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Klangeindrücke auf der High End 2016 – fairaudio

Inhaltsverzeichnis

  1. 6 Klangeindrücke auf der High End 2016 - fairaudio

Klangeindrücke auf der High End 2016
mit Martin Mertens

Auch in diesem Jahr gab es auf der High End wieder viele beeindruckende Vorführungen zu hören, und das, obwohl die Situation in den Hallen und Räumen des MOC eine echte Herausforderung für Hersteller und Vertriebe darstellt: Die Akustik der meisten Räume im Münchner MOC ist alles andere als ideal. Hier halfen sich viele Aussteller mit akustischen Tuning-Maßnahmen durch Absorber oder Diffusoren, aber die griffen in einigen Fällen nur begrenzt. Große Glasflächen, Blechdächer und die Leichtbauwände bieten einfach andere raumakustische Eigenschaften als die Bausubstanz eines Wohnhauses. Auch die Widrigkeiten des Messebetriebs machen Vorführungen nicht immer einfach. Im selben Raum, in dem der eine konzentriert hören will, möchte der andere seine Fragen an Vertriebler, Hersteller oder Entwickler loswerden, und auf den Gängen herrscht reges Treiben …

Für viele Hersteller ist die High End natürlich eine Leistungsschau. Entsprechend oft werden Lautsprecherspitzenmodelle vorgeführt – die bisweilen zu groß für die angemieteten Räume sind. Vielleicht gerade deshalb haben mir dieses Jahr viele Demonstrationen gefallen, bei denen die Hersteller den Mut hatten, den umgekehrten Weg zu gehen und mit kleineren Boxen vorführten. Was in entsprechenden Räumen mit größeren Modellen noch mehr gehen könnte, kann man sich dann selber ausmalen.

Nubert

Nubert (www.nubert.de) etwa hatte einen vergleichsweise großen Raum für seine Vorführungen eingerichtet. Auf der „Bühne“ hatte der Direktversender aus Schwäbisch Gmünd einen Querschnitt seines Produktportfolios versammelt. Dabei überraschte schon die schlanke, aktive NuPro 500 (1.790 Euro) dadurch, dass sie den Raum absolut souverän im Griff hatte. Knackige, gut kontrollierte Bässe, eine beeindruckende Auflösung im Mittelton und strahlende, wohldosierte Höhen machten klar, dass es nicht immer das große Besteck sein muss – und lieferten einen überzeugenden Beleg für die Vorteile von Aktivlautsprechern. Als Zuspieler diente die digitale Vorstufe NuControl (1.765,40 Euro).

Auch PMC (www.audioconcept.eu) verzichtete auf eine Leistungsshow und trat mit britischem Unterstatement auf.

PMC

Im ebenfalls vergleichsweise großzügigen Vorführungsraum gingen die kompakten twenty5 21 (2.493 Euro) optisch fast unter. Klanglich brillierten die kleinen Transmission-Line-Lautsprecher dagegen. Markerschütternde Bässe waren hier nicht drin, aber ein wunderbar losgelöstes, frei im Raum stehendes Klangbild machte deutlich, dass kleine Lautsprecher akustisch durchaus Vorzüge haben.

PMC twenty5 21

Die Chassis liegen dicht beieinander und gewährleisten ein günstiges Abstrahlverhalten, die kleinen Gehäuse neigen nicht so zu Resonanzen und stehen dem Schall nicht im Weg. Vorgeführt wurde mit Elektronik von Bryston.

Ein ähnliches Konzept verfolgte Dynaudio (www.dynaudio.de). Im sehr großen Ausstellungsraum führten die Dänen die flammneue Contour 20 (4.500 Euro) an großer NAD Elektronik vor (Vorverstärker NAD Masters M12, 3.999 Euro; 2 x Endverstärker NAD Masters M22, 3.499 Euro/Stück (siehe Test); HD Streamer/Rip-Server Bluesound Vault 2, 1.299 Euro).

Dynaudio

Und das Ganze hat hervorragend funktioniert. Selbst bei deutlich gehobener Lautstärke blieben die neuen Contour-Lautsprecher souverän und machten klar, dass man bei Dynaudio einfach weiß, wie es geht. Die Bässe traute man den Lautsprechern kaum zu, darüber hinaus präsentierten die Contour 20 ein schlicht einwandfreies Klangbild, das einerseits extrem klar und präzise war und andererseits viel Musikalität und Drive bot. Kopf und Bauch gleichsam auf so hohem Niveau anzusprechen, ist einfach die ganz große Lautsprecher-Kunst.

