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Masse-Antriebs-Verhältnis – ALTEC – Dynamikks Monitor 10.15 – fairaudio Interview

Inhaltsverzeichnis

  1. 5 Masse-Antriebs-Verhältnis - ALTEC - Dynamikks Monitor 10.15 - fairaudio Interview

Was sind für Sie – neben der Vorliebe für Koaxialchassis – weitere wichtige Parameter bei der Treiberwahl?

Vor allem ein gutes Masse-Antriebs-Verhältnis, denn das ist der Schlüssel für guten Wirkungsgrad und realistische Dynamikwiedergabe ohne Kompression. Natürlich sind hierfür auch niedrige mechanische Widerstandsparameter entscheidend – wichtig ist aber auch eine gute Kopplung zwischen der Schwingspule und der Membran. Beides muss in Balance bleiben. In den letzten Jahren fallen mir bei Highend-Chassis Maßnahmen auf, den mechanischen Widerstand niedrig zu halten, zum Beispiel durch aufwändige Hinterlüftungen bei der Zentrierspinne.

Hinterlüftungen bei der Zentrierspinne

An sich eine gute Sache, aber bisweilen führt dies dann – weil eine solche Belüftung ja Platz braucht – zu zentimeterlangen Schwingspulenhälsen, die die Masse nach oben treiben und die induzierte Schwingung zu langen Wegen durch viel Material zwingt. Der Teufel wird hier mit dem Beelzebub ausgetrieben.

Dann ist da natürlich auch die Materialfrage: Bei Bass- und Mitteltontreibern habe ich immer noch einen starken Hang zu Papiermembranen. Papier besteht aus Holz und ist damit ein natürliches Material, das spiegelt sich auch im erzeugten Klang wieder. Sollte ich irgendwann einmal eine Kevlargeige hören, die so klingt wie eine Stradivari, werde ich diese Einstellung vielleicht noch einmal überdenken …

Und bei Hochtönern bevorzuge ich horngeladene Druckkammertreiber. Direktstrahler klingen mir schlicht zu angestrengt und dynamisch komprimiert, kraftlos. Bei Bändchen oder Ähnlichem stören mich die vertikale Bündelung und das fehlende „Fleisch“, zum Beispiel bei Schlagzeugbecken.

Zur Frequenzweiche: Haben Sie da besondere Layout-Grundsätze?

Frequenzweichen

Ja, habe ich. Freiverdrahtung und resonanz- und klangoptimierter Aufbau auf entsprechenden Boards sind mir wichtig. Die Frequenzweiche steht für mich im Dienst entsprechend guter Lautsprechertreiber: Sie sollte die Chassis nie zu irgendwas zwingen, sondern nur die Chassis-Roll-Offs unterstützen. Besselcharakteristika überwiegen daher bei meinen Lautsprechern. Die Weichen-Bauteile wähle ich nur nach meinem persönlichen, über Jahre herauskristallisierten Klangempfinden und meinen Erfahrungen aus. Vielleicht finden sich daher in meinem Weichen auch nicht die üblichen Verdächtigen.

Frequenzweichen

In dieser Einstellung lag auch das Geheimnis für die ausgewogene Wiedergabe des ALTEC604-Treibers in der Imperial. Eine minimalistische Weiche reichte hierzu aus. Der ALTEC-Treiber ist sonst eigentlich eher problematisch: vorlaute, verfärbte Mitteltonwiedergabe, zu zurückhaltende Höchsttonwiedergabe. Alles eine Folge des sich Haltens an die ALTEC-Vorgabe für die Trennfrequenz und die damit verbundenen Frequenzweichen, die die Chassis zu etwas zwingen wollen. Erstaunlich, dass ALTEC nie eine auch nur einigermaßen vernünftige Weiche für den 604er angeboten hat, obwohl die Lösung so offensichtlich war …

Frequenzweichen-Bau

Die drei Lautsprecher db8, Soundmaster und Monitor 10.15 sehen sehr unterschiedlich aus – gibt es trotzdem gemeinsame Konstruktionsmerkmale bei den Gehäusen?

Selbstverständlich. Die Gemeinsamkeiten liegen in der Beschaffenheit der Gehäusematerialien und Wandstärken.

Gehäusematerial – gutes Stichwort: Wie muss man sich den „Sandwich-Aufbau“ bei der Soundmaster eigentlich vorstellen? Kommt der auch bei Ihrem neuen Lautsprecher zum Einsatz?

Um die zweite Frage zuerst zu beantworten: Ja, auch bei der Monitor 10.15 findet sich, wie bei Soundmaster und db8, dieser Aufbau. Nicht eins zu eins, aber vom Grundprinzip her.

Die Gehäusewände besitzen einen siebenschichtigen Aufbau. Der Kern, der zwischen 50 und 70 Prozent der Wandstärke ausmacht, besteht aus einem Holzmaterial, das im Inneren unregelmäßig orientiert ist. Von hier nach außen werden die einzelnen Schichten dünner und härter. Die äußere Haut leitet folglich eingeleitete Energien sehr schnell und verteilt sie auf den gesamten weicheren, inneren, resonanzdämpfenden Kern, der deshalb viel effektiver arbeiten kann. Und trotz dieser Dämpfungseigenschaften sind die Gehäusewände sehr steif und stabil.

