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Maultaschen oder Käsespätzle, das ist hier die Frage. Das Wirtshaus ums Eck des Hotels bietet beides an – und meine Antwort lautet auch: „Beides!“ Schließlich ist der Appetit nach dem Ritt durch halb Deutschland, von der Bundes- zur baden-württembergischen Landeshauptstadt, doch arg gewachsen, und so ein Best-of-Schwabenteller kommt mir jetzt gerade recht. Danach geht’s auf zu einem kleinen Spaziergang durch die City, vorbei am Rathaus, der Stiftskirche und entlang dem Schlossplatz, natürlich. Hier werde ich das eigentliche Ziel meiner Reise – das HiFi Studio Wittmann – zwar nicht finden, doch die Visite ist ja eh erst für morgen geplant, und so kann ich schon mal etwas Stuttgart-Atmosphäre auf mich einwirken lassen.
Tags drauf geht es also nicht Richtung Downtown, sondern Uptown. Im wörtlichen wie übertragenen Sinne: Hinaus aus Stuttgarts Talkessel, Richtung Westen, findet man auf halber Höhe, circa fünf bis sechs Kilometer vom Zentrum entfernt, das Viertel Stuttgart-Botnang. Der erste Eindruck: kleinstädtisch, gemütlich, gediegen.

Freundlicher Empfang: Marius Dittert (links) und Markus Nolden vor dem Ladengeschäft des HiFi-Studios Wittmann in Stuttgart-Botnang
Die Brucknerstraße, wo HiFi Wittmann residiert, wirkt nicht wie eine Einkaufsmeile, sondern wie ein nettes Wohnviertel. Früher, so erfahre ich, befand sich in der Hausnummer 17 eine Metzgerei. Das aber ist schon lange her, noch weit vor der Zeit, als es mit Wittmanns Studio losging – vor 32 Jahren.

Hört, hört: Avantgarde Acoustic zählt bei HiFi Wittmann zu den Schwerpunktmarken. Herr Dittert weist auf das Mitteltonhorn des Modells Duo GT
Persönliche Geschichte(n)
1993 eröffnete Oliver Wittmann sein HiFi Studio hier in der Brucknerstraße, doch seine Audio-Leidenschaft fing schon früher an. Die technischen Grundlagen wurden bereits in der Schulzeit gelegt, hatte er nach dem Besuch des technischen Gymnasiums doch nicht nur das Abitur, sondern auch seinen ETA (Elektrotechnischer Assistent) in der Tasche. Derart bewaffnet, ging es zunächst zum Gitarrenverstärker-Hersteller Suprem und anschließend zu Klein + Hummel, ein bekannter Studio-Ausstatter seinerzeit, bei dem Herr Wittmann später als Serviceleiter tätig war. Doch offenbar wollte er mehr – mehr Wissen und mehr Selbstbestimmung. Also begann er das Studium der Nachrichtentechnik, das er mit einer Diplomarbeit zum Thema Zweiwegemonitor (siehe Bild unten) abschloss. Und da sich besagte „Diplomarbeit“ im Freundes- und Bekanntenkreis sehr gut verkaufte, kam schnell die Idee auf, dass man sich mit so etwas doch selbstständig machen könnte … Der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte.