Schon im letzten Jahr hatte mich die Vorführung von Apertura (www.haertel-vertrieb.de) überzeugt. In diesem Jahr führte der französische Hersteller die kompakten Kalya (9.900 Euro) vor.

Apertura

Hohe Ständer hoben die unten eingebauten Bändchenhochtöner auf Ohrhöhe und brachten das faszinierende Auflösungsvermögen und die stupende Feindynamik der Lautsprecher eindrucksvoll zur Geltung. Gut aufgenommene Stimmen waren ein Traum.

Metaxas & Sins

Wobei ich mir nicht sicher bin, ob die sehr originell designte Elektronik des griechischen Herstellers Metaxas & Sins (noch nicht verfügbar, siehe Bild oben) das Potenzial der Lautsprecher vollständig ausreizte.

Na klar, auch Vorführungen mit großen Lautsprechern konnten überzeugend klingen. So gehört bei Quadral (www.quadral.com). Der Hannoveraner Traditionshersteller nutze die High End, um das komplett neu entwickelte Aurum Line Up vorzustellen.

Quadral

Folgerichtig kam die 9. Generation des Flaggschiffs Titan (ab 14.000 Euro) zum Einsatz, selbstverständlich an hauseigener Elektronik (CD-Player/DAC CD5DA, 2.500 Euro; Vorverstärker P8, 2.500 Euro, 2 x M10 Endstufen im Mono-Betrieb, 4.000 Euro/Stück (siehe Test)). Und diese Kette machte genau das, womit mich große Lautsprecher wirklich beeindrucken können: Sie kann auch ganz klein. Ich weiß nicht genau, was lief – auf jeden Fall eine tolle Frauenstimme, sparsam von Instrumenten begleitet, und das Ganze gab die Kette so konkret, plastisch, ja, fast intim wieder, wie man sich das nur wünschen kann. Klar, dass es in die andere Richtung keine Grenzen gab, als es mit anderer Musik laut, breit und grobdynamisch wurde. Aber das setzte ich bei einer solchen Anlage als selbstverständlich voraus.

ElacEin bisschen geschockt war ich von Elac (www.elac.com). Dass die bisher eher bodenständigen Norddeutschen eine Superbox auf Kiel legen, die sich preislich in Regionen um 50.000 bis 60.000 Euro bewegt, hätte ich nicht erwartet. Ein wenig erinnern die neuen Spitzenmodelle Concentro an aufrecht hingestellte U-Boote. In der Vorführung an großem Burmester-Besteck machten die neuen Flagschiffe aus Kiel schnell klar, dass sie klanglich ganz oben mitspielen können. Sie klangen unglaublich fein, ausgewogen und so was von allürenfrei, wie ich es angesichts der imposanten Optik nicht erwartet hätte. Auch wenn Preis und Design ein bisschen abgehoben erscheinen, klanglich bleibt sich Elac treu.

Elac

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Messebericht: High End 2016

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Über den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: SME Model 15 Tonarm: SME 309 Tonabnehmer: MC: Denon DL-103R, Dynavector DV-20X2 H, Transrotor Figaro; MM: Shelter 201 Sonstiges: Flux-HiFi (Nadelreiniger), VPI HW-16.5 (Plattenwaschmaschine)

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Luxman DA-06 CD-Player: NAD C546BEE SE Musikserver: Audiodata MusikServer MSII, Readynas Duo NAS-Server Streamer: Auralic Aries Computer/Mediaplayer: HP Notebook mit JRiver Sonstiges: iFi iPurifier II (USB-Filter)

Vollverstärker: Denon PMA-2010AE

Vorstufen: Hochpegel: Octave HP300 MK II Phonoverstärker: BMC Audio MCCI Signature ULN, Octave HP300-Phonoboard

Endstufen: Musical Fidelity M8 700m (Monos)

Lautsprecher: Blumenhofer Acoustics Genuin FS 1 Mk2

Kopfhörer: Beyerdynamic DT-990, Sony MDR-1000X

All-In-One: Ruark Audio R4

Kabel: Lautsprecherkabel: fis Audio Studioline, Ascendo Tri-Wire-Kabelsatz, Dynamikks Speakerlink, Ecosse ES 2.3, Zu Audio Libtec NF-Kabel: fis Audio Premiumline Lifetime, Ecosse, Vovox und andere Digitalkabel: Audioquest Cinnamon (Toslink), Boaacoustic Silver Digital Xeno (USB), Wireworld Series 7 Starlight Gold (Koax-S/PDIF) Netzkabel: fis Audio Studioline Netzleiste: fis Audio Black Magic

Rack: Creaktiv Trend 3

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 30 m² Höhe: 3,4 m

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