoßwelle

„Das Problem ist also, dieses Quäntchen Live-Gefühl, die Stoßwelle, wieder in die Musik zu bringen. Deshalb auch das etwas sperrige Wort ‚Konditionierung‘ – wir müssen das Signal, wie es aus dem Verstärker kommt, eben so konditionieren, dass die unvermeidlichen Verluste durch die ganze Aufnahme/Wiedergabe-Kette wieder ausgeglichen werden. Und das erreichen wir mit unserer Frequenzweiche.“

Gerd Reime am Messplatz

Weiche am Messplatz

Messplatz

Die Klangflussweiche trennt bei 2.500 Hz mit 12 dB/Oktave – so weit, so normal. Allerdings trennt sie mit der angegebenen Flankensteilheit nur im eingeschwungenen Zustand, denn es werden Saugkreise verwendet, die sich zunächst einschwingen müssen, bis sie die „normale“ Filterwirkung erreichen. Die Saugkreise werden hier also nicht zur Frequenzschrieb-Begradigung verwendet, wie in der Regel der Fall, sondern der technische Umstand, das Schwingkreise nun mal schwingen müssen, bis sie konstant arbeiten – normalerweise nur ein „tolerierter Nebeneffekt“ – , wird hier sozusagen positiv gewendet: Die ersten zwei-drei Halbwellen eines Signals werden – da der Saugkreis noch nicht voll greift – quasi ohne Filter durchgelassen. Hierin liegt der technische Kniff. „Danach funktioniert unsere Weiche wie eine normale andere“, so Herr Reime, „und auch wenn das nach relativ wenig klingt: Wir gewinnen nur circa 3 dB im Bereich um die 2.500 Hz. Aber das ist der entscheidende Bereich – und das entscheidende Bisschen mehr Klang!“

Gerd Reime

Firmenbericht: Besuch bei der Klangfluss Manufaktur

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