Brachte den Stein in Rollen: Firmengründer Oliver Wittmann schrieb seine Diplomarbeit über einen Zweiwegemonitor, und das Ergebnis verkaufte sich ganz gut – ein Modell aus alten Tagen steht noch in der Werkstatt des HiFi-Studios Wittmann
„Einer meiner ersten Kunden war sein Vater“, so Oliver Wittmann, auf den relativ neuen Kollegen, Herrn Marius Dittert, weisend. „Ja, das stimmt. Mein Vater war richtig begeistert, als ausgerechnet hier im beschaulichen Stuttgart-Botnang ein HiFi-Studio öffnete, und er wurde dann schnell Stammkunden beim Oliver. Musikhören und das gute Equipment dafür hat durchaus Tradition in meiner Familie“, so Dittert, „Aber das war ja nicht mein einziger Bezugspunkt zum Thema.“ So kann man es auch sagen: Dittert startete nach seinem Studium ein Volontariat bei der Motor Presse Stuttgart und arbeitete dort fünf Jahre lang als Fachredakteur für die Magazine Stereoplay und Audio. In den Nuller- und Zehnerjahren beschäftigte er sich dann mit anderen technischen Themen, stieg ins PR- und Agenturgeschäft ein, um schließlich wieder – ziemlich genau zwei Jahrzehnte später – ein zweites Mal in der Redaktion besagter Zeitschriften journalistisch tätig zu werden. Doch dort blieb er nicht lange, denn die „Botnang HiFi Connection“ meldete sich mit einem interessanten Angebot: Oliver Wittmann sah Potenzial darin, Kommunikation und Außendarstellung zu stärken, und warum da nicht den Sohn eines alten Stammkunden fragen, der tief im Thema steckt und doch sehr nach Idealbesetzung aussieht …? Der findet die Idee sehr gut und nimmt das Angebot an und steigt im Frühjahr 2024 beim HiFi Studio Wittmann ein.
Das freut auch den Dritten im Bunde, Herrn Markus Nolden. Schon seit gut zehn Jahren im Studio Stuttgart aktiv, kann er Verstärkung gut gebrauchen, schließlich gehören nicht nur Kundenberatung und Verkauf zu seinem Aufgabenfeld, sondern auch Service und Wartung. Seit jungen Jahren passionierter LP12-Fan ist er beispielsweise derjenige, der bei HiFi Wittmann die legendären Laufwerke pflegt, justiert, upgegradet und einstellt.

„Mr Linn“ in seinem Element: Markus Nolden pflegt und wartet die legendären LP12-Plattenspieler, und da das HiFi-Studio Wittmann für seine Linn-Expertise bekannt ist, kommen so einige Laufwerke der Schotten auf seine „Hebebühne“…

…und die ist äußerst praktisch, denn so kommt man dann auch an die subtile Subchassis-Technik des LP12
Nicht zufällig nennen ihn seine Kollegen liebevoll-neckisch „Mr Linn“, und tatsächlich leuchten seine Augen, als er mir den aktuellen Streich der Schotten zeigt: Das neue Spitzen-Subchassisboard für den Linn LP12, das Keel SE, sei konstruktiv doch noch mal etwas ganz anderes. Gerade gestern reingekommen und deshalb noch nicht gehört, aber man dürfe gespannt sein …
Linn ist seit Jahren eine der Schwerpunktmarken des HiFi Studios Wittmann, viele Kunden seien Fans des schottischen Herstellers, und da es Linn-Expertise nicht an jeder Ecke gebe, kämen die inzwischen aus ganz Deutschland, ergänzt Kollege Dittert. Offenbar sind sie hier in ebenso guten wie passionierten Händen.