Monitor 10.15

Die neue Monitor 10.15 sieht ziemlich auffällig aus – was ist denn der akustische Sinn hinter der Formgebung?

Naja, das Äußere eines Lautsprechers muss ja nicht immer akustisch begründet sein. Aber natürlich sollte die Formgebung die Performance nicht beeinträchtigen. Ich kann Sie aber beruhigen: Die Dinge gehen hier Hand in Hand. Der optische Clou ist sicherlich das gekippte Bassgehäuse.

Monitor 10.15

Dies sorgt aber gleichzeitig für ein Time-Alignement zwischen Bass und Koax. Auch die akustische Achse, also die Abstrahlrichtung des Basses, wird so optimiert. Und die getrennten Gehäuse erleichtern die akustische Entkopplung zwischen den Treibern. Was Architektur angeht war ich schon immer ein Bauhaus-Fan und das hat sich jetzt halt auch in der „Lautsprecherarchitektur“ niedergeschlagen.

Was für weitere Modelle werden in näherer Zukunft noch kommen?

Geplant und in Arbeit sind ein oder zwei weitere Modelle auf Basis der Monitor 10.15. So was wie Monitor 8.12 und/oder 6.10 … Auch Breitbänder werden möglicherweise bald eine Rolle spielen. Diejenigen, für die es nur ein Horn sein darf, werden zu gegebener Zeit etwas oberhalb vom Monitor 10.15 entdecken.

„Für die es nur ein Horn sein darf
„Für die es nur ein Horn sein darf“ – Computerzeichung eines größeren Lautsprecher-Projektes

„Die ersten Prototypen laufen, aber es bleibt noch Einiges zu tun
„Die ersten Prototypen laufen, aber es bleibt noch Einiges zu tun“ – ein Verstärker-Projekt von Dynamikks

Wie sieht es im Bereich Elektronik aus, zu Musicconnection-Zeiten gab es da ja ein paar Dinge – Röhrenamps, gepimpte Playstations … kommt da auch was Neues von Ihnen?

Ein „paar Dinge“ ist gut, zwischenzeitlich hatten wir drei komplette Elektronikserien plus Analogequipment im Sortiment. Die DynaStation in ihren unterschiedlichen Ausführungen war eines unserer erfolgreichsten Produkte und hat viele Nachahmer gefunden. Für Dynamikks ist etwas Neues im Verstärkerbereich geplant, die ersten Prototypen laufen, aber es bleibt noch Einiges zu tun.

Herr Moning, vielen Dank für das Gespräch!

Geistige Genüsse
Regionales Brauchtum: „Geistige Genüsse“, versteckt im Vogelhäuschen

Hersteller-Kontakt:

DynamiKKs! SoundCraftsman
Balzenbacher Straße 66a |
69488 Birkenau
Tel.: 06201 – 3 22 97
eMail: mail@dynamikks.com
Web: www.dynamikks.com

Interview: Ulf Moning von Dynamikks

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Über den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: SME Model 15 Tonarm: SME 309 Tonabnehmer: MC: Denon DL-103R, Dynavector DV-20X2 H, Transrotor Figaro; MM: Shelter 201 Sonstiges: Flux-HiFi (Nadelreiniger), VPI HW-16.5 (Plattenwaschmaschine)

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Luxman DA-06 CD-Player: NAD C546BEE SE Musikserver: Audiodata MusikServer MSII, Readynas Duo NAS-Server Streamer: Auralic Aries Computer/Mediaplayer: HP Notebook mit JRiver Sonstiges: iFi iPurifier II (USB-Filter)

Vollverstärker: Denon PMA-2010AE

Vorstufen: Hochpegel: Octave HP300 MK II Phonoverstärker: BMC Audio MCCI, Octave HP300-Phonoboard

Endstufen: Musical Fidelity M8 700m (Monos)

Lautsprecher: Blumenhofer Acoustics Genuin FS 1 Mk2

Kopfhörer: Beyerdynamic DT-990, Sony MDR-1000X

All-In-One: Ruark Audio R4

Kabel: Lautsprecherkabel: fis Audio Studioline, Ascendo Tri-Wire-Kabelsatz, Dynamikks Speakerlink, Ecosse ES 2.3, Zu Audio Libtec NF-Kabel: fis Audio Premiumline Lifetime, Ecosse, Vovox und andere Digitalkabel: Audioquest Cinnamon (Toslink), Boaacoustic Silver Digital Xeno (USB), Wireworld Series 7 Starlight Gold (Koax-S/PDIF) Netzkabel: fis Audio Studioline Netzleiste: fis Audio Black Magic

Rack: Creaktiv Trend 3

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 30 m² Höhe: 3,4 m

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