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Netzleisten & Netzkabel

Inhaltsverzeichnis

  1. 3 Netzleisten & Netzkabel

… sollten niederohmig ausgelegt sein, also dem Stromfluss einen nur sehr geringen Widerstand entgegensetzten, so eine allgemeine Forderung. Häufig wird als Begründung hierfür der plötzliche Stromhunger der Komponenten (und insbesondere der Endstufen) bei Impulsspitzen in der Musik angeführt – und dieser sollte nicht kontingentiert werden, denn anderenfalls könne es auf dynamischem Felde Einbußen geben. Meine persönlichen Klang-Erfahrungen hierzu lassen mich aber Zweifel anmelden: In Sachen Grobdynamik tat sich vergleichsweise wenig bis nichts, allerdings verbesserte sich die Feindynamik immer, und das teilweise recht deutlich. Aber ist besagter Stromhunger bei feindynamischen Ereignissen nicht geringer als gei „groben Tuttis“, sprich, sollte es sich theoretisch nicht genau umgekehrt verhalten? So ganz leuchtet mir die „Impulsspitzentheorie“ also nicht ein, aber andererseits bin ich Connaisseur genug, um mich ganz pragmatisch an der guten Feindynamik zu erfreuen …

Flash Power Line Buchse
Flash Power Line Buchse

Andererseits geht es aber ja nicht nur um die „Stromlieferfähigkeit der Leiste/Kabel“, sondern auch um eine möglichst effektive Ableitung der aus den oben erwähnten Potentialen der Komponenten resultierenden Ströme Richtung Erde, weshalb auch der Schutzleiter keinesfalls stiefmütterlich behandelt werden sollte. Denn je besser sich die Potentialdifferenzen der Geräte über den Schutzleiter ausgleichen können, desto geringer die Gefahr, dass sie es über die NF-Kabel tun werden und damit möglicherweise das Audiosignal modulieren. Ein entscheidendes Argument für die Relevanz des „letzten Meters“ bei der Stromversorgung.

Herstellerseitig werden jedenfalls so einige Maßnahmen ergriffen, um den (Gesamt-)Widerstand gering zu halten. Häufig kommen beispielsweise querschnittsstarke Leiter aus möglichst „reinem Material“ zum Einsatz, aber auch das Thema „Übergangswiderstände“ wird angegangen: Bei jedem Übergang von Kabel / Stecker / Buchse ist ein solcher Widerstand zu verzeichnen, und um diesen zu minimieren, vermeidet man bei hochwertigen Produkten i.d.R. Klemmkontakte – meist wird hier geschraubt, gecrimpt oder gelötet. Auch ist die Federkraft, mit der die Buchse die Pins des Steckers umklammert, höher als bei Standardware, und um dem Zahn der Zeit zu begegnen ist ein Korrosionsschutz an den Schnittstellen von Vorteil, usw.

Viele HiFi-Netzkabel besitzen zudem einen Schirm, also ein metallisches Geflecht / eine Folie um die eigentlichen Leiter, welche(s) einseitig mit dem Schutzleiter an der Netzstecker-Seite verbunden wird, damit HF-Störeinstrahlungen nicht in die Kabel eindringen können – und andererseits elektrische Felder nicht nach draußen gelangen (und so eventuell in andere Audioverbindungen einstreuen). Der Schutzleiter dient hier sozusagen als Müllabfuhr. Auch viele Netzleisten sind geschirmt. Das Thema Netzfilter allerdings kann und soll hier nicht dargestellt werden. Jedoch sei der Hinweis gestattet, dass so einige HiFi-Leisten ein solches Filter bereits mit an Bord haben. Auch Kabel mit eingebauter Filterwirkung gibt es, beispielsweise die von TMR Audio.

Grundlagentechnik: HiFi Netzkabel & Netzleisten

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