Ziemlich neu im HiFi-Wittmann-Programm: Lautsprecher von Blumenhofer Acoustics. Links, hinter Herrn Nolden zu sehen: das Modell Genuin FS1. Kein ganz unbekannter Lautsprecher für uns bei fairaudio
„Wo ist eigentlich der Chef?“, fragen Sie sich angesichts der bisherigen Bildstrecke? Nun, die Antwort lautet: im Allgäu. Nein, nicht im Urlaub, er lebt und arbeitet dort. Meistens zumindest. Vor gut 14 Jahren zog Herr Wittmann samt Familie in ein idyllisch gelegenes, ehemaliges Bauernhaus nahe Isny, und inzwischen ist dort auch die zweite Dependance des HiFi-Studios Wittmann zu finden. Und da geht es jetzt hin.
Im Studio Isny
Als ich mich nach gut zwei Stunden Autofahrt auf einem schmalen Sträßchen dem „Hof Wittmann“ nähere, muss ich lächeln. Das Konzept, zunächst einmal in die totenstille Einsamkeit zu ziehen, um hernach ausladende Hornsysteme unterm riesigen Satteldach zu installieren – ein bisschen Musik will man ja schon hören können –, ist mir sympathisch. Ziemlich cooler Signal-Rausch-Abstand. Ein wenig erinnert es mich an meinen Besuch bei Blumenhofer Acoustics.
Doch die Hornlautsprecher dieser Marke spielen hier eine eher untergeordnete Rolle – das Terminstudio Isny fokussiert nämlich stark auf die Systeme von Avantgarde Acoustic. Und da es hier reichlich Platz hat, gibt es auch die richtig großen Dinger zu sehen und zu hören, etwa die Mezzo und ja, sogar eine Trio G3 samt ausladendem Basshorn. Dergleichen steht nun wirklich nicht bei jedem Händler im Vorführraum. Wie auch? Spannend.
Gespannt bin ich zugegebenermaßen auch deshalb, weil ich die Lautsprecher-Skulpturen von Avantgarde Acoustic zwar hinreißend schön finde, doch die Vorführungen auf den einschlägigen Messen mich akustisch bis dato nicht wirklich abholen konnten. „Ja, ich weiß“, seufzt Oliver Wittmann, „Das geht aber auch anders.“ Er reicht mir ein Tablet und ich darf mich via Roon austoben und mir ein eigenes Bild machen …

Wenn es etwas mehr sein darf: Im Studio Allgäu lässt sich unter anderem eine Avantgarde Acoustic Trio G3 inklusive Basshorn erleben – und das unter besten Bedingungen
Schnell ist klar: Wittmann erzählt keinen vom Pferd, das hier ist wirklich anders. Gut, dass dieser „Spacehorn“ genannte Subwoofer Bassimpulse mit einer Lässigkeit in den Raum stellt, wie nur ein riesengroßes Horn es vermag, das ist natürlich, sorry, sehr geil – aber auch erwartbar. Wie überhaupt die dynamischen Meriten der Avantgarde Acoustic Trio G3, da gibt es gefühlt keine Grenzen mehr. Doch wo ist denn die Präsenzbetonung geblieben, die mir sonst immer in die Ohren schneidet? Wo diese arg sportive In-Your-Face-Gangart, wo die aufgepumpte Abbildung in XXL? Zweifellos ist die Bühne sehr weitläufig – wer würde sich darüber beschweren wollen? –, doch die Zeichnung der Stimmen und Instrumente gelingt akkurat und auf den Punkt. Es ist fast schon etwas irritierend, wenn man auf dieses riesengroße Basshorn starrt, in dem sich offenbar die Sängerin verlaufen hat, deren Vortrag man akustisch klar umrissen und superdetailliert präsentiert bekommt – und das ganz gleich bei welchem Pegel. Das Erstaunliche für mich: Dank der balancierten Gangart im Mittel-Hochton wird es mir nie zu viel. So habe ich Avantgarde Acoustic tatsächlich noch nicht gehört. Vielleicht hätte ich doch noch einen Tag länger buchen sollen, das hier ist wirklich ein Ausnahmesystem.

Männer und ihre Spielzeuge: Die Herren Dittert und Wittmann haben da einen kleinen Aktiv-Sub im Angebot
Für so ein großes und komplexes System müsse man sich eben Zeit nehmen, so Wittmann. Allein schon die Aufstellung im Raum sei naturgemäß deutlich anspruchsvoller als bei anderen Lautsprechern: Da müssen ja nicht nur die Hauptlautsprecher an der richtigen Stelle stehen, das Verhältnis dieser zum Basshorn ist ebenfalls ganz entscheidend. Zudem lässt sich das Hochtonhorn vor und zurück verschieben und nur an der richtigen Stelle rastet das Klangbild ein. Hinzu kommen noch diverse Filtermöglichkeiten fürs Basshorn, die Pegeljustage der Hauptlautsprecher und last, but not least die Frage nach den passenden Zuspielern. „Wenn dann alles passt, ist das Ergebnis aber auch einmalig“, so Wittmann weiter.
Geduld, Erfahrung und Experimentierfreude scheinen die Hauptzutaten zu sein, damit es so klingt, wie es hier klingt. Eine Etage höher, wo die Avantgarde Acoustic Mezzo die Bühne beherrscht, ist es ihm ebenfalls gelungen. Klar, so direkt nach der Trio G3 gehört, wirkt es schon etwas kompakter, doch auch sie spielt tonal balanciert-gesittet, hochdynamisch und sehr, sehr detailreich. Und abermals zeigt sich, dass man mit gut gemachten Hornlautsprechern nicht nur laut, sondern auch sehr gut leise hören kann. Das Klangbild suppt nicht weg, nur weil der Pegel moderat ist.
Oben sprach ich von „Hauptzutaten“, doch vielleicht gehört auch eine kleine Prise Besessenheit dazu, um das audiophile Gericht abzurunden. Beispiel: Die Mezzo steht in einem Dachzimmer mit Galerie, zu der eine Treppe hinaufführt. Das macht natürlich was her und sieht schick aus. Aber es gibt da ein Problem: Beim Versuch, die optimale Lautsprecherposition zu finden, verfiel Wittmann auf die Idee, dass das klangliche Ergebnis eventuell noch besser ausfallen könnte, wenn die Mezzo da stünde, wo die Treppe steht – und dummerweise den Platz belegt.

Die Sache mit der Treppe: Nun steht die Avantgarde Acoustic Mezzo endlich da, wo sie am besten spielt, der Weg dahin war aber nicht ganz einfach
Statt sich nun ins Schicksal zu fügen und den Lautsprecher halt zwei-drei Handbreit weiter rechts stehen zu lassen, baut er die gesamte Treppe ab, kürzt jede einzelne Stufe um zehn Zentimeter und setzt sie hernach wieder zusammen. Jetzt steht die Avantgarde Acoustic Mezzo zwanzig Zentimeter weiter links im Raum. „Ich bin echt froh, dass ich das gemacht habe, es hat sich wirklich gelohnt!“, ist er überzeugt. So einer ist das.
Interview mit Oliver Wittmann
fairaudio: Vielen Dank für die Einladung ins Studio, wurde ja auch Zeit, dass wir einmal vorbeischauen! Für die meisten Audiophilen ist „HiFi Wittmann“ ein vertrauter Name als HiFi-Fachhändler. Dass Sie auch Audio-Produkte vertreiben, wissen hingegen nicht alle, doch genau darüber haben wir uns kennengelernt. Zuletzt hatten wir die Okki-Nokki-Plattenwaschmaschine im Test, davor einen Schallplattenbügler von AFI, eine Tom-Evans-Phonostufe war ebenfalls schon mal zu Gast bei uns. Das verrät indirekt ja schon eine gewisse Passion fürs Analoge. Ganz ehrlich: Wenn’s um Quellgeräte geht, geht doch nichts über den guten, alten Plattenspieler, oder?!
Oliver Wittmann: Ja, wir lieben Plattenspieler, aber wir sind da nicht dogmatisch. Für uns sind letztlich Emotionen der Maßstab. Ein großer Linn-LP12-Plattenspieler oder Mastertapes, abgespielt auf einer Revox B-77 MK III, heben das Thema Musikwiedergabe aber in der Tat auf ein ungeahntes Niveau.
fairaudio: Bisweilen wird gesagt, dass man mit einem überschaubaren Budget analog klanglich weiterkommt als digital. Meiner Meinung nach verhält es sich eher umgekehrt. Was denken Sie?
Oliver Wittmann: Gute Mechanik ist selten billig, und das hat seinen Grund. Andererseits stellen wir immer wieder fest, dass viele Kunden doch etwas unterschätzen, was man tun sollte, damit beispielsweise Streaming ähnlich überzeugend tönt wie eine gute analoge Signalquelle.
fairaudio: Was sind die interessantesten Neuigkeiten rund ums Thema Schallplattenwiedergabe, die Ihnen in den letzten Jahren untergekommen sind?
Oliver Wittmann: Zum Beispiel der neue Thales-Plattenspieler mit patentiertem Fliehkraftregler-Antrieb, der nach dem Erreichen der Solldrehzahl nicht mehr regeln muss, sondern quasi mechanisch einrastet. Überaus beeindruckend ist auch der Sprung, den ein Linn LP12 mit der neuen Bedrok-Zarge macht. Wir hatten zu dem Thema einen Workshop in Stuttgart, und da fiel allen Anwesenden die Kinnlade runter, obgleich die Skepsis beim Thema Bedrok zunächst groß war. Dann fällt mir noch der Rega Naja ein, absolut unscheinbar, aber musikalisch ganz weit oben. Und natürlich noch das Thema DS-Audio mit den optischen Abtastsystemen. Immer mehr Hersteller bieten jetzt spezielle Eingänge für die DS-Audio-Tonabnehmer an, das Thema wird immer spannender.
fairaudio: Und wie sieht es im Streaming- beziehungsweise Digitalaudio-Bereich aus?
Oliver Wittmann: Eine echte Entdeckung ist für mich Reiki Audio. Hängt man Reikis SuperSwitch Master mit dem großen Netzteil vor eine Streaming-Bridge, klingt jeder Stream natürlicher, informativer und involvierender als ohne. Dieselbe Wirkung haben übrigens auch Reikis Netzwerk- und USB-Kabel.
fairaudio: Manche schlagen ja die Hände über den Kopf zusammen, wenn sie etwas von „audiophilen“ LAN-Kabeln oder Switches hören? Wie gehen Sie damit um? Wie können Sie Ihre Kunden überzeugen?
Oliver Wittmann: Wir erklären unseren Kunden, dass auch digitale Dateien nie losgelöst von ihrer Umgebung sind. Dass sie auf physikalische Einflüsse, die wir im klassischen HiFi-Kontext oft unterschätzen, reagieren – auf HF-Rauschen, Jitter und den Signal-Noise-Abstand. All das kann man hören, auch ohne „goldene Ohren“. Und wir führen das dann gerne Schritt für Schritt vor.
fairaudio: Kommen wir ans andere Ende der Anlage, zu den Lautsprechern. Sie bieten eine ordentliche Auswahl an Fabrikaten an, aber man merkt schnell, dass Ihr Herz für Hörner schlägt. Jüngst haben Sie Blumenhofer Acoustics ins Line-up aufgenommen. Das finde ich spannend, habe wir doch schon viele Modelle im Test gehabt – und ein paar von denen habe ich sogar besessen, so etwa die Genuin FS1. Wie kam der Kontakt zustande? Und was schätzen Sie an Blumenhofer-Lautsprechern besonders?

Das Hochtonhorn der Blumenhofer Genuin FS1 Mk4 lässt sich fürs Time-Alignement vor- und zurückschieben
Oliver Wittmann: Wir haben lange nach einer Ergänzung unseres Avantgarde-Acoustic-Programms gesucht. Mit Blumenhofer konnten wir die Lücke unterhalb einer ZERO iTron endlich schließen. Die Schallwandler von Thomas Blumenhofer schaffen aus meiner Sicht etwas sehr Seltenes: eine natürliche Wiedergabe, ganz ohne künstliche Betonungen, die obendrein wunderbar lebendig klingt – und selbst bei suboptimaler Plattenkost musikalisch packt. Mittlerweile haben auch die größeren Modelle von Thomas Blumenhofer bei uns Einzug gehalten.
fairaudio: Avantgarde Acoustic ist das richtige Stichwort. Deren Hornlautsprecher sind schon viel länger in Ihrem Programm. Tatsächlich haben Sie, wenn man so will, ein eigenes Studio rund um Avantgarde eingerichtet – in Isny. Da musste ich ja erstmal googeln, wo das liegt … Wie kam es dazu, ausgerechnet hier im Allgäu, auf einem alten Bauernhof, ein Highend-Studio zu eröffnen? Das liegt ja nicht gerade bei Stuttgart ums Eck …
Oliver Wittmann: Das Allgäu war und ist ein Sehnsuchtsort für meine Familie und mich. Dass sich der Standort auch geschäftlich gut entwickelt, war, ehrlich gesagt, nicht geplant, hat sich aber nach und nach so entwickelt. Und seit ich im Allgäu bin, kann ich mich mit Themen, die mich beschäftigen, noch viel intensiver auseinandersetzen, als mir das in Stuttgart möglich war. Ich bin Musikliebhaber und Techniker und möchte dementsprechend tiefschürfen. Ich möchte das nicht mehr missen.
fairaudio: Sie zählen sich zu den führenden Avantgarde-Acoustic-Händlern Europas – ist die Kundschaft, die Sie im Allgäu besucht, international? Oder kommt sie überwiegend doch aus Deutschland? Und warum haben Sie mit Avantgarde so viel Erfolg, was machen Sie anders als andere?
Oliver Wittmann: Unser Kundenkreis dehnt sich schon seit Jahren immer weiter aus und ist nicht mehr auf Deutschland beschränkt. Mit Avantgarde haben wir deshalb Erfolg, weil wir die Lautsprecher und was sie benötigen, um authentisch zu musizieren, wirklich verstanden haben. Die Einstellmöglichkeiten sind enorm, ich habe mich besonders hier im Allgäu viele, viele Stunden damit auseinandergesetzt, was wirklich passt und was nicht – und welche Einstellungen die richtigen sind. Wer das mal gehört hat, für den gibt es oft kein „zurück“ mehr. Leider hört man auf Messen immer mal wieder uninspirierte und lieblose Setups, die hell und nervig klingen, das geht aber auch anders, wie wir seit Jahren zeigen.
fairaudio: Neben Ort und Art der Location – worin unterscheiden sich die Studios Stuttgart und Isny am meisten? Die Allgäuer Kundschaft ist vermutlich etwas begüterter, nehme ich an?
Oliver Wittmann: Das kann man so pauschal nicht sagen, auch wenn in Isny diverse Referenzen stehen. Wer ins Allgäu fährt, nimmt sich bewusst mehr Zeit und kann sich in der Abgeschiedenheit und Stille mal so richtig „fallen lassen“ und viel intensiver als sonst irgendwo mit dem Thema High-End beschäftigen. Und das ist gerade in der heutigen Zeit etwas Wichtiges, das viele Kunden sehr schätzen. Dabei führen wir auch in Isny viele Produkte der Mittelklasse, und wenn mal ein Produkt nicht verfügbar ist, lassen wir es von Stuttgart nach Isny kommen.

Konsequent & ausladend: Für wen es unbedingt ein Full-Range-Horn-Erlebnis sein muss, für den hält Avantgarde Acoustic das „Spacehorn“ bereit
fairaudio: Die Stimmung im Land ist am HiFi-Markt nicht vorbeigegangen, um es mal vorsichtig zu formulieren. Macht sich das auch bei Ihnen im Alltag bemerkbar – und wie gehen Sie damit um?
Oliver Wittmann: Wir sehen die Entwicklung, und jeder Laden oder Hersteller, der zumachen muss, ist einer weniger für unser Thema, was sehr schade ist. Erfreulicherweise konnten wir gegen den Trend wachsen und vergangenes Jahr sogar Personal aufbauen. Das Einzugsgebiet, aus dem unsere Kundschaft stammt, wird dabei, wie erwähnt, immer größer, weil hochqualifizierte Fachgeschäfte auch in Ballungsräumen keine Selbstverständlichkeit mehr sind und die Situation der hohen Mieten etc. die Geschäfte immer mehr dazu zwingt, eher mainstreamige und leicht zu verkaufende Produkte ins Sortiment zu nehmen.
fairaudio: Vielen Dank für das Gespräch!
HiFi Studio Wittmann
Studio Stuttgart
Brucknerstraße 17
70195 Stuttgart
Studio Allgäu
Rötelbachhof
88316 Isny im Allgäu
Kontakt:
Telefon: +49(0)711 – 69 67 74
E-Mail: kontakt@wittmann-hifi.de
Webseite: https://www.wittmann-hifi.de/
Firmenbericht: HiFi Studio Wittmann









